Milady ist zurück

1. Der Racheplan

Es schien die Sonne als Milady de Winter erwachte. Sie betastete ihren Körper und stellte erstaunt fest, dass sie noch lebte! Sie fühlte an ihren Nacken und bemerkte eine Wunde an ihrem Genick. Sie lachte innerlich auf: Wieder war es dem Henker von Lilliers nicht gelungen sie zu töten! Nun würde sie sich rächen an jenem, der für ihren Schlamassel zuständig war! Ohhh jaa! Sie würde sich an Rochfort rächen! Nur seinetwegen war sie gefunden worden. Sicher hatte dieses intrigante Wesen sie verraten! Nun galt es einen guten und erfolgreichen Racheplan zu ersinnen! Was wollte sie tun? Sie wusste von damals, dass Rochfort um sechs Uhr früh einen Ausritt an der Schlucht machte. Aber das Problem bestand darin, dass er immer von drei seiner Wächter begleitet wurde. Wie sollte sie diese Kardinalisten weglocken? Sie konnte sie natürlich am Abend zuvor verführen, so wie sie es zuvor immer getan hatte, aber die Gefahr entdeckt zu werden war zu groß,da diese Kardinalisten allesamt verheiratet waren. Dies wusste sie noch weil sie Rochfort einmal begleitet hatte unds dabei hatte sie sich mit den drei Kardinalisten unterhalten. Sie wusste noch genau wie der Graf sich gesträubt hatte sie mit zu nehmen. Aber der Kardinal hatte es nun mal gewünscht, und da er dem Kardinal ergeben war, hatte er sich überreden lassen. Der Graf hatte schon immer etwas dagegen gehabt, dass sie als Frau bei dem Kardinal im Dienst war. Aber was sollte sie nun mit den Kardinalisten machen? Plötzlich ging ihr ein Licht auf! Sie würde sie am Abend besuchen mit der Ausrede, vom Kardinal persönlich gesand zu sein! Darauf würden sie garantiert reagieren! Man würde ihr,als Gesande des Kardinals gewiss etwas zum Trinken anbieten. Als der Gastgeber hinaus gehen würde um Wein zu holen, würde sie den Becher der Herren mit Schlafmittel einreiben. Die Kardinalisten würden daraufhin ihre tägliche Pflicht verschlafen. Rochfort würde allein losreiten und ihr Glück war perfekt!  Aber als erstes musste sie zu einem Arzt, ihre Wunde reinigen und verbinden lassen. Die Wunde blutete aufs heftigste. Sie hatte noch Geld vom Kardinal, das er ihr gegeben hatte damit sie zum Kameliter-Kloster reisen konnte. Es waren noch etwa 70 Pistolen darin. Damit konnte sie in das nächst größere Dorf reisen und sie konnte denn Arzt bezahlen. Aber als erstes würde sie sich eine Unterkunft suchen. Bald schon hatte sie eine Herberge gefunden. Sie nahm das beste Zimmer in Anspruch und ging dann zu einem Arzt. Dieser reingte und verband die Wunde. Sie besorgte sich noche ein neues Kleid und ging dann in die Herberge zurück,aß und legte sich dann schlafen. Morgen, das wusste sie, war ihr großer Tag! Morgen wollte sie die Wachen überlisten! In dieser Gewissheit schlief sie ein und erlebte eine erholsame, traumlose Nacht.

2. Drei Tage

Als Milady am nächsten Morgen erwachte musste sie überlegen wo sie überhaupt war. Sie wollte aufstehen doch ihr schwindelte so sehr, dass sie wieder in die Kissen sank.  Was war bloß mit ihr los? Auch fünf witere Versuche blieben erfolglos. Nun war Milady sich klar das sie noch nicht aufstehen konnte. Sie fragte sich, wie lange sie im nassen Gras gelegen hatte. Bestimmt hatte sie sich da etwas zugezogen. Normalerweis fürchtete sie so etwas profanes wie Krankheiten nicht, aber diesmal war es anders. Vielleicht war sie ernsthaft krank?
Sie beschloss auf die Magd, die ihr Zimmer säubern würde, zu warten, da sie ja nicht durch das ganze Haus schreien konnte. Und schon gar nicht nach einem Arzt. Man würde sie ja für schwach halten. Das ginge ja auf keinen Fall!
Nach einer Ewigkeit, wie es Milady schien, erschien das Mädchen. Milady bat sie einen Arzt zu holen, da sie sich nicht wohl befinde. Die Magd knickste und verschwand. Schon nach wenigen Minuten erschien sie wieder, diesmal in Begleitung eines Mannes, der Milady bekannt schien. Sie konnte sich nur beim besten Willen nicht erinnern woher. Sie beschloss ihre Überlegungen zu vertagen und begann dem Arzt von ihrem Schwindelanfall zu erzählen. Sie erzählte ihm auch von der Wunde, aber sagte nicht woher sie sie hatte.
Der Arzt besah sich die Wunde und stellte fest, dass sie falsch versorgt und außerdem entzündet war. Da Dreck in die Wunde, und damit auch ins Blut, gekommen war, war in Miladys Innerem ein Kampf zwischen Bazillen und Abwehrstoffen entstanden. Der Arzt wies sie an die nächsten drei Tage das Bett nicht zu verlassen. Er schickte die Magd auch noch nach Medizin um den Abwehrstoffen zu helfen.
Drei Tage das Bett nicht zu verlassen machte Milady natürlich einen Strich durch die Rechnung.Sie fragte, ob sie das Bett nicht schon früher verlassen konnte. “Unmöglich Madame! Es sei denn ihr wollt auf offener Straße zusammen brechen.”, rief der Arzt empört. Darauf konnte Milady verzichten. Während sie in ihrem Bett lag überlegte sie was an dem Tag ihrer vermeindlichen Hinrichtung geschehen sein konnte. Wieso hatte sie überlebt? Vielleicht wegen ihres starren Kragens an ihrem Kleid? Vielleicht wegen der stumpfen Axt des Henkers?  Sie wusste es nicht. Milady überlegte auch ob sie ihre Geschichte auch dem Kardinal erzählen sollte. Nach einiger Zeit war sie sich sicher, dass er ihr nicht glauben würde, da Rochfort einer seiner besten Männer war. Und außerdem hatte der Kardinal Frieden mit Treville und seinen Musketieren geschlossen. Nun waren auch sie seine Freunde. Und die Freunde des Kardinals waren, wenn sie in Gefahr waren, in Paris sicherer als in der Bastille.
Sie spürte als sie an die Musketiere dachte, Wut in sich hochsteigen. Diese verdammten Musketiere! Dieser verdammte d’Artagnan! Diese verdammen “Unzertrennlichen! Athos, Portho und Aramis! Wie sie sie hasste! Aber ohne Rochfort hätten sie sie nie gefunden! Sie war in Armentiéres so sicher! Nichts wäre passiert, hätte dieser Intrigant nicht verraten! Und wieder fasste sie den Beschluss sich an ihm zu rächen! In drei Tagen würde es so weit sein! Mit diesem Gedanken fiel sie in einen wilden Fiebertraum.

3. Ein neuer Plan

Innerhalb der ersten Stunden steigerte sich Miladys Hass auf Rochefort so sehr, dass man meinen könnte mehr Hass habe in einem Frauenherz nicht Platz. Doch mit jeder Stunde wuchs der Hass in ihr um seine Doppeltegröße. Jeden Abend betete sie dafür, dass ihr Vorhaben gelingen möge.
Am dritten Tag kam der Arzt wieder. “Tut mir leid, Madame. Solang die Wunde noch nicht richtig verheilt ist kann ich euch nicht aus dem Bett entlassen. Das ist eine sehr schwierige Angelegenheit. So leid es mir tut, ihr braucht jetzt viel Geduld.” Es war Milady als würde in ihr ein Traum zerbrechen.  “Kann man den da gar nichts machen?” fragte Milady verzweifelt. “Nein, tut mir leid!” , sagte der Arzt und packte seine Sachen zusammen in sienen Koffer.In Milady kochte die Wut. Was sollte sie jetzt nur tun?
Nachdem der Arzt ihr einen neuen Verband angelegt und sein Honorar eingezogen hatte, ließ er Milady mit dem Zimmermädchen allein.
Das Mädchen war vielleicht 22 Jahre alt, blond und sehr schüchtern. Vielleicht konnte Milady sich mit ihr anfreunden. Vielleicht würde sie sie noch brauchen als Nachrichten- Botin.
Milady setzte ihr süßestes Lächeln auf. “Würden sie mir bitte ein Glas Wasser holen?” “Natürlich, Madame!” sagte die Kleine und verschwand. Milady sank in die Kissen.
Aber da kam ihr eine grandiose Idee. Wenn sie auch selbst an das Bett gefesselt war, so sollte Rochfort doch seine Strafe bekommen. Was damals in englischer Gefangenschaft bei Felton funktioniert hatte, klappte vielleicht auch bei diesem kleinen Mädchen! Sie musste sich nur eine gute Geschichte einfallen lassen. Sie war noch am überlegen, da kam dieses kleine Mädchen mit dem gewünschten Glas Wasser wieder. “Vielleicht möchten sie mir heut Nachmittag ein bisschen Gesellschaft leisten? Ich bin hier sonst so allein. Aber jetzt muss ich mich erstmal erholen.” Das kleine Mädchen bekam einen roten Kopf. “Aber natürlich Madame!” “Wie heißen sie denn?” “Carolin, Madame.” “Gut ,Carolin. Kommen sie bitte erst so um drei. Ich brauche erstmal Ruhe ” Das Mädchen knickste und verließ den Raum.
In Wahrheit überlegte Milady in dieser Zeit wie sie Carolin um den Finger wickeln konnte. Sie musste das Vertrauen des Mädchens erwerben. Aber wie?
Am Mittag kam Carolin um ihr das Essen zu bringen. Milady erkannte sie an ihrem leichten, federnden Schritt. Milady stellte sich schlafend. Schließlich hatte sie Carolin erzählt, dass sie sich erholen wollte.  “Wir wollen das Mädchen nicht gleich verschrecken.” dachte Milady musste innerlich bei diesem Gedanken schmunzeln. Carolin stelte den Teller mit Suppe auf den Nachttischschrank und wartete. Als keine Reaktion von Milady kam, wand sie sich zum gehen.
Als das Mädchen das Zimmer wieder verlassen hatte, schlug Milady die Augen wieder auf. “Im Grunde genommen konnte einem dieses Mädchen schon leid tun.” dachte Milady, während sie aß. Jetzt kam ihr die rettende Idee. Sie sank wieder in die Kissen und lächelte. So würde Rochfort seine gerechte Strafe bekommen.  Eine Weile kämpfte Milady noch gegen den Schlaf, aber schließlich übermannte er sie. Mit einem Lächeln auf den Lippen schlief sie ein.