Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Vaterschaften»

Rochefort schrieb am 11.07.2017 - 15:10 Uhr zu Kapitel «Canossa»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Dieses Kapitel lässt wahrhaftig nichts an prickelnder Spannung zu wünschen übrig. Mir gefällt es ganz besonders, dass Athos sich entscheidet, dem König unrasiert und in seiner abgetragenen Kleidung gegenüber zu treten - diese Aufmachung spiegelt nicht nur seinen derzeitigen Status, sondern symbolisiert gleichsam auch, wie es in seinem Inneren aussieht. Sich so der sensationsgierigen Meute bei Hofe zu präsentierten, dazu gehört viel Mut und menschliche Größe! Gut, dass Aramis an seiner Seite bleibt. Ich denke, dass Athos die Anwesenheit des geliebten Freundes unbedingt braucht, um diesen Canossagang durchzustehen und vor dem König die richtigen Worte zu finden.

Louis ist es hoch anzurechnen, dass er die Situation nicht ausnutzt um Athos zu demütigen, sondern ehrliche Bereitschaft zur Versöhnung zeigt. So scheint sich nun doch noch alles zum Guten zu wenden - auch für Raoul! Umso mehr, als auch Madame de Chevreuse über ihren Schatten springt und bereit ist, Louise noch eine Chance zu geben.

Besonders gelungen fand ich die Einstiegsszene mit dem verkaterten Aramis *zwinker* und die Beschreibung der affektierten Hofgesellschaft!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

ganz herzlichen Dank für dein treffsicheres Review - und entschuldige meine verspätete Antwort, ich kam in der letzten Zeit irgendwie zu nix… Athos´ Aufzug hat mit Ehrlichkeit, aber auch mit Trotz zu tun, er will dem König zeigen, dass er nicht zu der Reihe der Speichellecker gehört, dass er stolz zu dem steht, was er nun ist - im Prinzip ein Vogelfreier. Hätte er sich seinem Stand gemäß gekleidet, hätte er Anspruch erhoben, ja, fast ein wenig um Ansehen gerungen. So beweist er, dass ihm die Meinung des Königs, aber auch der Höflinge, gleichgültig ist. Das ist vielleicht nicht opportun, aber das war Athos ja eh nie, nicht wahr?

Louis ist bei uns fast ein wenig ehrlicher, scheint mir, als im Roman, naja, anders wärs nicht gegangen. Wir wollten ja nicht alle in die Bastille schicken *zwinker*

Nochmal danke für dein Review

Liebe Grüße

Kalou

Rochefort schrieb am 11.07.2017 - 14:33 Uhr zu Kapitel «Rencontre»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Aramis’ stürmischer Abgang hat in d’Artagnan begreiflicherweise die letzten Zweifel beseitigt, dass hier irgend etwas Unerhörtes im Gange ist. Sein Pflichtbewusstsein wie seine angeborene Neugier zwingen ihn nun geradzu, sich Klarheit zu verschaffen. Was er dann allerdings zu hören bekommt, darauf wäre er wohl in seinen kühnsten Träumen nicht gekommen *schmunzel* - die Freunde hatten in jedem Fall den Überraschungseffekt auf ihrer Seite und mir hat diese Szene besonders gefallen.

Die Konfronation zwischen Anne und ihren beiden Söhnen ist begreiflicher Weise äußerst emotionsgeladen. Interessant, dass Anne in ihrer Entscheidung, Philippes Existenz bis zuletzt geheim zu halten, mich an Richelieu erinnert. So wie er ließ sie alles Persönliche hinter das (vermeintliche) Staatswohl zurück treten, denn ihre Sorge, dass königliche Zwillinge im schlimmsten Fall zu einer Spaltung des Königreiches und einem Kampf um den Thorn führen könnten, ist ja nicht ganz unbegründet. Trotzdem habe ich den Verdacht, dass neben diesen rationalen Überlegungen später die Scheu dazu kam, sich mit dem begangenen Unrecht auseinander zu setzen und sich der Konfrontation mit beiden Söhnen zu stellen.

Philippes ausnehmend großmütige und duldsame Natur ist in dieser Situation für alle Beteiligten ein großer Glücksfall. Ich glaube nicht, dass ich hätte verzeihen können und wollen…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

ja, d`Artagnan bekommt da in der Tat etwas zu hören ;), aber er trägt es mit Fassung, denn immerhin könnte er ja auch seinen Freunden nun gram sein, weil sie ihn in ihren Plan nicht eingeweiht haben. Aber vielleicht begreift er ja insgeheim, dass diese Geheimhaltung nur zu seinem Besten war?
Ich stimme deiner scharfsinnigen Erklärung zum Verhalten der Königinmutter absolut zu! Genau das, was du hier beschreibst, könnten ihre heimlichen Beweggründe gewesen sein! Ich denke, sie fühlte sich als Frau vermutlich auch machtlos gegenüber dem Willen Mazarins und des Königs, und hinterher kam die Furcht vor ihren beiden Söhnen hinzu.
Ich weiß nicht, wie kaloubet darüber denkt, aber Philippes Großmut ist in meinen Augen auch Selbstschutz. Denn er kann ja im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung mit seinem Bruder trotz seiner rechtmäßigen Königswürde nicht sicher sein, genügend Männer hinter sich zu haben. Er weiß, was es heißt, im Kerker zu sitzen, und daher verhält er sich konziliant. Aber auch aus einem weiteren Grund schlägt er den Weg des Friedens und der Versöhnung ein, das wird im übernächsten Kapitel (hoffentlich) deutlich… 

Vielen lieben Dank für dein Lesen und dieses äußerst treffende Review! :)
Liebe Grüße
Aramis

Rochefort schrieb am 09.06.2017 - 11:49 Uhr zu Kapitel «Bitterer Sieg»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Oh ja, ich kann den Zorn des Bischofs, den Ihr hier mit so drastischer Eindringlichkeit schildert, sehr gut nachfühlen. Mir wäre es an seiner Stelle wohl nicht anders ergangen. Wenn man bedenkt, was alles auf dem Spiel stand, wie unerhört gefahrvoll der Plan für alle Beteiligten war und was sie riskiert haben - nämlich ihrer aller Leben und ihre gesamte Existenz - dann ist nur zu verständlich, was Philippes Entscheidung in Aramis auslöst. Trotz allem ist der Hauptgrund für seine rasende Wut aber nicht die Tatsache, dass der befreite Zwillingsbruder den Thron nicht will, sondern dass er um seine Rache für Athos betrogen wurde und sich sein geliebter Freund nun vor Louis demütigen soll.

Die direkt Betroffenen, nämlich Athos und Raoul, nehmen die Sache da zumindest äußerlich wesentlich leichter und akzeptieren ihr Los mit einem gewissen Fatalismus. Ein Glück, dass, mit weiblicher Intuition und Vernunft, Marie eingreift und die Männer darauf hinweist, was wirklich zählt, sodass es Athos möglich ist, seinen Stolz denjenigen Menschen zuliebe zu überwinden, die ihm wahrhaft wichtig sind.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort, er tut es zähneknirschend. Wenn Athos eines wichtig ist, dann seine Ehre, und die ist hier in der Tat in Gefahr. Andererseits haben sie so viel auf sich genommen und schlussendlich hat sich ja auch Louis als menschlicher und größer herausgestellt, als Athos dachte - weswegen er diesen Kniefall nun doch machen kann. Vor dem König, der ihm damals alles nahm, was ihm teuer war, hätte er sich nicht so erniedrigt, aber nachdem Louis über seinen Schatten sprang, kan auch er es tun. Zum Glück ;)

Ganz liebe Grüße und wie immer herzlichen Dank

Kalou

Rochefort schrieb am 23.05.2017 - 14:53 Uhr zu Kapitel «Konfrontation»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Ich habe versucht, mich in die Situation im Ratssaal hinein zu versetzen ... das muss sich für alle Anwesenden und natürlich in erster Linie für Louis selbst so anfühlen, als würde ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen. Einfach unfassbar! Mit der gewählten Überrumpelungstaktik bleibt dem König und seinen Vertrauten auch nicht die geringste Möglichkeit, an den vollendeten Tatsachen zu rütteln, etwas zu vertuschen oder was auch immer für Gegenmaßnahmen zu treffen. Alle anwesenden Würdenträger des Reiches werden zu Zeugen der unglaublichen Szene.

Ich muss gestehen, ich war nie ein Freund des historischen Sonnenkönigs, aber seine Reaktion hier söhnt mich zumindest mit dem Louis XIV. hier in der Fanfiction etwas aus. Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, dass er sich widerspruchslos in sein Schicksal fügen würde. Er scheint ehrlich erschüttert zu sein vom Schicksal seines Zwillingsbruders und man glaubt ihm, dass er davon nichts wusste. Das macht ihn menschlich.

Und genau diese Menschlichkeit wie auch Großmut und Stäre, die er hier zeigt, sind es, die wiederum Philippe so beeindrucken, dass er die ihm zustehende Königswürde ablehnt. Im Grunde, denke ich, hatte er das von Anfang an vor für den Fall, dass Louis ihn als Bruder annimmt. Er wollte nie König sein - nur frei… Darin hat Aramis ihn falsch eingeschätzt und sein hochfliegender Plan scheint wie ein Kartenhaus in sich zusammen zu stürzen. Doch jemand wie er gibt so rasch nicht auf. Dem König hier vor aller Augen seine Meinung ins Gesicht zu schleudern und ihn mit der Sache des Comte de la Fére zu konfrontieren, dazu gehört schon einiges an Mut - und ich fand es großartig! Richelieu hat ihm sicher aus dem Jenseits Beifall gezollt *zwinker*. Trotzdem denke ich, dass es nur der Fürsprache von Philippe und der Ausnahmesituation, in der er sich befindet, geschuldet ist, dass Louis versucht über seinen Schatten zu springen.


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen Dank für dein so treffsicheres Review! :) Du sprichst darin genau das an, was auch kaloubet und ich diskutierten: Wie reagiert Louis auf die Konfrontation mit seinem Bruder? Wir gingen davon aus, dass er (wie bei Dumas) von Philippes Existenz absolut nichts wusste, und wir kamen überein, dass er ja kein böser und verbrecherischer sondern im Gegenteil ein guter und gerechter König sein will, also eine Lichtgestalt, ein Sonnenkönig, den seine Untertanen zu Recht verehren. Durch Philippes Erscheinen muss er jedoch zu seinem Schrecken erkennen: Er ist nichts als ein frevlerischer Thronräuber, ein Gotteslästerer und (wenn auch ein unwissentlicher) Verbrecher am eigenen königlichen Fleisch und Blut. Diese niederschmetternde Erkenntnis bricht seinem arroganten Stolz das Genick. Außerdem denke ich, dass “unserem” Louis seine eigene königliche Familie grundsätzlich sehr wichtig ist, er braucht ihren Rückhalt, denn er ist ja schließlich ihr Oberhaupt - umso härter muss es ihn daher treffen, dass er über die Existenz des eigenen Bruders und rechtmäßigen Thronfolgers bisher absolut nichts wusste. Aus all dem leiteten wir ab, dass Louis widerstandslos kapituliert und zugunsten Philippes auf das Königsamt verzichten will, was diesen wiederum darin bestätigt, nun seinerseits auf die Krone Verzicht zu leisten.

Ja, Philippes freiwilliger Thronverzicht, das war es, womit Aramis nicht gerechnet hat. Denn er ging natürlich von sich selbst aus, und er hätte, ehrgeizig wie er ist, an Philippes Stelle niemals auf die rechtmäßige Königswürde verzichtet. In diesem einzigen Punkt war Aramis blind, und so musste er, welch grausame Ironie des Schicksals!, trotz seines Sieges scheitern. Doch sein Scheitern ist hier, Dieu merci, von anderer Art als in Dumas` VdB.

Philippe wiederum sieht sich nun seinen Befreiern gegenüber moralisch verpflichtet, und daher zögert er nicht, bei seinem königlichen Bruder für Athos einzutreten. Und Louis bleibt gar nichts anderes übrig, als großmütig zu sein, wenn er neben Philippe, dessen unvergleichlichem Großmut er seine nun rechtmäßige Königswürde verdankt, nicht jämmerlich schlecht dastehen will.

Nochmal vielen Dank für dein Weiterlesen und dein kongeniales Review! :)
Liebe Grüße
Aramis

Rochefort schrieb am 22.05.2017 - 15:23 Uhr zu Kapitel «Audienz»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Beim Lesen des ersten Absatzes ging mir durch den Kopf, dass Aramis ein würdiger Nachfolger von Richelieu hätte sein können ... *zwinker*  Er hat einen ähnlich kühnen, hochfliegenden Geist und starken Willen. Das zeigt sich auch in dem Gespräch mit Philippe. Man meint zu fühlen, wie er den jungen Mann mit der Kraft seiner eigenen Überzeugung, mit seiner ganzen Energie und der Intensität seiner Präsenz von dem überzeugen will, was er für den richtigen Weg hält.

Die Schilderung der Nuntiatur und der Ankunft der kleinen Gruppe dort ist richtig ehrfurchtgebietend!  Angesichts der, nun, ziemlich ungeheuerlichen Sache, mit der der Legat hier konfrontiert wird, reagiert er erstaunlich gelassen. Man hat den Eindruck, dass ihn in Bezug auf den Generaloberen der Jesuiten kaum noch etwas überraschen kann… Und Aramis hat, wie man sieht, nichts dem Zufall überlassen. ;-)

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort, vom Geist und seinen Ambitionen her wäre Aramis in der Tat Richelieu ebenbürtig. Aber ich glaube, er ist menschlicher - oder vielleicht trifft genussvoller es eher. Ich weiß nicht, ob er wirklich alles opfern würde, um nur dem Staat zu dienen? Er ist, bei allen Ambitionen, ein Mensch, der das Leben liebt, ich würde Richelieu da als asketischer sehen. Kann mich aber täuschen und du hast ganz sicher Recht, dass sich die beiden in ihrem kühlen Geist und ihren hochfliegenden Plänen sehr ähneln.

Ganz herzlichen Dank für dein Review, liebe Grüße

Kalou

Rochefort schrieb am 19.05.2017 - 11:27 Uhr zu Kapitel «Zurück nach Paris»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Armer Fouquet, fast könnte er einem ein wenig Leid tun - trotzdem er sich ja ziemlich schamlos an den Staatsfinanzen bereichtert haben dürfte… Jedenfalls läuft er offenen Auges in sein Verderben. Da kann auch Aramis’ wohlgemeinte Warnung nichts mehr ändern. Trotzdem kann ich die Erschütterung des Bischofs verstehen - den Sturz eines Freundes hilflos mitansehen zu müssen, ist immer zutiefst bedrückend. Umso mehr wünscht Aramis sehnlichst, Louis’ Stunden auf dem Thron Frankreichs mögen nun gezählt sein.  Und tatsächlich, die Chancen scheinen gut zu stehen - der erste Teil des waghalsigen Unternehmens ist geglückt und Philippe zeigt sich durchaus als ein Mann, welcher der Krone würdig wäre. 

Tatsächlich etwas verblüfft war ich, dass Aramis so in seiner Mission aufgeht, dass nicht einmal der Verdacht eines Tête-á-Tête zwischen Athos und Marie ihn sonderlich zu stören scheint *zwinker*...

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

ja, Aramis` Sanftmut ist in der Tat überraschend! ;)  Aber ich dachte mir, er ist ja nun beileibe kein heißblütiger Jüngling mehr sondern ein älterer, erfahrener Mann, der auf dem Gipfelpunkt seiner Karriere steht. Er handelt daher auch verstärkt vernunftorientiert und kann und darf es sich in seiner Position leisten, auch mal großmütig zu sein. Zudem ist er sich Athos` Liebe sicher, denn die beiden sind zusammen ja bereits durch so manche Höhen und Tiefen gegangen, und nicht zuletzt will er natürlich den Großen Plan auf keinen Fall durch Zwist und Hader gefährden. Im Gegensatz zu früheren Jahren empfindet  er ein mögliches tête-à-tête zwischen Athos und jemand anderem nun nicht mehr als existenzielle Bedrohung.
Fouquets Sturz ist vorgezeichnet, er hat mit Sicherheit nicht wenig in die eigene Tasche gewirtschaftet. Dass seine Verhaftung in der Öffentlichkeit dennoch so bedauert wurde (der historische d`Artagnan vergoss Tränen, als er Fouquet arretieren musste), verdankte der Surintendant wohl der Tatsache, dass er die Schönen Künste extrem förderte und die größten Künstler des Landes zu seinen Freunden zählte…

Vielen lieben Dank für dein unermüdliches Lesen und Reviewen! Kaloubet und ich freuen uns sehr darüber :)
Liebe Grüße
Aramis

Rochefort schrieb am 19.05.2017 - 10:04 Uhr zu Kapitel «Mission Bastille»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Ich denke, Athos hat Recht. Bei einem Unterfangen wie diesem darf keine noch so geringe Kleinigkeit unbeachtet bleiben und in einer Zeit wie der damaligen kamen Etikette und Erscheinungsbild in der Tat höchste Bedeutung zu. Erfrischend ist es immer wieder zu lesen, wie Porthos selbst in noch so ernsten und brisanten Situationen die Stimmung ein wenig aufzulockern vermag. Das ist eine ganz besondere Gabe!

Die Herzogin von Chevreuse ist ganz in ihrem Element. Gefährliche Spiele wie dieses scheinen fast so etwas wie ein Lebenselixier für sie zu sein und sie geht ganz darin auf. Genau deshalb ist ihr Auftritt in der Bastille auch so glaubwürdig. Wirklich faszinierend, was ein perfektes Schauspiel und das richtige Siegel unter einem Schreiben bewirken können *schmunzel* ... Baisemeaux hat nicht die geringsten Zweifel daran, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht.

Eine sehr schöne und passende Wendung auch, dass es Raous jugendliche Aufrichtigkeit ist, die den Prinzen fühlen lässt, dass diese Fremden nichts Böses im Schilde führen. Ein wirklich überzeugend geschriebenes Kapitel!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort, ich war in Ferien, deswegen bin ich etwas spät dran, verzeih. Ja, ich denke auch, dass es meistens Kleinigkeiten sind, an denen große Pläne scheitern. Eine auffällige Frisur, an die man sich erinnert, ein besonderer Gang oder ähnliches. Die Menschen sehen, was sie sehen wollen, deswegen lässt sich Baisemeaux auch überzeugen, aber in solchen Situationen fehlt nicht viel, um den Plan zum Scheitern zu bringen. Was die Chevreuse angeht, so ist ihr ganzes Leben ein Spiel, ich glaube, sie ist nur ganz selten wirklich sie selbst. Sie braucht Intrigen um sich lebendig zu fühlen - und wie du sagst, genau deswegen ist sie so überzeugend.

Ganz vielen Dank für dein getreues Lesen und Reviewen

Liebe Grüße

Kalou

Rochefort schrieb am 19.05.2017 - 09:32 Uhr zu Kapitel «Vaux-le-Vicomte»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Wahnsinn - wirklich großartig, wie Ihr das Fest auf Schloss Vaux schildert! Man meint, sich mitten unter den Gästen zu befinden. Es muss ein Schauspiel gewesen sein, das seinesgleichen suchte. Habt Ihr Euch bei der Beschreibung von dem Film “Vatel” inspirieren lassen?

Fouquet allerdings scheint in seiner Prunkliebe und dem Streben nach höchstem Einfluss den Blick für die Realität und den Instinkt für Gefahren gänzlich verloren zu haben. Ein Mann wie Louis XIV. duldet niemanden neben sich, der ihn in den Schatten stellt. Der Surintendant begeht mit dieser Inszenierung einen fatalen Fehler und erreicht genau das Gegenteil dessen, was er beabsichtigte. 

Spannend und irgendwie schicksalsschwanger fand ich die Begegnungen zwischen Aramis und d’Artagnan sowie Louise im nächtlichen Park während des Feuerwerks. D’Artagnans untrüglicher Scharfsinn sagt ihm, dass hier etwas im Busch ist. Louise hingegen hat nun einen Blick auf eine andere Seite des Sonnenkönigs erhascht und beginnt zu begreifen, dass sie einer fatalen Illusion erlegen ist.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

ja, Fouquets grandioses Fest auf Schloss Vaux, das wollten wir unbedingt in unserer Geschichte dabeihaben! Die Vorlage für unsere Schilderung lieferten zeitgenössische Berichte aus dem Internet und Molières Komödie “Les Fâcheux”. Der Film “Vatel” dagegen war (zumindest für mich) bloß von den tollen Kostümen und vom historischen Ambiente her interessant, alles andere…naja. (Bei der Filmmusik z.B.hat man mit Händels “Feuerwerksmusik” zeitlich arg daneben gegriffen. Wieso nahm man nicht Lully??)
Ja, Athos`und Raouls Verbannung hat Louises heißer Liebe zum König einen gelinden Stoß versetzt, sie muss nun erkennen, dass Louis auch eine weit weniger liebenswerte Seite besitzt. Und Aramis hat noch eine Sorge mehr, nämlich Fouquets drohendes Schicksal, das mit dieser prunkvollen Präsentation seines Hauses nun seinen Lauf nimmt.

Vielen lieben Dank für dein Review, wir freuen uns sehr, wenn diese Festszene dir gefiel!

Liebe Grüße
Aramis  

Rochefort schrieb am 18.05.2017 - 15:01 Uhr zu Kapitel «Gemeinsame Nacht»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Ich kann mir vorstellen, dass Aramis sich unbehaglich dabei fühlt, dass Marie nun über seine Beziehung zu Athos Bescheid weiß. Hatte doch auch sein Verhältnis zu ihr in seiner Jugend etwas sehr Intimes, wenn auch diese Intimität nicht körperlicher sondern rein seelischer Natur war. Derart komplexe emotionale Verquickungen zwischen Menschen sind immer etwas sehr Heikles und die Reaktion des jeweils anderen auf eine derartige Enthüllung schwer vorhersehbar.

Doch jenes Thema ist nichts gegen die Sorge um den Geliebten am Vorabend dieser verwegenen Unternehmung. Aramis ist bereit mit vollem Einsatz zu spielen und sein eigenes Leben in die Waagschale zu werfen, aber er würde es sich nie verzeihen, wenn er damit auch Athos in den Abgrund reißen würde.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Ganz genau! Und es lässt sich ebensogut auf Athos münzen, der ja selbst einmal sagte: Wer stirbt, gewinnt, wer sterben sieht, verliert. Was die Beziehung zwischen den dreien angeht, so ist das schon recht verworren, aber der zeitliche Abstand helfen natürlich dabei, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind. Wobei Marie in ihrem Innersten vermutlich eine gewisse Wehmut verspürt: Die besten Männer sind immer schwul ;)

Liebe Grüße und vielen Dank für dein Review

Kalou

Rochefort schrieb am 18.05.2017 - 14:32 Uhr zu Kapitel «Letztes Treffen»:

Liebe Kaloubet, lieber Aramis!

Über diesem ganzen Kapitel schwebt das Bewusstsein der Protagonisten um die Bedeutungsschwere dessen, was sie da planen. Das ist nicht bloß irgendein höfisches Ränkespiel. Mit dem, was sie hier tun, schreiben sie, wenn es gelingt, Geschichte und machen sich, dem Glauben der Zeit entsprechend, auch zum Werkzeug der göttlichen Macht. Selbst Porthos, der nicht der Mensch ist, sich den Kopf mit unnötigen Sorgen schwer zu machen, fühlt dies mit aller Deutlichkeit und so treibt es ihn zur Andacht in die Kirche um den himmlischen Beistand zu erbitten.

Die Passage, als Aramis das bewusste Dokument verfasst, finde ich besonders gelungen. Da könnte man richtig Gänsehaut bekommen! ;-))

Irgendwie gleich die Atmosphäre dem Vorabend einer Schlacht, an dem niemand weiß, ob er den kommenden Tag überleben wird und jeder noch einmal ein Quentchen vom Leben erhaschen will…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,

vielen Dank fürs Weiterlesen und deine so zahlreichen, treffsicheren Reviews! Du bringst die Dinge immer so prägnant auf den Punkt, es ist schlicht bewundernswert! Ja, dieses Treffen der Freunde ist die letzte Phase der Vorbereitung, dann gibt es kein Zurück mehr. Der Stein wird endgültig ins Rollen gebracht, und niemand kann ihn dann noch aufhalten. Einerseits wirkt das befreiend auf die Freunde, das nervenaufreibende Warten und ungeduldige Ausharren in ihrem geheimen Versteck haben endlich ein Ende; andererseits jedoch entwickeln die Ereignisse nun womöglich eine Eigendynamik, von der man nur hoffen kann, dass sie in die gewünschte Richtung läuft.
Die Szene, in der Aramis den Entlassungsbefehl ausstellt, haben wir in groben Zügen aus dem VdB übernommen, aber hier in einen anderen Zusammenhang versetzt…

Nochmal vielen Dank und liebe Grüße!
Aramis

 

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