Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Was im Winter geschah»

Rochefort schrieb am 17.04.2013 - 12:15 Uhr zu Kapitel «Ma petite»:

Liebe Alienor!

Diese aus Myladys Sicht geschriebene Geschichte hat mich sehr berührt. Du beschreibst das Elend ihrer Familie, den Tod ihres kleinen Bruders und all die anderen Schrecken und Entbehrungen in ihrem jungen Leben so eindringlich, dass man wirklich mit ihr leidet und fühlt. Man kann irgendwie nachvollziehen, dass eine solche Kindheit und Jugend jedes Mitgefühl für andere Menschen in ihr getötet hat und sie nur noch ihre für sich selbst kämpft und darum, nie wieder so leiden zu müssen. Ich denke, Myladys Fehler ist, dass sie dabei zu sehr in Extreme verfällt, dass sie alle Skrupel ablegt und im Endeffekt zu hoch hinaus will. Ein Leben an der Seite des Comte de la Fére würde ihr mehr bieten, als sie sich je erhoffen konnte - doch nun will sie immer mehr und mehr und das wird ihr zum Verhängnis werden…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

@Rochefort

Danke für dein Review, es freut mich, dass die Geschichte dich berührt hat. Ich habe mir immer schon gedacht, dass Mylady eine schlimme Kindheit und Jugend gehabt haben muss, sonst hätte sie niemals so kaltblütig und berechnend werden können. Du hast Recht, dass sie letztendlich alle Skrupel ablegt und zu hoch hinaus will, das war wirklich zu extrem und brachte ihr am Ende auch den Untergang. Das Leben an der Seite des Comte de La Fére hätte ihr alles geben können was sie braucht, sie hätte glücklich werden können, wenn sie ihn wirklich geliebt hätte und nicht höher hinausgewollt hätte. Doch ihre Angst, wieder in bitterer Armut zu enden war einfach zu groß und so wollte sie letztendlich immer weiter hinaus, um nie wieder ganz tief fallen zu können…und das war letztlich führte genau dieser Größenwahn und ihre Skupellosigkeit zu ihrem Untergang. Ich war ja immer der Meinung, dass auch sie nicht immer so böse gewesen sein kann, dass es dafür Gründe geben musste.

Liebe Grüße

Alienor

Aramis schrieb am 05.04.2013 - 09:20 Uhr zu Kapitel «Ma petite»:

Liebe Alienor,
eine eindringliche Geschichte, die einen unweigerlich über die fatalen Auswirkungen der Erlebnisse früher Kindheit auf das weitere Dasein nachdenken lässt - Annes bedrückende, schwere Jugend als Tochter einer ehemaligen Prostituierten und eines Gelegenheitsdiebs hast Du sehr überzeugend geschildert, und ihre harte Zeit im Kloster ebenso, wo sie offenbar auch Opfer sexueller Gewalt wurde - kein Wunder, dass sie jeden Glauben an das Gute im Menschen und an die Liebe verloren hat. Besonders berührend fand ich ihre innige Beziehung zu ihrem kleinen Bruder - sein früher Tod muss ein traumatisches Erlebnis für sie gewesen sein. Ihr Wunsch, nun als Comtesse de La Fère die Freuden des Lebens zu genießen, die ihr bisher grausam vorenthalten worden waren, ist aus ihrer Sicht nur zu verständlich -
(Zum Titel der Geschichte: ich denke, es müsste grammatikalisch “ma petite” heißen, weil “petite” ja eine weibliche Endung hat - ich bin im Französischen leider nicht mehr allzu sattelfest; La Fère muss aber auf alle Fälle mit accent grave geschrieben werden, das hat kaloubet, glaub ich, eh schon mal erwähnt.)
Liebe Grüße
Aramis


Antwort des Autors:

@Aramis

Danke für dein Review. Ich habe mir immer schon gedacht, dass Mylady eine unglückliche Kindheit gehabt haben muss, und sie nur so zu der eiskalten, berechnenden Frau werden konnte, die wir aus Dumas Roman kennen. Ich hatte schon länger vor, eine FF über Myladys Kindheit zu schreiben, und mich beim Lesen des Romans schon oft gefragt, wie sie wohl ins Kloster von Templemar gekommen ist. Den Bruder habe ich übrigens Georges genannt, weil Mylady im Roman Rochefort Constance gegenüber als ihren Bruder Georges ausgab, und den Pfarrer, den sie ebenfalls als ihren Bruder ausgab, nannte sie auch Georges, und da dachte ich mir, dass es ja gut möglich wäre, dass sie tatsächlich einmal einen Bruder namens Georges gehabt haben könnte. Im Moment lese ich gerade den Roman “Die Asche meiner Mutter” von Frank McCourt, der mich inspiriert hat, diese Geschichte hier zu schreiben. Mir gehts genau wie dir mit dem Französischen…ich habe da manchmal auch noch so meine Schwierigkeiten, und danke dir für den Hinweis, ich werde das dann gleich noch abändern. Das mit dem accent grave ist auch so eine Sache…da es so etwas in der deutschen Sprache nicht gibt, vergesse ich den schonmal. In meiner Ausgabe der drei Musketiere wurde das accent grave auch vergessen, da steht auch immer “der Graf von La Fere. Aber danke für den Hinweis, ich werd das accent dann noch reinmachen.

Liebe Grüße

Alienor


Angezeigt 1 bis 2 von 2