Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Was im Winter geschah»

AlienorDartagnan schrieb am 03.12.2011 - 16:03 Uhr zu Kapitel «Miséricorde»:

Ich finde, es ist dir in der Geschichte sehr gut gelungen, dich in Athos hineinzuversetzen, und du kommst dem Athos, wie ihn Dumas beschrieben hat, sehr nahe. Das, was er in deiner Version nach Myladys Hinrichtung empfindet, sind einerseits Schuldgefühle, andererseits kann er Mylady noch immmer nicht vergeben. Du hast Athos innere Dämonen sehr gut beschrieben, man kann sich richtig in ihn hineinversetzen und mit ihm fühlen. Armer Athos, er tat mir in dieser Geschichte richtig leid…nicht einmal in die Messe wollte er gehen, harrt einsam in einer Reihe von Soldaten im Graben aus, und betäubt seinen Schmerz wieder einmal mit Alkohol. Dass Athos nicht an dem Gottesdienst teilnehmen will, weil er sich als Sünder betrachtet, das passt genau zu seinem Ehrgefühl. Du hast alles so gut beschrieben, dass man es sich bildlich richtig gut vorstellen konnte. Und bei Aramis ist schon zu erkennen, dass er nun wohl bald seiner geistigen Berufung folgen wird…
Und der lebenslustige Porthos erkennt natürlich nicht, was in seinem Freund vorgeht, und dass dieser bewusst seinen Körper all den Strapazen in den Schützengräben aussetzt. Armer Athos, man leidet richtig mit ihm beim Lesen, und hofft, dass es für ihn doch noch einen Glücksmoment an diesem heiligen Abend geben wird.
Die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen…ist sie eigentlich abgeschlossen, oder folgt noch ein Teil?


Antwort des Autors:

Danke für dein Review! Ja, ich denke in Athos mischt sich der Wunsch nach Vergeltung, der Hass mit tiefsten Schuldgefühlen, weil er ja wirklich nicht wie ein Ehrenmann gehandelt hat und das auch weiß. Sonst würde er d´Artagnan nicht sagen `ein Mord, nichts anderes.` Und gerade an Weihnachten, das ja für Vergebung, für Besinnlichkeit steht, dürfte ein solcher Gefühlsmix wirklich fehl am Platze sein - das fand ich interessant ;-). Nein, die Geschichte ist nicht fertig, sie geht weiter, sie war mir wie immer ein wenig lang geraten, deswegen teile ich sie auf ;-).

Grüße

Kalou

AstridB schrieb am 27.11.2011 - 22:32 Uhr zu Kapitel «Das Mädchen mit den Stickdeckchen»:

Eine ganz tolle Geschichte! Sehr einfühlsam. Die Beschreibung der Armenquartiere ist auch gut. Stickdeckchen hätte ich jetzt nicht mit Armen in Verbindung gebracht, aber darüber weiß ich auch eigentlich zu wenig. Erst vor ein paar Tagen haben ich in einem alten Handarbeitsbuch Anleitungen für gestrickte Zierdecken gesehen ;-) Ich hatte gar nicht gewußt, dass man sowas auch stricken kann.


Antwort des Autors:

@Astrid

Danke für dein Review. Freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat. Ich muss zugeben, dass ich auch nicht weiss, ob arme Leute sich damals wirklich etwas mit Stickdeckchen dazuverdienten, ob man das in den unteren Gesellschaftsschichten überhaupt lernte. Ich bin davon ausgegangen, dass Janis das von Mylady, die ja wahrscheinlich aus einer adeligen Familie stammt, gelernt haben könnte, und dass sie damit versuchten, sich ein wenig für ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dass man Zierdecken auch stricken kann, wusste ich gar nicht. Ich muss zugeben, dass ich selbst nie ein glückliches Händchen für Handarbeiten hatte, wir hatten da auch häkeln und stricken, ich war in beidem nicht besonders gut. Und einmal mussten wir auch ein Stickbild machen, da hab ich mich immer in den Finger gestochen. Die Idee mit den Stickdeckchen kam auch vom Märchen “Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen”, das kam neulich einmal im Fernsehen, und da hatte ich mich gefragt, wie es wohl wäre, wenn dieses Mädchen nicht erfroren, sondern seinem Vater begegnet wäre, den es gar nicht kannte, und der ein Adeliger war. Und schnell wurde aus diesem Adeligen Athos, und so entstand diese FF.  Hinzu kam noch das Weihnachtslied “Aber Heidschi bumbeidschi bumbum, das mir auch die Inspiration lieferte.

 

Kaloubet d´Avril (anonym) schrieb am 25.11.2011 - 20:33 Uhr zu Kapitel «Das Mädchen mit den Stickdeckchen»:

Welch ein Weihnachtsgeschenk! Eine Tochter sozusagen geschenkt zu bekommen, das ist doch eher selten ;-). Da hat die Kleine aber verflixtes Glück gehabt, ihrem Vater über den Weg zu laufen, nette Idee übrigens mit den Stickdeckchen, das erinnert an das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Und Mylady, die die Hinrichtung überlebt hat - erstaunlich. Gut fand, ich, dass eine Aussöhnung zwischen den beiden nicht möglich war, nach all dem, was Mylady tat, wäre das auch unwahrscheinlich gewesen. Aber bei einer Todkranken wäre sicher auch Athos nachsichtig. Die Schilderung der Armenquartiere fand ich gut, aber mit den Almosen sollte der Graf doch ein wenig vorsichtig sein. Wie schnell spricht sich zu große Freigiebigkeit herum - und er war fast alleine unterwegs. Nicht alle sind dankbar. Die Freundschaft zwischen Raoul und Janis hast du gut dargestellt, ich denke auch, dass das einem Kind helfen kann Fuß zu fassen. Und dass Athos ein wunderbarer Vater wäre, muss nicht mehr bewiesen werden ;-)


Antwort des Autors:

@Kalou

Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen lieferte mir auch die Idee für diese FF, wie ich weiter oben schon Astrid geschrieben habe. Und die Idee, das Mylady ihre Hinrichtung überlebt haben könnte hatte ich schon länger, ich dachte mir, dass Henker zu jener Zeit ein hoffnungsloses Leben als Ausgestoßene führten, und der Henker von Lille für so viel Geld durchaus seine Wut auf Mylady hinuntergeschluckt, und den Bestechungsversuch angenommen haben könnte(sie besaß ja immerhin eine halbe Million Pistolen)
Von dieser Geschichte gab es vorher schon eine andere Version, in der ich Mylady überleben und mit Athos, Janis und Raoul glücklich werden ließ. Aber das hatte ich geschrieben, bevor ich den Roman gelesen hatte, und die tragische Geschichte der beiden kannte ich damals noch nicht so gut. Doch nachdem ich sie kannte, erschien mir eine Versöhnung der beiden unmöglich, ich denke, Athos hätte sie niemals auf Bragélonne bleiben lassen und ihr Raoul anvertraut. Ich habe mich dann dafür entschieden, dass er sie auf dem Gut auf einer Wiese begraben ließ, und ihr vergeben konnte, nachdem er ein paar Jahre mit seiner Tochter verbracht hatte. Und ich dachte eben auch, dass Athos wahrscheinlich nicht gleich ihr Vertrauen gewinnen könnte, dass Raoul  das Bindeglied zwischen Athos und seiner Tochter werden könnte. Das stimmt, Athos war schon ein wunderbarer Vater, ich fand es immer schade, dass er ausser Raoul keine Kinder gehabt hatte.

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