Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Was im Winter geschah»

Rochefort schrieb am 28.11.2013 - 15:27 Uhr zu Kapitel «Familienangelegenheiten - Mylady»:

Liebe Alienor!

Also dass es Dir nicht gelingen könnte, einen bösen Charakter glaubwürdig zu beschreiben, deshalb brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. ;-)) Anne kommt wirklich eiskalt und skrupellos rüber. Ich frage mich immer, wie sie zu einem solchen Menschen geworden ist; das wird bei Dumas irgendwie nie wirklich erklärt. Ich glaube zwar, dass manche Charaktermerkmale schon auch ererbt sind, aber jeder Mensch hat auch gewisse positive Seiten. Dass jemand schon durch und durch böse auf die Welt kommt, kann ich mir nicht ganz vorstellen. Wäre wirklich interessant, was Anne zu dem gemacht hat, was sie ist. Jedenfalls spielt sie dem armen Athos perfekt die unschuldige, hingebungsvolle Gemahlin vor, während sie insgeheim bereits an seinen Tod und den seiner Familie denkt. Auch ihre sadistische Ader wird deutlich, indem sie sich an dem Familienstreit und dem Kummer der anderen weidet. Ich glaube, Menschen wie sie bekommen nie genug, wenn es um Macht, Reichtum und Titel geht. Egal, wie hoch Mylady gestiegen wäre, sie hätte wohl immer nach mehr gestrebt…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

@Rochefort

Danke für dein Review. Das freut mich, dass es mir gelungen ist, Mylady so bösartig darzustellen wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Genau wie du habe ich mich auch immer gefragt, wie sie wohl zu einem solchen Menschen wurde, Dumas hat ja dazu wirklich nicht viel geschrieben. Mir gehts wie dir, ich glaube auch nicht, dass jemand böse auf die Welt kommt. Ich weiss nicht ob du den Film “Die Nonne” kennst, wo es um eine junge Frau geht, die gegen ihren Willen in ein Kloster gesteckt wird, als sie kaum sechzehn Jahre alt ist. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Anne nicht freiwillig ins Kloster ging. Die junge Frau in dem Film ist Demütigungen und Quälereien der Nonnen und der Äbtissin ausgesetzt, und ich könnte mir vorstellen, dass Anne im Kloster auch ähnliches durchgemacht hat. Und wir wissen ja auch gar nichts über ihre Kindheit. Laut dem Theaterstück “Die Jugend der Musketiere” starben ihre Eltern ja früh,vielleicht hat auch das sie so traumatisiert, dass sie zu dem bösartigen Menschen wurde, den wir aus dem Roman kennen. Sie muss auf jeden Fall als Kind schlimme Dinge erlebt haben, so dass ihr später jede Empathie wählte und sie wortwörtlich über Leichen ging. Natürlich wäre das keine Entschuldigung für ihre Taten, würde aber erklären, warum sie so geworden ist. Ich glaube, ich werde mich diesem Thema auch mal widmen, und eine Geschichte über ihre Kindheit und Jugend schreiben, und über die Zeit im Kloster. Du hast Recht, manche Menschen bekommen nie genug von Macht, Geld und Reichtum, wollen immer noch höher hinaus, und genau so ein Mensch ist Mylady.  Und ich schätze sie auch als sadistischen Menschen ein, der sich an dem Unglück anderer weidet.  Ich glaube selbst wenn sie königliche Mätresse wäre, würde sie noch überlegen, wie sie die Königin vergiften könnte, um selbst Königin zu werden. Sie wollte immer hoch hinaus, und dann wird sie am Ende umso tiefer fallen.  

Liebe Grüße

Alienor

kaloubet schrieb am 27.11.2013 - 21:35 Uhr zu Kapitel «Familienangelegenheiten - Mylady»:

Eh, du solltest öfter Anne schreiben - das ist gut! Man kann ihre Bissigkeit, ihre Bösartigkeit in jedem Satz nachvollziehen, das passt wirklich zu ihr, dieses vordergründig scheinheilige Getue und hinterum dann schlecht von den anderen denken, ja ihnen sogar den Tod zu wünschen. So eine falsche Schlange!

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

@Kalou

Danke für dein Review. Das freut mich, dass es mir gelungen ist, Anne so bösartig zu schreiben wie ich sie mir vorstelle, sie ist ja sonst eher ein Charakter, mit dem ich mich schwertue. Eine falsche Schlange ist sie wirklich, und ich habe es mir auch immer so vorgestellt, dass sie Athos gegenüber das sanftmütige Engelchen gespielt hat, und sich dahinter in Wirklichkeit eine wahre Teufelin verbirgt. Vielleicht sollte ich sie wirklich öfters schreiben…ich glaube, ich werde nächstes Jahr im Advent mal eine Geschichte schreiben, in der sie ein Jahr nach dem Weihnachten mit Athos auf einem Weihnachtsball bei Hofe für den Kardinal spioniert.

Liebe Grüsse

Alienor 

Aramis schrieb am 22.11.2013 - 19:11 Uhr zu Kapitel «Familienangelegenheiten - Mylady»:

Ja, Anne macht ganz den Eindruck einer skrupellosen jungen Frau, der jedes Mittel recht ist, ihren gesellschaftlichen Aufstieg voranzutreiben. Auch ihr Geliebter ist ihr nur Mittel zum Zweck,und sie wird auch ihn erbarmungslos beseitigen, wenn er ihr nicht mehr nützt. Dieses Schicksal hat sie auch Olivier und seiner Familie zugedacht, und offenbar hat sie sich in der Vergangenheit bereits erfolgreich als Mörderin betätigt. Beeindruckend, wie kalt und routiniert sie ihrem Gemahl innigste Liebe vorgaukelt, den Wunsch nach Kindern und gemeinsamem ländlichen Familienglück vortäuscht - sie ist wirklich mit allen Wassern gewaschen, und nichts wird sie von ihrem heimtücksichen Plan abbringen - das zeigt ihre Zuversicht am Ende des Kapitels nur allzu deutlich.
Liebe Grüße
Aramis


Antwort des Autors:

@Aramis

Danke für dein Review. Ich habe Mylady im Roman immer so eingeschätzt, dass sie keinerlei Skrupel hat und dass ihr, wenn sie etwas bestimmtes erreichen will, jedes Mittel recht ist. Und meiner Meinung nach ist sie eine Meisterin der Täuschung, im Roman ist es ihr ja sogar gelungen, den armen Felton von ihrer unglaubwürdig klingenden Geschichte zu überzeugen. Und ich habe es mir immer so vorgestellt, dass sie während ihrer Ehe Athos innige Liebe vortäuschte und wohl auch so getan hat, als ob sie die gleichen Wünsche und Träume hätte wie er.  Dumas hat ja nie erwähnt, wann und wie Athos Vater starb, es ist ja nur bekannt, dass er bei der Hochzeit noch gelebt hat, und später, als Athos die Lilie entdeckt hat, wohl schon tot war. Und da erscheint es mir durchaus möglich, dass Mylady nachgeholfen haben und den Tod des alten Mannes als Unfall hingestellt haben könnte..deswegen hegt sie in meiner Geschichte bereits  solche mörderischen Gedanken. Es freut mich jedenfalls dass es mir gelungen ist, Mylady so skupellos darzustellen. Und da sie ja später auch Lord Winter vergiftet hat, bin ich einfach davon ausgegangen, dass sie das womöglich auch in ihrer ersten Ehe so geplant haben könnte. Ich habe Mylady ja immer so eingeschätzt, dass sie sich stets ein wenig überschätzt hat, deswegen ist sie am Ende meiner Geschichte auch so zuversichtlich und glaubt daran, dass sie ihre hochfliegenden Pläne erreichen wird. Wenn ihr in jener Weihnachtsnacht jemand gesagt hätte, dass ihr eines Tages ein Henker den Kopf abschlagen würde, hätte sie wohl nur gelacht und kein Wort davon geglaubt.

Liebe Grüße

Alienor


Angezeigt 1 bis 3 von 3