Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Was im Winter geschah»

Rochefort schrieb am 28.11.2013 - 15:12 Uhr zu Kapitel «Familienangelegenheiten - Athos»:

Liebe Alienor!

Deine Idee, das Weihnachtsfest auf La Fére jeweils aus der Sicht von Athos und Anne zu beschreiben, hat mir gut gefallen. Auf diese Weise wird der Gegensatz zwischen diesen zwei Persönlichkeiten am besten deutlich. Zwei unterschiedlichere Menschen, was Charakter und Moralvorstellungen anbelangt, als diese beiden kann man sich ja kaum vorstellen. Dass Olivier völlig in Annes Bann geraten ist, kommt hier sehr gut heraus: er liebt sie, er himmelt sie an, er würde sie gegen jeden verteidigen - auch gegen seine eigene Familie. Er ist völlig arglos ihrem wahren Wesen gegenüber. Vielleicht ist es gerade diese blinde Verliebtheit, die seinen Vater und seinen Bruder misstrauisch gegenüber Anne werden lässt. Es ist ihnen wohl nicht ganz geheuer, dass der sonst überlegte und vernünftige Olivier dieser Frau völlig verfallen ist. Dazu kommt, dass Georges offenbar nicht Annes Talent zur Verstellung hat und durch sein so gar nicht “brüderliches” Gebaren ihr gegenüber Verdacht erregt. Was ich für ein wenig unrealistisch halte, ist, dass Vater und Bruder so offen in Annes Anwesenheit über sie herziehen, sie sogar als “Miststück” und “Hure” beschimpfen würden. Ich glaube, dass das in so vornehmen Familien wie der von Athos eher nicht üblich wäre. Jedenfalls kann ich aber gut nachvollziehen, wie sehr Olivier darunter leidet, plötzlich zwischen der Frau, die er liebt, und seiner Familie zu sehen. Wirklich keine angenehme Situation!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

@Rochefort

Danke für dein Review, und es freut mich, dass dir die Idee gefällt. Bei dieser Geschichte ging es mir auch genau darum…den Gegensatz der beiden einmal so richtig deutlich zu machen. Der arme Athos war ihr ja so hörig, dass er ihren wahren Charakter einfach nicht erkannt hat. Genauso schätze ich Athos sein, dass er damals, als er sich in Mylady verliebte, nicht mehr klar denken konnte und sie so sehr geliebt hat, dass er sie geheiratet hat, obwohl sein Vater gegen diese Ehe war. Du hast wohl Recht, das haben ja auch die anderen schon in ihren Reviews geschrieben…wahrscheinlich hätten Athos Vater und sein Bruder Raoul sich eher vornehm dezent zurückgehalten und solche Schimpfwörter eher nicht gebraucht. Ich habe es in meiner Geschichte so geschrieben, weil ich mir dachte, dass sie Olivier durch ihr drastisches Verhalten die Augen für Annes wahren Charakter öffnen wollen. Für Athos ist das wirklich eine schwierige Situation, zwischen Anne und seiner Familie zu stehen, denn er würde sie ja gerne alle zusammenbringen und hofft immer noch darauf, dass sein Vater und Bruder mehr Verständnis für seine Gefühle zeigen und Anne akzeptieren. Dass ihn später ein böses Erwachen erwartet, kann er ja an einem Heiligen Abend nicht ahnen.

Liebe Grüße

Alienor

kaloubet schrieb am 25.11.2013 - 22:01 Uhr zu Kapitel «Familienangelegenheiten - Athos»:

Das ist sehr gut geschrieben, doch bin ich mir nicht sicher, ob die la Fères sich wirklich am Tisch gezankt hätten, noch dazu vor den Ohren Annes. Athos hat seine bewundernswerte Haltung ja ganz bestimmt von seinem Vater geerbt, und dass dieser ein Weihnachtsfest dergestalt entgleiten lässt ... als Familienoberhaupt ... kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Sehr schön finde ich, wie du Athos´ Verliebtheit darstellst, die wirklich nicht erkennen will, was für ein Teufel da mit ihnen am Tisch sitzt und sich ungerührt bedient - was ja zeigt, wie wenig Sensibilität die Dame hat. ´Ausrasten´ finde ich als Begriff allerdings zu modern. Dennoch eine sehr schön geschriebene Geschichte - wobei mich interessieren würde, ob es damals schon Weihnachtsbäume gab, ich gestehe, da bin ich mir echt nicht sicher.


Antwort des Autors:

@Kalou

Danke für dein Review. Ich persönlich habe es mir so vorgestellt, dass die La Féres sich zanken, weil ich im Roman und in dem Stück “Die Jugend der Musketiere” gelesen habe, dass Athos Familie überhaupt nicht mit der Heirat einverstanden war. Aber vielleicht hast du da schon Recht, dass Athos Vater, genau wie er selbst ein Muster an Haltung und Selbstbeherrschung gewesen sein muss, er muss ja ein Vorbild gehabt habe. Ich habe es mir nur gedacht, dass er eben alles tut um seinen Sohn zu schützen und Anne in seinem Haus einfach nicht akzeptieren kann, weil er ahnt was da kommen wird. Ich habe mir Athos Ehe mit Mylady immer so vorgestellt, dass er alles durch die rosarote Brille betrachtet und deswgen einfach nicht ihren wahren Charakter erkennt. Danke für den Hinweis, Ausrasten ist wohl wirklich etwas zu modern..das Wort gab es wohl im 17. Jahrhundert noch nicht. Was die Weihnachtsbäume betrifft, da habe ich mal gegoogelt und die gab es um 1620 nur in den Kirchen, aber noch nicht in den Häusern.

Liebe Grüße

Alienor

Aramis schrieb am 22.11.2013 - 18:50 Uhr zu Kapitel «Familienangelegenheiten - Athos»:

Oh, bei diesem Weihnachtsfest sprühen ja wahrhaftig die Funken, zwischen den Mitgliedern der Familie de la Fère,  statt von den Wunderkerzen am Christbaum! Erstaunlich, dass Athos` Vater und sein jüngerer Bruder beim Weinachtsmahl ihre Abneigung gegen seine junge Ehefrau Anne so dermaßen deutlich zeigen. Und ebenso erstaunlich, wie Anne die beleidigenden Worte der beiden ungerührt von sich abprallen lässt. Als Hure bezeichnet zu werden, müsste ihr ja das Blut ins Gesicht und den Zorn in alle Glieder treiben. Athos scheint wirklich äußerst heftig in sie verliebt sein, wenn er sich, zusätzlich zu seinen kostbaren Geschenken, sogar bemüht, sie durch Herumalbern aufzuheitern und ihr eine lustvolle Schneeballschlacht liefert - das erinnert an zwei Kinder, die vertraut miteinander spielen. Doch sein Vertrauen in seine junge Frau wird, wie wir ja wissen, bitter enttäuscht werden - ich les gleich mal das 2. Kapitel!
Liebe Grüße
Aramis


Antwort des Autors:

@Aramis

Danke für dein Review. Nun, was Athos Vater und seinen Bruder betrifft, im Gegensatz zu dem verliebten Athos, der gerade alles durch die rosarote Brille der Liebe betrachtet, haben die beiden Myladys wahren Charakter längst erkannt und wollen Athos klarmachen, dass sie ihm nur etwas vorspielt und nicht wirklich etwas für ihn empfindet. Und was Mylady betrifft, im zweiten Teil, der ihre Sicht der Dinge schildert, wirst du erfahren, warum sie Raoul und ihrem Schwiegervater nicht mal gehörig die Meinung sagt. Sie verstellt sich nur und spielt die Sanftmütige, weil sie weiss, dass Athos sie wie ein Löwe verteidigen und so einen Familienstreit auslösen wird. Ich schätze Mylady so ein, dass sie es sehr genießt, Menschen gegeneinander aufzuhetzen, einen Streit zu verursachen. Und sie hegt bereits sehr mörderische Pläne, genauso würde ich sie einschätzen, dass sie die Ehe mit Athos nur als Übergangslösung einschätzte und es noch bis zur Herzogin oder sogar noch weiter bringen wollte. Der arme Athso ahnte ja zu dem Zeitpunkt noch nicht, was ihn im nächsten Jahr erwartet, er glaubt wirklich daran, dass er gemeinsam mit Mylady alt werden wird.

Liebe Grüße

Alienor


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