Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Fatality»

Rochefort schrieb am 17.06.2019 - 15:26 Uhr zu Kapitel «By mere chance»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Ja, eine gewiefte Spionin wie Mylady in einer Stadt wie London aufzustöbern, das gleicht wirklich der sprichwörtlichen Suche nach der Stecknadel im Heuheufen. Mit dem Hafenviertel und dem “Jolly Roger” hat Aramis allerdings einen guten Riecher - und rettet mit seinem Vorschlag zugleich dem Comte de Wardes das Leben. Diesen hinterhältigen Anschlag hätte er sonst unmöglich überleben können. Danke für diese so toll und dramatisch geschriebene Szene!

Nun besteht erstmals eine realistische Chance Mylady zu stellen….

Liebe Grüße

Rochefort

 


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen Dank fürs treue Weiterlesen! Wir freuen uns sehr über dein Review und noch mehr über dein Lob :-)

In der Tat wären die Musketiere Mylady ohne eine Prise Zufall wohl kaum auf die Spur gekommen… London war ja schon damals eine regelrechte Großstadt (ich fand es beim Schreiben total spannend zu recherchieren, wie die Stadt damals aussah, und wir waren immer ganz aus dem Häuschen, wenn wir irgendwelche Elemente in unserer Geschichte unterbringen konnten… und der Jolly Roger aus eurer Geschichte musste natürlich auch mit rein!), und Mylady hat den Freunden gegenüber den Vorteil, dass sie erheblich ortskundiger ist. Doch hier hilft ihnen das Glück der Tüchtigen… auch wenn sie Mylady erst noch erwischen müssen! Und dass dies nicht so einfach ist, haben Lord Winter und Felton ja schon erfahren müssen…

Für de Wardes ist dieses erneute Zusammentreffen mit den Musketieren natürlich eine irrwitzige Schicksalswende. Nun verdankt er ihnen sein Leben… und noch weiß er ja gar nicht, warum sie eigentlich hinter Mylady her sind…

Liebe Grüße

duchesse

Rochefort schrieb am 29.05.2019 - 13:57 Uhr zu Kapitel «Ascending the scaffold»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Mylady hat wirklich mitunter einen ausgeprägten Hang zu Symbolik und Theateralik - oder sollte man es psychologische Kriegführung nennen? ;-) Dem armen de Wardes muss ja auf dem Weg zum Treffpunkt schon angst und bange werden. Charlotte meint wohl, ihn dann leichter manipulieren zu können.

Das Streitgespräch zwischen Mylady und de Wardes ist Euch grandios gelungen. Mylady zieht wirklich alle Register um ihr Ziel zu erreichen - bewundernswert, dass der Comte ihr standhält. Er scheint wirklich einen guten Instinkt für Gefahren zu haben und lässt sich, einmal misstrauisch geworden, weder von Charlottes Schauspielkunst noch von seinen immer noch vorhandenen Gefühlen für sie irreleiten.

Mylady stellt eindeutig ihre persönliche Rache über ihren Auftrag und es besteht kein Zweifel, dass sie zu allem entschlossen ist. Es kann einem Angst werden um den armen de Wardes!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen Dank fürs treue Weiterlesen und für dein Review!

Du hast völlig recht, dass Mylady hier - angefangen bei der Wahl des Treffpunktes bis hin zum Einsatz der Tränendrüse - nichts dem Zufall überlässt. Sie ist es gewohnt, andere durch solche Inszenierungen dazu zu bringen, ihren Willen zu befolgen, und gerade bei de Wardes, der ohnehin nicht gerade eine harte Nuss ist und zudem sichtlich noch mit seinen Gefühlen für sie zu kämpfen hat, glaubt sie, leichtes Spiel zu haben. Umso größer ist ihre Wut, als sie merkt, dass er ihr die Stirn bietet. An diesem Punkt stellt sie auch die Schauspielerei ein, die Maske der weiblichen Verletzlichkeit fällt, und darunter kommt einmal mehr die Furie zum Vorschein…

Was sie am meisten auf die Palme bringt, ist einerseits seine Unbeirrbarkeit - egal, auf welche Weise sie ihn umzustimmen versucht, er bleibt bei seinem Entschluss - und andererseits, dass es ihr somit nicht gelingt, ihm seinen Willen aufzuzwingen. Gerade Leute, die es gewohnt sind, andere zu manipulieren, können es oft gar nicht gut vertragen, wenn das mal nicht so klappt, wie sie wollen. Der Grund für ihren Zorn liegt daher sicherlich nicht nur darin, dass er ihre Mission durchkreuzt - sein Widerstand verletzt sie im Innersten, und sie muss sich unbedingt an ihm rächen, um wieder ins innere Lot zu kommen. An diesem Punkt ist es ihr auch egal, ob sie ihn noch für ihre Pläne einspannen kann oder nicht - die Rache wird für sie zum Selbstzweck. Was in der Tat befürchten lässt, dass es für de Wardes jetzt ungemütlich wird…

Liebe Grüße

duchesse

kaloubet schrieb am 23.05.2019 - 14:50 Uhr zu Kapitel «No mercy»:

Ahh, brrr, ich hätte mich am liebsten neben Athos auf die Brüstung gestellt und dieses Weib zurückgeholt! Das war eine sehr spannende Szene und ich hätte mir gewünscht, dass sie Mylady endlich zu fassen kriegen ... sie hat wirklich genug Böses getan. Hm, dass sie nicht an ein Boot gedacht haben? War vielleicht zu unwahrscheinlich in dem tobenden Fluss? Aber ärgerlich ist es doch, jetzt kann sie ihr Teufelswerk fortsetzen. Dafür geht es de Wardes wieder einigermaßen, der arme Kerl. Zum Glück war ein kompetenter Arzt vor Ort, so ein Bruch ist ja nicht ohne ... tja, jetzt heißt es weitersuchen. Ein spannendes Kapitel, vor allem die Diskussion zwischen dem Halunken und Mylady fand ich klasse beschrieben.

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,

 im Bereich der mächtigen Brückenpfeiler ist ein kleines Boot sicher durch die tiefen Wasserwirbel, die sich dort bilden, gefährdet, daher rechnen die Freunde damit, dass Mylady den Schauplatz auf dem Landweg verlässt. Aber sie ist halt wieder mal unberechenbar, und sie hat klarerweise wegen des geplatzen Mordauftrags an de Wardes eine immense Wut im Bauch, die sie jede Gefahr vergessen lässt. Ja, diese Szene mutet wie eine jener gewissen Filmszenen an, wo man beim Zusehen drauf brennt, dass der Mörder endlich gefasst wird, aber nein, er entschlüpft dem Herrn Kommissar abermals, und man sitzt als Zuschauer hilflos und aufgebracht vor der Flimmerkiste und kann nix dagegen tun, es ist zum Verzweifeln! ;) So fühlen sich nun wohl auch die Musketiere…
Die Szene mit dem Gespräch zwischen Mylady und dem Anführer der Mörderbande stammt aus duchesses Feder, und sie wird sich sicher freuen, dass dir dieser Abschnitt besonders gefallen hat. :)

Liebe Grüße und vielen Dank für dein wohlwollendes Review!
Aramis

kaloubet schrieb am 04.05.2019 - 15:52 Uhr zu Kapitel «By mere chance»:

Boah, habt ihr das obere Review gesehen? Ich tippe einen Roman, das Tablet speichert den ersten Satz *arg* - und nur, weil ich einen Smilie eingebaut hab. *Grmpf* - ok, also nochmal. Euer Kapitel ist klasse.  action pur, ich liebe das. Die Zwischentöne sind auch toll dargestellt, die Angst des Pferdes, Athos Unbarmherzigkeit, Aramis Wiedererkennen der Schenke. Super, das hat mir wirklich sehr gut gefallen!

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,

vielen Dank dafür, dass du solche Schwierigkeiten auf dich genommen hast, um dieses Kapitel zu kommentieren ;-) Ob es an dem Smilie lag, weiß ich nicht… in der E-Mail-Benachrichtigung, die ich bekommen habe, stand der ursprüngliche Text deines Reviews nämlich vollständig drin. Sehr mysteriös…

Wie auch immer, wir freuen uns natürlich sehr, dass du es spannend fandest. In der Tat hat es ja ein Weilchen gedauert, bis an dieser Stelle mal ein bisschen Action ins Spiel kommt, aber eine Musketier-Geschichte ohne Herumklopperei, das geht ja gar nicht ;-) Schön, dass dir auch die kleinen Einzelheiten gefallen haben, wie das Verhalten des Pferdes (dazu muss ich beichten, dass ich von Pferden nullkommanull Ahnung habe) und auch, wie die ganze Szene in Aramis Erinnerungen an die Ereignisse aus eurer Geschichte “Zwischen den Fronten” weckt…

Was de Wardes’ Beweggründe, nochmals an Richelieu zu schreiben, angeht, so denke ich, dass er wirklich in einer fiesen Zwickmühle steckt… er kann ja auch gegen Mylady nichts unternehmen, weil er sonst indirekt ihren Auftrag sabotieren würde, also muss er sie gewähren lassen und hat leider das Pech, dass ihr ihre Rache vorerst wichtiger ist als die Ermordung Buckinghams. Und wie du schon in deinen Reviews zu den vorherigen Kapiteln so treffend bemerkt hast, hat er wohl auch immer noch Hemmungen, Charlotte wirklich Böses zuzutrauen… die rosarote Brille wackelt zwar, aber ob sie noch rechtzeitig fällt, werden wir in den nächsten Kapiteln sehen… ;-)

Liebe Grüße

duchesse

kaloubet schrieb am 04.05.2019 - 15:48 Uhr zu Kapitel «By mere chance»:

Oh, great, that is action ... oha, nein, ich schreib das lieber auf Deutsch

Rochefort schrieb am 30.04.2019 - 14:49 Uhr zu Kapitel «Confession»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Ein aufwühlendes Kapitel! Welche Überwindung, welchen inneren Kampf muss es Athos gekostet haben, seinen Freunden und Lord Winter dieses Geständnis zu machen!  Doch ihm ist bewusst, dass er diesen Männern die Wahrheit schuldet. Lord Winter, weil sie durch Mylady quasi zu Schicksalsgefährten wurden und er dem Lord nur so helfen kann, seiner Schwägerin endlich das Handwerk zu legen und Aramis, Porthos und d’Artagnan, weil es für ihn einfach undenkbar wäre, den Menschen, denen er am meisten vertraut, ins Gesicht zu lügen.

Die Reaktionen der Männer auf diese ungeheuerliche Enthüllung spiegeln wiederum sehr gut ihre unterschiedlichen Charakterzüge. Beispielsweise Porthos’ unerschüttlerliche Loyalität, die keine Fragen stellt und niemals (ver)urteilt. Ganz im Gegenzug dazu Aramis - er muss das Geschehene hinterfragen, einerseits um zu verstehen und andererseits, weil er fühlt, dass Athos sich dieser dunklen Vergangenheit stellen, sich die Motive seines Handelns bewusst machen muss, wenn er diesen furchtbaren Schatten jemals abschütteln möchte.

Athos kann sich glücklich schätzen, solche Menschen zu Freunden zu haben - das ist nur Wenigen vergönnt!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen Dank für dein neues Review und fürs treue Lesen! Wir freuen uns sehr, dass es dir gefallen hat - wir haben uns mit dieser Szene ja wirklich einiges herausgenommen, was Dumas’ Athos mit einiger Sicherheit nicht gemacht hätte. Aber mit deiner Analyse von Athos’ Beweggründen, hier alle Einzelheiten seiner tragischen Ehe mit Mylady preiszugeben, triffst du wie immer den Nagel auf den Kopf.

Auch die unterschiedlichen Reaktionen der Freunde auf Athos’ Geständnis sind gut beobachtet. Für Porthos liegen die Dinge einfach: er ist ja ohnehin der Meinung, es sei am besten, Mylady den Hals umzudrehen, insofern hält er Athos’ Handeln für nicht gänzlich ungerechtfertigt, zumal er als der größte Pragmatiker unter den vieren der Meinung sein dürfte, dass Myladys vorzeitiges Ableben ihnen allen ebenso wie Lord Winter viel Ungemach erspart hätte.

Aramis, der Frauenversteher, ist hingegen zutiefst schockiert ob dieser Gewalttat, für die er keine Legitimation finden kann und deren er Athos vermutlich auch nicht für fähig gehalten hätte. Und da Athos der einzige ist, der Aramis in moralischer Hinsicht schon mal belehren darf, lässt Aramis diese völlig überzogene Affekthandlung seines Freundes keine Ruhe, bevor er nicht ergründet und verstanden hat, was Athos zu dieser Tat getrieben hat. Und als beinahe fertig ordinierter Priester bringt er natürlich auch das nötige Rüstzeug mit, um Athos die Einzelheiten zu entlocken.

Interessant ist, dass sich d’Artagnan in dieser Szene - recht untypisch - weitestgehend zurückhält. In erster Linie liegt dies wohl daran, dass er die Geschichte ja bereits schon von der Szene in Amiens kennt und Athos aber nicht dadurch kompromittieren möchte, dass er dies durchblicken lässt. Diese völlig ungascognische Diskretion stellt ein Opfer dar, dass d’Artagnan vermutlich für niemand anderen als Athos zu bringen vermöchte ;-)

Liebe Grüße

duchesse

kaloubet schrieb am 13.04.2019 - 12:53 Uhr zu Kapitel «Ascending the scaffold»:

Ja,  das ist Mylady wie man sie kennt  - und ich gebe keinen Pfennig für de Wardes Überleben. Doch das weiß er vermutlich selber, auch wenn er verständlicherweise noch zögert, seine ehemalige Geliebte im nachtschwarzen Licht zu sehen. Er argumentiert absolut nachvollziehbar, dass er zugibt, zu einem Attentat nicht fähig zu sein, macht ihn sympathisch. Ich bin sehr gespannt,  wie es Mylady nun gelingen wird, an Felton heranzukommen - und drücke de Wardes die Daumen, dass er ihrem Rachefeldzug entkommt.

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,

jawohl, wenn es um ihre Rache geht, dann ist Mylady die Hartnäckigkeit in Person, wie man auch an ihrer Verfolgung d`Artagnans sehen kann. Nur vor ihrem Ehemann scheint sie einen gewissen Respekt wenn nicht gar Furcht zu haben - vermutlich, weil sie weiß, wozu Athos damals fähig war. Das ist wohl auch der Grund, warum sie ihm den kostbaren Freibrief des Kardinals widerstandslos übergibt: Er bedroht sie mit seiner Pistole, und sie ist überzeugt, dass er im Falle ihrer Weigerung auch gnadenlos abdrücken würde. 
De Wardes dagegen ist im Vergleich zu Athos ein Weichei, und seine Skrupel wie seine verlorene Liebe machen ihn noch verletzlicher. Deshalb glaubt Charlotte auch vorerst, leichtes Spiel mit ihm zu haben, aber sie täuscht sich in ihm…

Liebe Grüße und vielen Dank für dein Review! :)
Aramis

   

Rochefort schrieb am 09.04.2019 - 15:06 Uhr zu Kapitel «Picking up the pieces»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

De Wardes ist bei dieser Auseinandersetzung im Jolly Roger im wörtlichen wie im übertragenen Sinne noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Sein Unbehagen in Hinblick auf Mylady kann ich gut nachvollziehen, muss es doch gerade für einen Menschen, der “von Berufs wegen” imstande sein muss, Menschen und Situationen nüchtern und klar zu analysieren, äußerst verstörend sein, wenn er sich dazu plötzlich nicht in der Lage sieht. Dazu kommt noch seine sehr persönliche und intime Vorgeschichte mit Charlotte.

Umso bewundernswerter, dass der Comte trotz des Gefühlaufruhrs in seinem Inneren dann doch die richtigen Schlüsse zieht und die Kraft aufbringt, sein weiteres Handeln danach zu richten. Dass ihn die Vorstellung, einen Mord aus Staatsräson begehen zu müssen, so sehr verstört, macht ihn sehr menschlich.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen Dank fürs Weiterlesen und dein neues Review!

Ich denke, dass de Wardes’ Schwierigkeiten, Mylady richtig einzuschätzen, einerseits natürlich auf ihre Verstellungskünste zurückzuführen sind - sie hat ihm inzwischen schon so viele Rollen dargeboten, dass er nun wirklich nicht mehr weiß, woran er bei ihr ist und was davon gespielt und was echt ist -, andererseits aber auch auf seine emotionalen Verstrickungen, die ihm zunächst noch den Blick verstellen und von denen er sich in dieser Szene erst mühsam und schmerzlich befreien muss.

Schön, dass du dich auch mit seiner nicht direkt heldenmütigen Einstellung zum Mord an Buckingham anfreunden kannst. Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass er ganz im Sinne Richelieus machiavellistisch genug denkt, um diesen politischen Mord aus Gründen der Staatsräson gutzuheißen, aber Theorie und Praxis sind eben zweierlei. Natürlich hat seine Weigerung nicht zuletzt mit Charlotte zu tun, doch auch wenn er die Frage, ob er das Attentat auf Buckingham ausführen würde oder nicht, losgelöst von diesem persönlichen Kontext betrachtet, muss diese Vorstellung ihm zwangsläufig schlaflose Nächte bereiten. Er ist halt einfach nicht der Typ, der, vor eine solche Entscheidung gestellt, wohlgemut das Messer wetzt und zur Tat schreitet…

Liebe Grüße

duchesse

kaloubet schrieb am 07.04.2019 - 12:33 Uhr zu Kapitel «Confession»:

Huh!!! Wie eindringlich!!!! Das ging mir jetzt aber echt nah!!! Himmel, das ist ja Folter pur!!! Der arme Athos! Ich gestehe, hätte ich ihn geschrieben, hätte ich ihn bei Aramis´ eindringlicher Forderung nach Selbsterkenntnis aufstehen und gehen lassen. Denn ihr legt den Finger genau dahin, wo es am meisten schmerzt, ihr stellt genau die Frage, die am wichtigsten ist: Warum geriet er derart außer sich? Denn wir sind uns, denke ich, alle einig, dass seine Reaktion auf ihr Brandmal in keinster Weise angemessen ist, es ist nichts anderes als ein Mord. Und dass er sich das eingesteht, finde ich gut! Denn es ist genau das, was ihn verfolgt, bei allem Gerede um die Ehre (obwohl Dumas das vielleicht etwas anders sehen würde ;)). Nun hat er die Größe, seine Schuld einzugestehen, das ist klasse. Sein Ringen um Worte fand ich dabei sehr eindringlich geschildert, es muss grausam sein, vor seinen Freunden und Lord de Winter all das zu gestehen. Super fand ich auch Porthos, der seinem Freund beistehen will, und wahrhaft großartig Aramis, der ihn nicht davonlässt, der nachbohrt und wissen will - und gleichzeitig damit hadert, noch kein Priester zu sein. Ich denke in der Tat, dass dies Athos, der ja recht religiös ist, geholfen hätte.

Ein großartiges Kapitel, vielen Dank dafür!!!

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,

ja, seltsam, warum hat Athos nicht daran gedacht, seine Tat einem Priester zu beichten, um die göttliche Vergebung zu erlangen und damit seine Seele zu erleichtern, anstatt diese Last jahrelang mit sich herumzuschleppen? Ehrlich gesagt, irgendwie mutet sein Verhalten schon ziemlich selbstquälerisch an…

Ich denke, ein Grund dafür, dass Athos in dieser Situation nicht das Weite gesucht hast, könnte darin liegen, dass er und seine Freunde sich im Feindesland befinden und daher zusammenhalten müssen. Und vielleicht wartete er ja unbewusst all die Jahre hindurch darauf, dass er eines Tages über seine Tat Rede und Antwort würde stehen müssen. Er hat bei Dumas sowas Fatalistisches an sich, ein Sichtreibenlassen, durch das nur hin und wieder, in besonderen Momenten, sein eigentliches Wesen durchschimmert. *seufz* Ich kann`s leider nicht klarer ausdrücken…

Aber wie dem auch sei, wir freuen uns natürlich sehr, wenn dir dieses heikle Kapitel gefiel! Es war ja in gewisser Weise eine Gratwanderung…

Vielen Dank für dein Review und liebe Grüße!
Aramis

Rochefort schrieb am 03.04.2019 - 15:24 Uhr zu Kapitel «The lion's den»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Ich mag es, wie Ihr Buckingham schildert - er ist so unglaublich selbstherrlich und arrognant, man muss ihn einfach unsympatisch finden! ;-)) Nur er kann es wagen, so mit dem König zu reden und damit auch noch durchzukommen.

Beim Zusammentreffen mit der französischen Delegation hört man die Spannung förmlich knistern. Dass Aramis hier auf Buckingham trifft, ist mehr als brisant und hätte gründlich schief gehen können. Doch mit seiner schlagfertigen Kaltblütigkeit bringt der junge Musketier Buckingham so wunderbar aus dem Konzept, dass es am Ende der Herzog ist, der vor dem König in schiefem Licht dasteht. Das ist wirklich grandios - alle Achtung vor Aramis! :-)

Trotzdem hätte der Premierminister in seinem unversöhnlihchen Zorn den Freunden immer noch gefährlich werden können, hätte Lord Winter nicht geschickt das Thema Mylady und den drohenden Mordanschlag aufs Tablet gebracht und so Buckinghams Interesse in eine andere Richtung gelenkt. Nun muss der Herzog sie notgedrungen sogar als seine temporären Verbündeten betrachten.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

:) du hast dieses Kapitel wie immer scharfsichtig und zielgenau auf den Punkt gebracht! Ja, damit hat der gute Buckingham nicht gerechnet, dass er sich mit seiner Anklage vorm König verheddert ;). Die Konfrontation zwischen ihm und Aramis wollten wir unbedingt in unserer Geschichte drinhaben, aber wir mussten das Ganze natürlich so hindrehen, dass Aramis ungeschoren davonkommt. Wir freuen uns sehr, wenn dir diese Szene gefiel! :)
Irgendwie ist Buckingham ja fast schon zu bedauern, in seiner grenzenlosen Borniertheit, denn seine Egozentrik ist ihm nicht nur ein persönliches sondern auch ein politisches Hindernis.
Lord Winter haben wir die Vermittlerrolle übernehmen lassen, denn er fühlt sich dem Premierminister ebenso verpflichtet wie den Musketieren. Außerdem braucht er diese, um seine Schwägerin vor Gericht zu bringen, daher tut er alles, um die drohende Eskalation zu verhindern.

Liebe Grüße und vielen Dank für dein treffsicheres Review! :)
Aramis

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