Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Intrigen»

AramismyLove schrieb am 02.10.2015 - 19:20 Uhr zu Kapitel «Fluchtplan»:

Kalte Schauer über meinen Rücken…...Gar nicht vorstellbar, das Aramis hier fast bewusst zum Mörder wird. Was für Strudel der Gefühle muss in ihm toben, die er kaum noch beherrscht. Enttäuschung, Wut und Abgrundtiefer Hass .Nur gut das er sich grad noch fangen kann, er hätte sich mit dieser Tat nie abfinden können, er hätte gelitten—mehr als Athos, dessen Kraft er im Umgang solcher Ereignisse nicht besitzt. Er wäre sicher buchstäblich daran zerbrochen, und wer weiß ob Athos ihn hätte auffangen können, dachte er doch bereits an seinen eigenen Mord obwohl er sich der Liebe  seines Kameraden sicher sein konnte. Gut, das er sich Athos gegenüber nicht verstellt und ihm alles beichtet. So hat er Rückhalt für den schweren Gang zum Kardinal. 


Antwort des Autors:

Liebe AramismyLove,

vielen Dank fürs Lesen und dein einfühlsames Review! Ja, Aramis verliert angesichts Maries Impertinenz beinahe die Kontrolle über seine heftigen Gefühle, doch der Gedanke an Athos und seine Liebe hält ihn im letzten Augenblick zurück, rettet ihm buchstäblich das Leben. Dieses Hervorbrechen seiner dunklen Seite entsetzt ihn, er muss einfach mit seinem Freund darüber sprechen, es ihm beichten, anders kommt er mit diesem furchtbaren Erlebnis nicht zurecht. Athos, der ja selber eine noch schlimmere Erfahrung gemacht hat, ist wohl der einzige, der Aramis` Entsetzen über sich selbst verstehen kann… 

Nochmal vielen Dank und liebe Grüße
Aramis

Rochefort schrieb am 14.07.2014 - 12:58 Uhr zu Kapitel «Rentrée»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Dieses abschließende Kapitel erinnert mich beim Lesen an die Stimmung nach einem heftigen Sommergewitter, wenn auf der einen Seite noch die düsteren blauschwarzen Wolken zu sehen sind, die langsam abziehen, der heftige Regenguß lässt nach, das Donnergrollen wird leiser, und auf der anderen Seite klart der Himmel bereits wieder auf und man kann schon erahnen, dass in absehbarer Zeit die Sonne wieder durchbrechen wird.

Noch stehen alle unter dem Schock der Ereignisse in Nantes und es wird dauern, bis jeder der Freunde auf seine Weise seinen Umgang damit gefunden hat. Ein wenig überrascht hat mich Athos Reaktion auf Aramis’ Vorwurf bezüglich der Sache mit dem Henker. Ich hatte erwartet, dass Athos sich schwere Vorwürfe machen würde, mit Schuld an dem unwürdigen Ende von Chalais zu sein. Doch ist seine Haltung durchaus nachvollziehbar: Man dürfte nie etwas wagen, müsste gleichsam in Erstarrung verharren, wenn man sich immer von der Furcht vor möglichen negativen Konsequenzen des eigenen Handeln hemmen lässt.

Athos’ und Aramis gegensätzlich Standpunkte werden hier noch einmal sehr deutlich. Das Schöne ist, dass die menschliche Zuneigung zwischen den beiden stark genug ist, die gegensätzlich Meinung des jeweils anderen zumindest zu respektieren und zu akzeptieren, auch wenn sie schwer nachvollziehbar erscheint. Solange beiden dies gelingt, wird keine unüberbrückbare Kluft zwischen ihnen aufreißen, wie Aramis dies manchmal befürchtet.

Genial die Passage, in der Athos mit Worten ein Porträit von sich selbst zeichnet. Besser und treffender kann man seinen Charakter nicht beschreiben! :-))  Porthos als mächtiger Baum, fest verwurzlt in der Erde - auch das ist mehr als treffend! Aus Aramis Reaktion, als er Porthos beim Abschied noch einmal nacheilt, spricht seine tiefe Dankbarkeit für die unerschütterliche Loyalität und Freundschaft des Hünen. Aramis erkennt glasklar, welchen Wert Porthos als Mensch besitzt, mag er sich manchmal nach außen hin noch so rauh und ungehobelt geben.

Über dem letzten Teil des Kapitel schwebt der Zauber der Liebe. Solange diese Liebe zwischen den beiden nicht stirbt, werden die Schatten ihrer eigenen Vergangenheit sie nicht verschlingen und werden sie an den Herausforderungen der Zukunft nicht zerbrechen. Vielen Dank für diese tiefgehende, detailreiche, eindrucksvolle Geschichte!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Rochefort, auch für dieses zutreffende Review vielen Dank!! Du findest einfach immer die richtigen Worte, das freut mich immer sehr! Athos macht sich keine Vorwürfe, weil er für diesen stümperhaften Henker ja nix kann. Er ist ein Mann des Schwertes, der Tod Chalais war grausam, aber ich glaube, dass er das leichter ´wegsteckt´ als der sensible Aramis. Er wollte ihm zur Flucht verhelfen, dieser Plan, den Henker zu entführen, hatte sein völliges Einverständnis, deswegen wirft er sich auch die Folgen nicht vor. Schicksal? Chalais stirbt einen üblen Tod, aber da halte ich Athos für pragmatisch - einfühlend, klar, er mag keine Grausamkeit, aber letztlich war nichts mehr zu machen ... 

Danke für dein Kompliment bezüglich des Porträts, freut micht sehr, es geht auf ein Porträt von El Greco zurück, das Athos tatsächlich ein wenig ähnlich sieht ;-).

Schön, dass die Geschichte dir gefallen hat, wir hatten viel Spaß beim Schreiben, es war sehr spannend, vor allem, da wir ja nicht irgendwas schreiben konnten, sondern uns an die Fakten halten mussten - ein wenig zumindest ;-).

Liebe Grüße und vielen Dank nochmal für dein treues Mitlesen und Reviewen!!

Kalou

Rochefort schrieb am 14.07.2014 - 12:10 Uhr zu Kapitel «Vollstreckung»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Wieder ein exzellent geschriebenes, dafür aber umso bedrückenderes Kapitel. Wenn Chalais auch zweiffellos der Verschwörung schuldig war - ein solches Ende hat der junge Mann nicht verdient. Die grausame Sensationsgier der Menge und die seltsame Amibvalenz der menschlichen Natur in diesem Zusammenhang habt Ihr hier gekonnt thematisiert. Menschen “wie Du und ich”, die ihre Kinder lieben, mit ihren alltäglichen Nöten und Sorgen, die sehr wohl des Mitgefühls fähig zu sein scheinen, vollziehen im Angesicht des Schafotts die Wandlung zur blutgierigen Bestie… Es ist sicher Tatsache, dass Tod und Elend den Menschen damals näher, “vertrauter” waren als in der heutigen Zeit, wo diese Themen weitgehend aus unserem Alltag verdrängt und tabuisiert werden. Doch glaube ich nicht, dass die grundlegende Natur des Menschen sich gewandelt hat. Gäbe es heute hierzulande wieder ein Regime, welches die Todesstrafe einführt - ich bin mir sicher, dass die Menschen genau wie damals in Scharen zu einer Hinrichtung strömen würden!

Für den feinfühligen Aramis ist diese Konfrontation mit den Abgründen der menschlichen Seele fast mehr, als er zu ertragen imstande ist. Und dann noch der entsetzlich stümperhafte Akt der Exektion selbst, der dem Grauen sozusage die Krone aufsetzt. Und auch hier wieder die schon perverse Absurdität im Verhalten der Menge: Sie kamen, um eine Hinrichtung zu sehen - doch soll diese bitteschön “sauber” und wohl inszeniert über die Bühne gehen wie ein Schauspiel. “Patzer” der Akteure, in diesem Fall des Henkers, werden übel aufgenommen und mit wütendem Aufruhr beantwortet. Wirklich beklemmend! Ich kann das Entsetzen der Freunde angesichts des Erlebten nachfühlen…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Rochefort, leider, leider denke ich auch, dass du Recht hast - die Natur des Menschen ändert sich nicht. Ein wenig mag dabei auch die Erleichterung mitspielen, dass man selbst davongekommen ist, dazu kommt gruslige Sensationsgier ... ja, nach einer gewissen Gewöhnungsphase würden sicher einige ´mitspielen´, würde die Todesstrafe wieder eingeführt. Unsere Zilvilisation ist leider nur eine oberflächliche Tünche. Umso mehr sollten wir darum kämpfen sie zu erhalten ... und uns empören, ganz nach Stéphane Hessel ;-).

Die Menschen damals waren vermutlich überzeugt, dass es Recht war, was da geschah, und sie waren dem Tod näher als wir, auf eine bestimmte Art und Weise abgestumpfter ... obwohl, wenn ich an gewisse Filme oder Spiele denke, dann bin ich mir nicht mehr so sicher. Vielleicht ist da auch viel Mythos dabei ... Jedenfalls muss das eine gruslige Hinrichtung gewesen sein und wir stellten uns vor, dass dieses stümperhafte Vorgehen die Menschen erboste - das hatte Chalais nun doch nicht verdient.

Vielen Dank für dein scharfsinniges Review, liebe Grüße

Kalou

Armand-Jean-du-Plessis schrieb am 14.07.2014 - 10:09 Uhr zu Kapitel «Rentrée»:

Sorry - ich hatte nicht die Zeit zu jedem kapitel ein Review zu schreiben. und auch jetzt nur kurz:

Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen. Sehr spannend, sehr emotional und die Charaktere extrem detailreich beschrieben, insbesondere ihr Motive.

Es hat mich auch dazu gebracht, die Geschichte nochmal in meinen beiden geschichtlich ausgezeichnet recherchierten Richelieu-Biographien nachzulesen und ja so könnte es fasr gewesen sein. Aus Sicht des 17. Jh hat der Graf von Chalais natürlich den Tod verdient. Zweimal Hochverrat in nur wenigen Wochen und zweimal so stümperhaft. Der Kardinal war schon sehr großzügig ihn nicht beim Attetatversuch hinrichten zu lassen (hmm…historisch hatte Richelieu natürlich einen guten Grund - er benutzte den nicht sehr klugen Grafen, um an die Hintermänner heran zu kommen und zwei Halbbrüder des Königs beendeten auch ihr Leben dann im Hausarrest und waren politisch erledigt…)

Zurück zu eurer Geschichte: Aus meiner Sicht hat Porthos recht - hätte Athos seine Pflicht getan und nicht mit Hochverrat geliebäugelt, wäre dem Grafen das Gemetzel erspart geblieben. Dass Aramis auf die Linie des Kardinals überschwenkt, finde ich sehr interessant und seh gut nachvollziehbarer. Bei Dumas sind die Musketiere leider manchmal wenig vielschichtig beschrieben und ihre Motive nicht immer nachvollziehbar. Athos bleibt gefangen in seiner Erziehung und dem Standesdünkel seiner Zeit. Auch das ist logisch und von euch toll beschrieben.

Eure Geschichte hat mich wunderbar unterhalten und dafür nochmal -Vielen lieben Dank!


Antwort des Autors:

Lieber Armand-Jean-du-Plessis,

vielen Dank für dein freundliches Review!! Wie freuen uns sehr, dass dir die Geschichte gefallen hat!
Ja, deine Analyse, warum Richelieu Chalais gegenüber anfangs nachsichtig war, ist sehr einleuchtend - war nicht einer der beiden inhaftierten Halbbrüder auch zugleich Gouverneur der Bretagne? Ich glaube, gelesen zu haben, dass eben deswegen der König samt Hofstaat nach Nantes fuhr, um nach dessen Verhaftung einen neuen Statthalter zu ernennen.
Den Prozess gegen Chalais selbst haben wir im Zeitraffer dargestellt - im Original dauerte der, von Chalais` Verhaftung bis zu seiner Hinrichtung, über einen Monat, das uns war klarerweise ein bissl zu lang *zwinker*

Ja, der unweigerliche Konflikt zwischen Athos und Aramis aufgrund ihrer konträren Einstellung zur Politik Richelieus, vorm Hintergrund der Affäre Chalais, war ein Grundthema, in unserer Geschichte. Und ich glaube, das darf ich sicher auch in kaloubets Namen sagen: Es war für uns sehr interessant und spannend, die jeweiligen Entwicklungen und Konsequenzen für unsere beiden Protagonisten beim Schreiben zu verfolgen.

Nochmal Danke und liebe Grüße!
Aramis

 

AlienorDartagnan schrieb am 13.07.2014 - 22:10 Uhr zu Kapitel «Rentrée»:

Athos hat Recht, der Coup ging schief, aber der dahinterstehende GEdanke war gut, und es hätte auch funktionieren können, dass es nicht so war konnte niemand wissen. Ich hoffe nur, dass Aramis jetzt nicht etwas in Athos Worte hineininterpretiert was dieser gar nicht gemeint hat..nämlich dass er dann glaubt, Athos würde etwas für die Herzogin empfinden weil er sie verteidigt, die gleiche Situation hatten wir ja schonmal als Athos über Chalais sprach und Aramis eifersüchtig war.
Athos und Aramis werden lernen müssen, die Charaktereigenschaften des jeweils anderen zu akzeptieren und sich damit zu arrangieren, dass sie nicht immer einer Meinung sind, wenn sie das nicht schaffen, hat ihre Liebe keine Chance. Aramis fühlt sich dunkel, wandelbar und uneins mit sich selbst, scheint noch nicht zu wissen wer er eigentlich ist und oft auch gegen innere Dämonen zu kämpfen, hält dagegen Athos für einen leuchtenden, strahlenden Stern, einen Menschen ohne Fehl und Tadel. Hoffentlich wird Athos durch Aramis Worte klar, dass er ihm die Wahrheit über seine dunkle Vergangenheit sagen sollte, damit Aramis sieht, dass sie einander gar nicht so unähnlich sind wie er denkt, dass auch Athos oft mit Schuldgefühlen, inneren Zweifeln, usw. zu kämpfen hat. Aramis sieht sich selbst als kleines LIcht und Athos als große Leuchte, und so kann keine Liebe, keine Beziehung funktionieren. Sehr gut getroffen finde ich Athos Beschreibung, wie er sich selbst in einem Bild sehen würde…das Schwarze dominiert, der Hintergrund düster und verlockend…..aus der Ecke ein wenig treuflisches Rot…Die Farben des Gesichtes hell im Kontrast zu seinem schwarze Haar. Er würde sich selbst als Zweifelnden, der nicht an sein Glück glauben kann, portraitiert sehen…der nicht an sein Glück glaube kann…das ist sehr gut geschrieben und man kann sich richtig in Athos hineindenken. Und was mir auch auffällt….Athos beschreibt dieses Portrait genau so, dieses Bild das er von sich selbst zeichnen würde, genau so wie Aramis sich selbst sieht..die beiden sind sich also ähnlicher als sie glauben. Für Porthos, und vor allem auch für Aramis müssen Athos Worfe überraschend sein, so haben sie den Freund bestimmt noch nie betrachtet. Dieses fiktive Gemälde von sich selbst, dass Athos mit Worten und nicht mit dem Pinsel wiedergegeben hat, davon dürfte Aramis auch vieles in sich selbst wiedererkennen. An Porthos Worten ist etwas Wahres, Athos hat doch mehr als er glaubt, er hat seine Freunde, und damit den Beweis, dass das Leben nicht nur Leiden schafft..er sollte auf Porthos hören und lernen, seinem Glück zu trauen. Aber ich kann Athos verstehen, nach der Enttäuschung mit Mylady hat er Angst Aramis zu vertrauen, und kann nicht mehr daran glauben, dass es für ihn auch so etwas wie Glück geben könnte. Athos Worte sind wohl auf seine Ehe gemünzt, damals hat er gesehen was er sehen wollte und bekam dann die bittere Quittung dafür..und nun befürchtet er, das könnte bei Aramis auch so sein. Aber er sollte Aramis vertrauen, denn dieser würde ihn sicherlich niemals enttäuschen. Und selbst wenn die Liebe der beiden scheitert könnten sie doch trotzdem noch Freunde sein. Aramis Beschreibung wie er porthos sieht gefällt mir auch so gut, wie eine mächtige Eiche, deren Krone bis in den Himmel ragt und deren Wurzeln dennoch fest im Boden verankert sind….jemand der zwar hoch hinaus will, aber doch nie seine bodenständige, natürliche Art verliert..wollte Aramis das damit sagen? Dass er in Porthos einen Freund sieht, auf den er sich immer verlassen kann? Porthos hat sich nun also verabschiedet und die beiden sind alleine, ihc bin gespannt, wie es mit ihnen weitergeht.  
Die Szene am Schluß hat mir sehr gut gefallen, wie schön, dass es nach den schlimmen Erlebnissen mit der Hinrichtung und den Verschwörern auch wieder Freude und Liebe für die beiden geben kann. Nun können sie ihre Zweisamkeit auch zumindest in ihren Wohnungen ungestört genießen und müssen nicht mehr, wie auf der Reise nach Nantes, Angst haben von jemandem überrascht zu werden. BEsonders schön und berührend finde ich wie Athos und Aramis sich am Schluß mit sehr treffenden, aber nicht in Kitsch abgleitenden Worten ihre Liebe gestehen, das ist wirklich sehr gut geschrieben. Und gerade wegen ihrer Zweifel, und weil es bei den beiden nicht immer nur harmonisch zugeht, sind diese Geschichten so gut und abwechslungsreich zu lesen, sie wirken authentisch, wie aus dem richtigen Leben gegriffen, ihr habt Athos und Aramis gut geschrieben. Ich finde in Romanen und FFs immer diese Rosamunde Pilcher Paare, bei denen nur Friede Freude Eierkuchen herrscht, langweilig, da macht das Lesen echt keinen Spaß. Bei euren FFs jedoch weiß man vorher nie, wie es mit den beiden weitergeht, und das macht auch den Reiz beim Lesen aus, zudem geht es nicht nur um die Liebe der beiden, wie in Slash Geschichten anderer Autoren, sondern ihr denkt euch auch noch eine sehr spannende Geschichte aus, in diesem Fall die mit Gaston,  Chalais und den Verschwörern. Und es gefällt mir sehr gut, dass Athos Aramis die Freiheit lässt, zu kommen und zu gehen wie er will, denn er hat erkannt dass Aramis ein Mensch ist, der es hasst sich eingesperrt zu fühlen und seine Freiheiten braucht. Aramis Ironie ist auch immer herrlich zu lesen, das ist typisch für Aramis, das passt irgendwie zu ihm. Ich denke, dass die beiden sehr glücklich sein können, wenn Athos Aramis den Freiraum lässt den er braucht und Aramis erkennt, dass er ein Mensch ist der es wert ist geliebt zu werden und sich nicht immer Athos gegenüber wie ein kleines Licht fühlt.
Der Schluß dieser Geschichte gefällt mir sehr gut, ein glückliches, aber nicht kitschiges Ende für die beiden :) Und besonders gut hat mir die Szene, in der Athos sich selbst mit Worten in einem Gemälde beschreibt gefallen, das war wirklich sehr passend. Ich danke euch nochmal für diese tolle Geschichte, an der ich beim Lesen wirklich viel Freude hatte :)

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor, ganz ganz herzlichen Dank für deine lobenden Worte! Das freut uns ungemein und spornt zu neuen Geschichten an! Auch wenn mir im Augenblick ein wenig die Zeit fehlt, wird es ganz bestimmt weitere Episoden aus dem Leben dieses besonderen Paares geben ;-). In Friede, Freude Eierkuchen abzudriften ist mit den beiden Herren schwierig, beide haben sie eine unruhige Vergangenheit hinter sich, beide sind mit sich selbst im Unreinen, die rosa Wolke wird sich nicht fest und beständig einnisten können - sonst wäre es, wie du sagst, schrecklich langweilig ;-). Bei Athos´ Porträt dachte ich wirklich an ein Porträt von El Greco, er hat mal einen Mönch porträtiert, der Athos ein wenig ähnlich sah, vor allem im Ausdruck - Athos hat seine Vergangenheit und auch wenn er Mylady vielleicht eines Tages vergessen kann, so bleibt ihm ein tiefes Misstrauen, ein Verzweifeln an sich selbst, weil er gemerkt hat, zu was er fähig ist. Das wird er nie ablegen können, da es Bestandteil seines Charakters ist, deswegen sind alle aufmunternden Worte schön, aber vergebens - dennoch sind auf für ihn schöne Momente möglich ...

Nochmal vielen, vielen Dank für dein Reviewen und Mitlesen

Liebe Grüße

Kalou

AlienorDartagnan schrieb am 13.07.2014 - 21:37 Uhr zu Kapitel «Rentrée»:

Auch dieses Kapitel muss ich unbedingt noch lesen, da ich so gespannt bin wie es weitergeht. Wie schafft ihr das nur immer, den Leser mit euren Geschichten so in den Bann zu ziehen, dass er alles andere darüber vergisst? Fußball läuft nur so nebenher, weil ich eure Geschichte gerade spannender finde.
Nein, wie ein Ausflug kann diese Reise nach der brutalen Hinrichtung nicht mehr sein, daran haben sicherlich noch alle Musketiere zu knabbern, und niemand wird die traurigen, brutalen Bilder so schnell vergessen. Und dem armen Gaston blieb wohl nichts anderes übrig als in die Heirat einzuwilligen..wer weiß, was für Konsequenzen ihm sonst wohl gedroht hätten. Er hätte zwar nicht hingerichtet werden können, aber der König hätte ihn all seiner Privilegien die er als Mitglied der königlichen Familie genießt, berauben können. Die Verschwörer sind wohl endgültig kaltgestellt, nach dieser schrecklichen Hinrichtung wird so schnell keiner mehr ein Komplott schmieden, auch nicht die hinterlistige Herzogin von Chevreuse.
Chavigny, Barray und de Brissart gehen also in den Tannenzapfen noch etwas trinken…und Porthos würde gerne mitgehen, ich kann aber verstehen, dass Athos darauf keine Lust hat, sich das großspurige Geprahle seiner Kameraden anzuhören, nach allem was geschehen ist, dürften er und Aramis noch recht bedrückt sein. Da ist es doch weitaus besser, wenn Porthos Fleischware und Gebäck bei dem Mädchen kauft und die Freunde dann in Athos Wohnung gehen. Nach allem was geschehen ist, fühlen sie sich im Gasthaus, wo alle zechen, laut Witze reißen und lachen wohl Fehl am Platze da ihre Welt sich verändert hat, sie im Moment nicht so unbeschwert sein können.
Ja…Porthos versteht sich darauf die Damenwelt zu becircen..wer einer geizigen Anwaltsgattin dreihundert Sou für Sattelzeugt entlocken kann, der schafft es auch, von einem hübschen Mädchen drei Gratispasteten zu erhalten…die Frauen werden bei Porthos Charme wohl schwach. Athos hat Recht, das Leben als Soldat kann auch einen grausamen Tod mit sich bringen der noch schlimmer ist als auf dem Schafott…wenn ein Bein von einer Kanonenkugel abgerissen wird, verblutet derjenige langsam, ein schrecklicher und schmerzhafter Tod. Also ich kann Porthos nicht Recht geben..ich finde beide Todesarten gleich schrecklich…beide sind schmerzhaft und blutig, und wenn man sterben muss, ist es doch gleich, ob es auf dem Schafott oder auf dem Schlachtfeld ist, beides ist grausam und derjenige muss leiden. Allerdings ist es wohl wirklich so, dass derjenige der auf dem Schafott stirbt, nicht nur sein Leben, sondern auch seine Ehre verliert, während man im 17. Jahrhundert den Tod auf dem Schlachtfeld noch als ehrenvollen Tod betrachtete, die Menschen erkannten damals noch gar nicht, dass dieser Tod genauso schändlich ist wie der auf dem Schafott und nichts mit Ehre zu tun hat. Oje, jetzt gibt Aramis Athos die Schuld an Chalais in ein blutiges Gemetzel ausartende Hinrichtung, nur weil dieser das Vorhaben der Chevreuse nicht dem Kardinal gemeldet hat. Dabei kann Athos doch gar nichts dafür…Aramis ist einfach nur wütend und sucht einen Schuldigen, macht sich womöglich selbst auch Vorwürfe. Sicher, wenn es den Verschwörern nicht gelungen wäre, den Henker zu entführen, hätte der Henker die Hinrichtung wie geplant durchführen können, aber Athos konnte doch nicht wissen, dass der Kardinal irgendeinen Amateur mit der Hinrichtung beauftragen würde. Daran kann man ihm nicht die Schuld geben, er glaubte ja sicherlich Chalais jede Chance einer Flucht zu nehmen wenn er dem Kardinal verrät was die herzogin und Gaston planen.

Review Teil 2 folgt

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,

“Ich finde in Romanen und FFs immer diese Rosamunde Pilcher Paare, bei denen nur Friede Freude Eierkuchen herrscht, langweilig” - ja, da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen, genauso geht`s mir auch! Sowas geht mir wie dir total auf den Wecker. Umso mehr freut es mich daher, wenn`s uns gelungen ist, grausigen Kitsch zu vermeiden und die Beziehung zwischen Athos und Aramis glaubhaft und “lebensecht” rüberzubringen. Naja, der übersensible, Wandelbare, nervöse, poetische und seiner selbst oft nicht ganz sichere Aramis ist immer für ein bissl emotionalen Psychostress gut! *zwinker* Ohne ihn hätte Athos wohl ein weit ruhigeres Leben! Gott sei Dank hilft ihnen Porthos immer wieder, in echter, selbstloser Freundschaft, ihre Beziehungskrisen zu meistern. Aber ohne dieses Auf und Ab, ohne diese gewissen Krisenstimmungen würden die beiden wohl so aussehen, wie`s du so treffend formuliert hast: das totale Rosamunde-Pilcher-Paar. Brrr!

Vielen Dank fürs Lesen und deine so ausführlichen, umfangreichen Reviews!! Wir freuen uns sehr, wenn du Freude an unserer Geschichte hattest!
Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 13.07.2014 - 21:21 Uhr zu Kapitel «Vollstreckung»:

Etwas widersinnig finde ich die Reaktion der Zuschauermenge ja schon…einerseits nimmt Chalais unnötig in die Länge gezogener grausamer Tod sie alle doch mit, und einige übergeben sich sogar, andererseits sind sie doch nur gekommen um diese Hinrichtung zu sehen, wussten dass Blut fließen würde. Sie wollten sich an einer Hinrichtung ergötzen, aber zu grausam, zu blutig darf es dann doch nicht werden…in meinen Augen wirklich absurd, denn selbst wenn der Kopf beim ersten Mal abgetrennt wird ist es auch grausam und blutig, aber dann hätten sie wohl alle gejubelt. Zumindest in Filmen jubeln die Menschen immer bei Hinrichtungen, ob das wohl in Wirklichkeit auch so war? Eine blutige Hinrichtung darfs zwar sein, aber keine Metzelei? Dabei ist doch beides schrecklich, aber seltsamerweise regt das eine die Leute auf, das andere nicht. Aber so war das wohl damals wirklich. Mir kommen beim Lesen richtig die Tränen, als der grausam geschändete Leichnam des Grafen in seinem Blut liegt, das ist so verdammt traurig. Und die Zuschauermenge verdrückt sich einfach und versucht wohl zu verdrängen was sie da beobachtet hat…nur um sich dann bei der nächsten Hinrichtung wieder um die vordersten Plätze zu prügeln. Porthos hat Glück gehabt, dass er weiter hinten war, da wurde er nicht so hautnah mit dem Volkszorn konfrontiert und hat womöglich die grausame Hinrichtung auch nicht so mitbekommen. Aramis ist sicherlich körperlich unversehrt, aber seelisch nach dieser grausigen Hinrichtung sicherlich nicht. Dieses Bild hat sich wohl wirklich für immer in seine Seele gebrannt, so etwas Schreckliches hat er bestimmt zuvor nie gesehen. Aber gibt es wirklich nichts auf der Welt, das die heilsame Macht hat, diese schrecklichen Bilder in seinem Kopf auszulöschen? Könnten sie nicht nach und nach durch schönere Bilder ersetzt werden? Sicher, es wird Jahre dauern, bis er Chalais schrecklichen Tod vergessen kann, diese furchtbaren Bilder nicht mehr vor sich sieht, aber vielleicht vermag ja Athos Liebe ihn ein wenig zu trösten. Aber ich vermute mal, dass es für Athos genauso schrecklich war wie für ihn…ob Athos jetzt nach dieser Metzelei wohl wieder beginnt sich zu fragen, ob er Chalais hätte befreien können, wenn er es versucht hat? Wird er sich Vorwürfe machen? Kein Wunder dass ihm schlecht ist nach allem was er da gesehen hat..es ist wirklich einfach nur grausig. Nein, Trinken wird hier nicht reichen um zu vergessen, soviel können sie gar nicht trinken.
Das war ein sehr gutes Kapitel, zwar traurig und grausam, aber so gut geschrieben, dass man beim Lesen mitleidet und sich alles gut vorstellen kann. Ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor, woah, wir toppten das WM-Finale?? DAS ist jetzt echt ein Kompliment, danke dafür!! Ich denke, dass die Menschen damals abgehärteter waren, was Hinrichtungen anging, es gehörte einfach dazu. Aber sie erwarteten eine ´normale´ Hinrichtung, keine Grausamkeit und keine Stümperei, so wie wir heute von Schauspielern erwarten, dass sie ihren Text können. Wer ihn nicht kann, wird ausgebuht, deswegen diese Reaktion. Kinder mitzunehmen war wohl normal, die einen machten sich Gedanken darüber, die anderen nicht, der Tod gehörte mit dazu. Deswegen denke ich auch, dass Athos zwar nicht extra zu einer Hinrichtung gegangen wäre, er war nicht blutrünstig, aber wenn er einen Delinquenten verurteilt hätte, zu was auch immer, so hätte sein Sohn, wenn er alt genug gewesen wäre, zusehen müssen. Sei es nur, um ihm die Konsequenzen der Gerichtbarkeit aufzuzeigen ... 

Vielen Dank für dein schnelles Review, liebe Grüße

Kalou

AlienorDartagnan schrieb am 13.07.2014 - 21:11 Uhr zu Kapitel «Vollstreckung»:

Wie abscheulich grausam die Menschen doch sein können…drängten sich damals als Schaulustige auf den Platz der Hinrichtung um sich am Leid eines anderen Menschen zu weiden und nahmen auch noch ihre Kinder auf die Schultern damit die das besser sehen konnten…einfach widerlich…also ich hätte mir das nicht anschauen können wenn ich damals gelebt hätte und hätte es vorgezogen daheim zu bleiben und die Fensterläden zu schließen um auch ja nichts davon mitzubekommen. Und ich finde Athos ist hier treffend charakterisiert, ich glaube auch, dass er ein Kind niemals zu einer Hinrichtung mitgenommen hätte(hat er mit Raoul ja auch nie gemacht). Athos liegt richtig damit, dass Kinder davon Alpträume bekommen und noch lange traumatisiert sind. Damals dachten aber wohl nicht viele Menschen daran, dass ihre Kinder das was sie da sehen womöglich nicht verarbeiten können…man nahm sie wohl einfach mit ohne viel darüber nachzudenken. Und wenn die Kleinen dann auch noch im Gedrängel ihre Mutter verloren war es noch traumatischer für sie. Und Kinder waren im 17. Jahrhundert wohl nicht anders als heute und es war zu viel für sie. In einer Hinsicht teile ich Athos Meinung aber nicht…er denkt, dass er einen Sohn später, wenn dieser älter wäre und sein Herz verhärten würde weil er den Lauf der Welt erkennt, mitnehmen würde zu einer Hinrichtung…auch für junge Männer kann das traumatisch sein. Aber zum Glück hat er ja wohl Raoul nie zu einer Hinrichtung mitgenommen, dieser lernte wohl erst im Krieg die Härte des Lebens, den Lauf der Welt kennen. Der arme Chalais, ich leide beim Lesen richtig mit ihm..wie schrecklich das für ihn sein muss, zu erfahren, dass der König abwesend und damit jede Chance auf Begnadigung schwindet. Aber der König konnte es sich wohl nicht leisten, in diesem Fall Gnade zu zeigen, Könige mussten damals leider oft Härte und Grausamheit demonstrieren, sonst hätten sie nicht lange auf ihrem Thron gesessen. Wie furchtbar das doch für den armen Chalais war, ein schrecklicher, grausamer Tod, sein Leiden wurde durch den unerfahrenen Henker, der gar kein richtiger Berufshenker ist, nur unnötig in die Länge gezogen :( 
Mit einem stumpfen Schwert und ohne Klotz konnte das ja nicht auf Anhieb gehen, das hätten die Verantwortlichen doch wissen müssen..oder war es ihnen einfach egal?
Kein Wunder, dass diese Mutter den Kopf ihres Kindes an ihre Schulter birgt, damit es das grausame Schauspiel nicht sieht…sonst würde das arme Kleine wohl ein Trauma fürs Leben bekommen und wochenlang nicht schlafen können. Das war für viele Zuschauer wohl doch zu viel und sie würden sich wünschen zu Hause geblieben zu sein. Jetzt lässt die Zuschauermenge ihre Wut also an dem Henker aus..ja, es ist wirklich ungerechth, dass man einen Mann dafür genommen hat, der gar keine Erfahrung mit Hinrichtungen hat.

Review Teil 3 folgt

Liebe Grüße

Alienor

AlienorDartagnan schrieb am 13.07.2014 - 20:55 Uhr zu Kapitel «Vollstreckung»:

Ich wollte gerade den Laptop runterfahren und Fußball gucken, das große Finale, aber dieses Kapitel hier muss ich einfach noch lesen…ich bin zu gespannt wie es weitergeht. Darauf könnt ihr euch echt was einbilden, eure Geschichte ist sogar so spannend und gut, dass sie das WM Finale toppen kann :)
Der arme Schustergeselle tut mir beinahe leid…glaubt er wirklich, dass er so seiner Hinrichtung entkommen kann, nur weil er bei Chalais den Henker gemacht hat? Ich bin mir sicher, dass er selbst auch hingerichtet wird, sobald wieder ein Henker zur Verfügung steht. Und der arme Chalais..ich fürchte, da wirds genauso laufen wie ichs im Wikipedia vorgestern noch gelesen hab…dass es lange dauert, bis sein Kopf ab ist, der Arme tut mir gerade so richtig leid, nicht nur dass er hingerichtet wurde, nein leiden muss er auch noch :(
Und ich bin entsetzt, dass sie einfach so einen Schustergesellen nehmen, der ja ein Amateur ist was Hinrichtungen betrifft…da müsste doch jedem klar sein, dass er dem armen Chalais große Schmerzen bereitet weil er den Kopf nicht richtig beim ersten Mal abttrennen kann. Dem König geht es wohl nicht nur darum, durch seine Abwesenheit eventuelle Gnadenapelle zu unterbinden…er ist womöglich auch zu feige, sich diese Hinrichtung anzuschauen. Und sein Bruder Gaston müsste richtig leiden, weil ihm klar geworden ist, dass sein Plan zur Rettung von Chalais gescheitert ist, weil dieser Schustergeselle den Henker machen wird so dass keine kostbare Zeit zur Rettung des Comte gewonnen werden konnte. Ich finds ja immer total traurig, wenn es in einer FF eine Hinrichtung gibt, auch wenns nur fiktiv ist, kommen mir da immer die Tränen :(
Aber ihr musstet es ja so machen, da der historische Chalais eben damals hingerichtet wurde. Für die Musketiere ist es auch keine schöne Aufgabe, bei so einer schrecklichen Hinrichtung Wache zu stehen. Ganz ehrlich, ich bin total gegen die Guillotine, aber dem armen Chalais würde ich wirklich wünschen, es hätte sie im 17. Jahrhhundert schon gegeben.  Ein Glück, dass Aramis und Athos bei ihrem Wachdienst direkt vor dem Schafott diesem den Rücken zuwenden müssen, um Wache zu halten, so werden sie wenigstens nicht Augenzeugen der blutigen Hinrichtung.

Review Teil 2 folgt

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
oh, du hast sogar das WM-Finale hintangestellt, um unsere Geschichte fertigzulesen? Vielen Dank!! Das berührt mich jetzt wirklich! Ja, mit dem armen Chalais geht es wahrlich schrecklich zu Ende, aber da haben wir uns bloß an die historischen Tatsachen gehalten. Dieser Henkersubstitutengehilfe wurde wohl deswegen eingesetzt, denk ich mal, weil man die Hinrichtung auf keinen Fall verschieben wollte. Das hätte Gastons Partei womöglich Zeit verschafft, Chalais` Flucht zu organisieren, und diese wollte man mit allen Mitteln verhindern. Dass die Hinrichtung selbst so grausig ablief, damit hat wohl niemand gerechnet - es wusst ja keiner, wie stümperhaft der selbsternannte Henker agieren würde. Der König hatte sicher gewisse Skrupel, deshalb milderte er das Urteil ja auch auf reine Enthauptung. Aber begnadigen wollte er Chalais nicht, denn das hätte Gastons Partei wieder Auftrieb gegeben -

Vielen Dank fürs Lesen und dein umfangreiches Review trotz laufender WM!!
Liebe Grüße
Aramis

 

Rochefort schrieb am 10.07.2014 - 12:52 Uhr zu Kapitel «Urteil»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Die Strafe, die Chalais nun trifft, ist drakonisch. Ungerecht empfinde ich die Sanktionen gegen seine Familie, so diese in die Verschwörung nicht involviert war. Womöglich wollten die Herren der Gerichtskommission mit diesem besonders harten Urteilsspruch ihre eigene Loyalität dem König und dem Kardinal gegenüber demonstrieren um nur ja nicht in den Verdacht zu kommen, vielleicht selbst heimlich mit den Verschwörern zu liebäugeln. Dass der König den Richtspruch gegen die Familie abmildert, macht ihn sympathisch.

Diese Stunden vor der Hinrichtung zerren an den Nerven von Aramis und Athos, das ist nicht verwunderlich. Da ist die Meinungsverschiedenheit, die ob der Verurteilung des Grafen zwischen den beiden ausbricht, dann ihre persönliche Verstrickung in frühere Intrigen, die ihnen immer noch zum Verhängnis werden kann, Athos’ schlechtes Gewissen, dass er Chalais nicht aktiv zu helfen versucht hat, Aramis’ etwas unfreiwillige Rolle als Spion des Kardinals, überwacht von Rochefort… alles in allem wirklich keine angenehme Lage.

Aramis stößt die Blut- und Sensationsgier der auf das Hinrichtungsspektakel wartenden Menschen ab - und doch trägt auch er diese dunkle, grausame Seite in sich. Er weiß es und ich denke, gerade das erfüllt ihn manchmal mit einem namenlosen Entsetzen, weil ihm klar ist, dass er diese Kräfte und Emotionen, die sich in solchen Augenblicken Bahn brechen, nicht kontrollieren kann. Daher vielleicht sein Wunsch, “allem Menschentum für immer zu entsagen”.

Dass Gaston und seine Getreuen tatsächlich den Henker entführen lassen, mutet für mich wie ein unüberlegter Dummejungenstreich an. Glauben sie im Ernst, dass der König nun sein Urteil revidieren wird? Und an eine Befreiungsaktion ist doch nicht zu denken, so schwer bewacht wie Chalais ist. Mit dieser Unüberlegtheit beschwört die Clique um des Königs Bruder nur noch mehr Leid herauf…

Die Befehle ihrer Vorgesetzten scheinen die Musketiere nicht immer besonders ernst zu nehmen. Auch wenn Athos weiß, dass die Suche nach dem Henker keinen Sinn hat, so wäre es klüger, zumindest den Schein zu wahren. Wird ihre Untätigkeit nämlich beobachtet, könnte man darin mehr als nur die Vernachlässigung ihrer dienstlichen Order sehen…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Rochefort, auch für dieses Review vielen Dank! Athos weiß, dass es sinnlos ist, den Henker suchen zu wollen, deswegen erklärt er es auch offen und frei seinen Kameraden - wo er es eigentlich seinem Leutnant hätte erklären sollen. In der Tat könnte ihre laxe Suche zu Konsequenzen führen, andererseits ist es auch obsolet, einen Verschwundenen in einer nächtlichen Stadt aufscheuchen zu wollen, Ich denke, d´Oucques mussste wissen, dass die Suche nur des Scheins wegen war ... was die Entführung an sich betrifft, so ist sie dämlich, da hast du Recht. Historisch, aber dumm - denn es findet sich doch immer einer, der bereit ist, das Schwert zu führen, siehe Mordaunt ;-)

Liebe Grüße

Kalou

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