Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Le pénitent importun»

Rochefort schrieb am 26.08.2013 - 15:52 Uhr zu Kapitel «Absolution»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Vielen Dank für dieses brilliante abschließende Kapitel. Eine fesselnde und niveauvolle Diskussion über philosophische Fragen im allgemeinen und Staatstheorie im Besonderen zwischen zwei absolut ebenbürtigen Gesprächspartnern. DASS  ihm Aramis als Gesprächspartner durchaus ebenbürtig ist, erkennt Richelieu erst im Verlauf der Unterredung und man merkt seine Überraschung darüber. Und genau da ist dann auch der Punkt, wo sein Interesse an Aramis erwacht. Dass er ihm einen Weg zurück zu einer klerikalen Karriere aufzeigt und ihm seine Protektion anbietet, ist einer seiner typisch genialen Schachzüge, mit denen er es immer verstanden hat, fähige Leute an sich zu binden - selbst wenn sie nicht unmittelbar seinem eigenen Lager angehörten. Ich bewundere Aramis’ Mut, sich einem solch tiefschürfenden Gespräch mit Richelieu zu stellen und darin unverblümt seine eigenen, oft für ihn selbst alles andere als ungefährlichen Ansichten zu äußern. Aber gerade das dürfte ihm auch den Respekt des Kardinals eingebracht haben. Besonders gut gefällt mir die Passage, wo offenbar wird, dass auch hinter der nach außen hin so unerschütterlichen Maske der Autorität und Selbstsicherheit Richelieus manchmal Furcht und Zweifel an sich selbst lauern. Auch das Ende mag ich - als Aramis aus den Höhen philosophischen Disputs mit seinem Sprung in die Pfütze jäh wieder in der harten Realität des Soldatenlebens landet! ;-))

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Hallo Rochefort,

vielen lieben Dank für dein ausführliches Review und für dein Lob! Wie lustig, dass euch die Sache mit der Pfütze zu solchen Begeisterungsstürmen hinreißt… ein bisschen Slapstick kann schließlich nirgendwo schaden ;-)

Du hast sehr schön herausgelesen, wie sich Richelieus Haltung gegenüber Aramis im Laufe des Gesprächs wandelt - am Anfang ist es eine Mischung aus Ablehnung, Misstrauen und Desinteresse, am Ende dann der Entschluss, Aramis auf die eine oder andere Weise an sich zu binden. Dass sie sich in unterschiedlichen Lagern befinden, stört Richelieu vermutlich nicht sonderlich, vielleicht kommt es ihm sogar ganz gelegen, unter den Musketieren jemanden zu haben, der ihm etwas schuldig ist.

Auch was Aramis angeht, hast du recht, er könnte sich hier wirklich um Kopf und Kragen reden. Ich glaube nicht, dass er am Anfang geahnt hat, wie weit dieses Gespräch führen könnte; seine ursprüngliche und sicherlich zunächst auch einzige Intention war ja, d’Artagnan zu schützen; erst Richelieus beharrliche Weigerung diesbezüglich hat ihn dazu gebracht, alle Karten, die er hat, auf den Tisch zu schmeißen, und dann bekommt das Gespräch eine Eigendynamik, mit der wohl beide nicht gerechnet haben.

Schön, dass dir auch Richelieus (Selbst-)Zweifel plausibel erscheinen. Ich meine, Richelieu war zehnmal intelligenter als Louis XIII. und dürfte so manches Mal an ihm verzweifelt sein, andererseits hätte dieser ihn in Stundenfrist feuern können und sein ganzes Lebenswerk wäre hinüber gewesen - das muss ihm eigentlich genug zu denken gegeben haben, aber das würde er sicherlich niemals jemandem eingestehen, daher sind seine Zweifel in dieser Szene auch nur angedeutet.

Noch einmal vielen Dank fürs Lesen und Reviewen!

Liebe Grüße,

duchesse

kaloubet schrieb am 24.07.2013 - 17:26 Uhr zu Kapitel «Absolution»:

Bon, ben, Aramis ne se laisse pas démonter! Er hält dem Kardinal stand und diskutiert auf höchstem Niveau - mich wundert, warum Richelieu ihn nicht sofort unter Vertrag genommen hat, scheint er doch wahrhaftig belesener als all seine Ratsleute. Im Geheimen muss er Tréville beneiden um seine Männer. Den Satz mit den Zitatenschatz und dem Diskussionspartner fand ich klasse, Aramis ist ja wirklich manchmal ein wenig prätentiös, das trifft den Nagel auf den Kopf. Nett fand ich auch dass Aramis beim Absitzen gleich mal in einer Pfütze landet, das erdet nach so einem hoch philosophischen Gespräch :-). Und interessant, dass Richelieu ihm, sozusagen als Oberhirte, die Türen des Seminars öffnen will - also doch ein ´recrutement en douce`? Ein schönes, tiefsinniges Gespräch!

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,

vielen Dank fürs Lesen und für dein Review! Schön, dass dir die Geschichte so gut gefallen hat… vor allem die Szene mit der Pfütze, darüber hatte Andrea sich schon beim Schreiben amüsiert. Dieser “Fehltritt” (im wahrsten Sinne des Wortes) ist wohl auch der Dunkelheit und dem schlechten Wetter geschuldet… und vielleicht auch Aramis’ Müdigkeit, er muss nach dem Rendez-vous mit dem Kardinal eigentlich ziemlich fertig sein ;-)

Dass Richelieu Aramis nicht auf der Stelle engagiert, liegt wahrscheinlich daran, dass er ihm nach wie vor nicht hundertprozentig traut… im Grunde ist es ja das erste Vier-Augen-Gespräch der beiden, und sie spielen ja durchaus nicht für den gleichen Verein ;-) Für Richelieu kam Aramis’ Besuch ja auch völlig überraschend, und er muss sich anfangs schon gefragt haben, was Aramis denn nun von ihm will. Seine Bereitschaft, Aramis in den Jesuitenorden zurückzubefördern, kann man, denke ich, mit einiger Berechtigung als “recrutement en douce” deuten… er will Aramis ermöglichen, seine Fähigkeiten zu entfalten, und auch wenn Aramis nicht für ihn arbeitet, wird er Richelieu doch zu Dank verpflichtet sein, dass dieser ihm die Tür wieder geöffnet hat…. er dreht sozusagen den Spieß um und bindet Aramis auf genau die gleiche Weise, die dieser ihm vorgeschlagen hatte, um sich d’Artagnans Loyalität zu sichern.

Aramis’ Zitierwut rührt, denke ich, auch ein wenig aus seiner Unsicherheit… er muss sich vor Richelieu ja erst mal behaupten und führt dazu alles ins Feld, was er jemals gelesen hat ;-)

Liebe Grüße,

duchesse

AlienorDartagnan schrieb am 20.07.2013 - 20:10 Uhr zu Kapitel «Absolution»:

Oh wie schön, ein neues Kapitel, da werde ich es mir gleich mal mit einem Glas Roséwein gemütlich machen und lesen. :)
Ich kann Aramis wirklich nur bewundern…er lässt sich vom Kardinal nicht einschüchtern und tritt ihm selbstbewusst entgegen, was sicherlich nur wenigen seiner Zeitgenossen gelang. Und der Kardinal macht es sich ja sehr einfach, einfach so Mylady die Schuld an allem in die Schuhe zu schieben, er hätte ihren Mordversuch ja nicht billigen, und ihr nicht dieses Dokument aushändigen müssen. Für ihn war d´Artagnans Leben auch nicht wichitg, er brauchte Mylady als MOrdwerkzeug und hat ihr deswegen diesen Wunsch gewährt. Es ist auf jeden Fall sehr klug von Aramis, dem Kardinal nicht direkt offen die Stirn zu bieten, sondern die richtigen Worte zu finden, vielleicht kann er so eher etwas erreichen. Machiavelli, diese Lektüre passt irgendwie sowohl zu Aramis als auch zum Kardinal, und bei Richelieu könnte ich mir durchaus vorstellen, dass er sich den “Fürsten” zu Gemüte geführt und davon einiges für seine eigene Staatsführung übernommen hat. Und Aramis ist ja kein herkömmlicher Priesterschüler gewesen, sondern ein vielseitig interessierter junger Mann, der sicherlich nicht nur in der Bibel las.
Sehr mutig von Aramis, mit dem Kardinal über politische Dinge, über Frankreich und die Hugenotten zu diskutieren..na hoffentlich geht das gut und es kommt nicht zum Streit. Die Diskussion der beiden ist sehr interessant zu lesen, und so wie ihr die Ansichten des Kardinals und Aramis wiedergegeben habt, finde ich das sehr treffend.
Der Kardinal sieht nur deswegen zur absolutistischen Monarchie keine Alternative, weil er ja selbst davon profitiert, denn in gewisser Weise herrscht er ja im Namen des Königs über Frankreich und findet diesen Absolutismus deswegen so gut. Und damals dachten ja viele Menschen einfach, es müsse so sein, wäre die natürliche Ordnung der Dinge. Aramis dagegen erkennt zwar, dass es auch durchaus eine andere Herrschaftsform, eine Demokratie geben könnte, aber, ganz seiner Vernunft entsprechend, ist ihm auch klar, dass die Zeit dafür noch längst nicht reif ist. Wie das Gespräch zwischen Richelieu und Aramis wohl hundertsiebzig Jahre später ausgesehen hätte? Vielleicht ahnte Aramis ja bereits, dass es irgendwann zu einer Revolution kommen könnte. Dass Richelieu von Aramis beeindruckt ist und ihn gerne in den Diensten der Kirche sehen würde, verwundert mich nicht, denn er hat bestimmt gleich das Potenzial des Musketiers und ehemaligen Priesterschülers erkannt. Meiner Meinung nach hätten die beiden es weit bringen können wenn sie zusammenarbeiten, vielleicht hätte Aramis sogar das Zeug zum Papst gehabt…wer weiss? Ich kann gut verstehen, dass Aramis vorerst bei seinen Freunden bei den Musketieren bleiben und nicht zurück ins Priesterseminar will…aber wir alle wissen ja, dass es ihn später wieder zurück in die kirchliche Laufbahn verschlagen hat. Aramis hatte wirklich Glück, dass der Kardinal von ihm so beeindruckt war und ihn wieder laufen ließ, das hätte auch ganz anders ausgehen können. Und ich finde es toll, dass Aramis sich in dieser Geschichte so mutig für d´Artagnan eingesetzt hat. Gut möglich, dass Rochefort nicht so begeistert ist, dass der Kardinal Aramis gehen ließ, er hatte vielleicht gehofft, dass dieser bald im Kerker schmoren würde.
Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, und ich bin froh, dass für Aramis alles so gut ausgegangen ist und er zurück ins Lager der Musketiere konnte, ich hatte schon das Schlimmste befürchtet. Veilleicht sind er und der Kardinal sich ja gar nicht so unähnlich, und Aramis fand glücklicherweise die richtigen Worte, hat den Kardinal nicht verärgert. Ich würde mich freuen, mal wieder so eine tolle Geschichte von euch zu lesen.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,

vielen Dank für dein tolles und ausführliches Review!

Was die Verschwörung zwischen Richelieu und Mylady angeht, so siehst du das genau richtig: er bedient sich ihrer, um Buckingham aus dem Weg zu räumen, und d’Artagnans Tod ist nur der Preis dafür, den er ihr eben zahlt. Dass es dabei noch denjenigen trifft, der ihn in der “affaire des ferrets” vor dem ganzen Hof blamiert hat, wird ihm sicherlich nicht ungelegen kommen, aber ich denke, dass sein persönlicher Groll gegen d’Artagnan tatsächlich nicht ausschlaggebend dafür war, dass er Mylady diesen Freibrief ausstellt - hätte sie jemand anderen, Richelieu unbekannten, töten wollen, hätte er wohl nicht anders gehandelt.

Wir wollten Aramis und Richelieu ein wenig über Politik diskutieren lassen, weil wir fanden, dass Aramis später, in “Vingt ans après” und erst recht im “Vicomte de Bragelonne” Richelieu in seinem Handeln irgendwie immer ähnlicher wird - da war uns der Gedanke gekommen, die beiden einmal aufeinandertreffen zu lassen, was dann eine Art Offenbarung für Aramis sein kann… ich kann mir gut vorstellen, dass er Richelieu, bei aller nach außen getragenen Gegnerschaft, heimlich bewundert hat. 

Wie dieses Gespräch hundertsiebzig Jahre später ausgesehen hätte? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Aramis gelungen wäre, sich auch an die dann herrschenden Verhältnisse anzupassen und seinen Platz darin zu finden. Richelieu eher nicht, sein Wirken ist in der Tat nicht in einem anderen Kontext als dem Absolutismus denkbar. Ich würde ihm aber zugute halten, dass es für Frankreich vermutlich nicht zum Nachteil war, dass er statt Louis XIII die Fäden in der Hand gehalten hat… und selbst als das persönliche Verhältnis zwischen beiden völlig zerrüttet war, hat Louis ihn im Amt gelassen, weil er ihn politisch für unersetzlich hielt.

Noch einmal vielen Dank fürs treue Lesen und für deine Reviews!

Liebe Grüße,

duchesse

kaloubet schrieb am 17.07.2013 - 18:36 Uhr zu Kapitel «Confrontation»:

Oho, da scheint Aramis sich ein wenig verschätzt zu haben - eine gefährliche Situation. Die Idee, einen Angelpunkt zu suchen, damit und vor allem warum der Kardinal dem Gascogner die Musketierskasake zuteilt, ist genial - doch scheint seine Eminenz nicht gewillt, Aramis´ Raisonnement zu folgen. Mit der Offenbarung, dass er das Gespräch im Colombier Rouge mitgehört hat, liefert sich Aramis aber ziemlich aus ... zuerst die Ferrets, dann das ... mir scheint, er geht für den Gascogner recht hohe Risiken ein und das für jemanden, den er nicht unbedingt als Freund erachtet? Äußerst nobel, ein wenig entlarvt er sich da selbst, er hat wohl doch ein besseres Herz, als er selbst weiß. Sehr gut geschrieben!


Antwort des Autors:

Hallo kaloubet,

vielen Dank fürs Weiterlesen und für dein Review!

Du hast recht, Aramis hat sich hier ganz schön aufs Glatteis begeben. Was seine Motive anbelangt, so ist das eine sicherlich das Eintreten für d’Artagnan - und ursprünglich hatte er gewiss nicht vor, Richelieu mitzuteilen, dass er das Gespräch zwischen ihm und Mylady mitgehört hat. Dass es dann doch dazu kommt, hat eher mit Richelieus ablehnender Haltung zu tun, die Aramis schließlich zwingt, aufs Ganze zu gehen und sozusagen seine eigene Sicherheit zu opfern, um seinerseits Druck auf den Kardinal auszuüben.

Ein weiteres Motiv könnte auch sein, dass Aramis vom Vorgehen Richelieus und den Mordplänen gegen Buckingham zutiefst schockiert ist und hier seinem Entsetzen und seiner Empörung Luft machen will… ob das klug ist, steht auf einem anderen Blatt ;-)

Was die Freundschaft zwischen Aramis und d’Artagnan anbelangt, denke ich mir, dass Aramis, der Idealist, nur tiefste, innigste Seelenverwandtschaft als wahre Freundschaft definiert - und die ist zwischen ihm und dem Gascogner kaum denkbar, weil sie einfach zu verschieden sind. Dennoch würde er sich für ihn, wie auch für Athos und Porthos und vice versa, ohne zu zögern in Stücke reißen lassen, und das treibt ihn hier eben auch dazu, d’Artagnan schützen zu wollen. Auch Athos hat sich kurz zuvor ja umgehend seinem Lebenstrauma gestellt und hat Mylady aufgesucht, um ihr Richelieus Freibrief wieder abzunehmen.

Liebe Grüße und danke für dein Lob :-)

duchesse

Rochefort schrieb am 15.07.2013 - 13:57 Uhr zu Kapitel «Confrontation»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Schön, dass Ihr so rasch weiter geschrieben habt. Ein wirklich brillantes Wortgefecht zwischen Aramis und Richelieu. Die Formulierungen sind teilweise so scharf wie blank gezogene Degenklingen und auch die Atmosphäre drum herum, die Stimmung in dem Zelt, erhellt nur von einer Öllampe, ist wunderbar geschildert. Das Kapitel ist auch eine sehr gelungene Charakterstudie des Kardinals. “Kühner, weitblickender, staatsmännischer Genius, gepaart mit zutiefst verletzlichem Stolz und Eitelkeit” - das beschreibt Richelieus Wesen meinem Empfinden äußerst treffend. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass Aramis Blut und Wasser schwitzt bei diesem Gespräch. Sein Mut und seine Offenheit sind wirklich bewundernswert, wenn sie auch schon hart an Leichtsinn grenzen. Richelieu so herauszufordern, kann fatal enden. Sehr gut gefällt mir auch die Schilderung von d’Artagnans Wesen und Motivation durch Aramis. Das trifft den Charakter des Gascogners voll und ganz.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Hallo Rochefort,

wir freuen uns sehr, dass du auch wieder ein Review geschrieben hast - vielen Dank auch für dein Lob hinsichtlich des Dialogs. Da haben sich zwei gesucht und gefunden ;-) Aramis hat in der Tat keinen leichten Stand, aber da er sich nun einmal in die Höhle des Löwen gewagt hat, bleibt ihm nun nichts anderes übrig, als in die Offensive zu gehen, wenn er etwas erreichen will.

Was Richelieu angeht: seine Abneigung gegen d’Artagnan ist seit der “affaire des ferrets” ja durchaus gut begründet, und in Myladys Forderung, ihn als Gegenleistung für den Mord an Buckingham ebenfalls umbringen zu dürfen, hat er wohl einen bequemen Weg gesehen, ihn loszuwerden. Dass Aramis dies völlig anders beurteilt, versteht sich von selbst ;-)

Liebe Grüße,

duchesse

AlienorDartagnan schrieb am 15.07.2013 - 13:31 Uhr zu Kapitel «Confrontation»:

Oh, wie schön, ein neues Kapitel. :) Schön der Anfang hat mir sehr gut gefallen, ihr habt alles wirklich so beschrieben, dass ich es deutlich vor mir gesehen habe. Oh, Aramis will also den Gascogner verteidigen…natürlich..der Kardinal muss ja wirklich verärgert sein, nachdem dieser sein Angebot, in seine Garde einzutreten abgelehnt hat. Eine solche Ablehnung erlebt Richelieu bestimmt nicht oft, die meisten jungen Männer würden sich bestimmt darum reißen, in seiner Garde kämpfen zu dürfen. Aramis hat wirklich genau die richtigen Worte gefunde, bleibt nur zu hoffen, dass er damit beim Kardinal Gehör findet.
Oje..das sieht ja gar nicht gut aus…da glaubt der Kardinal doch tatsächlich, dass Aramis von d´Artagnan geschickt wurde. Und wie gut der Kardinal schließlich d´Artagnans Charakter einschätzen kann..ich persönlich denke ja auch, dass der Gascogner jemand ist, der nur Freund oder Feind kennt, aber nichts dazwischen. Was für ein interessanter Gedanke, dass Aramis den Kardnal auf die Idee gebracht haben könnte, d´Artagnan zu einem Musketier zu machen, dass es ihm zu verdanken sein könnte, dass Richelieu sich dafür einsetzte, dass der Gascogner zu den Musketieren kam. Auch wenn der  Kardinal jetzt von Aramis Einfall noch nicht so begeistert ist, so könnte es doch Aramis gewesen sein, der dein Stein ins Rollen brauchte und letztendlich dafür sorgte, dass d´Artagnan durch Richelieus Fürsprache zu den Musketieren kam.Das Kapitel hat mir sehr gut gefallen, und ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht. Ich hoffe, dass Aramis nicht in Schwierigkeiten gerät, wenn er das Lager verlassen will, die letzten Worte des Karndials klangen ja wirklich wie eine Drohung.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Aliénor,

danke für dein nettes und langes Review. Schön, dass dir die Geschichte gefällt.

Du hast ganz recht mit deiner Vermutung, dass Aramis Richelieu sozusagen auf die Idee gebracht haben könnte, d’Artagnan am Ende des Buches zu seinem Posten bei den Musketieren zu verhelfen… genau das hatten wir uns auch überlegt, als wir den Plot für diese Geschichte zusammengestrickt haben. In dem Kapitel “Le conseil des mousquetaires” hatten wir dazu eine sehr bezeichnende Stelle gefunden, wo Richelieu denkt: “Décidément, il faut que ces quatre hommes soient à moi.” Er hat also durchaus schon zu diesem Zeitpunkt selbst mit dem Gedanken gespielt, will sich aber natürlich nicht von Aramis dazu zwingen lassen.

Liebe Grüße,

duchesse

Rochefort schrieb am 12.07.2013 - 11:43 Uhr zu Kapitel «Confession»:

Liebe Duchesse, lieber Aramis!

Danke für diese wunderbare, spannende Geschichte. Ich war beim Lesen gleich völlig gefesselt und bin schon riesig neugierg, was noch folgen wird. Das Beklemmende, fast etwas Unwirkliche, dieses nächtlichen Ritts zurück zum Lager, Aramis’ Erschütterung über das eben Erlauschte - all das kommt sehr gut herüber. Genial sind die Szenen im Lager und bei Richelieu. Allein der verbale Schlagabtausch zwischen Jussac und Aramis - einfach köstlich. Rochefort und der Kardinal sind wirkich gut getroffen, wie ich sie mir vorstelle. Dass Rochefort, höchst ungebührlich, anstelle das Kardinals mit “Wisst Ihr eigentlich, wie spät es ist?” antwortet und sich keinen Millimeter von der Stelle rührt, bevor er nicht sichergestellt hat, dass von Aramis keine Gefahr ausgeht - das passt perfekt! ;-)) Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Hallo Rochefort,

danke für dein Review! Schön, dass dir unsere Geschichte so gut gefällt und dass du sie spannend findest.

Was Aramis’ Empfindungen auf dem Rückweg ins Feldlager betrifft, so hatten wir überlegt, dass er eigentlich ziemlich geschockt sein dürfte, dass Richelieu hier quasi einen politischen Mord in Auftrag gibt… und als Gegenleistung auch d’Artagnan sozusagen zum Tode verurteilt. Dass es Athos gelungen ist, Mylady den Freibrief des Kardinals wieder abzunehmen, weiß Aramis zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht.

Ich freue mich auch sehr, dass du Rochefort und Richelieu gut getroffen findest… die stammen nämlich von mir, und ich fand es anfangs gar nicht so einfach, mich v.a. in Richelieu hineinzuversetzen. Rochefort wird im weiteren Fortgang der Geschichte leider nur eine Nebenrolle spielen…

Liebe Grüße,

duchesse

kaloubet schrieb am 11.07.2013 - 17:49 Uhr zu Kapitel «Confession»:

Was will Aramis nur? Welch Geheimnis will er beichten? Sehr obskur das Ganze ... bin sehr gespannt, was ihn zum Kardinal führte. Sehr schön geschrieben, ich könnte nicht sagen, welches Textteil von wem stammt, das passt ganz wunderbar zusammen - und ist sehr fein ausgearbeitet, ihr seid nicht in bloße Nacherzählung verfallen, was ja recht gefährlich ist, wenn man mit bekannten Textstellen arbeitet, sondern habt die Szene im Colombier auf´s Beste ausgeleuchtet. Auch seine Gefühle vor Rochefort haben mir gut gefallen, dieses Durchleuchtetwerden, dieses Gefühl der Nacktheit, das einen armen Musketier im Hauptquartier der Gardisten zu gern befallen mag. Richelieu ist sehr gut getroffen, nein, er hätte Aramis nicht gefürchtet, er weiß, dieser ist ein Ehrenmann. Tjaja, bliebt nur die Anfangsfrage: Was will Aramis da?

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Hallo kaloubet,

vielen Dank für dein Review und auch fürs blitzschnelle Freischalten gestern abend ;-) Es freut mich zu hören, dass unser Schreibexperiment offensichtlich funktioniert hat - im großen und ganzen hat Andrea Aramis’ Part übernommen und ich den des Kardinals, in Anlehnung an die Geschichte “Kamingespräch” von Rochefort und Aramis…

Wir hatten den Rückweg der Freunde vom “Colombier Rouge”, zusammen mit Richelieu, als Aufhänger ausgewählt und dann aus Aramis’ Sicht geschildert, damit seine Emotionen und damit seine Beweggründe, den Kardinal aufzusuchen, deutlich werden. Du hast aber völlig recht, je enger man sich an Textstellen aus dem Roman anlehnt, desto kniffeliger wird das Schreiben…

Aramis hat sich in dieser Situation wirklich buchstäblich in die Höhle des Löwen begeben, dass ihm dabei nicht unbedingt wohl ist, kann man wohl gut nachvollziehen. Richelieu hingegen hat nun jeden Grund, neugierig zu sein, was Aramis nun von ihm will. Dass er ihn nicht fürchten muss, hast du gut erkannt - bei Rochefort spielt wiederum berufsmäßiges Misstrauen eine Rolle, weil er Aramis die Story mit der Beichte nicht recht glauben mag… zu Recht?

Liebe Grüße,

duchesse

AlienorDartagnan schrieb am 11.07.2013 - 10:48 Uhr zu Kapitel «Confession»:

Oh schön, eine neue Geschichte. :)
Ihr habt Aramis Gefühle sehr gut beschriebne, ich konnne mich beim Lesen richtig gut in ihn hineinversetzen. Der Gascogner tat mir mal wieder gar nicht leid, nachdem er mit Ketty, Mylady und Constnace so umging, finde ich, braucht man mit ihm kein Mitleid zu haben. Kein Wunder dass Athos so erschüttert ist, als er nach all den Jahren seine Frau wiedersehen musste, das riss bei ihm bestimmt alte Wunden auf…kein schönes Gefühl. Jetzt bin ich ja mal echt gespannt, was denn Aramis zu erledigen hat..warum er wohl den Kardinal sprechen will? Hat das vielleicht etwas mit Myladys Auftritt im roten Taubenschlag zu tun? Die Begegnung mit dem Karndinal ist sehr gut geschrieben, ich fand es echt spannend das zu lesen.  Warum bittet Aramis den Kardinal um Vergebung? Warum will er beim Kardinal beichten?
Ich fand die Geschichte sehr gut geschrieben und es hat mich jetzt richtig neugierig gemacht, was Aramis dem Kardinal wohl zu beichten hat.
Schreibt ihr denn an dieser Geschichte irgendwann noch weiter?

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,

vielen Dank für dein Review und für dein Interesse an unserer Geschichte. Schön zu hören, dass du das Kapitel spannend findest - und ja, es geht noch weiter, wahrscheinlich sogar schon bald… dann erfahrt ihr auch, was Aramis von Richelieu will ;-)

Die Einleitung aus Aramis’ Sicht stammt aus Andreas Feder, sie wird sicher sehr zufrieden sein zu hören, dass du seine Gedanken und Empfindungen beim Lesen gut nachfühlen konntest. Was d’Artagnan angeht, so war mir sein Vorgehen in Frauengeschichten schon immer ein Dorn im Auge, ich teile daher dein stark eingeschränktes Mitgefühl ;-)

Liebe Grüße,

duchesse


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