Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Mit hartem Firnis»

Percy schrieb am 01.04.2019 - 21:28 Uhr zu Kapitel «Mit hartem Firnis»:

Oh! Wow! Man gestatte mir, meine Hochachtung auszusprechen!

Diese Geschichte ist sehr exakt recherchiert, voll fachlicher “Eigentümlichkeiten”, die Radierungen des Meisters betreffend, und schließt auch bei mir eine Bildungslücke. Callot kannte ich bisher nicht, wohl aber Rembrandt. Seine Kunstwerke sind wahnsinnig intensiv. Zu damaliger Zeit schockierten sie wohl die Betrachter zutiefst (wie Athos). In heutiger Zeit wäre Callot wahrscheinlich ein Kriegsfotograf, der der Öffentlichkeit aufwühlende Fotografien zeigt.

Daß es ihm in den Fingern kribbelt, den schönen Athos zu zeichnen, kann man gut verstehen! :-)

Und so vorsichtig, wie Athos mit den Mappen des Künstlers umgeht, dürfte er auch in meiner eigenen Bibliothek Bücher in die Hand nehmen! Oh ja! Ich bin da nämlich sehr pingelig! Keine Eselsohren, keine Knicke! Wenn ich ein Buch gelesen habe, ist es danach noch (beinahe) so jungfräulich wie vorher!

Der arme d’Artagnan: total unkünstlerischer Mensch…... wer weiß? Vielleicht verbirgt sich unter der rauhen Schale des Soldaten doch ein weicher Kern? Ich persönlich bin davon überzeugt! Seine natürliche Neugier läßt ihn zumindest einen Blick auf Kunst riskieren. Und wenn Athos ihn noch behutsam “ans Händchen” nimmt….hach, wäre das eine schöne Geschichte! :-) Und er ist ja auch ein schöner Mann und entsprechend eitel. Sinn für Ästhetik wird er also haben.


Antwort des Autors:

Lieber Percy,

vielen Dank für dein Review! Ich stimme dir auch in gewisser Weise zu, denn der historische d`Artagnan besaß anscheinend nicht nur Mut und einen scharfen Geist sondern obendrein auch Kunstverstand, sonst hätte Fouquet ihn sicher nicht zu seinen Freunden gezählt. Aber bei Dumas scheint der Gascogner doch aus härterem Holz geschnitzt zu sein, denn für Aramis` Gedichte hat er dort nicht viel übrig ;) ...

Ja, in seinen berühmten Kriegsdarstellungen war Callot schonungslos, um nicht zu sagen grausam realistisch, und ich habe mich oft gefragt, was er insgeheim damit bezweckte. Wollte er den Betrachter schockieren? Ihn innerlich aufwühlen und aus seiner trägen Lethargie reißen? Oder war seine Kunst für ihn das einzige Mittel, die unmenschliche Grausamkeit des Krieges psychisch zu verdauen? Oder sah er sich rein als künstlerischen Berichterstatter, als “Fotograf”, wie du ihn genannt hast? Aber was auch immer Callot antrieb, seine Meisterwerke zu schaffen, er war schlicht und einfach ein Genie…

Liebe Grüße
Aramis

 







kaloubet schrieb am 10.07.2015 - 22:02 Uhr zu Kapitel «Mit hartem Firnis»:

Welch wunderbare Hommage an diesen großen Künstler - das gefälllt mir sehr! Dass Athos seine Werke kennt, ist möglich, immerhin ist er in Kunst und Kultur recht bewandert. Schön fand ich auch Callots Innehalten angesichts seines Gesichtes - wie schade, dass er ihn nicht verewigte ;-). Auch die Szenerie an sich war sehr beeindruckend, Callit, der and en Misères de la Guerre arbeitet, erhält ausgerechnet die Visite eines Musketiers - angesichts der verübten Greueltaten kann man ihm schon nachsehen, dass er auswandern will. Wenn man seine Werke betrachtet, dann wird einem aber auch die ganze grauenvolle Wirklichkeit des 30jährigen Krieges bewusst. Das muss furchtbar gewesen sein - er hat Zeugnis abgelegt.

Eine sehr schöne, sehr runde Geschichte!

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet, bitte verzeih, dass ich mich für diese Geschichte in deine Domäne reingewagt hab! Aber Athos mit seiner noblen Erziehung schien mir der einzig Passende für dieses Zusammentreffen mit Jacques Callot, im Gefolge des französischen Feldzugs nach Lothringen. Er blieb laut Dumas bis 1633 im Dienst und könnte daher diese campagne, mein Bindeglied zwischen Callot und den Musketieren, noch mitgemacht haben. D`Artagnan kam für mich nicht in Frage, der ist in meinen Augen ein völlig amusischer Mensch ohne jeden Kunstverstand, und Porthos und Aramis quittierten den Dienst ja bekanntlich schon vor geraumer Zeit.

Vielen Dank für dein so freundliches und nachsichtiges Review! Ich freu mich, wenn du dem Ganzen dennoch was abgewinnen konntest -
Liebe Grüße
Aramis 

Rochefort schrieb am 09.07.2015 - 15:17 Uhr zu Kapitel «Mit hartem Firnis»:

Lieber Aramis!

Danke für diese höchst interessante und auch informative Kurzgeschichte! :-)) Die historischen Fakten und Infos aus dem Leben des Künstlers machen das Lesen gleich doppelt spannend. Ich muss gestehen, dass auch mir der Name Jacques Callot so ad hoc nichts gesagt hat, obwohl ich mir sicher bin, seine Stiche und Radierungen schon gesehen zu haben, sei es in historischen Büchern oder Museen.

Die Verknüpfung mit Athos hast Du geschickt hergestellt - eine bemerkenswerte Begegnung zweier bemerkenswerter Persönlichkeiten. Bewundernswert der Mut des Künstlers, der sich nicht “kaufen” lässt und sich selbst treu bleibt. Das hat mir sehr imponiert. Traurig nur, dass Callot seinen Traum nach Italien zurück zu kehren nicht mehr verwirklichen konnte…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

ja, die Fakten zu Callots Leben sind alle historisch - auch das berühmte Zitat, mit dem er den Auftag des französischen Königs ablehnte, und die darauf folgende Replik Louis`XIII. Schon E.T.A.Hoffmann hat Callots Mut bewundert, sein Genie sowieso.
Das einzig Fiktive ist die Begegnung mit Athos - dieser erschien mir als der einzig passende Charakter dafür, denn Porthos und Aramis haben die Musketiere ja schon Jahre vor der Eroberung Nancys 1633 verlassen, und d`Artagnan ist für mich ein vollkommen unkünstlerischer Mensch. Doch Athos mit seiner noblen Erziehung hat sicher Kunstverständnis, denk ich, auch wenn es schon lange unterm rauen Kriegsdienst brachliegen mag…

Vielen Dank für dein freundliches Review!!
Liebe Grüße
Aramis

Schnuffel schrieb am 09.07.2015 - 09:05 Uhr zu Kapitel «Mit hartem Firnis»:

Oh, wie wundervoll!! Ich liebe Kunst ja sehr und die Grandes misères de la guere sind fantastisch. Erschreckend grausam natürlich, aber wundervoll gemacht. Hast du noch mehr so tolle Kapitel in der Schublade?! Oder im Gedächtnis? Oder auf der Festplatte?! Egal wo, her damit ;)

Es war so ein wundervolles Kapitel, vielen Dank dafür!

Liebe Grüße, Schnuffel


Antwort des Autors:

Ach, in meiner “Schublade” hier im FF-Archiv gibt`s noch genug Geschichten, da brauchst du nur zu stöbern *zwinker*
Schön, dass du dich ebenfalls für bildende Kunst interessierst -  ich bin auf diesem Gebiet zwar kein Profi, beschäftige mich nicht künstlerisch mit Zeichnen oder Malen, bin aber das, was man einen “interessierten Laien” nennt…
Vielen Dank für deine freundlichen Worte!! Ich schreib dir auch gleich was zu deinem letzten Kapitel, damit die Reviews  schön gerecht verteilt sind *zwinker*

Liebe Grüße
Aramis

Armand-Jean-du-Plessis schrieb am 09.07.2015 - 08:20 Uhr zu Kapitel «Mit hartem Firnis»:

Was für eine nette Geschichte zwischendurch! Es ist großartig, wie du  es nur mit ein paar Worten schaffst, sowohl die Stimmung einzufangen, als auch eine Person einzuführen, die sofort vor dem geistigen Auge erscheint und mit der ich mitempfinden kann! Zu meiner Schande kannte ich Jacques Callot nicht, auch wenn ich den „Galgenbaum“ als Reproduktion schon öfters gesehen habe – danke für das Schließen dieser Bildungslücke.


Antwort des Autors:

Oh, das freut mich sehr, wenn diese kleine Szene für dich interessant zu lesen war! Der Name Jacques Callot ist mir schon länger ein Begriff, aber ich hab mich erst nach meiner E.T.A.Hoffmann-Lektüre näher mit  ihm beschäftigt. Irgendwie scheint er für mich gut zu den Musketieren zu passen, daher wollt ich ihn mal mit ihnen in Verbindung bringen…

Vielen Dank für dein freundliches Review!!
Liebe Grüße
Aramis


Angezeigt 1 bis 5 von 5