Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Feuerprobe»

Rochefort schrieb am 12.02.2014 - 17:29 Uhr zu Kapitel «Londres»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Mit diesem Epilog ist Euch ein glaubwürdiger, stimmiger Abschluss dieser Geschichte gelungen. Man fühlt, dass die vergangenen Ereignisse de Wardes zwar tief erschüttert aber nicht gebrochen haben und dass er nun am Beginn eines neuen Lebensabschnittes steht. Ich kann mir gut vorstellen - da der Graf England liebt und ihm dieses Land schon seit Jugendtagen sehr vertraut ist - dass er sich für immer hier niederlassen und auch eine Familie gründen wird, zugleich aber mit Richelieu in Kontakt bleibt und als sein Agent und Informant arbeitet.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,
dieser Epilog stammt aus duchesses Feder, und sie hat mit ihm sehr einfühlsam den Wendepunkt in de Wardes` Leben dargestellt. Seine Liebe zu Mylady hat in Entsetzen und Schrecken geendet, doch ihr Verlust eröffnet ihm nun zugleich eine neue und sicherlich bessere Zukunft. Wie d`Artagnan muss er eine tiefe Krise durchleben, um zu einer höheren Stufe seines Lebens zu gelangen. Der Kontakt zu Richelieu bleibt bestehen, als Zeichen einer Beständigkeit, die auch solch heftige Krisensituationen überwinden kann.

Vielen Dank auch von mir für dein Lesen und deine wie immer so tiefgreifenden, scharfsinnigen Reviews! Deine Interpretationen und Kommentare lassen mich plötzlich Dinge viel klarer sehen, die mir im Moment des Niederschreibens gar nicht so richtig bewusst waren -

Liebe Grüße
Aramis

Rochefort schrieb am 12.02.2014 - 17:12 Uhr zu Kapitel «La fuite»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Was für ein furioser Auftritt von Mylady! ;-)) Ihr habt ja bewusst offen gelassen, ob sie für de Wardes trotz ihres berechnenden Wesens vielleicht mehr empfindet… Ihre Reaktion würde meiner Interpretation nach dafür sprechen. Sicher, sie ist in dem Moment auch maßlos enttäuscht, dass ihre Hoffnung auf Rache zunichte wurde und der Mann, der ihr dunkles Geheimnis kennt, weiterlebt. Aber würde sie für de Wardes rein gar nichts empfinden, so hätte wohl ihre Kaltblütigkeit die Oberhand gewonnen. Sie hätte vielleicht nicht zum Dolch gegriffen, um ihn für seinen “Verrat” an ihr zur Rechenschaft zu ziehen, sondern ihn in Sicherheit gewiegt und ihm bei passender Gelegenheit einen Becher mit Gift gereicht. So aber verliert sie völlig die Beherrschung - es scheint, als wären doch ihre Gefühle verletzt: ein Mensch, dem sie vertraut, auf den sie gebaut hat und der ihr nicht gleichgültig ist, hat sie - aus ihrer Sicht - schmählich im Stich gelassen. Es könnte eine Erklärung für ihre blindwütige Attacke sein. Könnte, muss aber nicht!

De Wardes Entsetzen, als sich die Geliebte vor seinen Augen zur mörderischen Furie verwandelt, ist gut nachvollziehbar. Er hatte Glück, dass er den Angriff überlebt hat. Es muss unsagbar bitter sein für ihn, der so geliebt, der Charlotte regelrecht vergöttert hat, nun zu erkennen, dass Athos mit seiner Warnung Recht hatte. Der Graf tut mir furchtbar leid. Trotzdem ist es wohl besser für ihn, dass er auf diese Weise gezwungen wurde, der Wahrheit über Mylady ins Gesicht zu sehen. Wer weiß, welches Unglück sie sonst noch über ihn gebracht hätte.

Liebe Grüße

Rochefort

 


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen Dank für dein scharfsinniges Review! Du hast recht, dass Mylady in dieser Szene sämtliche Sicherungen durchbrennen, könnte durchaus dafür sprechen, dass de Wardes für sie tatsächlich mehr war als bloß ein willkommener Handlanger. Ich finde deine Interpretation äußerst interessant, sie macht deutlich, dass es offenbar eine gute Idee war, das offenzulassen, denn bei euch Lesern gingen die Deutung, ob ja oder nein, ja durchaus auseinander ;-)

Was de Wardes angeht, denke ich, dass ihm diese Geschichte zwar noch eine Zeitlang zu schaffen machen wird, aber ich stimme dir zu, dass die Trennung nicht zu seinem Übel sein wird - er hat eine Partnerin verdient, die ihn ebenso tief und ehrlich liebt wie er dazu imstande ist, und er wird eines Tages froh sein, dass er sich nicht um Myladys/Charlottes willen zum Mörder geworden ist…

Auch an dich noch einmal ein ganz großes Dankeschön fürs treue Lesen und Reviewen!

Liebe Grüße,

duchesse

kaloubet schrieb am 10.02.2014 - 20:39 Uhr zu Kapitel «Londres»:

Ein würdiger Abschluss - tolle Geschichte, rund, spannend, glaubwürdig.

Mehr davon!

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,
vielen Dank nochmal für deine lobenden Worte! Wie schon in meiner PN an dich erwähnt, dieser Epilog stammt von duchesse, und sie hat damit einen wirklich berührenden Abschluss zu unserer Geschichte geschaffen. Auch de Wardes steht nun an einem Endpunkt, doch zugleich an einem neuen Anfang, und wir freuen uns sehr, dass du die Geschehnisse rund um seine Person plausibel und spannend fandest, beim Lesen.

Liebe Grüße
Aramis

kaloubet schrieb am 10.02.2014 - 20:36 Uhr zu Kapitel «La fuite»:

Brrr - *schauder* - ihr schildert die Wut Myladys derart packend, dass dem Leser die Haare zu Berge stehen. Welch eine Furie! Sehr gut geschrieben fand ich den Umschwang, von der liebenden, liebreizenden Frau zur wilden Mörderin. Armer de Wardes, er muss erkennen, dass Athos und d´Artagnan letztendlich Recht behalten haben. Obwohl die Szene der im Roman sehr ähnlich ist - Mylady besitzt vermutlich jetzt keine einzige Vase mehr ;-) - ist sie klasse geschrieben und unglaublich mitreißend - man wünscht nur eines, dass jemand dieser Frau ihr Handwerk legt.

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Hallo kaloubet,

vielen Dank für dein Review! Wir freuen uns sehr, dass dich die Spannung gepackt hat und dass du sozusagen mit de Wardes’ Augen gesehen hast, wie sich sein geliebter Engel in eine mordlustige Furie verwandelt. In der Tat wird ihm da Athos’ Warnung wieder in den Sinn gekommen sein.

Dass die Szene gewisse Parallelen zum Roman hat, - Flucht des Verehrers und jede Menge Aufräumarbeiten für Ketty, sogar der Dolch ist derselbe - ist durchaus beabsichtigt, hauptsächlich, um Mylady zu charakterisieren - sie schreckt buchstäblich vor keiner Gewalttat zurück und hat in solchen Momenten auch ihren Jähzorn nicht unter Kontrolle.

Liebe Grüße und noch mal danke fürs treue Lesen!

duchesse

AlienorDartagnan schrieb am 10.02.2014 - 14:34 Uhr zu Kapitel «Londres»:

Ein Glück, dass der Kardinal Wardes nach London geschickt hat…so ist er jetzt erst einmal vor eventuellen Mordanschlägen Myladys sicher. In London kann Mylady sich ja nicht blicken lassen, da sie eine Begegnung mit ihrem Schwager Lord Winter wohl besser vermeiden sollte, wenn sie nicht am Galgen oder Schaffot enden will. Ich hoffe wirklich, dass Wardes über Mylady hinwegkommt und eines Tages eine Frau findet, de ihn wirklich liebt. Und er wird eine finden…soviel ist sicher, im VdB gibt es ja diese Duellszene mit Wardes Sohn und de Guiche. Eine sehr schöne, spannende und gut geschriebene Geschichte, einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass ihr sie als fertiggestellt markiert habt..ich hätte gerne noch mehr gelesen über Wardes Mission in London, ob er noch eine Frau findet die ihn wirklich liebt. Was den Gascogner betrifft, da weiß man ja wie es weitergehen wird…Myladys Racheschwur gegen d´Artagnan im letzten Kapitel bezog sich bestimmt auf den vergifteten Wein, den sie nach La Rochelle geschickt hat..und man weiß ja, wie das endete. Ich mag Wardes in eurer Geschichte sehr gerne und würde mich freuen, wenn ihr irgendwann mal eine Fortsetzung schreibt. Ich bin sehr froh, dass ihm die Flucht aus Paris gelungen ist und er jetzt in London in Sicherheit ist.
Da wäre durchaus Potenzial für eine weitere Begegnung der beiden, Mylady wird ja auch bald nach England kommen und von Lord Winter gefangengenommen.
Schön, dass ihr mit eurer Geschichte Wardes, der im Roman nur eine Nebenfigur war, endlich ein Gesicht gegeben habt…im Buch erfuhr man leider nur wenig über ihn.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
das freut uns sehr, dass wir de Wardes in unserer Geschichte in deinen Augen gleichsam “zum Leben” erwecken konnten und du gerne noch mehr über ihn gelesen hättest! Er steht jetzt an einem schmerzvollen Wendepunkt seines Lebens, und man kann ihm nur wünschen, die Zeit möge seine Wunden heilen und ihm in England zu neuem Glück, seiner tiefen Liebe würdig, verhelfen. Ich bin da mal, wie du, sehr zuversichtlich, denn er liebt ja dieses Land, seine Sprache, Kultur und Sitten, da wird ihm sicherlich früher oder später die Richtige begegnen! *zwinker*
Ja, wie Myladys Rache an d`Artagnan verlaufen wird, wissen wir, dank Dumas, und aus duchesses kongenialem Epilog geht nun auch klar hervor, warum de Wardes am Schicksal seiner ehemaligen Geliebten keinen Anteil nimmt und bei Dumas im weiteren Verlauf des Romans nicht mehr in Erscheinung tritt.

Vielen Dank fürs Lesen und deine umfangreichen Reviews!
Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 10.02.2014 - 13:35 Uhr zu Kapitel «La fuite»:

Schon am Anfang habt ihr Mylady sehr gut getroffen, im Roman wirkte sie ja auch häufiger wie eine gereizte Löwin, und Dumas bezeichnet sie ja auch so, in der Szene, in der sie an Bord des Schiffes nach England ist. Wie sie wohl reagieren wird, wenn sie erfährt, dass der Gascogner noch lebt? Ganz ehrlich…da möchte ich nicht in des Wardes Haut stecken..der arme Kerl schwebt wirklich in großer Gefahr.
Wardes ist also nun da…und ich bin schon sehr gespannt was jetzt geschehen wird..könnte ja gut sein, dass er Hals über Kopf aus Myladys Haus fliehen muss, so wie damals d´Artagnan. Mir fällt auf, dass Mylady nie mal in Erwägung zieht, dass ihr Plan gescheitert sein könnte..sie geht wie selbstverständlich davon aus, dass Wardes den Gascogner getötet hat…nun wird sie aber gleich eines Besseren belehrt werden. Was Mylady da gerade macht ist ziemlich mies…mit Liebesentzug einen Mann zu erpressen…indem sie ihn fragt, ob seine Liebe zu ihr zu schwach wäre, will sie ihn wohl unter Druck setzen und ihn vielleicht doch noch dazu bringen, den Gascogner zu töten. Es war wohl nicht sehr klug von ihm, das Geheimnis, also die Lilie zu erwähnen…denn nun wird sie gewiss zur Furie werden und ihn angreifen.
Er tut mir gerade richtig leid…wenn eine Klinge in die Hand dringt, das muss doch verteufelt weh tun. Armer Wardes….ich hoffe wirklich, dass seine Hand wieder heilen wird…denn ein Adeliger der im 17. Jahrhundert nicht fechten konnte, war doch Angriffen hilflos ausgeliefert. Ihr habt Mylady wirklich sehr gut getroffen, besser hätte Dumas es auch nicht machen können. Heutzutage würde man sie wohl als gefährliche Psychopathin bezeichnen und wegsperren, im 17. Jahrhundert konnte sie dagegen recht lange ihr  Unwesen treiben. Ein Glück, dass er ihr den Dolch abnehmen konnte, sonst hätte sie ihn noch getötet. Auch wenn es für ihn eine bittere Erfahrung ist, so ist es doch gut, dass er nun ihr wahres Gesicht endlich erkannt hat und weiß, dass sie es nicht ehrlich mit ihm meint, ihn nicht wirklich liebt. Ich leide gerade richtig mit Wardes, nicht nur dass seine Hand verletzt ist, er durchlebt jetzt sicherlich gerade schlimmen Liebeskummer und es wird wohl eine Weile dauern bis er darüber hinweg ist.
Und für den Gascogner sieht es auch schlecht aus..wenn Mylady sich an jemandem rächen will, dann tut sie das auch. Wie sie es wohl machen wird? Vergifteter Wein? Einen Attentäter suchen, der ihn für sie ermordet? Ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht, und hoffe, dass Wardes den Gascogner warnt und dass d´Artagnan mit Hilfe seiner Freunde dieser Gefahr entrinnen kann.
Ein sehr spannendes Kapitel, ich freue mich schon aufs Nächste und werde mich gleich ans Lesen machen :)

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,

vielen Dank fürs treue Lesen und für dein Review :-)

Wir freuen uns sehr, dass du so mit dem Comte de Wardes mitfühlst… er ist in der Tat nicht zu beneiden. Ihm bleibt ja kaum etwas anderes übrig als Mylady die Wahrheit zu sagen, und du hast richtig beobachtet, dass ihn letztendlich ihr Vorwurf, seine Liebe sei zu schwach, überhaupt erst dazu bringt, zu kontern… freilich mit üblen Konsequenzen. Aber es heißt ja, besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende, und für ihn ist es wohl wirklich besser, dass die Beziehung zu Mylady nun vorbei ist… auch wenn er einige Zeit brauchen wird, bis ihn diese Erkenntnis nicht mehr schmerzt.

Mit Myladys Racheplänen an d’Artagnan geht es nun so weiter, wie Dumas es im Roman schildert, da führt quasi unsere Abzweigung auf die Autobahn zurück ;-) Unser Projekt in dieser Geschichte war es ja, auszuführen, was aus dem Comte de Wardes geworden ist…

Liebe Grüße,

duchesse

Rochefort schrieb am 03.02.2014 - 12:44 Uhr zu Kapitel «Au bout»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Die Szene zwischen d’Artagnan und Aramis hat es in sich! Ja, Aramis ist, was seine Ideale anbelangt, sicher der Kompromisslostes der vier Freunde. Die Taten des Gascogners und dann noch sein ständiges Sich-Berufen auf ihre Freundschaft müssen ihn wahrhaft zur Weißglut treiben. Zum Glück reicht d’Artagnans Selbsterkenntnis zumindest so weit, dass er begreift, dass es nun an ihm ist, den Versuch zu unternehmen, einen Bruch zwischen den Freunden zu vermeiden und er Manns genug ist, sich Aramis’ Zorn zu stellen. Sein überspitzer Gefühlsausbruch und die haarsträubende Aufforderung an Aramis, ihn für seine Missetaten zu töten - da zeigt sich aber gleich wieder seine unglaubliche Egozentrik. Erst am Schluss scheint es, dass er endlich begriffen hat, worum es wirklich geht.

Die Szene in Porthos’ Wohnung ist sehr intensiv und voll starker Emotion. Wie das Leben manchmal zeigt, kann ja eine Krisensituation die Bindung zwischen Menschen auch festigen. So lässt sich für die vier Freunde nun hoffen, dass auch ihr Bund gestärkt aus der eben überstandenen Gefahr hervor gegangen ist.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,
vielen Dank fürs Weiterlesen und deine wie immer so treffsichere Review!
Ja, wie du sagst, d`Artagnans Egozentrik ist wahrlich beachtlich, er hält sich eindeutig für den Nabel, um den sich alles drehen muss, und in ebendieser Form betrachtet er auch seine Freundschaft mit den drei Musketieren. Er spannt sie selbstverständlich für seine Pläne ein, schenkt ihnen aber beileibe keinen reinen Wein ein, wenns um für ihn unangenehme Dinge geht, und missbraucht somit ihr Vertrauen - und das ist es letztendlich, was Aramis, wie du so klar bemerkt hast, zur absoluten Weißglut treibt. Aramis ist ein Idealist, seine Vorstellung von Freundschaft ist eine unendlich höhere, und er ist bereit, im Extremfall sogar auf sie zu verzichten, wenn sie sich bloß in solch degenerierter Form zeigt.
Aber d`Artagnan gelangt letztendlich doch zur Einsicht - die vier Freunde finden, besonders auch dank Athos` und Porthos` Bemühung, wieder zusammen und vereinen sich neu, auf weit ehrlicherer und höherer Basis als zuvor. In diesem Sinne hat diese Krise, wie du sagst, ihre Freundschaft für die Zukunft gestärkt und gefestigt.
(Diese Aramis-Reaktion hier ist übrigens ein gemeinsames Schreibprodukt von duchesse und mir, wir haben uns da beide entsprechend unserer geheimen Vorlieben ausgetobt *zwinker*)

Nochmal vielen Dank und liebe Grüße!
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 02.02.2014 - 17:52 Uhr zu Kapitel «Au bout»:

Auweh…Aramis Worte scheinen d´Artagnan ja extrem hart getroffen zu haben, nun hält er sich für einen schlimmen Verbrecher und der Freundschaft der drei für unwürdig. Dass er nun sogar will, dass Aramis ihm mit seinem Degen den Garaus macht, das geht nun doch etwas zu wert, er hat zwar Fehler gemacht, aber er ist ja noch jung und kann sich ändern wenn er den Willen dazu hat. Und so wie ich Aramis einschätze würde er dieser Aufforderung des Gascogners auch niemals nachkommen.
Ja, Aramis hat Recht, d´Artagnan steht eindeutig in der Schuld seiner Freunde und hoffentlich sieht er das jetzt auch ein. Sie haben schon so viel für ihn getan, er dagegen bisher noch gar nichts für sie…im Gegenteil, er war es immer, der sie in irgendwelche Schwierigkeiten gebracht hat. Immerhin scheint er ja schon etwas einsichtig zu sein, er bittet Aramis, sich wieder mit Athos und Porthos zu versöhnen, wäre sogar bereit, die Freundschaft zu den dreien aufzugeben, nur damit sie sich wieder versöhnen. Hier wirkt er zum ersten Mal in dieser Geschichte vernünftig, er scheint endlich eingesehen zu haben, dass er die Freundschaft der drei mehr würdigen muss.
Athos hat Recht….sie stehen hier an einem Schlußpunkt und gleichzeitig an einem neuen Anfang ihrer Freundschaft, die nun besser werden könnte, da d´Artagnan sie in Zukunft bestimmt besser zu würdigen weiß und den Freunden auch das Vertrauen, das sie immer in ihn gesetzt haben, danken wird.
Und Porthos scheint sie jetzt sogar in seine Wohnung zu lassen, im Roman ließ er ja dort niemanden ein. Mir gefällt das, das sie in Porthos Wohnung gehen, ich dachte im Roman immer, er hätte seine Freunde ja mal dahin einladen können. Ich freue mich richtig zu lesen, wie die vier ihren Bund, während sie zusammen trinken, erneuern und ich bin sicher, nun kann erst einmal nichts mehr ihren Zusammenhalt erschüttern. Und die vier brauchen nun auch diesen Zusammenhalt, da sie in Mylady eine gefährliche Gegnerin haben, die vor allem d´Artagnan und Athos tot sehen will. Und ich fand die Stelle sehr berührend, als d´Artagnan den anderen sagte, er werde alle Gefahren die ihm durch Mylady drohen alleine tragen und auf sich nehmen, dass er seine Freunde auf diese Weise schützen will, das zeigt, dass er endlich den Wert ihrer Freundschaft erkannt hat. Und dann diese schöne Stelle, als Athos ihm antwortet, dass sie alle drei ihm zur Seite stehen werdet, so wie auch er ihnen nun immer zur Seite stehen würde. Und dann am Schluß das “Einer für alle” und “Alle für einen”, das fand ich besonders schön. Ein sehr berührendes, gut geschriebenes Kapitel, in dem ihr alle vier Musketiere sehr gut getroffen habt.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,

vielen Dank für deine beiden Reviews und für deine wunderbaren Beobachtungen zum Wesen der Freundschaft! Ich kann dir da nur zustimmen, dass Freundschaft viel mit gegenseitigem Geben und Nehmen zu tun hat und dass dies, wenn auch nicht unbedingt gleichartig, so doch ausgewogen sein muss - und das ist etwas, was d’Artagnan, der sich ja selbst für so ausnehmend großartig hält, dass jeder um seine Freundschaft froh sein müsste, hier auf die harte Tour lernen muss.

Sein überreizter Gefühlsausbruch Aramis gegenüber hat, denke ich, auch viel damit zu tun, dass seine Nerven nach dem Duell buchstäblich blankliegen, aber du hast ganz recht, dass ihn am Ende dann doch die Einsicht überkommt, so dass er die richtigen Worte findet, um Aramis zum Einlenken zu bewegen - er hat begriffen, dass er nun erst mal kleine Brötchen backen muss, um das Vertrauen der drei wiederzuerlangen. Bei Aramis wird dies sicher am schwierigsten, es ist auch kein Zufall, dass gerade die beiden so böse aneinandergeraten. Auch Athos nimmt d’Artagnan sein Handeln de Wardes gegenüber übel, aber mit der Entschuldigung, die de Wardes ja auch angenommen hat, ist dies für ihn erledigt. Und Porthos ist seit jeher das verbindende Element zwischen den Freunden, insofern seine Einladung folgerichtig.

Was Porthos’ Wohnung angeht, denke ich, dass es seiner Eitelkeit geschuldet ist, dass er dort niemanden einlässt… vielleicht will er verbergen, dass es bei ihm nicht so pompös ist, wie er jedermann gern glauben macht. In dieser Situation haben seine Freunde aber sicher anderes im Kopf, als nach den vergoldeten Wasserhähnen zu schielen ;-)

Liebe Grüße,

duchesse

AlienorDartagnan schrieb am 02.02.2014 - 17:35 Uhr zu Kapitel «Au bout»:

Oh, wie schön, ein neues Kapitel :)
Für d´Artagnan war dieser Tag hoffentlich eine Lehre und er nimmt sich ein Beispiel an Wardes, der wirklich die wahre Größe eines Edelmannes gezeigt hat. Der Gascogner wirkt gerade sehr bedrückt, er scheint wohl über das was ihm da geschehen ist nachzudenken. Wie gut, dass er seine Freunde jetzt bei sich hat, sie werden ihm schon auf den richtigen Weg bringen, er sollte sich Athos, Porthos und Aramis als Vorbilder nehmen, von denen er noch einges lernen kann. Aber Aramis scheint ja sehr sauer auf den Gascogner zu sein und im Moment nicht wirklich zu ihm zu halten. Ich kann ihn ja gut verstehen, denn d´Artagnan sollte einsehen, dass Freundschaft nur funktionieren kann, wenn von beiden Seiten etwas kommt. Bisher hat er seine Freunde wirklich benutzt um voranzukommen, aber noch nicht wirklich jemals etwas für sie getan. Ich hoffe wirklich, dass er einsieht, dass Freundschaft so nicht funktionieren kann. Athos, Porthos und Aramis haben bisher immer zu ihm gehalten auch wenn er Mist gebaut hatte, und da sollte auch von ihm etwas zurückkommen.
Was aber die Sache mit Mylady betrifft, da Aramis diese nicht kennt, sieht er die Dinge in diesem Fall wirklich falsch, er weiß ja nicht, was für eine perfide Intrigantin sie ist. Auf jeden Fall ist es aber gut, wenn Aramis Worte den Gascogner zum Nachdenken anregen, damit er einsieht, dass er Fehler gemacht hat und den Freunden ihre bedingungslose Treue und Freundschaft nie wirklich gedankt hat. 
Review Teil 2 folgt

Liebe Grüße

Alienor 


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
vielen Dank fürs Lesen und dein wie immer so ausführliches Review!
Ja, d`Artagnan erhält hier von Aramis eine äußerst harte Lektion über das wahre Wesen der Freundschaft, welche dem jungen Gascogner bisher bloß willkommene Hilfe und Unterstützung in seinen hochfliegenden Plänen war. Dass er seinen Freunden ebenso zutiefst verpflichtet ist, wie sie sich ihm verbunden fühlen, muss er, wie du richtig bemerkt hast, erst begreifen lernen, und ehe er das schlussendlich reumütig tut, zieht er nochmals alle Register, indem er versucht, Aramis moralisch unter Druck zu setzen.
Was Mylady betrifft, so hat Aramis alles Recht der Welt, d`Artagnan sein schändliches Verbrechen an ihr vorzuwerfen, denn Vergehen bleibt Vergehen, und Myladys Brandmarkung ist keine Ausrede für den an ihr begangenen Betrug. Eine Frau arglistig zu vergewaltigen, ist kein Kavaliersdelikt, um wen auch immer es sich dabei handeln mag. Und in dieser Sache hat sich Mylady überdies, wie duchesse schon andernorts bemerkte, absolut nichts zuschulden kommen lassen.
Doch der junge Gascogner ist lernfähig, er bereut seine Missetaten und den Betrug an seinen Freunden aufrichtig, und somit kann die Freundschaft zwischen ihm und den drei Musketieren nun auf weit besserem, festerem Fundament begründet werden.

Liebe Grüße
Aramis

kaloubet schrieb am 02.02.2014 - 15:37 Uhr zu Kapitel «Au bout»:

Oha, Aramis nimmt d´Artagnan hart ins Gebet. Aber er hat Recht, seinen Freunden die pikanten Details vorzuenthalten und sie nachher zu bitten, für ihn einzustehen, war nicht gerade die feine Art. Ob sich d´Artagnan wirklich bewusst war, was er da tat? Jung, stürmisch und unüberlegt brauchte er wohl diese Lektion - und er lernte hier auf die harte Tour, ganz so, wie es einem gasconischen Dickschädel entspricht. Gut fand ich die Stelle, ander Aramis ihm vorwirft, ihm die Entscheidung aufzudrängen, ihn entweder zu töten oder ihm zu vergeben - das ist im  ´richtigen´ Leben ja auch oft so, wenn jemand derart zerknirscht um Vergebung bittet, dass man sie gewährt, obgleich man es nicht will. Dass die vier am Ende dennoch wieder zusammenkommen, ist schön, dass Athos das alles auf den Punkt bringt, passt zu ihm und erinnert an die Szene in dem Restaurant l´Ermitage in VAA. Interessanterweise treffen sie sich bei Porthos, in dessen Intérieur man nun endlich auch einmal einen Blick werfen darf ;-). Also echt, ich bin jetzt wirklich gespannt, wie das sich noch entwickelt, die Geschichte ist ja noch nicht als fertig markiert - kommt nun Mylady ins Spiel?

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,
wir freuen uns, dass dir Aramis` heftige Reaktion in pädagogischem Sinne berechtigt erscheint *zwinker*! Ausgelöst wird sein unbändiger Zorn durch d`Artagnans hochgemuten Appell an die Freundschaft, deren eigentliches Wesen der junge Gascogner bisher jedoch nicht im Geringsten begriffen hat. Die Passage, die du in deinem Review besonders hervorgehoben hast, stammt aus duchesses Feder, und sie wird sich freuen, zu lesen, dass dir gerade diese Stelle besonders überzeugend und “lebensecht” erscheint! Ja, d`Artagnan tut gut daran, aus seinen Fehlern zu lernen und sich seines fragwürdigen Verhaltens klar bewusst zu werden.
Athos und Porthos erweisen sich nun als die verbindenen Kräfte, sie knüpfen die zerrissenen Fäden wieder zusammen - Porthos mit seiner großzügigen Einladung, und Athos mit seiner bewegenden Ansprache an die Freunde, deren Überzeugungskraft keiner von ihnen, auch Aramis nicht, widerstehen kann.
Ja, du hast recht, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, doch ich darfs leider nicht verraten, wie es nun weitergeht *hüstel*
Vielen Dank fürs Lesen und dein freundliches Review!
Liebe Grüße
Aramis

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