Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Ein Bruderzwist im Hause H.»

duchesse schrieb am 16.02.2013 - 22:35 Uhr zu Kapitel «Unter Freunden»:

Hallo Aramis,

hm, ich dachte, ich hätte schon längst ein Review zu diesem Kapitel geschrieben, aber irgendwie scheint mir das doch entfallen zu sein, also hole ich es mit ein bisschen Verspätung, aber nicht geringerem Vergnügen nach!

Ich habe mich sehr darüber amüsiert, wie Aramis, von seinen Freunden tatkräftig unterstützt, es fertigbringt, den braven Henri sozusagen um hundertachtzig Grad zu drehen. Die Frage ist nur, ob Henri in seiner neuen Rolle als Kavalier, die ja nicht eben seinem Naturell entspricht, nun tatsächlich glücklich wird… aber dafür bräuchte es eine weitere Geschichte… Wünschen würde ich es ihm, ich finde ihn eigentlich ganz sympathisch, wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, ob das deine Intention in dieser Geschichte war ;-)

Ein bisschen gewundert habe ich mich dennoch darüber, dass der Konflikt zwischen den Brüdern aus dem vorherigen Kapitel nicht noch einmal zur Sprache kommt - immerhin war es ein Streit der übleren Sorte, es ging nicht um Nebensächlichkeiten, sondern um grundlegende Dinge, und beide Brüder scheinen mir nicht die Charaktere zu sein, die so etwas einfach, und sei es über einem Glas Wein, vergeben und vergessen können…

Liebe Grüße,

duchesse


Antwort des Autors:

Liebe duchesse,
Vielen Dank für Deine Review!!
Was Henri betrifft, war meine Intention, ihn aus seiner kindlichen Abhängigkeit vom Willen seiner Mutter und aus der bigotten geistigen Enge seines ländlichen Elternhauses zu befreien und ihn mit Aramis` Hilfe zu einem mündigen, erwachsenen Menschen, zu einem Mann von Welt zu machen - ob Aramis` Bemühungen, Henri in einen bewunderungswürdigen Märchenprinzen zu verwandeln und damit dessen erhofftes Eheglück zu retten, auch entsprechend fruchten, wollte ich aber der Fantasie des Lesers überlassen  -
 Dass eine solch geistige und persönliche Emanzipation nicht ohne innere und äußere Konflikte abgeht, ist wohl verständlich. Ich seh den Streit zwischen den beiden Brüdern jetzt nicht so gravierend als womöglich lebenslängliches Zerwürfnis, sondern als heftigen, doch vorübergehenden Gewittersturm, der die Atmosphäre klärt und lang verdrängte Dinge zwischen Henri und René, die seit ihrer Kindheit unbewusst in ihnen gegärt haben, zur Sprache und damit zur Bereinigung bringt. In fremder Umgebung, unter neuen Eindrücken, lernt man leichter, sich von erziehungsbedingt aufgezwungenen Rollenmustern zu befreien, und Aramis` Freunde, vor allem Porthos, helfen auch tatkräftig mit, die Beziehung zwischenden beiden Brüdern zu entspannen. Was beide u.a. in meinen Augen gemeinsam haben, ist ihr brüderlicher Familiensinn, sie sind einander nicht gleichgültig, und Aramis wird daher auch sofort hellhörig, als Henri im Kreise der Freunde sein Liebesleid eingesteht - in Liebesdingen kennt er sich aus, das Glück seines Bruders liegt ihm am Herzen, und es ist ihm nichts willkommener, als die bemühten Pläne seiner lieblosen, bevormundenden Mutter zugleich genüsslich durchkreuzen zu können. Über die Einflüsse und Probleme verkorkster mütterlicher Erziehung am Beispiel Henri und Aramis könnt ich, als selber Betroffene, jetzt noch seitenlang schreiben, da kommts mir irgendwie hoch  -  bitte entschuldige diese ausufernde Antwort! 
Nochmals vielen Dank und liebe Grüße!
Aramis

Rochefort schrieb am 24.01.2013 - 14:15 Uhr zu Kapitel «Unter Freunden»:

Lieber Aramis!

Ein wirklich gelungener Abschluss der Geschichte! Ich hatte mich nach der heftigen Auseinandersetzung der beiden so unterschiedlichen Brüder schon gefragt, wie die Dinge zwischen den beiden noch einmal ins Lot gebracht werden könnten. Da waren Aramis’ Freunde wahrlich die Retter in der Not - ich glaube, ohne sie hätte die Sache ganz leicht in einem tiefen und immerwährenden Zerwürfnis zwischen Henri und René enden können. Bei dem gemeinsamen Diner kommen die so unterschiedlichen Charaktere der Musketiere wieder einmal sehr gut heraus. Die Idee, das Geld der Mutter zu investieren, um aus Henri einen Mann von Welt und stattlichen Kavalier zu machen, ist hervorragend. Das bringt noch einiges mehr an Nutzen als die Seelenmessen und ebnet Henri vielleicht den Weg in eine glückliche und zufriedene Zukunft. ;-))

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,
vielen Dank für Dein Review! Ich freu mich, dass das Ende der Geschichte Deine Zustimmung findet! Ja, Mamas Geld ist auf diese Weise wohl besser angelegt, als es in unnützen Seelenmessen  zerrinnen zu lassen - so hat Henri immerhin die Chance, dass sich bezüglich seiner erhofften Ehe alles noch zum Guten wendet. Ich setze das jetzt mal stillschweigend voraus - der historische Henri d`Aramits hatte ja offenbar 4 Kinder. Klar, dass Aramis` Freunde wieder mal als Retter in der Not fungieren und die Wogen glätten - so ein schönes, opulentes Diner und eine ordentliche Fuhre Wein wirken doch meist sehr friedensstiftend!
Danke und liebe Grüße!
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 21.01.2013 - 16:25 Uhr zu Kapitel «Unter Freunden»:

Oh prima, ein neues Kapitel :)
Ich musste richtig schmunzeln ander Stelle, an der d´Artagnan Aramis biederen Bruder fragte, ob dieser auch den Musketieren beitreten wollte…das dürfte wohl kaum nach Henris Geschmack sein, das raue Soldatenleben würde ihn wohl eher erschrecken. Schon wieder gibt es Streit wegen der dreihundert Pistolen..ich vermute mal, dass Aramis diese nicht bekommen wird, weil er eben niemals zum Priester geweiht hat. Unglaublich, dass Aramis Mutter so viel Geld ausgeben wollte, nur um sich Messen lesen zu lassen. Aber damals im 17. Jahrhundert glaubten ja viele Menschen noch daran, dass Seelenmessen sie vor dem (nicht existierenden) Fegefeuer retten könnten. Das ist typisch für Athos, diesen Edelmann durch und durch, dass er vorschägt, das Thema zu wechseln, da ihn, Porthos und d´Artagnan die Famlienangelegenheiten ihres Freundes nichts angehen. Und für Aramis war es bestimmt auch unangenehm, das Thema vor den Freunden zu besprechen. Vermutlich ist Henri nun wütend, weil er die weite Reise umsonst gemacht hat, da er nicht über Aramis Austritt aus dem Priesterseminar Bescheid wusste, weil dieser ihm nie geschrieben hatte. Henris Blick konnte ich mir beim Lesen richtig gut vorstellen…der arme fühlt sich wohl wirklich wie ein Schaf, das in eine Wolfsherde geraten ist.
Es ist nicht verwunderlich, dass sich Henris Laune bei all den Köstlichkeiten bessert, ein gutes Essen vermag selbst die schlechteste Stimmung zu vertreiben, und sicherlich gab es auch Wein, der Aramis Bruder womöglich etwas lockerer gemacht hat. Jetzt ist er sogar schon so weit, dass er seinem Bruder und dessen Freunden von seinen Sorgen erzählt, das hätte er vor diesem Essen sicherlich noch nicht getan. Ich frage mich, warum Henris Verlobte ihm gegenüber so reserviert ist..hat sie womöglich in Paris einen anderen kennengelernt und sich verliebt? Allerdings könnte ich mir auch gut vorstellen, dass der biedere Henri ihr vielleicht nach einem Besuch in der lebhaften Metropole Paris doch etwas langweilig erscheint…vielleicht würde er seiner Verlobten wieder näherkommen, wenn er etwas mehr Lebensfreude und Spontanität zeigt. Athos Ausbruch zeigt, dass er noch immer sehr unter der durch Mylady erlittenen Enttäuschung leidet und ein sehr gestörtes Verhältnis zu den Frauen hat. Athos glaubt nun, dass alle Frauen so sind wie Mylady, und deswegen verbirgt er seinen Schmerz indem er alle Frauen ablehnt.  Vielleicht kann ja hier nicht nur Henri von den Musketieren mehr Lebensfreude, Abenteuerlust und Spontanität lernen, sondern Athos könnte von Henri lernen, dass eine Liebe nicht immer unglücklich enden muss, und er sich irrt, was die Frauen betrifft.
Der Vorschlag, den Aramis Henri am nächsten Tag macht, ist durchaus gut, als romantischer Poet, der sie mit seinen Gedichten tief zu berühren vermag, könnte Henri vielleicht doch noch das Herz seiner Verlobten richtig erobern. Und die Idee, sich von ihr fernzuhalten, wenn es sie richtig danach gelüstet, Henri zu sehen, ist auch gut, denn so wird ihr Verlangen mit Sicherheit noch stärker, weil Frauen ja meist das begehren, was sie nicht haben können. Ich bin schon gespannt, ob Aramis Plan funktionieren wird. Was für ein Glück für Henri, dass er einen in Liebesdingen so versierten Bruder hat. Henri scheint ja auch nicht viel Interesse an Mode zu haben…da könnte er wirklich auch etwas Beratung von Aramis brauchen, um für seine Verlobte attraktiver zu werden. Wie gut, dass Henri sich darauf einlässt und in Paris bleibt…mit Aramis Hilfe wird es bestimmt gelingen. In unserer Zeit hätte Aramis gut eine Agentur führen können in der er als Flirtberater arbeitet…das wäre für ihn ein passender Job gewesen, da hätte er das Komplettprogramm mit Typberatung Styling, Flirttipps usw. anbieten können.
Henri war ja nun den ganzen Winter in Paris..bleibt zu hoffen, dass es etwas geholfen hat, und er nun das Herz seiner Verlobten hat. Bin schon gespannt, wie es weitergeht, und ob Henri nochmal nach Paris kommt, freue mich schon aufs nächste Kapitel. :)

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
vielen Dank für Deine umfangreiche Review! Ja, Aramis als Stylingexperte,Typberater und Spezialist in Beziehungsfragen, das könnte ihm gefallen! Jedenfalls tut er alles, um zumindest seinem lieben Herrn Bruder zu etwas mehr Anziehungskraft in puncto seiner Verlobten zu verhelfen. Damit sind die 300 Pistolen ihrer verstorbenen Frau Mutter wohl weit besser angelegt, als in nutzlosen Seelenmessen. Henri darf also getrost wieder in seine Provinz zurückkehren und nun, angesichts seiner tiefgreifenden persönlichen Veränderung und gesammelten Erfahrung im mondänen städtischen Milieu, auf eine glückliche Ehe hoffen - der historische Henri d`Aramits hatte 4 Kinder, glaub ich -
Danke und liebe Grüße!
Aramis

kaloubet schrieb am 13.01.2013 - 15:57 Uhr zu Kapitel «Brüderliches Rendezvous»:

Ein wunderbares Rededuell, Aramis´ fechterischem Können durchaus ebenbürtig. Erhitzt er sich in Kämpfen nicht genauso? Man fragt sich, wie er jemals an den geistlichen Weg hat denken können, so kämpferisch und atheistisch, wie er zu sein scheint. Nun, man kann annehmen, dass die Wahl von Noisy le Sec karrierebedingt war. Du beschreibst seinen familiären Hintergrund sehr überzeugend und bei dem Zwist der beiden Brüder meint man, dabei zu sein. Der arme Henri wird bei der geballten militärischen Übermacht allerdings nicht mehr sehr viel zu melden haben. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,
Vielen Dank für Deine Review! Ja, Du hast vollkommen recht, Aramis erweist sich hier bedenklicherweise als ziemlich atheistisch veranlagt.  Doch seine Aussage am Anfang des 1. Bandes der Dumas-Trilogie, “Je serai abbé, s`il me convient!”, zeigt in meinen Augen alles, nur nicht eine gläubige Seele, die fromm danach lechzt, ihrer geistlichen Berufung nachzukommen.
Ich wollte dieses Thema eigentlich als Kurzprosa-Geschichte schreiben, aber das Ganze ist dafür jetzt doch ein wenig zu lang geraten - nun muss ich mir halt leider noch ein 3. Kapitel aus den Fingern saugen, das das Ganze irgendwie abrundet und die Wogen zwischen den Brüdern wieder glättet - na ja.
Das Vorbild für Henri ist übrigens der historische Henri d`Aramits, der laut Wikipedia verheirateter Familienvater und abbé laique war - es gibt  irgendwo ein Porträt von ihm, auf dem er offenbar helles Haar hat; also ein ziemlicher Gegensatz zum fiktiven Aramis bei Dumas -
Nochmals vielen Dank und liebe Grüße!
Aramis

duchesse schrieb am 11.01.2013 - 22:28 Uhr zu Kapitel «Brüderliches Rendezvous»:

Hallo Aramis,

ich kann mich gar nicht mehr erinnern, ob in den Romanen irgendwo mal etwas über Aramis’ Familie stand, nur, dass er seit dem neunten Lebensjahr im Kloster war. Wenn die beiden Brüder sich seitdem nicht mehr gesehen haben, ist es kein Wunder, dass sie einander fremd geworden sind. Ich finde, du hast sehr schön geschildert, wie verwirrt die beiden bei ihrem Wiedersehen sind, wie sie gar nicht wissen, wie sie einander gegenübertreten sollen - ich denke, das kann jeder nachempfinden, der einmal eine ihm einst sehr nahestehende Person nach langer Zeit zum ersten Mal wiedergesehen hat.

Den Streit zwischen den beiden Brüdern finde ich auch sehr eindrucksvoll. Ein wenig unfair ist Aramis schon, gerade am Anfang lässt er seinen (berechtigten) Zorn über seine Mutter an Henri aus. Und es ist ja auch nicht so, dass Aramis frei von jeglichen Skrupeln wäre, was seinen “Abschied” aus dem Priesterseminar angeht… sonst würde er ja nicht, als er schon lange Musketier ist, in schöner Regelmäßigkeit die Soutane aus der Mottenkiste kramen und seinem sündigen Leben “diesmal endgültig” abschwören ;-) Seine heftige Reaktion, als Henri ihm seine Verfehlung vorwirft, entspricht wiederum absolut seinem Charakter - insofern wäre wohl tatächlich Henri im Kloster besser aufgehoben gewesen…

Liebe Grüße,

duchesse

P.S.: Schreibst du jetzt auch schon französische Gedichte? ;-)


Antwort des Autors:

Liebe duchesse,
vielen lieben Dank für Deine Review!
Bei Dumas erfährt man nichts über Aramis` Familie, soviel ich weiß, außer, dass sein Vater bei der Belagerung von Arras gefallen ist. Aber nachdem er ja aufs Priesterseminar geschickt wurde, hab ich mir gedacht, dass er vielleicht ein zweitgeborener Sohn ist und vermutlich einen älteren Bruder hat, der das väterliche Gut übernehmen soll.
In seinem Streit mit Henri bricht dann bei beiden all das aus, was da über Jahre hinweg in ihnen gegärt hat, im Zuge der verfehlten Zukunftspläne ihrer Mutter, nicht zuletzt die damalige kindliche Rivalität um die mütterliche Zuneigung und Liebe - die ist immer ein heißes Eisen, zwischen Geschwistern, find ich -
Bei Dumas sagt Aramis zu Beginn der “3 Musketiere”: “Je serai abbé, s`il me convient” - ich find diese Aussage ziemlich bezeichnend, im Hinblick auf seine Einstellung zum geistlichen Beruf. 
Was die französischen Verszeilen betrifft: Nein, nein, ich muss gestehen, die hab ich bei Molière geklaut  -  in Eigenregie ein französisches Gedicht zu verfassen, dafür reicht`s bei mir echt nicht!
Vielen Dank fürs Lesen und liebe Grüße!
Aramis

duchesse schrieb am 11.01.2013 - 21:58 Uhr zu Kapitel «Wer suchet, der findet»:

Hallo Aramis,

schön, dass du eine neue Geschichte angefangen hast! Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!

Die Szene in der Eingangshalle des Hôtel de Tréville erinnert mich ein bisschen an d’Artagnans Ankunft, so wie Dumas sie in den “TM” schildert - all die vielen Leute, das Stimmengewirr, das allgemeine Chaos, kein Wunder, dass Henri davon ganz erschlagen ist, schließlich hat er seinen Bruder ja ganz woanders erwartet. Ich bin gespannt, was er ihm zu sagen hat… ich lese gleich mal weiter…

Liebe Grüße,

duchesse


Antwort des Autors:

Liebe duchesse,
ja, die Szene bei Tréville ist  von den “3 Musketieren” und gewissen Filmen inspiriert, und der arme Henri fühlt sich in solch militärischem Ambiente absolut fehl am Platz - kein Wunder, dass er total von den Socken ist, als er erfährt, dass sein Bruder sich dort aufhält - 
Eigentlich wollte ich das Ganze ursprünglich in einem Kapitel zusammenfassen, wie meine anderen beiden Kurzprosa-Geschichten, aber irgendwie ist`s doch länger geworden, als ich dachte. 
Vielen Dank fürs Lesen und liebe Grüße!
Aramis

Rochefort schrieb am 10.01.2013 - 14:46 Uhr zu Kapitel «Brüderliches Rendezvous»:

Lieber Aramis!

Ganz schön heftig, diese brüderliche Auseinandersetzung - und sehr gelungen geschrieben. Man fühlt beim Lesen förmlich die Spannung und die Emotionen, die sich hier entladen. Ja, Eltern - in diesem Falle Mütter! - die immer glauben, das Allerbeste für ihre Kinder zu tun und alles besser zu wissen, haben sicher schon genügend junge Leben empfindlich geschädigt, wenn nicht zerstört… Henri wäre in der Tat der ideale Anwärter für das Priesterseminar gewesen, so frömmlerisch und weltfremd, wie er daherredet. Ich kann lebhaft nachvollziehen, wie seine Worte Aramis zur Weißglut treiben müssen! Ein Glück, dass Porthos wieder einmal im richtigen Moment zur Stelle war und verhinderte,  dass der brüderliche Streit noch mehr eskalierte.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Cornelia/Rochefort,
vielen Dank für Dein Review und Dein Verständnis  für Aramis`  familiäre Nöte! Ja, es stimmt, Eltern können ihren Kindern wahrhaftig eine lebenslange Barriere sein. Und damals hatten die Altvorderen ja noch viel mehr Macht über ihren Nachwuchs als heute. Jedenfalls, was die Hitzköpfigkeit anbelangt, da sind sich Henri und René wohl ebenbürtig, trotz ihrer sonstigen vollkommen konträren Anschauungen, und Porthos muss daher wieder mal als Retter in der Not fungieren und die Wogen glätten -
Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 10.01.2013 - 00:04 Uhr zu Kapitel «Brüderliches Rendezvous»:

Schön, dass du so schnell weitergeschrieben hast :)
Aramis scheint seinem Bruder ja nicht besonders nahezustehen, und nicht sehr erfreut über seinen Besuch zu sein. Und es wundert mich auch, dass er seinen Freunden nichts von der Exiszenz dieses Bruders erzählt hat…Henri scheint ihm ja nicht allzuviel zu bedeuten. Da frage ich mich doch, was da wohl einst zwischen den beiden Brüdern vorgefallen sein könnte. Du hast Aramis Wohnung schön beschrieben, ich konnte es beim Lesen richtig bildlich vor mir sehen..und es wundert mich nicht, dass er als Poet ein gut bestücktes Bücherregal sein eigen nennt :)
Immerhin haben Aramis und Henri sich zehn Jahre nicht gesehen, da ist es klar, dass sie einander nun ein wenig fremd geworden sind. Aramis Schwester Claudine tut mir leid, genau wie einst Aramis ins Priestersemeniar geschickt wurde, so kam auch sie gegen ihren Willen in ein Kloster, da kann sie ja dann nur unglücklich werden. Damals tat man das mit Mädchen, die irgendeine Behinderung oder ein körperliches Gebrechen hatte, ja häufiger, ohne Rücksicht auf ihre Gefühle zu nehmen. Damals gab es für Frauen leider nur wenig Möglcihkeiten, selbst über ihr Leben bestimmen. Kloster oder Ehe, viele andere Möglichkeiten gab es nicht.  
Fünfhundert Pistolen..das war damals wirklich sehr viel Geld, ich glaube, in Euro umgerechnet wäre das mindestens eine halbe Million…was Aramis wohl damit machen wird? Da er kein Priester ist, kann er ja wohl kaum davon Messen für seine Mutter lesen lassen. In einer Hinsicht hatte Martin Luther wirklich Recht..dieser Ablasshandel mit den Seelenmessen, das war wirklich absoluter Unsinn, die reinste Geldscheffelei..davon hatte niemand etwas ausser der Kirche selbst, die damit viel Geld verdiente. Ich bin der Meinung, dass Henri seinen Bruder nicht so verurteilen sollte, Aramis hatte damals keine andere Überlebenschance als seinen Gegner zu töten. Ich meine…Aramis Bruder hat doch nicht wirklich geglaubt, dass Gott schon alles richten wird? Reichlich naiv und puritanisch scheint mir der gute Henri zu sein, klar, dass es da Streit gibt zwischen den Brüdern.
Wenn man dich auf die Backe schlägt, so halte auch die andere hin…meiner Meinung nach ist dieser Spruch aus der Bibel, nach dem Henri sich zu richten scheint, reichlich naiv und lebensfremd, klar, dass er damit bei Aramis aneckt. ‘Ja, hier wurde wohl eindeutig damals der falsche Bruder ins Priesterseminar geschickt, der frömmlerische, biedere Henri wäre dort mit Sicherheit besser aufgehoben gewesen als Aramis. Etwas mehr Lebensfreude würde dem guten Henri sicherlich guttun, vielleicht kann er sich ja da während seines Aufenthaltes in Paris doch noch etwas von den Musketieren lernen.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
vielen Dank für Dein ausführliches, umfangreiches Review! Ja, Du hast recht, Henri würde ein bisschen Pariser Lebensart durchaus guttun, zur geistigen Horizonterweiterung! Na, die Herren Musketiere werden schon dafür sorgen, dass er mit seiner religiös angehauchten Engstirnigkeit nicht so einfach davonkommt. Es ist immer ein Jammer, wenn Eltern mit ihren falschen Entscheidungen die Zukunft ihrer Kinder versauen - es freut mich, dass Du das in Deiner Review angesprochen hast! Der Streit zwischen Henri und Aramis ist ja gleichsam vorprogrammiert, durch ihre vollkommen konträren Auffassungen - da muss Freund Porthos wieder mal als verlässlicher Retter in der Not eingreifen und die Streithähne trennen!
Liebe Grüße
Aramis

Rochefort schrieb am 07.01.2013 - 15:05 Uhr zu Kapitel «Wer suchet, der findet»:

Lieber Aramis!

Schön, dass Du eine neue Geschichte begonnen hast!! Familienangelegenheiten von Aramis… das wird sicher interessant. Die Schilderung, wie der Landedelmann Henri nach Paris kommt, ist äußerst gelungen. Und Rochefort als “Auskunftsbüro” - sehr nett! ;-)) Der Rektor des Jesuitenkollegs scheint ja ein treuer Anhänger Seiner Eminenz zu sein, so empört, wie er sich über Aramis’ Verfehlung gibt. Die Darstellung von de Tréville sagt mir auch zu, so könnte auch ich ihn mir vorstellen. Bin schon neugierig, wie sich das Wiedersehen der Brüder nun gestalten wird. Der arme Henri scheint ja ziemlich geschockt zu sein von dem, was er bisher erfahren hat…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Cornelia/Rochefort,
ein schönes neues Jahr und vielen Dank für Deine Review! Die Idee zu dieser ominösen Geschichte ist mir irgendwie spontan gekommen - wahrscheinlich ausgelöst durch gewisse Verwandtenbesuche zu Weihnachten (*zwinker*), und diese Kindergeschichte, Landmaus besucht Stadtmaus, hat auch reingefunkt, glaub ich - ziemlich infantil von mir, ich gebs zu!
 Übrigens, was das “Auskunftsbüro” betrifft: Ein Mitarbeiter Richelieus, ein gewisser Theophraste Renaudot, gründete damals wirklich so etwas: Es nannte sich “Bureau d`adresse et de rencontre” und war eine Infostelle für Adressen und Arbeitsvermittlung als auch Verkaufsagentur u.a. -  eine ziemlich moderne Idee, find ich. 
Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 06.01.2013 - 09:43 Uhr zu Kapitel «Wer suchet, der findet»:

Oh schön, du hast eine neue FF angefangen :)
Ich finde es sehr interessant, dass du die Geschichte aus der Perspektive von Aramis Bruder Henri geschrieben hast. Was wird Henri wohl sagen, wenn er erfährt, dass sein Bruder nicht mehr im Priesterseminar ist? Damit hat in Aramis Familie doch bestimmt niemand gerechnet, und ich könnte mir gut vorstellen, dass Aramis ihnen nicht geschrieben hat, dass er jetzt bei den Musketieren ist. Für den armen Henri ist das sicherlich ein schwerer Schlag, nun weder zu wissen, wo sein Bruder Aramis ist, noch warum er des Priesterseminares verwiesen wurde. Was für ein Glück, dass Rochefort ihm sagen konnte, wo er Aramis findet…auch wenn er das nicht gerade aus Hilfsbereitschaft tut, sondern sich einfach nur an Aramis Schock und eventuell einem Bruderzwist ergötzen will.
Ich frage mich, warum Henri nach Paris gekommen ist…um welche familiäre Angelegenheit es da wohl gehen mag?
wie es scheint, wussten Porthos und Athos gar nicht, dass Aramis einen Bruder hatte..wieso hat er nie von Henri erzählt? Ich bin schon gespannt, wie das erste Treffen der Brüder in der Rue de Vaurigard verlaufen wird, und was Henri eigentlich nach Paris führt. Wer weiss…vielleicht wird Henry ja irgendwann während seines Aufenthaltes in Paris Gefallen am Soldatenleben finden und selbst ein Musketier werden wollen…

Liebe Grüße

Alienor
 


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
vielen Dank für Deine Review! Ich muss sagen, ich hab diese seltsame Geschichte aus einem reinen Bauchgefühl heraus angefangen - vielleicht waren die verwandtschaftlichen Besuche zu Weihnachten dran schuld! *grins* Jedenfalls hab ich mich schon früher beim Lesen der “3 Musketiere” gewundert, dass Aramis das Priesterseminar so einfach hinschmeißen und zu den Musketieren wechseln konnte, ohne jeden entrüsteten Kommentar seitens seiner Familie - schon seltsam, finde ich. Als Waisenknaben habe ich ihn bei Dumas  nicht in Erinnerung, und man erfährt  auch so gut wie nichts Näheres über seine familiären Verhältnisse - außer das bissl, was Aramis D´Artagnan in Crevecoeur darüber erzählt. Irgendwo (ich glaub, in den VAA, bin mir aber nicht sicher), sagt Aramis, er wäre allein und hätte niemanden mehr auf der Welt. Aber so einfach wollte ich es ihm in dieser FF nicht machen. Eigentlich hatte ich vor, es bei einem Kapitel bewenden zu lassen, so im Sinne meiner anderen beiden  Kurzprosa-Geschichten,  aber irgendwie ist sich das nicht ausgegangen.
Liebe Grüße
Aramis


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