Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Szenen einer beinah klassischen Tragödie»

AramismyLove schrieb am 28.09.2015 - 16:39 Uhr zu Kapitel «Epilog»:

Was für eine spannende Story. 

Ich muss gestehen, dass ich nicht zu jeder Szene eine Review schreibe weil die anderen Fans schon alles geschrieben haben. Aber du hast echt ein Meisterwerk erschaffen, sehr mitreisend, und bis zuletzt rätselhaft und interessant. Aramis macht sich gut als “Detektiv” wobei er ja hier auch gute Unterstützung hat.

Rochefort und Mylady, hier in unserer FF sind sie ja schon oft hilfreich aufgetreten. 

Erneut ist es mir gelungen in die Geschichte voll abzutauchen und alles um mich herum zu vergessen. Wenn ich dann gezwungen bin, mal das Lesen zu unterbrechen (was leider durchaus passieren kann :)   fällt es mir echt oft schwer wieder in “unsere” Zeit zu finden. 

So nach dem Motto ” Wo hatte ich mein Pferd doch gleich angebunden”?

“Wo zum Teufel ist mein Degen”  “Ach Mist, verkehrte Zeit”  :D


Antwort des Autors:

Liebe AramismyLove,

vielen Dank fürs Lesen und dein freundliches Review, ich freu mich, wenn dir die Geschichte gefallen hat!
Meine Intention dabei war, mal etwas übers französische Theater des 17.Jh. zu schreiben, nachdem ich mich auf diesem Gebiet vor etwas längerer Zeit eingelesen hatte - und ich wollte Mylady, Rochefort und Aramis wieder als Ermittler-Trio in diesem Krimi zusammenspannen, nachdem Aramis, im Gegensatz zu d`Artagnan, ja in Dumas` Roman so gut wie gar nicht mit den beiden in Berührung kommt. Aber ich find, er passt irgendwie gut zu ihnen*zwinker*
Mylady ist hier natürlich komplett ooc, aber ich gebe zu, ich wollte sie, wie schon in meinen beiden “Mylady und Aramis”-Geschichten, mal ein bissl von ihrem bösartigen Image befreien…

Nochmal vielen Dank und liebe Grüße!
Aramis

Schnuffel schrieb am 18.07.2015 - 23:07 Uhr zu Kapitel «Szene 1»:

Guten Abend, Aramis.

So, hier mal das erste Gegenreview ;) (zu dieser Zeit lerne ich eh nicht mehr, deshalb hab ich mal mit dem ersten Kapitel angefangen). Also, das liest sich schon sehr, sehr vielversprechend und spannend, ich werde die Tage mal weiter lesen und natürlich meinen Senf dazu abgeben. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, vorallem, wer den Grafen umgebracht hat. Ach, witzig fand ich am Anfang den Putzstil des Angestellten. Hat mich an mich erinnert irgendwie :D Und das Mädel ist der Knaller. Sie hat ja hochtrabende Pläne, mal sehen, ob sie das erreicht…

Liebe Grüße

Schnuffel


Antwort des Autors:

Liebe Schnuffel,

ja, das Ganze ist wieder mal eine Parodie *zwinker*, und Mylady nach wie vor am Leben (in “Mylady und Aramis” rettet Aramis sie vor der Hinrichtung).Sie ist hier zwar kühn und durchtrieben, aber keine bösartige Teufelin wie bei Dumas, deshalb die ooc-Warnung. Dies ist meine dritte (und wohl auch letzte) Geschichte mit dem gewissen Trio infernal - ich gebe zu, mich hat`s gereizt, Aramis mit Rochefort und Mylady zusammenzuspannen, weil er mit diesen beiden, ganz im Gegensatz zu dem Frechling d`Artagnan, in den “Drei Musketieren” ja so gut wie keinen Kontakt hat…

Vielen Dank fürs Lesen und Reviewen!!
Liebe Grüße
Aramis

kaloubet schrieb am 06.03.2015 - 21:44 Uhr zu Kapitel «Epilog»:

*Brrrr* das ist ergreifend - man bekommt gleichzeitig Mitleid und Abscheu vor diesem jungen Mann, der kaltherzig so viele Menschen ermordete und dennoch nicht grausam erscheint. Das ist dir echt gut gelungen, seine Resignation, das stolze Hinnehmen seiner Strafe macht ihn sympatisch, auch wenn es natürlich schwierig ist, einen Mörder zu verstehen. Mord aus Eifersucht, *schauder*, da musste ich natürlich sofort an ein anderes Paar denken ;-) - eine sehr spannende, eng gestrickte und durchweg runde Geschichte mit einem überaus packenden und mitziehenden Epilog. Der arme Kerl, seine letzte Rolle auf den Brettern des Schafotts spielen zu müssen, welch ein Schicksal. Danke für diese großartige Geschichte!


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,

“gleichzeitig Mitleid und Abscheu” - ja, das ist es, was ich erreichen wollte, und ich freu mich sehr, wenn dieser Eindruck beim Lesen tatsächlich entstanden ist. Du weißt ja, mit rein bösen Figuren hab ich massive Probleme *zwinker*...
Ich muss zugeben, dieses letzte Kapitel ist mir nicht leicht gefallen, beim Schreiben, der Rahmen war mir zwar klar, aber ich wusste irgendwie nicht, wie und wo genau ich es anpacken sollte - es lag mir im Magen, ich hab es mit mir herumgeschleppt und hin und her gewälzt, bis es dann doch begonnen hat, sich endlich rauszukristallisieren -
(Bezüglich des gewissen Paars, das du hier erwähnt hast: Hm, ich hoff mal, dass bei Aramis schon eine gewisse natürliche Hemmschwelle vorhanden ist, was Mord aus Eifersucht betrifft - er tendiert ja dazu, schon vorher ordentlich Dampf abzulassen, ehe es so weit kommen kann *zwinker*)

Vielen Dank für dein freundliches Resümee und dein Lob! Ich freu mich sehr, wenn die Geschichte plausibel wirkt und für dich spannend zu lesen war.
Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 06.03.2015 - 21:38 Uhr zu Kapitel «Epilog»:

Ja, diese Beichte zeigt deutlich, dass der Onkel, der ermordete Duc, mit schuldig daran war, dass sein Neffe so ein skrupelloser Mörder wurde, wenn er den jungen de Guigne, der auch noch recht sensibel gewesen zu sein scheint in seiner Kindheit und Jugend nicht jahrelang geschlagen und gedemütigt hätte, wäre dieser womöglich nie zum Mörder gewesen. Das Böse steckt in jedem Menschen, und wenn die richtigen Umstände gegeben sind, kann es wohl bei jedem zum Ausbruch kommen, das sieht man an dem jungen de Guigne. Hätte der Duc seinen Neffen liebevoll und mit Respekt erzogen dann wäre es vielleicht nie so weit gekommen. Jetzt bin ich aber erstaunt. Monsieur Alcide hatte von de Guignes mörderischem plan keine Ahnung? Wie ist das denn möglich? Ganz schön raffiniert von dem jungen De Guigne, Alcide zu dieser Wettte zu überreden, und ihn so zu einem Komplizen, der gar nichts von seiner Komplizenschaft weiß zu machen. Wirklich dumm für den jungen Duc, dass Giselle ihn erkannte und erpresste..da hat er sie natürlich auch noch umgebracht. Armes, dummmes mädchen, ihr hätte klar sein müssen, dass man meistens nicht überlebt, wenn man einen Mörder erpresst, dass man sich damit in lebensgefahr begibt. Hate sie ernsthaft geglaubt, durch Erpressung zur duchesse aufsteigen zu können? In einer Zeit, in der ein Adeliger seine Frau ungestraft töten durfte ohne bestraft zu werden, hätte sie im Falle einer Eheschließung nicht lange überlebt.
Dumm nur für ihn, dass auch Madame de Margay hinter seine perfiden Morde kam und er sie auch noch töten musste. Wenn Mylady ihn nicht enttarnt hätte, wobei sie beinahe auch noch ihr Leben lassen mussten, wären vielleicht noch meher Menschen gestorben die ihm auf die Schliche gekommen wären. Und Alcide musste also sterben, weil er ihn mit Floridor betrogen hat….der Duc ist wirklich ein gefährlicher Mann und hätte wohl jeden ermordet, der ihn betrügt oder hinter seine Machenschaften kommt, gut, dass Aramis ihn enttarnt hat und er jetzt für seine Morde büßen muss. Falls es wirklich eine andere Seite des Flusses gibt, bezweifle ich jedoch, dass Monsieur Alcide ihm verzeihen würde. Meint Aramis das mit dem Verzeihen ernst, oder willl er dem Duc nur Trost bieten, obwohl dieser eigentlich keinen Trost verdient hat? Oh, der Duc wird also hingerichtet…kein schöner Tod, wenn er nicht gemordet ätte, hätte aus ihm auch ein großer SChauspieler werden können.
Trotzdem ist der Duc eine vielschichtige Figur, die ienem einerseits wegen der MOrde unsympathisch ist, die man aber dennoch irgendwie bemitleidet wegen des lieblosen Onkels, der ihn jahrelang nur geschlagen und gedemütigt hat. Ja, ich denke, dass es solche Misshandlungen sind, die aus Menschen Monster machen, ich habe mal gelesen, dass Hitler von seinem Vater als Kind halbtot geprügelt wurde.
Ich denke, dass in Demütigungen und Misshandlungen die Wurzel des Bösen liegt, wie auch das Beispiel des jungen de Guigne zeigt. Ich denke nicht dass er böse geboren wurde, sondern dass sein Onkel die Schuld daran trägt, dass aus ihm ein Mörder wurde. Womöglich würde jeder, der bei einem solchen Onkel aufwächst so werden. Aramis hat wahre Größe bewiesen, indem er diesem jungen Mann, obwohl dessen Taten abscheulich sind, so etwas wie Trost bot in den letzten Stunden.
Aber das ist wohl Aramis Aufgabe als Abbé, und er hat sie gut bewältigt.
Obwohl der Duc mir leidtut, denke ich,d ass er die Todesstrafe verdient hat.
Das war eine sehr sehr gute Geschichte und sehr spannend und ich hatte sehr viel Spaß dabei, in jedem Kapitel Mutmaßungen über den Möglichen Täger zu machen.
Ich finde das ist eine deiner besten Krimigeschichten die du bisher geschrieben hast und ich hatte viel Freude beim lesen und auch sehr viel Spannung.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

...ja, der junge Herzog ist zugleich Täter und Opfer, diese Ambivalenz war mir irgendwie wichtig, beim Schreiben - er hat sich in eine Kette aus Eifersucht, Verzweiflung, Zorn und mörderischer Gewalt verstrickt, aus der es letztlich für ihn keine Befreiung mehr gab. Dass aus ihm, bei anderem familiären Hintergrund, ein großartiger Schauspieler hätte werden können, wie beispielsweise Floridor, ist die eigentliche Tragik seines Lebens. Es rächt sich immer, wenn man seine Träume nicht leben darf.
Aramis hat seine tröstenden Worte aus dem Bauch heraus gesagt, Garantie gibt es natürlich keine. Aber er kann den jungen Mann verstehen, dieser ist ihm ja charakterlich ähnlich, und ihn in seinem Unglück noch demoralisieren und ihm alle Hoffnung rauben, das will er als Mensch und Priester nicht.

Vielen Dank für dein umfangreiches Review!! Ich freu mich sehr, dass dir die Geschichte gefallen hat und sie für dich spannend zu lesen war!

Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 06.03.2015 - 20:38 Uhr zu Kapitel «Epilog»:

Ich hoffe, du bist nicht böse weil ich dir jetzt erst reviewe, ich habe gerade eine neue FF angefangen, die ich demnächst auch hier reinstellen möchte und in den letzten Tagen habe ich intensiv daran gearbeitet und bin auch total tief in der geschichte versunken.
So, jetzt mache ich mich aber ans Lesen :)
Ja, es muss die Hölle sein, den Rest seines Lebens in so einem düsteren Kerker zu verbringen, das ertragen sicherlich die wenigsten lange, und viele begingen damals bestimmt Selbstmord…irgendwie vermute ich gerade, dass es mit dem jungen de Guigne auch so kommen könnte. Und Mitleid habe ich nicht mit ihm, er war ein grausamer Mörder. Wer bekommt jetzt eigentlich de Guignes Vermögen? Hat der junge Mann vielleicht irgendwo noch Verwandte? Ich bin gespannt ob ich mit meiner Vermutung richtig liege und er Selbstmord begehen wird. Der junge Mann der da liest ist wohl de Guigne? So eine Haft lässt sich wohl nur ertragen, wenn man sich in Bücher flüchten kann. Bücher sind ja wirklich ein wahres Wundermittel, da kann man sich so intensiv reinflüchten, dass man alles andere um sich herum vergisst. Ja, der junge de Guigne scheint ja sogar Aramis Scharfsinn und Kombinationsgabe zu bewundern, obwohl diese ihn ins Gefängnis brachte.
Wie war das eigentlich im 17. Jahrhundert, wurde jemand wie Guigne, der mehrere Menschen ermordet hatte eigentlich lebenslänglich eingekerkert oder wurde er öffentlich hingerichtet? Dass der junge Comte möchte, dass ausgerechnet Aramis ihm die Beichte abnimmt, ist schon erstaunlich. Ich bin schon sehr gespannt, wie diese Beichte ablaufen wird, und ob der Duc sich später das Leben nehmen wird oder ob er hingerichtet wird oder ob er den Rest seines Lebens im Kerker verbringen wird.

Review Teil 2 folgt

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,

ah, du schreibst an einer neuen Geschichte? Da bin ich schon sehr gespannt, welches Thema du gewählt hast! *neugierig bin*
Hm, ich denk mal, das Vermögen des jungen Herzogs ist von Gerichts wegen konfisziert - keine Ahnung, wo das nun hingeht, vielleicht fällt es an die Krone.
Ich glaube, bei mehrfachem Mord war damals regulär die Todesstrafe angesagt - zumindest bin ich hier von dieser Annahme ausgegangen.
Ich schreib unter der 2. Hälfte deines Reviews weiter…

Rochefort schrieb am 06.03.2015 - 11:24 Uhr zu Kapitel «Epilog»:

Lieber Aramis!

Ein sehr beeindruckendes und tiefgehendes letztes Kapitel. Die Beichte des jungen Herzogs, die Einblicke, die er dabei in die Abgründe seiner Seele gewährt, lassen einem wahrhaft kalte Schauer über den Rücken laufen. Diese wiedersprüchliche Mischung aus Reue und Entsetzen über seine Taten auf der einen und Verstocktheit, Selbstverliebtheit und Egozentrik auf  der anderen Seite - davon geht beim Lesen eine irgendwie morbide Faszination aus, mit der man den Ausführungen des Mörders folgt.  Und all das noch im tristen Ambiente der Bastille… Aramis ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden!

Ich kann gut nachvollziehen, dass die Geständnisse des jungen Mannes Aramis zutiefst aufwühlen und erschüttern, denn in manchem, was er da zu hören bekommt, muss er sich selbst, seine eigenen dunklen Seiten und Ängste, wiederfinden. Bisher hat er es (fast) immer geschafft, seine wilden, dunklen Leidenschaften in Zaum zu halten. Doch wahrscheinlich fragt er sich nun im Stillen, was geschehen könnte, wenn es ihm eines Tages nicht gelänge. Könnte er dann womöglich auch zum Mörder werden?

Sehr gelungen hast Du hier nun alle Fäden entwirrt und die Hintergründe der ganzen Tragödie ans Licht gebracht. Wirklich toll, wie einfallsreich und komplex Du diese Krimihandlung gestaltet hast!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen Dank für dein einfühlsames und wieder so dermaßen treffendes Review!! Ich kann alles, was du darin aussprichst, nur dreifach unterschreiben! “Davon geht beim Lesen eine irgendwie morbide Faszination aus” - ja, du hast es auf den Punkt gebracht, das ist`s, was ich erzeugen wollte, und ich freu mich sehr, wenn es in deinen Augen geglückt ist! Ich gebe zu, dieses letzte Kapitel war für mich nicht leicht zu schreiben, ich hab lange hin- und her überlegt, wusste nicht, wie und wo genau ich einsetzten sollte - mir war anfangs bloß der äußere Rahmen dafür klar, die Beichte des jungen Herzogs in der Bastille, in der die letzten Ungewissheiten ausgeräumt werden sollten.
Aber irgendwie hat es sich dann doch rauskristallisiert. Die Ambivalenz der Charaktere, die du in deinem Review angesprochen hast, war mir beim Schreiben sehr wichtig - der junge Mörder als Täter und zugleich Opfer widriger Umstände. Dass Aramis dazu seinerseits nur allzu deutliche Parallelen in sich verspürt, verstärkt sein Mitgefühl und Verständnis, aber auch seine Selbsterkenntnis.

Nochmal vielen Dank für dein tiefgreifendes Review, ich hab mich total darüber gefreut!
Liebe Grüße
Aramis 

Rochefort schrieb am 25.02.2015 - 15:00 Uhr zu Kapitel «Szene 15»:

Lieber Aramis!

Bitte verzeih, dass ich so lange nichts von mir hören ließ! Anfang Februar waren wir auf Urlaub, dann haben mich die Ballvorbereitungen so in Anspruch genommen, dass ich daneben zu nichts anderem gekommen bin. Nun habe ich es endlich geschafft, Deine inzwischen erschienenen neuen Kapitel zu lesen. Aus Zeitgründen kann ich nicht jedes einzelne reviewen, sondern schreibe hier gleich zu allen.

Du hast die Dramatik immer mehr zu steigern verstanden und besonders in den letzten 3,4 Kapiteln kommen so viele packende Szenen vor, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, welche davon mir am besten gefällt. Eine meiner Lieblingsszenen ist auf jeden Fall die, in der Rochefort den Comte de Vilaincour überlistet und so zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: ein Tatverdächtiger weniger und zugleich ist der Graf gezwungen, mit den Ermittlern zu kooperieren. Und ich freue mich immer so, wenn Du Luna einbaust - perfekt, wie sie den Schurken zur Strecke bringt! *schmunzel* Sehr packend und menschlich äußerst dramatisch finde ich auch das Geständnis der Duchesse de la Bacalle. An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich das Vorgehen und auch die Reaktionen von Rochefort in bestimmten Situationen immer besonders gelungen und zu dem Charakter passend (zumindest nach meiner Vorstellung) finde. Dass er die Herzogin gehen lässt, in dem Wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, anstatt sie vor Gericht zu zerren, ist ich menschlich großartig.

Sehr imponiert mir auch Aramis’ extrem scharfe Beobachtungs- und Kombinationsgabe - diese Eigenschaften machen ihn zum idealen Detektiv. Etwa bei der Sache mit der auffällig gemusterten Mantelborte, der verräterischen Bemerkung des Comte de Guigne oder Aramis’ Rückschluss, als Bazin das Türschloss reparieren will. Wirklich genial!

Herrlich auch Myladys Verwandlung in die Zofe Lucille. So viel hausfrauliche Qualitäten würde man Charlotte gar nicht zutrauen *zwinker*! Und dazu ihre bühnenreife Verstellungskunst… Doch all dies schützt sie letzten Endes nicht vor der tödlichen Gefahr, in die sie sich mit dieser Spionageaktion gebracht hat. Das Ende dieses bisher letzten Kapitels war so packend, dass man beim Lesen unwillkürlich den Atem anhielt - welch’ ein Glück, dass auch hier die vierbeinige Agentin Luna und ihr Herr als Rückendeckung zur Stelle sind!

Wie es sich für einen guten Krimi gehört, hast Du es auch bis zum Schluss geschafft, die Leser über den Täter im Unklaren zu lassen. Der Comte de Guigne war zwar eine der - vielen - Personen mit einem Tatmotiv, trotzdem waren die Zusammenhänge so undurchschaubar und die Verstellungskunst des jungen Mannes so groß, das man - oder zumindest  ich - ihn nicht als einen der Hauptverdächtigen sah.

Und noch etwas muss ich erwähnen, obwohl ich es, glaube ich, schon bei anderen Reviews getan habe: Ich finde es absolut genial, wie Du Details, z.B. die Einrichtung eines Raumes, die Kleidung einer Person oder auch die Gefühlsregungen der Protagonisten, zu schildern verstehst. Die Geschichten werden dadurch unglaublich lebendig und anschaulich. Danke auf jeden Fall für diese tollen neuen Kapitel!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast, nicht nur weiterzulesen, sondern auch noch dieses so ausführliche und wohlwollende Review zu schreiben!! *erröt* Ich freu mich total, wenn`s für dich spannend zu lesen war und die Identität des Täters dich offenbar sogar ein wenig überraschen konnte!
Ich wollte den 3 Ermittlern diesmal eine jeweils eigene Szene zuweisen, wo sie ein bissl in den Vordergrund treten können: Rochefort und seine Wolfshündin in der Konfrontation mit dem Comte de Vilaincour, Mylady in ihrer Rolle als spionierende Zofe, und Aramis als scharfen Beobachter, der gewisse verräterische Dinge erkennt, miteinander kombiniert und damit dem Täter auf die Schliche kommt. Die endgültige Entlarvung ist wieder das gemeinschaftliche Werk aller drei - oder besser gesagt vier, Luna darf hier natürlich nicht fehlen *zwinker*. Die Figur der schwerkranken Duchesse de la Bacalle ist, wie schon gesagt, eine Hommage an die großartige Lauren Bacall, die leider im Sommer vergangenen Jahres verstarb.
Vielen Dank nochmal für dein freundliches Lob! Ich freu mich besonders drüber, dass Rocheforts und Lunas Darstellung deine Zustimmung findet!

Liebe Grüße
Aramis

 

AlienorDartagnan schrieb am 20.02.2015 - 20:19 Uhr zu Kapitel «Szene 15»:

Putzen…da wird Mylady, die das nicht gewöhnt ist, am Abend sicherlich körperlich total k.o. sein. Und ich kann gut verstehen, dass ihr kalte Schauder über den Rücken laufen, wenn sie vom Fenster aus die Stelle sieht an der die tote Giselle lag.
Und ich kann nur staunen wie gut Mylady geputzt hat, dass sogar Monsieur Coq sie lobte…obwohl sie noch nie geputzt hat, macht sie ihre Sache gut und gründlich. Was für ein Glück, dass Mylady eine passende Ausrede parat hatte, als man sie bei ihrer Inspektion erwischte…das hätte auch böse ins Auge gehen können. Wenn sie so weitermacht, stehen ihre Chancen, die Wahrheit herausfinden zu können ohne dabei Verdacht zu erregen, sehr gut.
Ob sie wohl auch in de Guignes Schlafkammer irgendetwas Aufschlussreiches finden wird? Ich muss jedesmal schmunzeln, wenn Monsieur Coq sich denkt wie unscheinbar die neue Zofe ist….wirklich genial wie du das gemacht hast. Aha, der junge Duc de Guigne hat also nur Mandelmilch und kein Gift im Fläschchen..er legt wohl wie Aramis Wert auf samtige Hände. Und im Nebenraum scheint außer fader religiöser Literatur auch nicht viel zu entdecken sein. Ob die braune Flüssigkeit in der Flasche wirklich Hustensaft ist? Ach, ist das spannend…ich wüsste ja zu gerne was in dieser Schatulle ist…zu dumm, dass ausgerechnet jetzt de Guigne auftaucht…hoffentlich merkt er nicht, dass Mylady in seinem Gemach ein wenig geschnüffelt hat, denn in diesem Fall wäre sie erledigt.
Mir laufen gerade beim Lesen eisig kalte Schultern über den Rücken..anscheinend stimmt meine Vermutung und der Hustensaft ist irgendein Gift und de Guigne hat gemerkt dass Mylady keine Zofe ist und will sie nun vergiften. Was er wohl tun wird, wenn sie den Wein ablehnt? Ach, das ist ja so spannend, du machst das echt gut. Der funkelnde Blick des jungen Herzogs zeigt deutlich, dass er sie enttarnt hat und sie nun aus dem weg räumen möchte..hoffentlich kommt sie aus der Nummer heil wieder raus. Oje, jetzt hat er also sein Stilett gezogen…jetzt mache ich mir wirklich Sorgen um Mylady. Oh herrlich, Luna taucht wieder im Geschehen auf und rettet Mylady…finde ich prima, dass du die Wolfshündin hier einbaust und dass sie gerade in letzter Minute auftaucht..ich vermute mal, dass dann auch Rochefort und Aramis nicht mehr weit sind? Ein sehr gutes und spannendes Kapitel, ich hatte beim lesen viel Freude und fand es sehr aufregend.

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Was Mylady anfasst, das macht sie auch gründlich, selbst, wenn`s Fensterputzen ist, Ketty hat sie ja offenbar perfekt eingeschult *zwinker*, und im spontanen Ausredenerfinden ist sie schlicht perfekt. Allerdings nützt ihr diese Fähigkeit beim jungen Herzog nichts mehr, als der sie abends beim heimlichen Herumstöbern in seinem Schlafzimmer überrascht.
In der Medizinflasche befindet sich kein Hustensaft, sondern Laudanum, wie Mylady instinktiv erkennt, und beinahe wäre ihr diese gefährliche Situation zum Verhängnis geworden - doch Rocheforts Plan verhütet das Schlimmste. Nachdem ein Hund wohl nicht imstande ist, Türen aufzubrechen, und die polternden Schritte auf dem Parkett sicher nicht vorn der pfeilschnellen, lautlosen Wolfshündin stammen, sind Rochefort und Aramis klarerweise prompt zur Stelle.

Nochmal Danke für dein freundliches Review, ich freu mich, wenn das Ganze für dich spannend zu lesen war!
Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 20.02.2015 - 19:43 Uhr zu Kapitel «Szene 15»:

Wow, Myladys Verwandlung ist ja wirklich perfekt gelungen, wenn sie auf Monsier Coq so unscheinbar wirkt, obwohl sie sonst jeden Mann in ihren Bann zieht. Wirklich gelungen. Ich bin schon sehr gespannt, ob Mylady alias Madame Lucille etwas herausfinden wird, das hilft, dem jungen de Guigne auf die Schliche zu kommen. Das ist wirklich sehr gefährlich was sie da macht, ich bin schon sehr gespannt, ob sie wohl noch in Lebensgefahr geraten wird. Mylady als vertrocknete Landpomeranze, da muss man beim Lesen wirklich schmunzeln…einfach herrlich. Ihre Tarnung ist geradezu perfekt. Ob sie wohl in der Schlafkammer der armen ermordeten Giselle, die jetzt ihre Kammer ist, noch irgendwelche Beweisstücke finden wird? Das Leben als Zofe war damals ja wirklich trist, wenn man in so einer kleinen Dachkammer hausen musste…Mylady ist das ja als Luxusweibchen gar nicht gewohnt. Oh, Giselle hatte also einen Beutel mit Goldmünzen in ihrer Matratze versteckt…wofür sie die wohl bekommen hat und von wem? Ich vermute ja, dass sie de Gugine damit erpresst hat und dieser sie deswegen getötet hat. Und man kann sie ja nur zu gut verstehen, da diese Goldmünzen es ihr ermöglicht hätten, das triste Zofenleben schon bald hinter sich lassen zu können. Oje, hoffentlich fliegt Mylady jetzt nicht auf wenn sie arbeiten muss..harte Arbeit sind ihre zarten Hände ja gar nicht gewohnt und ich glaube nicht, dass sie jemals Staub gewischt, Essen gekocht und Böden gewischt hat. Hoffentlich fliegt sie jetzt nicht auf.

Review Teil 2 folgt

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,

vielen Dank fürs Weiterlesen und dein wieder so ausführliches Review! Ja, Mylady geht ein ziemlich hohes Risiko ein, mit ihrer Spionagetätigkeit, doch ihre Verkleidung ist perfekt, ihre Schauspielkunst überzeugend, und Ketty hat sie mit guten Tipps bezüglich Hausarbeit versorgt. Gott sei Dank braucht sie als Stubenmädchen nicht zu kochen, dafür ist ja die Köchin den Hauses, Madame La Hache, zuständig.
Natürlich hat Mademoiselle Giselle den Mörder erpresst, woher sollten die Goldmünzen in ihrer Matratze wohl sonst stammen? 
Ich schreib unterm 2. Teil deines Reviews weiter…

AlienorDartagnan schrieb am 19.02.2015 - 20:32 Uhr zu Kapitel «Szene 14»:

Ich kann verstehen dass Aramis erschüttert ist, zwei Morde am Tag sind schon ein Schock, den man nicht so einfach verkraften kann. Ich kann gut verstehen, dass Aramis jetzt erst einmal in seine Wohnung möchte um ein heißes Bad zu nehmen, ein heißes Bad kann nach so schlimmen Erlebnissen sehr entspannend und beruhigend wirken. Ich bin schon gespannt, wie er und Rochefort weiter vorgehen werden. Herrlich, du hast Bazin echt gut getroffen, genauso hätte Dumas ihn auch geschrieben, dass er Aramis dazu rät, endlich wieder zum priesterlichen Leben in Noisy zurückzukehren, das ist der frömmlerische Bazin den wir von Dumas kennen. Dass Aramis sich im Moment nicht seinem religiösphilosophischen Briefverkehr widmen kann, ist doch bei den aktuellen Ereignissen klar und dafür müsste eigentlich auch Bazin Verständnis haben Was für eine Erleuchtung Aramis da wohl kam, als er sah, wie BAzin an der tür herumwerkelte? Weiß er jetzt, wie de Guigne die Taten begangen hat? Ich musste beim Lesen wirklich schmunzeln…Mylady als Ketty verkleidet…einfach herrlich witzig, du hast wirklich einen genialen Humor. Und ich hoffe, dass es wirklich nur eine Perücke ist, denn um ihr schönes blondes Haar wäre es wirklich schade. Aber was genau will sie mit dieser Maskerade eigentlich bezwecken? Oh, sie will also als Ersatz für Giselle im Hause von de Guigne anfangen? Wow, das ist ja echt spannend, da begibt sich die toughe Mylady ja in große Gefahr. Ich bin gespannt, ob es ihr gelingen wird, den jungen Grafen zu überführen und selbst mit heiler Haut aus der Sache wieder herauszukommen. Ich bin sehr gespannt ob Mylady in de Guignes Haushalt irgendwelche Beweismittel finden wird und freue mich schon, morgen das nächste Kapitel zu lesen. Du hast wieder echt spannend geschrieben, diese Geschichte werde ich bestimmt noch öfters lesen :)

Liebe Grüße

Alienor



Antwort des Autors:

Ich freu mich, wenn du Bazins Lamentationen und Myladys Maskerade gelungen geschrieben fandest! Bazins Zange öffnet Aramis die Augen - nun weiß er, wie man Türen, bei denen der Schlüssel innen steckt, von außen verschließen kann.
Myladys Entschluss, den jungen Herzog als Zofe verkleidet in seinem Haus auszuspionieren, ist tatsächlich riskant, aber sie lässt sich durch Aramis` besorgte Einwände nicht von ihrem Entschluss abbringen.

Nochmal Danke fürs Lesen und Reviewen!
Liebe Grüße
Aramis

1  2  3  4  5  Weiter  [Ende]
Angezeigt 1 bis 10 von 65