Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Mylady und Aramis»

kaloubet schrieb am 01.10.2012 - 21:41 Uhr zu Kapitel «Flucht und Ende»:

:-D - DAS nennt man Einsatz mit dem ganzen Körper *g*. Armer Aramis, vom Regen in die Traufe, in den Rinnstein und immer weiter, denn ob sein Leiden in Myladys Kutsche ein Ende hat, wage ich zu bezweifeln ;-). Wie auch immer, die Geschichte ist herrlich geschrieben und Aramis herrlich getroffen. Den Satz über die Perspektive und das Bett fand ich köstlich, ja, der diskrete Aramis hat seinen Gegenpart gefunden. Mlle Beuvre stieg in meiner Achtung, immerhin, sie lässt Worten Taten folgen und ´altjüngferlich´ ist nun auch keine Bezeichnung mehr, die auf sie zutrifft ;-).


Antwort des Autors:

Liebe Kaloubet,
vielen Dank fürs Lesen und Deine Review! Ich freu mich, dass das Kapitel Dir ein Lächeln entlocken konnte. Meine Intention war, das Ganze irgendwie kulminieren und aus den Fugen geraten zu lassen, unter Einsatz aller typischen Klischees - Entführungen, Mädchen in Männerkleidern, Duelle  etc. Myladys Satz mit dem Bett musste einfach sein. Immerhin ist sie ein ebensolches Aas wie Aramis. Was Aramis` noch bevorstehende Leiden in Myladys Kutsche anbelangt: Diese gewisse Haarnadel, die da zwischen den beiden hin und her wandert, hat einen gewissen Symbolwert - der ist mittlerweile auch bereits in unser Liverollenspiel eingedrungen.
Liebe Grüße
Aramis

Rochefort schrieb am 27.09.2012 - 12:51 Uhr zu Kapitel «Flucht und Ende»:

Bonjour, Monsieur Aramis!

Ich muss sagen, ich bin wirklich begeistert! Dieses ist eindeutig mein Lieblingskapitel. Und da sagst Du, actionreiche Szenen liegen Dir nicht. ;-)) Ich war richtig atemlos vor Spannung beim Lesen, das wäre ja um ein Haar gründlich schief gegangen für Aramis. Dieser Wüterich von Baron hätte ihn sicher nicht geschont. Aber der wird noch sein Fett weg bekommen, wenn Rochefort und der Kardinal von seinen verräterischen Umtrieben erfahren. Wegen das Kampfes sollte Aramis sich nicht sorgen - ein Duell im eigentlichen Sinne war das nicht, er hat ja nur sein Leben verteidigt. Sollte er sich einfach niederstechen lassen? Also da sehe ich absolut kein Problem, das vor Richelieu zu rechtfertigen. Myladys Eingreifen im allerletzten Moment war so richtig schön dramatisch und genial auch, dass sie den überstürzten Aufbruch aller Schlossbewohner gleich genutzt hat, um den Geheimgang zu erkunden. Besonders gefällt mir der Auftritt der verliebten Mademoiselle in Männerkleidern, Aramis’ Fassungslosigkeit und ihre Hartnäckigkeit - einfach köstlich. Ich bin froh, dass Du für das Mädchen ein gutes Ende eingebaut hast und sie nun vermutlich den jungen Vicomte, der sie aufrichtig liebt, ehelichen wird. Irgendwie wäre es traurig gewesen, wenn sie nun als Opfer all dieser Verwicklungen auf der Strecke geblieben wäre.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Cornelia / Rochefort

vielen Dank für Dein Review! Ich freue mich, dass, Deinem Urteil nach, offenbar doch Spannung rüberkommt, für den Leser - wie gesagt, in Action-Szenen fühl ich mich nicht wirklich kompetent, angesichts so vieler guter Geschichten hier! Bei Myladys Auftritt musste ich natürlich an Eva denken - ich brauchte mir nur vorzustellen, wie sie sich wohl in dieser Situation verhalten hätte! Dem Comte und Monsieur le baron blieb gar keine andere Wahl, als sich ihrem Willen zu fügen! Dass zarte, romantisch veranlagte Mädchen plötzlich ganz schön hartnäckige, handfeste Charakterzüge annehmen können, wenns um ihre Wünsche geht, kommt, glaub ich, auch im realen Leben vor -
Der Leidtragende bei alldem ist natürlich wieder mal, wie könnte es anders sein, Monsieur de Rocheforts unterwürfiger Diener
et très humble serviteur
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 26.09.2012 - 23:45 Uhr zu Kapitel «Flucht und Ende»:

Oh, Aramis hat mit Madame die Nacht verbracht…da hatte er aber Glück, dass Monsieur de Beuvre ihm nicht über den Weg lief, als er ihr Zimmer verlassen hat. Wie gut, dass Melampe nicht gebellt hat, denn dann wären bestimmt alle wach geworden, und hätten Aramis in Mademoiselles Schlafzimmer erwischt. Auf das Treffen mit Mylady hat er jetzt bestimmt keine große Lust..und bestimmt weiss sie genau, wie er die letzte Nacht verbracht hat, einer so scharfsinnigen Frau wie ihr kann man nichts vormachen. Ob sie wohl eifersüchtig ist?
Monsieur war ja so schlau, Anagramme zu verwenden..ob die wohl entschlüsselt werden können? Aber das ist ja nicht Aramis Problem, er hat ja seine Pflicht getan, und das Dokument beschafft. Vor Mylady kann man wohl nichts verbergen..nicht einmal einen Geheimgang, sie ist wirklich eine Spionin der Extraklasse. Aramis scheint ihr nicht völlig gleichgültig zu sein…aber ob daraus wirklich etwas werden kann? Steht Araamis nun zwischen zwei Frauen?
Und Mademoiselle scheint auch in ihn verliebt zu sein, sonst wäre sie wegen seiner Abreise nicht so verärgert. Für welche der beiden wird Aramis sich wohl entscheiden? Oder wird er sich auf eine Dreiecksgeschichte einlassen? Mademoiselle ist noch sehr jung und verträumt, wenn sie sich von Geschichten, in denen die Heldin, obwohl niemand sie das Kämpfen gelehrt hat, in Männerkleidung auszieht um  für ihren Liebsten zu kämpfen. Gab es dies Melandres Erzählung eigentlich wirklich, oder hast du dir das ausgedacht?  Unterschiedlicher als Mademoiselle und Mylady können zwei Frauen gar nicht sein.
Dass Mademoiselle de Beuvre eine Romanfigur nachahmt, um Aramis Herz zu erobern, könnte für sie sehr gefährlich werden, da sie bestimmt von der Welt außerhalb des väterlichen Schlosses noch nicht viel zu sehen bekommen hat. Und auch Aramis bringt sie damit in große Gefahr, denn nun ist die ganze Meute hinter ihm her…da stehen seine Chancen leider nicht sehr gut.
So viel Courage hätte ich dem bisher eher zurückhaltenden Monsieur le Fils gar nicht zugetraut…das wird seinem Vater, der Lauriane eigentlich heiraten wollte, sicherlich nicht gefallen. Durch ihr Handeln hat Mademoiselle Aramis in große Gefahr gebracht, denn auch wenn er ein guter Fechter ist, so könnte ihn dieses Duell dennoch das Leben kosten, wenn sein Gegner den Degen genausogut zu führen versteht. Dem Gegner die Waffe aus der Hand zu hebeln, das war ein guter Schachzug von Aramis, und dennoch ist er nicht außer Gefahr. Mir gefällt es gut, wie spannend du das alles beschreibst, ich habe richtig mitgefiebert beim Lesen,und gehofft, dass Aramis da mit heiler Haut wieder herauskommt.
Genial, wie du das dann gelöst hast, als überraschend Mylady auftaucht, und erklärt, Aramis sei ihr Geliebter. Eine Frau mit ihrer Ausstrahlung und Überzeugungskraft könnte selbst Tiefkühltruhen am Nordpol verkaufen. Monsieur de Bois-Doré scheint seinen Sohn ja nicht sehr gut zu kennen, wenn er nicht einmal etwas von dessen Gefühlen für Mademoiselle mitbekommen hat. Immerhin hat er gleich eingelenkt und seinem Sohn seine einstige Verlobte überlassen..und Mademoiselle wird sich bestimmt auch in den jungen Vicomte verlieben, Aramis war wohl eher nur eine Schwärmerei für sie, über die sie rasch hinwegkommen wird.
Nun bleiben Mylady und Aramis also alleine zurück und könne wieder nach Paris zurück.
Ja..Aramis hatte wirklich Glück, dass dem Comte nicht zu Ohren kam, wie er die letzte Nacht verbracht hat…
Schade, dass die Geschichte schon zu Ende ist. Sie hat mir sehr gut gefallen, besonders die überraschenden Wendungen im letzten Kapitel fand ich super..morgens ist Aramis noch in Mademoiselles Bett erwacht, und dann ist Mademoiselle dem Vicomte Bois Doré versprochen, und Mylady gibt sich als Aramis Geliebte aus..wahrscheinlich möchte sie das ja auch wirklich werden. Wirst du eigentlich eine Fortsetzung schreiben?

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
vielen Dank fürs Lesen und Deine sehr ausführliche Review! Die Geschichte von Lydias und Mélandre stammt definitiv aus dem Roman “L`Astrée”, sie ist also sozusagen ein geschichtliches Original, und mir schien diese Erzählung ganz passend im Zusammenhang mit Mademoiselle de Beuvres waghalsiger Reaktion, als sie von Aramis` bevorstehender Abreise erfährt - diese Geschichte hat sie quasi auf die Idee gebracht, ihm in Männerkleidern zu folgen. (Ich glaube, dass sowas auch in der Realität vorkam, meinen Recherchen über Frauen in Männerkleidern nach zu schließen). Dass Aramis im Duell gegen den Comte alles daransetzt, seinen Gegner nicht zu töten, ist wohl verständlich, die Edikte Seiner Eminenz betreffend, und Monsieur le Cardinal wäre ganz und gar nicht erfreut, wenn er erfahren müsste, dass sein Spion seine Aufträge mit tödlichen Degenstichen erledigt.
Meine Auffassung von Myladys Charakter hast Du wirklich super beschrieben: “sie könnte selbst Tiefkühltruhen am Nordpol verkaufen!” - ich find diese Formulierung von Dir total klasse, genauso stelle ich sie mir vor! Und sie hat absolut keine Skrupel oder, bewahre! ein Kreativitätsproblem, wenns ums Erfinden von  Notlügen geht. Ich seh das auch so, dass Aramis für Mademoiselle nur eine mädchenhafte Schwärmerei darstellte, ausgelöst durch ihre “L´Astrée”-Lektüre; der junge Vicomte passt viel besser zu ihr, und das wird sie sicher auch bald selber feststellen. Der Comte de Bois-Doré war natürlich, wie er selber zugibt, total blind vor Liebe und hat von den Gefühlen seines Sohnes usw. natürlich nix mitgekriegt. Nun ja, irgendwie schließt  sich jetzt der Kreis: Im 1. Kapitel rettet Aramis Mylady das Leben, und hier im letzten Kapitel hilft sie ihm aus der Bredouille -
Liebe Grüße
Aramis

kaloubet schrieb am 24.09.2012 - 19:47 Uhr zu Kapitel «Nächtliches Abenteuer»:

Oh, oh, vom Regen in die - nun ja, angenehm warme, aber dennoch - Traufe? Cyrano lässt grüßen, nur ist die Balkonszene weitaus dramatischer, wie es einem Musketier gebührt. Oder soll ich sagen, einem Kater? *g* - der überdimensionierte Kater war gut, armer Aramis, die Lage ist verzwickt. Doch nehme ich an, dass Astrée durchaus einer gewissen raison zugänglich ist, die will, dass dergleichen Freuden nur nach längerem Werben und nicht nach einer Kletterpartie gewährt werden. Klasse geschrieben, ich bin sehr gespannt, ob er seinem vierbeinigen Ego gerecht wird :-D


Antwort des Autors:

Liebe Kaloubet,
vielen Dank fürs Lesen und Deine Review, trotz Stress und Zeitmangel! Geht mir genauso, man sollte nicht arbeiten gehen müssen!
Ja, Aramis hat auch massiven Stress in diesem Kapitel, er entkommt ihm nicht, und als er denkt, nun hätte er diese omonöse  Nacht endlich glücklich überstanden, tun sich neue Verhängnisse amouröser Natur auf - es ist echt ein Jammer!
Du hast es sicher gemerkt, die Fassadenkletterei in den VAA wirft ihre Schatten bereits voraus -
Liebe Grüße
Andrea&Aramis

 

duchesse schrieb am 17.09.2012 - 22:09 Uhr zu Kapitel «Mylady und Aramis»:

Hallo Aramis!

Ha, Porthos kann Latein!

Jetzt fange ich auch mal endlich an, deine Geschichte zu lesen… auch wenn ich heute abend vermutlich nicht mehr weit kommen werde *gähn*

Die Idee, dass einer der Musketiere bei Myladys Hinrichtung Einspruch erhebt, ist sehr interessant. Bei Dumas ist, denke ich, d’Artagnan am dichtesten davor, weil er Mylady trotzdem immer noch irgendwie ein klein wenig verfallen ist. Dass ausgerechnet Aramis hier von Skrupeln befallen wird, ehrt ihn, ist aber eher weniger plausibel ;-)))

Wenn man die Situation aber einfach einmal so annimmt, ist deine Geschichte durchaus stimmig und auch sehr schön geschrieben. Mir gefällt vor allem die Ich-Perspektive von Aramis; sie macht den ganzen Vorgang besonders glaubhaft.

Liebe Grüße und bis zum nächsten Kapitel,

duchesse


Antwort des Autors:

Liebe duchesse, vielen Dank für Deine Review!
Ja, wie schon in der Zusammenfassung beschrieben, diese Geschichte ist höchst unorthodox und dumasnonkonform, und ich lebe daher sozusagen ständig in Deckung -
Ausgangspunkt für diese Geschichte war die Vorgabe unseres Liverollenspiels, dass Mylady aufgrund von Aramis` Intervention nicht hingerichtet wird - die Spielleiterinnen wollten die Figur der Mylady unbedingt dabeihaben, also musste sie irgendwie überleben. Ich hab das dann für mich zu einer persönlichen Geschichte ausgebaut, warum Aramis das tut, welche Folgen das für ihn hat usw. Immerhin sagt er ja auch im Roman zu Porthos, als dieser Mylady am liebsten den Hals umdrehen würde: “Pfui! Eine Frau töten! “usw. - er kam daher für mich als Verhinderer dieser Hinrichtung durchaus in Frage.
Liebe Grüße
Aramis 

 

AlienorDartagnan schrieb am 17.09.2012 - 17:30 Uhr zu Kapitel «Nächtliches Abenteuer»:

Ganz schön spannend, da klopfte mir beim  Lesen wirklich das Herz, als Aramis sich in das Schreibzimmer schlich, ich konnte seine Anspannung richtig spüren. Wie gut, dass er Myladys Haarnadel hatte, um das Geheimfach zu öffnen, Mylady scheint solche Kniffe ja bereits aus eigener Erfahrung zu kennen, sonst hätte sie ihm die Nadel nicht gegeben. So ein Geheimfach kann ja durchaus ein raffiniertes Versteck sein, wenn niemand sich die Mühe macht, danach zu suchen,dann sieht es wirklich so aus, als ob nur uninteressante Dokumente im Schreibtisch verborgen wären. Dass er dann im Geheimfach gleich so einen heiklen Brief gefunden hat…genau das, was Rochefort und der Kardinal von ihm erwarten. Die Flucht hast du sehr spannend beschrieben, ich bekam eine richtige Gänsehaut, als Aramis vor Monsieur de Beuvres Zerberussen aufs Dach flüchten musste. Da hatte Aramis ja wirklich Glück, dass er dann nach dieser gefährlichen Kletterpartie auf Mademoiselle de Beuvres Balkon gelandet ist, und nicht im Schlafgemach von Monsieur de Beuvre.
Da hatte Aramis ja Glück, dass Monsieur ihn nicht im Zimmer seines Töchterchens entdeckt hat, das hätte er bestimmt nicht überlebt. Ein Glück, dass der Vater nicht in ihrem Zimmer nachgesehen hat.
Da ist Aramis ja nur haarscharf einem Verhängnis entgangen, er konnte ja nicht wissen, dass Monsieur nachts durch das Schloss wandert, weil er nicht schlafen kann. Da hätte er Aramis genausogut an seinem Schreibtisch erwischen können…Glück gehabt..
Bestimmt denkt Mademoiselle jetzt, er wäre nur wegen ihr dort hoch geklettert, so schnell wie sie ihn jetzt geküsst hat…ob Aramis, der sich ja vorgenommen hat, die Liebe nur noch praktisch zu sehen, da wohl widerstehen kann? Ich glaube ja, dass er sich in Mademoiselle verlieben wird, bin echt gespannt, ob ich Recht behalte und freue mich auf das nächste Kapitel.

Lg

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
vielen Dank fürs Weiterlesen und Deine Review!! Ich freu mich, dass diese Balkonszene (Anklänge an “Romeo und Julia” sind beabsichtigt) offenbar rüberkommt! Na klar, Mademoiselle glaubt jetzt natürlich, Aramis sei für ein gemeinsames Schäferstündchen mit ihr auf den Balkon geklettert, und ergreift sofort die Initiative. Was ihn wiederum vor Monsieur de Beuvre rettet, aber neue Komplikationen heraufbeschwört. Die unfreiwillige Kletterei weist  voraus auf Aramis` Aktivitäten in den VAA; dort wird er sich aber einer Strickleiter bedienen, aus Gründen der Bequemlichkeit, wenn er sein Kloster durchs Fenster verlässt - außerdem ist er dann ja auch 20 Jahre älter und nicht mehr der Jüngste. Die Haarnadel hat in diesem Kapitel sozusagen symbolischen Charakter - mit ihrer Hilfe ist Mylady ja damals in Paris in Aramis` Wohnung eingedrungen -
Liebe Grüße
Andrea&Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 17.09.2012 - 16:36 Uhr zu Kapitel «Geheime Pläne»:

Wie du Mylady beschreibst, das finde ich sehr passend, eine verführerische Schönheit, die sich ihrer Schönheit auch bewusst ist, und ihren verführerischen Charme auch spielen lässt, das ist typisch Mylady, kein Wunder, dass die junge Mademoiselle de Beuvre sie für eine große Dame hält. Mylady hat durchaus die Ausstrahlung einer Königin in deiner Geschichte.
Ich muss gerade schmunzeln, weil ich mir einen von Madame Coquenard auf Diät gesetzten Porthos vorstelle. Vorstellbar wäre das, wenn man sich an das “Festmahl” erinnert, das er genossen hat, als er bei Madame Coquenard zu Gast war. Allerdings ist es eher vorstellbar, dass er üppige Gelage feiert, nun, da er freien Zugriff auf den Geldschrank seiner Angebeteten hat. Bois-Doré junior scheint ja als einziger gegen Myladys Charme immun zu sein, und das will schon etwas heißen, denn die meisten erliegen ihrem Charme ja sofort. Womöglich wird sie vielleicht gerade deswegen den Junior zu verführen versuchen, weil sie es nicht gewohnt ist, dass ein Mann keinerlei Interesse an ihr zeigt. Wenn es wirklich stimmt, dass der junge Mann unglücklich in Mademoiselle de Beuvre, seine künftige Stiefmutter, verliebt ist, wäre das wirklich ein bitteres Los, das für ihn natürlich nicht so leicht zu tragen ist, und das würde seine Verschlossenheit erklären.
Oje, Mylady will, dass Aramis Monsieurs SChreibtisch durchsucht und alle Dokumente, die er findet kopiert? Das könnte aber böse ins Auge gehen…
Mir gefällt, wie du Aramis Gedanken beschreibst, man kann sich dann richtig gut in ihn hineinversetzen. Noch versucht er praktisch zu denken…aber das könnte sich schnell ändern, wenn er sich in Mylady oder Mademoiselle de Beuvre verliebt. Ich bin echt gespannt, wie es weitergeht…ob die Geschichte mit dem Schreibtisch gutgehen wird.
Aramis Überlegung, sich nur zu verlieben, wenn es sich lohnt passt so ganz zu Dumas Aramis in den Romanen. Ein schönes Kapitel.

Lg

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
Danke für Deine Review! Tja, Monsieur de Bois-Doré fils ist heimlich schwer verliebt in Mademoiselle de Beuvre, da hat er absolut keinen Blick für Mylady. Diese wiederum interessiert sich nicht nur beruflich  für Aramis, was nun Mademoiselle de Beuvre gar nicht passt, und Aramis fühlt sich jetzt wie ein Hase zwischen den Fronten - kein Wunder, dass er da über die Unsinnigkeit romantischer Liebe pessimistisch-philosophisch zu sinnieren beginnt. Ja, der arme Porthos auf Diät - das war nur so ein Gedankenblitz, beim Schreiben. Wahrscheinlich schlägt er sich eher, wie Du sagst, den Bauch voll, auf Gut Bracieux, siehe die VAA.
Liebe Grüße
Aramis

Rochefort schrieb am 17.09.2012 - 12:32 Uhr zu Kapitel «Nächtliches Abenteuer»:

Wunderbar spannend! Das ist mein Lieblingskapitel bisher. Ich habe richtig mitgefiebert, ob es Aramis gelingen wird, unentdeckt zu bleiben. Er hat sehr vorsichtig und geschickt agiert, aber bei einem solchen Unterfangen muss man immer mit unerwarteten Zwischenfällen rechnen. Das mit den Hunden wäre um ein Haar schief gegangen. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie er in diesen Momenten seinen Auftrag und seine Auftraggeber verflucht hat. Köstlich ist die Szene, wie Aramis Mademoiselle vor die Füße plumpst und sie  - glücklicherweise in diesem Fall! - die Situation missversteht und glaubt, er hätte versucht, zu einem nächtlichen Rendezvous in ihr Zimmer zu gelangen. Ich bin schon sehr gespannt, ob Aramis sich aus dieser heiklen Lage wieder befreien und die gewonnenen Informationen bei Mylady oder bei Rochefort abliefern kann.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Cornelia, Danke fürs Weiterlesen und Deine Review! Ja, ich hab versucht, Aramis` Erlebnisse in diesem Kapitel kulminieren zu lassen, und ich gebs gern zu, dass beim Schreiben auch gewisse Assoziationen mit dabei waren: “Romeo&Julia” bez. “Westside-Story” in der Balkonszene, “Über den Dächern von Nizza”, “Die Katze auf dem heißen Blechdach”, Agatha Chriesties “The Pale Horse”, wo auch so eine ominöse Namensliste vorkommt, und der Comic “Clever und Smart” , der von 2 völlig vertrottelten Agenten und ihrem cholerischen Geheimdienstboss handelt. Bitte entschuldige Aramis` haltlose Flüche Monsieur der Rochefort und Seiner Eminenz gegenüber! Er war da schon, was sein inneres Gleichgewicht betrifft, ein wenig out of order! Na, jedenfalls ist diese Nacht dann endlich für ihn gelaufen, in Mademoiselle de Beuvres Bett -
Liebe Grüße
Andrea&Aramis
P.S. Ich freu mich schon auf Dein nächstes Kapitel!

Rochefort schrieb am 17.09.2012 - 11:38 Uhr zu Kapitel «Geheime Pläne»:

Ich finde diese Geschichte außergewöhnlich gelungen und habe alle bisherigen Kapitel mit Begeisterung gelesen. Dein Schreibstil, auch, dass Du immer wieder kurze Passagen auf Französisch einbaust, lässt das Flair der damaligen Zeit im Text besonders lebendig werden. Auch die einzelnen Charaktere mit ihren Eigenheiten und ihrem Aussehen sind mit viel Liebe zum Detail geschildert und Du verstehst es hervorragend, ihre Gedanken und Emotionen wieder zu geben. Dass Aramis immer wieder in philosophische Betrachtungen verfällt, passt ausgezeichnet zu seinem sensiblen und poetisch veranlagten Charakter.

Ich bin schon sehr gespannt, ob er Erfolg bei seinem heiklen Auftrag haben wird.


Antwort des Autors:

Monsieur le comte / liebe Cornelia,
Vielen Dank für Deine Review!! Es freut mich total, dass Dir die Geschichte und mein Schreibstil gefallen! Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder das so empfindet - vor allem das französische Zeug, das kann auf manche Leute sicher auch nervig wirken. Ich selbst empfinde diese Geschichte wie ein manieristisches, kleines Stilleben oder ein subtil-erotisches Rokoko-Pastell, im Gegensatz zu den monumentalen Schlachtengemälden in Öl, die viele FFs hier perfekt verkörpern. Deine Geschichte “Die Gräfin de Winter” hat mich sofort an eine überaus fein und präzis ausgeführte Federzeichnung erinnert, in der kein Strich zuviel vorkommt -äh, entschuldige bitte diese malerischen Vergleiche! Ja, die an Spinoza angelehnten philosophischen Betrachtungen in puncto Liebe, die hab ich mir hier echt nicht verkneifen können! Gewisse Erfahrungen des eigenen Lebens spielen da wohl auch mit rein -
Liebe Grüße
Andrea&Aramis

kaloubet schrieb am 15.09.2012 - 15:49 Uhr zu Kapitel «Geheime Pläne»:

*g* - dann muss sich dies für mich auch lohnen! Der Satz ist klasse. Ah, monsieur l´abbé verabschiedet sich von der romantischen Liebe? Naja, mit einer Astrée wie dieser Mademoiselle zur Seite kann ihm das auch niemand übelnehmen. Ganz ehrlich, die ist ja unausstehlich - aber toll beschrieben, man bekommt beim Lesen richtig Zahnweh. Vermutlich würde sie heute Bäume umarmen, so wie der Jüngling sich heute ins Cyperspace flüchten würde. Aramis schätzt also Mme de Chevreuses Charakter richtig ein und wird - sozusagen - erwachsen oder befreit sich zumindest von einer Illusion, die er bisher noch hatte. Wobei er etwas riguros vorgeht, wenn es die große Liebe nicht gibt, dann lebe der Egoismus und der Materialismus, Freund Porthos macht´s vor. Ich bin sehr gespannt, ob ihm das mit dem Schreibtisch gelingt, man darf es annehmen, Freund Aramis war seit jeher sehr geschickt im Umgang mit weiblichen Utensilien ;-)


Antwort des Autors:

Äh, ich geb`s zu, diese philosophische Eskapade über die Unmöglichkeit vollkommener Liebe ist an Spinoza orientiert: Er hat in seinem “Kurzen Traktat über Gott, den Menschen und dessen Glück” in Zusammenhang mit dem Thema ” Liebe” definitiv diesen Vergleich mit den zwei Krüppeln, die einander nicht tragen können, gebracht; reine, absolute Liebe könne daher nur einem fehlerlosen, göttlichen Wesen gelten - eine sehr radikale Ansicht, ich gebs zu. Wobei Spinoza das göttliche Wesen aber nicht mit dem althergebrachten Gott Vater, sondern mit der Natur gleichsetzt, im Sinne des “Deus sive natura” - ein Gedanke, der Aramis fasziniert haben könnte, denke ich. Liebe zur allmächtigen Natur und ihren Gesetzen, anstatt primitivem Egoismus, Materialismus oder blinden religiösen Aberglaubens.
Was Mademoiselle de Beuvre betrifft: Es tut mir schrecklich leid, wegen des Zahnwehs, aber ich muss sagen, ich finde sie nicht ganz so schlimm -
Liebe Grüße
Andrea&Aramis

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