Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «La veille de la bataille»

AlienorDartagnan schrieb am 18.10.2013 - 18:36 Uhr zu Kapitel «À Paris»:

Da kam Athos ja gerade im richtigen Moment, er weiss sicherlich genau was gerade in Aramis vorgeht. Und eine hässliche Szene in der Öffentlichkeit hätte an diesem Abend sicherlich für einen handfesten Skandal gesorgt, und das kann nicht in Aramis Interesse sein. Hm..die Chevreuse blickt Athos sanft und träumerisch an? Ob sie wohl mehr für ihn empfindet? Ist diese Frau denn überhaupt fähig, sich in einen Mann zu verlieben? Athos wäre ja eine neue Liebe zu gönnen, jemand wie er hat es wirklich verdient, doch es bleibt zu hoffen, dass Marie nicht vorhat, mit seinen Gefühlen zu spielen. Ihr schwärmerischer Blick deutet allerdings nicht darauf hin. Und gerade weil sie einen Sohn mit Athos hat, wird sie ihn wohl kaum ausnutzen und mit seinen Gefühlen spielen, wie sie es bisher oft mit den Männern tat.
Aramis Anblick scheint ihr ja einen gehörigen Schrecken eingejagt zu haben..sie hat gewiss nicht damit gerechnet, ihn an diesem Abend dort anzutreffen. Ob es ihr wohl leidtut, wie sie damals mit ihm umgegangen ist? Hat sie sich in den letzten Jahren vielleicht verändert? Athos und Aramis wollen sich mit Rochefort treffen? Ich bin gespannt worum es bei diesem Treffen geht, es kann ja eigentlich nur etwas Politisches sein.
Aramis Gedicht richtet sich direkt gegen die Herzogin, scheint sie regelrecht anzuklagen, und er scheint es wirklich zu genießen, dieses Gedicht von Voiture vorzutragen. DAs Billet, das die Chevreuse Athos zusteckt…dabei geht es bestimmt um Raouls Posten in der Armee, den sie ihm verschafft hat, aber natürlich weiss Aramis das nicht, und wird gleich wieder die wildesten Theorien aufstellen.
Ja, es ist schön zu lesen, dass die Herzogin Raoul wirklich wichtig ist und sie so liebevoll mit ihm umgeht, das hätte ich gar nicht von ihr erwartet. In dieser Hinsicht hast du dich doch sehr gut an die Vorlage im Roman gehalten, es gefällt mir, wie du sie hier beschrieben hast. Für Raoul muss es allerdings sehr verwirrend sein, dass diese Frau, die für ihn ja noch wie eine Fremde ist, ihn so stürmisch geküsst hat, er weiss ja nicht, dass sie seine Mutter ist. Und…ich finde es auch sehr merkwürdig, dass eine Mutter ihren fünfzehnjährigen Sohn noch auf die Lippen küsst…oder war das im 17. Jahrhundert noch so üblich? Und Raoul, der nicht wissen kann, dass sie seine Mutter ist, wird diesen Kuss vielleicht falsch deuten.
Oje, das sieht ja ganz danach aus, als ob Aramis zur Chevreuse gehen will…und dabei kann, so aufgewühlt und wütend wie er ist, nichts Gutes herauskommen.
Ich bin sicher, dass Aramis niemals einer Frau etwas zuleide tun würde, aber es wird sicherlich zu einem Streit kommen, und womöglich steht ja auch die Freundschaft von Athos und Aramis auf dem Spiel. Ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht, und was Aramis von seiner einstigen Geliebten will.

Liebe Grüsse

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
vielen Dank für dein umfangreiches Review! Ja, beim Abbé Scarron sprühen die Funken, bleibt nur zu hoffen, dass sie sich nicht in einem allzu heftigen Gewitter entladen! *grins*
Was deine Aussagen bezüglich Charakter und Handlungsweise der Duchesse de Chevreuse betrifft: Ich halte Marie für eine äußerst problematische Mutter. Natürlich ist ihr Raoul nicht vollkommen gleichgültig - doch mir scheint, ihre Liebe zu ihrem Sohn ist weit entfernt von einfühlsamer, altruistischer Mutterliebe, sie laviert zwischen Egoismus, dem Wunsch, andere zu kontrollieren, Eigenliebe und Eitelkeit, nimmt sogar leidenschaftliche Form an, die ans Sexuelle rührt, und erscheint mir aus diesem Grund in meinen Augen besonders gefährlich. Kindesmissbrauch (geistig wie körperlich) erweist sich ja leider als ein nur allzu oft im Stillen verübtes Verbrechen, und daher ist Aramis auch so geschockt und wütend, als er heimlich diese verfängliche Szene zwischen Marie und Raoul beobachtet. Zudem weiß er aus eigener böser Erfahrung, wie brutal und rücksichtslos die Duchesse reagieren kann, wenn sie sich und ihre Wünsche missachtet glaubt - daher sein tiefes, eingefleischtes Misstrauen ihr gegenüber, trotz ihres offenkundigen mütterlichen Interesses.
Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 18.10.2013 - 18:13 Uhr zu Kapitel «À Paris»:

Schön, dass du so schnell weitergeschrieben hast :)
Wie es scheint, hat die Chevreuse doch kein Herz aus Stein..die Begegnung mit ihrem fast erwachsenen Sohn Raoul scheint sie doch sehr berührt zu haben. Auch wenn sie ihn damals weggegeben hat, was sehr verantwortungslos war, so wird sie doch vielleicht in all den Jahren oft an ihn gedacht, und sich gefragt haben, was aus ihm geworden ist, wie es ihm geht. Es freut mich doch, dass sie nicht nur kalt und berechnend, sondern auch eine liebende Mutter sein kann. Für Aramis muss es allerdings wie ein Schlag ins Gesicht sein, die Frau die er einst liebte nun im Haus des Abbé Scarron wiederzusehen, er kann sich gewiss nicht vorstellen, dass sie ihren Sohn wirklich liebt. Es ist ja auch verständlich, dass er, nachdem sie ihn damals so rüde abwies und mit seinen Gefühlen spielte, nicht gerade gut auf sie zu sprechen ist.
Review Teil 2 folgt

Liebe Grüsse

Alienor

kaloubet schrieb am 16.10.2013 - 18:46 Uhr zu Kapitel «À Bragelonne»:

Liebe Aramis, was soll ich sagen? Wunderbar, einfach wunderbar! Du beschreibst Athos´ Seelenpein, sein Hin- und Hergerissensein so hautnah, dass man mitleiden, mitfiebern muss. Doch auch seine kämpferische Ader, der Wille, zum Schwert zu greifen, das Königtum zu verteidigen, wird deutlich und die Liebe zu seinem Freund, die durch dessen Bindung an Mazarin kaum getrübt wird. Wenn d´Artagnan nur die Hälfte ahnte, würde er vor Erstaunen aus dem Bett fallen ;-). Ich kann nur sagen - mehr davon!


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,
vielen Dank für dein Review! Ich freu mich umso mehr über dein Lob, weil ich ja weiß, wie kongenial und überzeugend du Athos in deinen Geschichten beschreibst und daher bei den Darstellungen seiner Person, die von anderen Leuten stammen, sicher beim Lesen besonders kritisch bist. Ich bin daher, wenn ich was über Athos schreib, immer ein bissl nervös, dabei *hüstel* -
Der Auslöser für das Ganze war diese bewusste Textstelle in den VAA, die mir vor einiger Zeit beim Lesen ins Auge gesprungen ist, und ich hab versucht, mir vorzustellen, worüber Athos wohl an diesem bewussten Abend, an dem d`Artagnan ihn unten in seinem Zimmer umherwandern hört, nachgedacht haben könnte. Ich freu mich sehr, wenn meine Interpretation in deinen Augen einigermaßen plausibel wirkt.
Nochmals vielen Dank und liebe Grüße!
Aramis

Rochefort schrieb am 16.10.2013 - 15:33 Uhr zu Kapitel «À Bragelonne»:

Lieber Aramis!

In diesem Kapitel kommt, wie mir scheint, besonders treffend das Wesen von Athos zum Ausdruck, sein aristoratischer Stolz, seine hohen Ideale, sein Edelmut. Umso schlimmer muss es für einen Menschen wie ihn sein, dass er seinem alten Freund d’Artagnan, dem er so intensive väterliche Zuneigung entgegen brachte, nicht mit geradliniger Offenheit begegnen kann. Täuschungsmanöver wie diese sind seinem Charakter ja eigentlich völlig fremd. Dass er sich dennoch dazu zwingt, zeigt, wie ernst er Aramis’ Warnung genommen hat und wie wichtig ihm die Sache ist, für die er kämpft. Nie und nimmer würde sich ein Mann wie Athos einer machtgierigen Schlange wie Mazarin unterwerfen. Doch nicht nur mit diesem emotionalen Zwiespalt hat er zu kämpfen - auch die anstehenden Entscheidungen um die Zukunft seines Sohnes könnten schwieriger nicht sein: Den jungen Mann von zu Hause fortzuschicken könnte ihn vor unglücklichen gefühlsmäßigen Verstrickungen bewahren, doch bei Hofe drohen dafür zahllose andere kaum abzuschätzende Gefahren. Und die Frage, ob er Marie de Chevreuse Kontakt zu Raoul aufnehmen lässt oder nicht, heißt eigentlich nur, zwischen zwei Übeln wählen. Denn sowohl das eine als auch das andere könnte sich als verhängnisvoll erweisen…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Cornelia/Rochefort,
du hast Athos` zwiespältige Lage in deinem Review äußerst eindrucksvoll und treffend analysiert! Vielen Dank dafür! Ich freu mich, wenn die ambivalente, spannungsreiche Stimmung, die an diesem Abend auf Schloss Bragelonne herrscht, ein bissl rüberkommt. Athos ist für mich ein sehr tiefer, ernster, schwermütiger Charakter, dem Ehrlichkeit und Gerechtigkeit über alles gehen, und der Entscheidungen daher nicht auf die leichte Schulter nimmt. Ja, wie du schon sagtest, sein Edelmut treibt ihn dazu, Maries Wunsch zu erfüllen, aber die gesamte Situation ist und bleibt für ihn und Raoul eine sehr zweischneidige Sache. Auf der einen Seite fühlt Athos sich Raouls Mutter gegenüber moralisch verpflichtet, auf der anderen will er seinen Sohn vor schlechten Einflüssen schützen - es ist wirklich nicht leicht, Vater zu sein und für sein Kind die richtigen Entscheidungen zu treffen -
Nochmals vielen Dank und liebe Grüße!
Aramis

Rochefort schrieb am 16.10.2013 - 14:56 Uhr zu Kapitel «À Noisy»:

Lieber Aramis!

Eine interessante Idee, den Ereignissen rund um die Befreiung des Duc de Beaufort eine Geschichte zu widmen! :-)) Im Buch hätte ich immer gern mehr über das Drum-Herum dieser Unternehmung erfahren, dort bleibt aber vieles ungesagt. Die Schilderung von Aramis’ Gemach am Anfang gefällt mir besonders gut. Auch kann ich mir lebhaft vorstellen, dass Aramis einem Kardinal Mazarin so rein gar nichts abgewinnen kann. So ist auch sein Misstrauen d’Artagnan gegenüber durchaus nachvollziehbar. 20 Jahre können einen Menschen verändern; es lässt sich nicht abschätzen, wie viel d’Artagnan die Freundschaft von damals noch wert ist… Dass die vier Freunde nach 20 Jahren auf verschiedenen Seiten stehen, hat mich schon beim Lesen des Buches immer sehr beschäftigt und auch traurig gemacht - andererseits lebt die Geschichte aber gerade von diesem Spannungsfeld. In jedem Fall tut er gut daran, Athos umgehend zu warnen, damit er nicht völlig unvorbereitet ist. Aramis’ Einstellung zu Frauen hat sich nach dem Schockerlebnis mit der Chevreuse wie man sieht nicht gewandelt. ;-)) Es muss ihm schwer fallen, Madame de Longueville Interesse vorzugaukeln, doch die Politik fordert eben auch persönliche Opfer. In jedem Fall scheint aber sicher, dass Aramis sich nie wieder von einer Frau so verletzen und demütigen lassen wird wie damals; er hat wohl einen Schutzschild um sich errichtet, den zu durchdringen nicht möglich sein wird.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Cornelia/Rochefort,
Ja, dass die 4 Freunde nun nicht mehr, wie vor zwanzig Jahren, im selben Lager vereint sind, das hat mich beim Lesen des Romans auch irgendwie berührt - es ist für mich immer traurig, zu sehen, wenn unbedingte Freundschaft und Idealismus der Jugend der “Vernunft” des Erwachsenenlebens weichen müssen -
Die Geschichte ist als Fortsetzung zu “Perte de l`innocence” und “Histoires de lettres” gedacht, und daher hab ich das Verhältnis zwischen Aramis und der Duchesse de Longueville entsprechend dieser Vorgabe ein wenig uminterpretiert.
Aramis seh ich als einen sehr feinfühligen, aber auch sehr misstrauischen Charakter, der erlittene Verletzungen auch nach Jahren nicht vergisst und diese, wenn überhaupt, nur äußerst schwer verzeihen kann. Eine typische Folge von weltfremdem, jugendlichem Idealismus, gepaart mit heftiger Sehnsucht nach Liebe, die aber auch ins Gegenteil umschlagen kann, wenn sie schwer enttäuscht wird. Sein Zimmer in Noisy ist irgendwie ein Spiegel seiner Seele: Einerseits von erlesenem, exquisitem Geschmack, andererseits aber ziemlich abgeschottet von der Außenwelt -
Nochmals vielen Dank für dein tiefgreifendes, einfühlsames Review !
Liebe Grüße
Aramis


AlienorDartagnan schrieb am 16.10.2013 - 12:00 Uhr zu Kapitel «À Bragelonne»:

Athos ist noch immer ganz der Alte…sein Ehrgefühl leitet seine Entscheidungen, und gerade das macht ihn ja so sympathisch, denn damals handelten und dachten nur noch wenige Edelmänner so wie er…mir gefällt es sehr gut, wie du Athos in diesem Kapitel schreibst :)
Was den Brief der Chevreuse betrifft..ich bezweifele ehrlich gesagt, dass es ihr wirklich darum geht, Raoul zu sehen, ich vermute eher, dass sie den Jungen und Athos für ihre eigenen poltiischen Ziele benutzen will….diese Frau hat wirklich kein Herz.  Sie hat damals ihr Kind einfach so weggeben, ohne zu wissen ob der Priester, den sie für den Vater hielt, sich wirklich um ihn kümmern würde, er hätte genausogut in einem dieser schrecklichen Waisenhäuser landen können, in denen nur wenige Säuglinge überlebten. Für Athos ist das keine leichte Situation….Raoul weiss nicht, dass er sein leiblicher Sohn ist..wie soll er ihm da von der Chevreuse erzählen? Eine wirklich heikte Situation. Athos sollte Raoul aber wirklich schnell aus der Provinz wegbringen…denn selbst er scheint zu ahnen, dass Raouls Liebe zu der kleinen Louise ihm nicht guttut und böse enden könnte. Da muss man sich wirklich fragen, ob es für Raoul nicht wirklich  besser ist, nach Paris zu gehen und von seiner Mutter eine gute Position beim Militär vermittelt zu bekomen. Allerdings sollte Athos ein Auge auf die Chevreuse haben, und Raoul nicht gleich vor vollendete Tatsachen stellen…vielleicht sollte er es ja wie im Roman machen, und seinem Sohn dessen Mutter vorstellen, ohne ihm die Wahrheit zu sagen, denn sonst wäre das doch für den Jungen etwas zuviel auf einmal.
athos Ehrgefühl scheint ihm jedenfalls zu gebieten, Raoul wenigstens einmal zu ihr zu bringen, damit sie ihn sehen kann. Mir ist es ja ein Rätsel, wie sie einen Säugling damals mit Kitty auf so eine lange gefährliche Reise schicken konnte, deren Ausgang ja ungewiss war…warum sie keine Amme in Spanien genommen hat. Sie war ja reich und hätte sich das leisten können, dann hätte sie Raoul selbst im Exil gut versorgt gewusst und ihn auch besuchen können. Als sie ihn nach Frankreich schickte, konnte sie ja nicht wissen, dass Athos ihn mitnehmen und liebevoll großziehen würde. Ich hätte das jedenfalls an ihrer Stelle  nicht übers Herz gebracht, ein so kleines Kind alleine mit einer Dienerin auf so eine lange Reise zu schicken.  
ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht und wie die Begegnung zwischen Athos, der Chevreuse und Raoul verlaufen wird. Für Athos ist das jedenfalls keine leichte Situation.

Liebe Grüsse

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
ich freu mich sehr, dass dir  Athos` Darstellung hier in diesem Kapitel gefällt und du seinen nächtlichen Gedanken was abgewinnen kannst! Ja, er ist hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen - d`Artagnan gegenüber darf er nicht offen sein, Aramis` Warnung bezüglich des Gascogners, aber auch die üblen Erfahrungen seines Freundes mit der Chevreuse (siehe “Perte de l`innocence” und “Histoires de lettres”) spuken ihm im Kopf herum, andererseits wiederum empfindet er aber auch schmerzhafte Gewissensbisse, einer Mutter ihren Sohn vorzuenthalten - es ist keine leichte Situation für ihn. Und überdies muss er an Raouls Zukunft denken - daher entschließt er sich letztendlich doch dazu, der Chevreuse zu schreiben. Was daraus wird? In den VAA wirds ja beschrieben, aber ich hab zusätzlich noch ein bissl zwischen den Zeilen gelesen *zwinker*
Nochmals vielen Dank fürs Lesen und dein ausführliches Review!

Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 16.10.2013 - 11:45 Uhr zu Kapitel «À Bragelonne»:

Raouls Existenz muss für d´Artagnan wirklich sehr überraschend gewesen sein..er hatte sicherlich alles erwartet nur nicht, dass sein Freund ein Kind haben und so glücklich sein würde. Kein Wunder, dass er Raoul angestarrt haben muss wie ein Wesen vom anderen Stern. Raoul hat Athos das Leben wiedergegeben, das er sich vermutlich als junger Mann, als er Mylady heiratete, erträumt hatte. Wenn auch keine Frau an seiner Seite ist, so hat er doch ein schönes, erfülltes Leben in Bragélonne, und das dürfte auch den Gascogner mit Freude erfüllt haben, der ja etwas ganz anderes vorzufinden befürchtete.
Für Athos ist es nicht leicht, vor dem Freund verheimlichen zu müssen, dass er sich auf Aramis Seite und damit gegen Mazarin gestellt hat..er muss im Moment das Gefühl haben, den Gascogner zu hintergehen, keine leichte Situation. Ich kann gut verstehen, dass Athos mit Mazarins Politik nicht einverstanden ist, dieser nutzte ja wirklich den kindlichen König und seine Mutter um seine eigene Machtstellung zu festigen.
Review Teil 2 folgt

Liebe Grüsse

Alienor

AlienorDartagnan schrieb am 16.10.2013 - 11:36 Uhr zu Kapitel «À Noisy»:

So, hier der zweite Teil des Reviews, ich hoffe du nimmst mir diese notgedrungene Aufteilung nicht übel.
Athos empfindet ja für d´Artagnan wirklich eine große, väterliche Zuneigung und es wird ihm sicherlich nicht leichtfallen, den Freund zu hintergehen, ihn zu belügen. Aber er muss es tun, er hat ja praktisch gar keine andere Wahl. Armer Porthos..der Tod der Coquenard scheint ihn ja arg mitgenomen zu haben..wie es scheint wurde aus dieser anfänglichen Zweckgemeinschaft doch noch Liebe. Aramis könnte richtig liegen, d´Artagnans ERscheinen wird für den einsamen Porthos eine angenehme Abwechslung sein, und anscheinend rechnet ARamis auch nicht damit, dass Porthos sich dem Gascogner im Dienste Mazarins anschließt.
Auf die Chevreuse ist Aramis ja nicht gerade gut zu sprechen, was man aber gut verstehen kann, nachdem sie ihn so mies behandelt hat. Und wie es scheint weiss Aramis in dieser FF schon Bescheid, dass sie Raouls Mutter ist….ist diese Geschichte eine Fortsetzung von den beiden anderen, den Slash FFs?
Es ist jedenfalls gut, dass Aramis den wahren Charakter der Chevreuse erkannt hat,  und sich von ihr distanziert hat. Ich muss zugeben, dass mir die Chevreuse, die ihren neugeborenen  Sohn auf eine ungewisse REise zu einem französischen Priester, den sie gar nicht kannte, schickte, nicht gerade sympathisch ist. Sie konnte ja nicht wissen, ob der Priester das Kind wirklich aufnehmen würde…und dann wäre der arme Raoul vielleicht in einem Waisenhaus gelandet. So verantwortungslos kann man mit dem eigenen Kind einfach nicht umgehen. Dass Raoul bei Athos aufwachsen konnte ist nur ein glücklicher Zufall gewesen und gewiss nicth der Chevreuse zu verdanken, die ja nichteinmal wusste, wer der Vater ihres Sohnes war. Ob Aramis mit seinen Befürchtungen wohl richtig liegt..könnte die Chevreuse versuchen, an Raoul heranzukommen um das Kind für ihre Zwecke zu nutzen..könnte sie womöglich auch mit Athos Gefühlen spielen? Ich hoffe nicht, denn eine weitere Enttäuschung in der Liebe, noch einmal ein gebrochenes Herz, das könnte Athos nicht verkraften.
Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Kapitel, darauf wie du die Begegnung mit Athos und d´Artagnan beschreibst…im Roman war das eines meiner liebsten Kapitel.
Obwohl ich noch etwas müde von meinem Urlaub bin, werde ich wohl aus lauter Neugierde das Kapitel jetzt sofort lesen.

Liebe Grüsse

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
Ich hoffe, du hattest einen wunderbaren Urlaub! Und vielen Dank für dein umfangreiches Review! Diese Geschichte zu schreiben, war irgendwie ein Spontanentschluss, so aus dem Bauch raus - und ja, es ist eine Fortsetzung zu “Perte de l`innocence” und “Histoires de lettres”. Anscheinend wollte da noch was raus, aus mir, diesbezüglich. Und die Chevreuse ist in den VAA ja ziemlich präsent, daher hab ich mal versucht, mir auszumalen, was ihre Rückkehr für Athos und Aramis (vor allem für den letzteren! *zwinker*) bedeuten könnte. Bei Dumas wird das ja bloß angedeutet, dort stehen andere Dinge im Vordergrund, daher hab ich versucht, mal in diese Richtung weiterzudenken.
Es tut mir leid, dass es mit deinem Internet offenbar immer noch nicht richtig klappt - vielen Dank nochmal, dass du dir trotzdem die Mühe gemacht hast, so ausführlich zu reviewen!

Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 16.10.2013 - 11:23 Uhr zu Kapitel «À Noisy»:

Oh wie schön..kaum bin ich aus dem Urlaub zurück, finde ich auch schon eine neue GEscichte von dir vor..herrlich, ich werde mich gleich mal ans Lesen machen :) Du hast ARamis Gefühle sehr gut beschrieben, ich konnte mich beim Lesen richtig gut in ihn hineindenken und mir richtig gut vorstellen was in ihm so vorgeht bei dieser Begegnung mit dem Gascogner. Eine heikle Situation ist das….die Freunde finden sich nun in unterschiedlichen politischen Lagern wieder….darin liegt ein hohes Konfliktpotenzial…bleibt nur zu hoffen, dass ihre Freundschaft darüber nicht kaputt geht. Ob Aramis Brief wohl noch vor d´Artagnan auf Bragélonne eintrifft? Für Athos ist das auch keine leichte Situation….er muss ja den Gascogner nun hintergehen, dieser darf ja nicht merken, dass er gegen Mazarin ist.  
Sorry, mein PC spinnt mal wieder rum, hier also erstmal der erste Teil des Reviews, der Rest folgt gleich…falls der Laptop es nicht mehr tut, gehe ich nachher ins Internetcafe und reviewe von dort aus weiter.

Liebe Grüsse

Alienor

kaloubet schrieb am 11.10.2013 - 22:08 Uhr zu Kapitel «À Noisy»:

Wie geschickte! Wie überaus fein eingefädelt! Denn es ist wahrlich nicht einfach aus dem unglücklich Verliebten einen Mann zu machen, der die Frauen abscheulich findet - es gelingt dir auf´s Beste! Aramis´ Argumente sind sehr gut nachvollziehbar, die Geschichte passt und auch seine neue Liaison mit Mme de Longueville scheint nur Schein zu sein - nun, an einer Stelle wird er intim mit ihr werden müssen, sonst klappt´s mit dem König als Paten nicht ;-). Ein nettes Geständnis, das er Athos da machen werden muss ;-). Aber ich schweife ab. D´Artagnans Besuch empfindet Aramis als bedrohlich, das ist, angesichts seiner Tätigkeiten in der Fronde, nachvollziehbar, sehr schön fand ich seinen Brief, seine Sorge um seinen Freund und die Unsicherheit, ob er nicht zu weit gegangen sei, ob er Athos´ Gefühle dem Gascogner gegenüber nicht verletzte. Ganz ehrlich? Ich glaube nicht, denn Athosselbst ist zurückhaltend genug in Bragelonne als d´Artagnan auftaucht. Er sieht den Gascogner zum einen als Freund und liebt ihn wie einst, zum anderen aber auch als ´Feind´, als Mann im gegnerischen Lager. Sehr schön auch die Frage, warum diese Krämerseele von Gascogner sich noch an diesen Mazarin bindet ;-) -  Aramis läge dergleichen wohl recht fern. Die Beschreibung seiner ´Behausung´ finde ich klasse, er erinnert mich fast ein wenig an Richelieu ... ähem, ohne ihm zu nahe treten zu wollen. Aber diese katzenhafte Eleganz ... ich bin ja sehr gespannt, wie das Ganze weitergeht, ob du Athos und Aramis dann auch aufeinandertreffen lassen wirst.

Liebe Grüße

Kalou

 


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,
vielen Dank für dein Review und deine freundliche Beurteilung! Es beruhigt mich sehr, dass das Ding eh nicht zu abstrus wirkt, in deinen Augen, aber ich glaub, ich werd lieber doch die ooc-Warnung dazusetzen. Ich gebs zu, das Ganze ist eine Montage aus Elementen von “Perte de l`innocence” und “Histoires de lettres”  mit gewissen Szenen aus dem 1.Teil der VAA, unterm suggestiven Einfluss von Rembrandts “Nachtwache” - das Bild hat so eine seltsam aufgeladene Stimmung drin, die hat mich immer schon frappiert. *grübel* Hoffentlich ist das jetzt nicht allzu illegitim - aber das genüssliche Herumwühlen in den emotionalen Innereien einzelner Dumas-Charaktere ist leider eine unheilbare Schwäche von mir *verschämt grins* -
Die Reminiszenz in puncto Richelieu ist durchaus gewollt, ich denke, dass er Aramis ein heimliches Vorbild ist, ganz im Gegensatz zu Mazarin. Was diesen gewissen Sohn der Madame de Longueville allerdings betrifft, so muss ich gestehen: Den hab ich ausgeblendet *hüstel*, zugunsten der intimen Beziehung zwischen Athos und Aramis. Er scheint auch bei Dumas nicht besonders wichtig zu sein, denk ich mal, sonst würde er wohl sicher im VdB irgendwo auftauchen. (Oder hab ich ihn dort übersehen??)
Nochmals vielen Dank und liebe Grüße!

Aramis
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