Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Kamingespräch»

duchesse schrieb am 07.05.2013 - 22:40 Uhr zu Kapitel «Kamingespräch»:

Messieurs,

ich muss gestehen, am gestrigen Abend Euer Kamingespräch belauscht zu haben ;-)

Eine Unterredung zwischen Aramis und Rochefort habe ich mir bisher nie so recht vorgestellt, da sie eigentlich ja recht wenig miteinander zu tun haben… und dann kehren sie beide hier gleich ihr Innerstes nach außen und rütteln munter an sämtlichen Grundpfeilern von Menschheit und Gesellschaft. Aber ihr habt sehr nachvollziehbar erklärt, wie es von beiden dazu gekommen ist : Rochefort ist im Prinzip einfach neugierig, weil er Aramis nicht zu durchschauen vermag, was ihm ja eher selten passiert (sonst hätte er wohl auch seinen Job verfehlt…), und Aramis ist in seiner momentanen Gemütsverfassung weniger zurückhaltend als sonst – und der gute Burgunder spielt wohl auch eine Rolle ;-)

Sehr treffend finde ich, wie positiv Aramis sich über Richelieu äußert. Ich kann mir gut vorstellen, dass er ihn bewundert hat : seine Politik und seine Visionen, aber auch seine Intelligenz und sein Durchsetzungsvermögen. Ohnehin finde ich, dass Aramis Richelieu im Fortgang der Musketier-Trilogie immer ähnlicher wird, als hätte er ihn sich wirklich zum Vorbild genommen. Anfangs sind sie Gegner – Macht gegen Abenteuer, in den „Trois Mousquetaires“ haben die Freunde (wie Rochefort richtig erkannt hat) keinerlei politische Motive. In VAA ist das schon anders, und da ist Aramis dann plötzlich auch die treibende Kraft. Es ist sicher kein Zufall, dass er am Ende der einzige der vier ist, der noch am Leben ist - die Welt, in der er lebt, hat sich gewandelt, für Abenteurer ist dort kein Platz mehr… für einen Machtmenschen hingegen sehr wohl.

Aramis’ Erkenntnis, er sitze zwischen den Stühlen, stimmt meines Erachtens in jeglicher Hinsicht : charakterlich, persönlich, beruflich, weltanschaulich etc. Liegt es vielleicht daran, dass er, wie Rochefort bemerkt, ein Idealist mit dem Hang zu Extremen ist, dann aber selbst doch zu sehr Realist, um diese Extreme umzusetzen?

Rochefort macht demgegenüber den Eindruck, als ruhe er in sich selbst, als habe er sich und seinen Platz in der Welt gefunden. Auch wenn er bei weitem nicht mit allem und allen im Reinen ist, leidet er zumindest nicht so sehr darunter wie Aramis. Tendenziell sind seine Ansichten die “moderneren”... und seine Denkweise die der geistigen Gesundheit zuträglichere ;-)

Un grand merci à vous deux für diesen Parforceritt durch das Dickicht unserer Gewissheiten!!!

Liebe Grüße,

duchesse


Antwort des Autors:

Liebe Duchesse!

Vielen Dank für Deine treffenden und Kommentare zu unserem “Kamingespräch”! Ich glaube, dass weder Aramis noch Rochefort am Beginn dieses Gesprächs auch nur im Entferntesten geahnt haben, wie persönlich es werden und wie sehr es in die Tiefe gehen würde. Wie Du sagst - beide hatten bisher nur oberflächlichen Kontakt und hatten einander zudem wohl auch nicht gerade in der besten Erinnerung. ;-)  Doch in manchen Situationen bekommen die Dinge dann eine gewisse Eigendynamik… Deinen Vergleich zwischen Aramis und Richelieu in Bezug auf die Romane von Dumas finde ich sehr passend. Mir ist das bisher gar nicht so bewusst gewesen, aber wenn man sich Aramis’ Entwicklung in Band 2 und 3 ansieht, sind da durchaus Gemeinsamkeiten. Dass Aramis sich so positiv über den Kardinal äußert (und Rochefort ihm auch abnimmt, dass er das ehrlich meint), ist sicher mit ein Grund, warum der Graf mehr aus sich heraus geht und ihm im Verlauf des Gesprächs zu vertrauen beginnt.

“ein Idealist mit dem Hang zu Extremen, dann aber selbst doch zu sehr Realist, um diese Extreme umzusetzen” ... Damit hast Du Aramis’ Wesen in meinen Augen wirklich perfekt in einem einzigen Satz zusammen gefasst! Rochefort ruht in sich, das stimmt, so sehe ich ihn auch. Was aber nicht heißt, dass es nicht auch Situationen und Ereignisse geben kann, die diese Ruhe merklich erschüttern können…

Liebe Grüße

Rochefort

 

kaloubet schrieb am 06.05.2013 - 15:33 Uhr zu Kapitel «Kamingespräch»:

Holt die Guillotine, schürt das Feuer - die beiden gehören auf den Scheiterhaufen und werden direkt dort landen, sollte jemand dieses Gespräch belauscht haben. Welche Sicherheiten werden unangetastet gelassen, welche Traditionen und Werte nicht hinterfragt? Hui, das ist so tiefgehend, dass man eigentlich für jeden Absatz ein eigenes Review schreiben müsste, um die geäußerten Vermutungen, Aussagen und Fragestellungen wirklich zu kommentieren. So kann das Review nur schrecklich oberflächlich bleiben, eigentlich eine Zumutung angesichts der Tiefe dieses Gesprächs. Ein Kamingespräch? Eine Kaminphilosophie, bei der man mal dem einen, mal dem anderen nickend zustimmen möchte, auch wenn die Aussagen zum Teil recht schneidend sind. Ich neige dazu, rein inhaltlich, Rochefort zuzustimmen, Aramis ist manchmal sehr absolut in seiner Aussage, zum Beispiel bezüglich des Vertrauens. Da kann man ihn eigentlich nur bemitleiden, denn er isoliert sich selbst. Die dahintersteckende Analyse des Charakters von Aramis würde ich durchaus unterschreiben, er ist wirklich ein Mensch, der niemandem traut ... doch, einem vielleicht, nämlich Athos… Allerdings geht er hier derart aus sich heraus, dass es scheint, als traue er ausgerechnet Rochefort. Wobei dieser ja ein Gegner, aber kein Feind der Musketiere ist. Sehr schön fand ich das Adjektiv ´undefiniert´ in Bezug auf Aramis´ Charakter. Ein sehr interessantes, ein sehr tiefgehendes Gespräch, das zum Nachdenken anregt, bravo dafür! Eine kleine Bitte hätte ich zwecks der Lesbarkeit und auch für bessere Reviews - könntet ihr das nächste Mal einfach mehrere Kapitel draus machen? ;-)

Viele Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe Kaloubet!

Vielen Dank für Dein Review und das Lob! :-)) Es freut mich sehr, dass Dir unser Kamingespräch so gut gefallen hat. Ja, Du hast recht - die beiden wären die richtigen Kandidaten für die “schwarze Liste” der Inquisition. ;-)) Zum Glück gab es die in Frankreich zur Zeit Richelieus nicht. Aramis vertritt die noch extremere Position als Rochefort und irgendwie finde ich, dass er sich durch seine Kompromisslosigkeit von vorneherein jede Chance auf persönliches Glück nimmt. Das ist es auch, was Rochefort versucht, ihm aufzuzeigen, doch ich glaube nicht, dass Aramis seine Einstellungen ändern wird, denn wie es so schön heißt: “Niemand kann aus seiner Haut heraus.” Dass der junge Musketier ausgerechnet ihm gegenüber so offen ist, erstaunt Rochefort selbst ... doch ich glaube, es gibt manchmal Momente, Situationen, Stimmungen, in denen Gespräche wie dieses einfach “passieren”, ungeplant und aus dem Augenblick heraus. Solche Momente sind in der Regel auch nicht wiederholbar. Bezüglich Unterteilung in Kapitel: Wir haben darüber nachgedacht, uns jedoch dann bewusst dagegen entschieden, weil wir befürchtet haben, dass durch eine Unterteilung der Lesefluss unterbrochen und damit die Stimmung dieses Gesprächs, die zu vermitteln uns wichtig war, zerstört werden würde. Es schien uns besser, dem Leser die Möglichkeit zu geben, das Gespräch im Ganzen, ohne Unterbrechung, zu lesen.

Liebe Grüße

Rochefort

AlienorDartagnan schrieb am 03.05.2013 - 19:26 Uhr zu Kapitel «Kamingespräch»:

Oh wie schön, neues Lesefutter…ich finds toll, dass ihr beiden mal eine Geschichte zusammen schreibt. :)
Schon der Anfang gefällt mir gut…Aramis als beleidigter Geliebter erinnert mich wirklich an den Aramis wie Dumas ihn beschrieben hat…wenn eine seiner Herzensdamen ihn nicht erhörte, bekam er ja immer gleich eine Art Lebenskrise.  Begräbnis der Tante…naja, ob Rochefort ihm diese Notlüge abnimmt ist ja sehr fraglich. Aus seinem durchdringenden Blick und seinem Lächeln schließe ich, dass er Aramis Lüge längst durchschaut hat. Rochefort hat wohl schon Recht…die Chevreuse ist für Aramis vielleicht kein guter Umgang, weil sie doch eine sehr intrigante Person ist…keiner kann genau wissen, ob und wieviel sie wirklich für ihn empfindet. Rochefort liegt genau richtig..ich persönlich bin ja auch der Meinung, dass Aramis von allen vier Musketieren der am schwersten zu durchschauende ist. Und er scheint nirgendwo richtig hinzupassen..weder als Priester, weil er dafür nicht die nötige Berufung spürt, noch dauerhaft als Soldat, weil er sich wahrscheinlich auch für dieses Leben nicht bestimmt fühlt. Ja, als Künstler oder Gelehrten könnte ich mir Aramis auch sehr gut vorstellen….er wäre der geborene Dichter. Bei Aramis Wesensart und seinen zarten weichen Händen denken bestimmt viele wie Rochefort, er könnte sich vielleicht mehr für das eigene Geschlecht interessieren. Wenn sich damals ein Mann die Hände so sorgfältig mit Mandelmilch pflegte, veranlasste das andere männliche Zeitgenossen bestimmt zu wilden Spekulationen. Ich bin bereits jetzt total gebannt von der Geschichte und richtig neugierig was Rochefort mit Aramis vorhat, inwiefern er ihn sich vielleicht für seine Pläne zunutze machen will. Aramis scheint ja sehr neutral zu sein was den Kardinal betrifft..oder ist es ihm einfach nur gleichgültig, weil ihn gerade sein Liebeskummer wegen der Chevreuse so beschäftigt?
Rochefort und Aramis haben damit schon Recht…es ist eigentlich totaler Unsinn, dass sich die garden der Musketiere und des Kardinals so befehden, denn letztendlich dienen sie doch alle der Krone Frankreichs. Der Gedanke, dass die Fehden auch daher rühren könnten, dass Tréville die jungen und oft ungestümen Musketiere regelrecht dazu anstachelt, sich mit den Kardinalsgarden im Kampf zu messen, ist mir noch gar nicht gekommen. Ich bin gespannt, wie Rochefort das in Zukunft unterbinden will, und wie Aramis ihm dabei helfen kann. Aramis ist Tréville jedenfalls Gehorsam schuldig, und irgendwie scheinen ja auch alle Musketiere ihren Hauptmann sehr zus schätzen…da steckt er wirklich in einer schwierigen Lage, denn erkann sich ja nicht einfach so auf Seite der Kardinalisten stellen, wie soll er zwischen Pflicht und Neigung entscheiden ohne seine Freunde zu verärgern?. Daran könnte seine Freundschaft mit Porthos, Athos und d´Artagnan vielleicht sogar zerbrechen, denn diese würden einen Wechsel vielleicht als Verrat ansehenTréville hat Rochefort beim kartenspiel betrogen? Dann kann man ja verstehen, warum der Kardinalist nicht gerade gut auf ihn zu sprechen ist. Was den Glauben betrifft, scheinen Rochfort und Aramis ja unterschiedlicher Meinung zu sein..Rochefort glaubt noch wahrhaftig und ernsthaft an einen Gott…Aramis konnte das noch nie…und ich kann ihn verstehen, es ist auch merkwürdig an einen Gott zu glauben, der seinen eigenen Sohn opferte. Erstaunlich, dass der Gedanke an Gott Rochfort sogar Trost spenden kann..bei Aramis funktioniert das ja eher nicht.
Mir gefällt das Gespräch der beiden so richtig gut, das habt ihr echt toll geschrieben, das hat wirklich eine gewisste Tiefe, und beschäftigt sich mit der Frage, die wohl viele Menschen noch heute bewegt: Hat ein höheres Wesen die WElt erschaffen oder nicht..gibt es einen Gott? Im 17. Jahrhundert, einer streng religiösen Zeit, hätte Rochfort Aramis für sein Geständnis, nicht an Gott zu glauben, wohl wirklich anzeigen können und dieser hätte dann gewaltige Probleme bekommen..aber irgendwie glaube ich nicht, dass Rochfort das tun wird. Das 17. Jahrhundert war ja auch eine Zeit, in der Wissenschaft und Glaube immer häufiger aneinandergerieten, wie beispielsweise im Fall Galileo Galilei….und auch Aramis hatte wohl ein für seine Zeit sehr modernes Denken. Und Rochefort hat ganz Recht…der Grad zwischen Heldentum und Leichtsinn ist oft sehr sehr schmal und könnte Aramis zum Verhängis werden.
Und auch Rochefort scheint sich nach einem anderne Leben zu sehnen, würde vielleicht noch heute lieber zur See fahren als dem Kardinal zu dienen. Und auch er ist seiner Zeit sehr weit voraus, er ahnt bereits, dass es noch vieles gibt, was die Wissenschaft auch in Hunderten von Jahren nicht wird erklären können. Und ich denke auch, dass es in der Natur des Menschen liegt, Fragen zu stellen..wenn das Ende des universums erreicht wäre, würde man sich dann wirklich fragen was dahinter kommen könnte. Neugier und Forscherdrang sind wohl ganz natürliche Eigenschaften des Menschen. Und es stimmt was Aramis sagt…jeder sollte das Recht haben zu sagen was er denkt, und der Aberglaube mit den Scheiterhaufen sollte ein Ende haben. Im 17. Jahrhundert brannten ja leider in ganz Europa die Scheiterhaufen, man verbrannte viele als Hexen und Hexer..dabei wurden ihre Geständnisse durch Folter regelrecht erzwungen. Und ein Gespräch wie Aramis und Rochfort es führten, konnte damals sehr gefährlich werden wenn jemand lauschte und es der  Inquisition meldete (gab es eigentlich im Frankreich des 17. Jahrhunderts eine Inquisition?)
Ja, Träume sind lebensnotwendig, und vermutlich waren sie im 17. Jahrhundert noch wichtiger und notwendiger als heute, weil damals vielen Menschen nur ihre Träume bliebten, weil das Leben hart und entbehrungsreich war, oder sie nicht sagen durften was sie fühlten oder dachten. Rochefort hat Recht, in der Bibel stand nirgendwo, dass man Andersgläubige oder Atheisten verfolgen und verbrennen sollte…das wurde wohl alles nur falsch ausgelegt. Aber auch wenn es ihn reizen würde, einmal mit einem Vertreter der Inquisition zu reden, sollte er das lieber bleiben lassen, wenn sein Leben ihm lieb ist. Meiner Meinung nach sind die beiden sich sehr ähnlich und beide sind auf ihre art Visonäre. . Und Rochefort hat REcht..damals hatte die Gesellschaft ihre eigenen prüden Methoden um diejeigen abzusondern die sich nicht anpassen, und damals war es sicherlich durchaus möglich, dass jemand bei Hofe in den Tod getrieben würde. Meiner Meinung neigt die Gesellschaft auch heute noch dazu(wenn auch nicht mehr mit so harten Methoden wie damals) Menschen die anders sind und nicht wie Schafe der Herde nachlaufen, auszusondern und entweder zu mobben oder zu ignorieren. Und noch heute gibt es Länder, in denen die Menschen von Diktatoren kontrolliert werden und nur wenige sich wiedersetzen. Und heutzutage ist es so, das war auch vor zehn Jahren schon so, dass Teenager oft ihre eigene Identität verleugnen und sich als Mitläufer einer Gruppe anpassen müssen. Kaum jemand wagt es heute noch, dem Herdentrieb zu widerstehen und einfach so zu sein wie er ist..viele verstellen sich nur damit sie von anderen akzeptiert werden.  Dazu fällt mir folgender Spruch ein: “Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom”.
Rochefort hat Recht…wir dürfen niemals aufhören zu träumen. Das war sehr mutig von ihm, mit 18 Jahren gegen den Willen seines Vaters nach Paris zu ziehen, dazu gaben seine Träume ihm wohl die nötige Kraft. Und durch die Dichtkunst konnte Aramis Geist auch als er im Priesterseminar war, frei sein.
Und es ist schön, dass beide auch jetzt, als erwachsene Männer, ihre Hoffnungen und Träume nicht verloren haben. Ich frage mich ob ich das gerade richtig deute..wäre es möglich, dass Rochefort sich womöglich nicht für Frauen interessiert?  
Was Aramis über die Liebe an sich und über die Freundschaft der vier Musketiere sagt, trifft zu..und ich bin auch der Meinung, dass ihre Freundschaft gerade deswegen so besonders war, weil sie unterschiedlicher Meinung und so verschieden wie Tag und Nacht waren und sich trotzdem liebten. Rochefort hat auch damit Recht..Liebe muss nicht nur Partnerschaft bedeuten, auch Freundschaft ist eines der vielen Gesichter der Liebe. Vielleicht hab ichs doch falsch gedeutet und er ist gar nicht homosexuell.  Aramis reagiert ja sehr impulsiv und pessimistisch, er scheint noch nicht so ganz verstanden zu haben, was Rochefort ihm sagen wollte. Immerhin hat Aramis sich schnell wieder beruhigt und scheint wirklich darüber nachzudenken was seine Freunde für ihn bedeuten und er für sie.
Wie gut, dass es nicht zu einem duell zwischen den beiden gekommen ist. Und ich finde es schön, wie Aramis am Ende, als Rochefort ihn wegen seines fehlenden Glauben sund seiner Illusionslosigkeit bedauert davon berichtet, dass es ihm ein Gefühl der Geborgenheit gibt, im ewigen Kreislauf der Natur zu leben..das gibt ihm auch ein Gefühl von Geborgenheit.
Das war eine sehr schöne Geschichte, ich fand diese Diskussion wirklich sehr tiefgehend und geistreich und selbst in der heutigen Zeit noch so aktuell…hat mir sehr gut gefallen und mich auch nachdenklich gemacht.
Oje..das Review ist jetzt doch etwas lange geworden, hoffe ihr nehmt mir das nicht übel. Ich würde mich freuen, wenn ihr irgendwann noch einmal so eine Diskussion der beiden schreibt, das war ein wahres Lesevergnügen.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor!

Ich freue mich, dass Dir unser “Kamingespräch” so gut gefällt und Du Dir die Zeit genommen hast, ein so ausführliches Review zu verfassen. Es war für mich sehr interessant, mir zu überlegen, wie Rochefort zu all diesen Themen steht und wie er auf Aramis’ Aussagen reagieren würde. Beide sind auf ihre Art ziemlich rebelllische Charaktere, die sich gesellschaftlichen und religiösen Normen nicht anpassen und unterordnen wollen - wobei Aramis die kompromisslosere und extremere Position vertritt. Rochefort ist nicht ganz so illusionslos und fatalistisch wie Aramis, was wohl daran liegt, dass er seinen Platz im Leben gefunden hat, sich dort wohl fühlt und mit niemandem tauschen möchte. Wäre er Richelieu nicht begegnet, so hätte es gut sein können, dass er tatsächlich Forscher und Entdecker geworden wäre. Aber seine Abenteuerlust kann er nun durch die Arbeit für den Geheimdienst befriedigen, die ja alles andere als ungefährlich ist. Ich sehe Rochefort als sehr kritischen Menschen, doch Kritik, vor allem an der Kirche, offen zu äußern, konnte damals tatsächlich verhängnisvoll werden. In Frankreich gab es zur Zeit Richelieus übrigens keine Inquisition. Einem Verfechter der Inquisition würde Rochefort auch niemals dienen!

Liebe Grüße

Rochefort


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