Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Was im Winter geschah»

Rochefort schrieb am 11.11.2014 - 14:50 Uhr zu Kapitel «Der Weihnachtsfrieden»:

Liebe Alienor!

Diese Geschichte hat mir besonders gut gefallen. Ich habe einmal über den Weihnachtsfrieden zwischen Deutschen und Engländern an der Westfront gelesen und dieser Bericht hat mich tief berührt. Eigentlich unvorstellbar, dass man Menschen so weit bringen kann, nach solchen Augenblicken wieder zu den Waffen zu greifen und einander umzubringen. Krieg ist wirklich etwas Schreckliches und zutiefst Krankes. Dass aus dem großsprecherischen Gascogner in der Hölle von Verdun in kürzester Zeit ein wimmerndes Bündel Elend wird, ist sehr realistisch und von Dir gut beschrieben. Wie soll ein so junger Mensch, fast noch ein Kind, verkraften, was sich hier abspielt?

Als sich die Männer zwischen der Front treffen, werden aus den Soldaten wieder Menschen, jeder mit seiner Familie, seinen Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen - das hast Du wunderbar geschildert. Das Ende der Geschichte ist versöhnlich; selbst d’Artagnan überwindet seine Vorurteile - sein Bespiel zeigt auch hervorragend, wie leicht junge Menschen zu manipulieren und zu verhetzen sind! - und sieht die Deutschen nun mit anderen Augen. Es bleibt die Hoffnung, dass der Schrecken ein Ende nehmen wird und es eine gemeinsame Zukunft für die beiden Völker geben kann. Ein wunderbares Thema für eine Weihnachtsgeschichte!

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

@Rochefort

Danke für dein Review. Das freut mich sehr, dass dir diese Geschichte besonders gut gefallen hat. Mir ging es genau wie dir, dieser Weihnachtsfrieden zwischen Deutschen und Engländern hat mich auch tief berührt und war eine der Inspirationen die mich dazu gebracht haben diese Geschichte zu schreiben. Ich stimme dir zu, Krieg ist wirklich schrecklich und zutiefst krank. Damals wurden die menschen ja wirklich gezwungen zu den Waffen zu greifen, da sie einfach eingezogen wurden ob sie wollten oder nicht, wer für kriegstauglich erklärt wurde bei der Musterung, der musste auf die Schlachtfelder, ich finde das auch wirklich schrecklich. Es freut mich, dass es mir gelungen ist, den Gascogner so glaubhaft rüberzubringen, als Inspiration diente mir der Film “Im Westen nichts Neues”, in dem es um einen deutschen Jungen geht, der erst 18 und noch Schüler ist und sich freiwillig, voller Enthusiasmus für den Krieg meldete, und am Ende erging es ihm in Verdun wie d´Artagnan, er verwandelte sich zunächst in ein wimmerndes Häufchen Elend, das einfach nur wieder zurück nach Hause wollte. Aber das Tragische war ja damals, dass man Freiwillige nicht einfach wieder gehen ließ. Es freut mich, dass es mir gelungen ist, rüberzubringen, dass die Soldaten beider Seiten Menschen sind, die Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen haben und Familien die auf sie warten. Der Gascogner hat an diesem Abend wirklich viel gelernt, ihm ist klar geworden, dass es nicht wahr ist was seine Lehrer ihm sagten, dass die Deutschen nicht die Monster sind für die er sie hielt. Ganz sicher wird er diese Lektion ein Leben lang nicht mehr vergessen. Dieser Weihnachtsfrieden brachte den Männern Hoffnung, dass es irgendwann wieder Frieden geben könnte, und deswegen fand ich auch, dass es ein gutes Thema für eine Weihnachtsgeschichte wäre. Und glücklicherweise kam es ja, wenn auch erst fast fünfzig Jahre später, wirklich so, dass beide Nationen von Feinden zu Freunden wurden, 

Liebe Grüße

Alienor 

kaloubet schrieb am 09.11.2014 - 18:47 Uhr zu Kapitel «Der Weihnachtsfrieden»:

Verdun - die Knochenmühle - ein grausamer Ort. Eine Verbrüderung zu Weihnachten ist etwas Magisches und deshalb auch eine gute Idee für eine Weihnachtsgeschichte, auch wenn sich diese Szenen vielleicht nicht in Verdun abgespielt haben. Dennoch habe ich mal gelesen, dass es an vielen Frontabschnitten zu solchen spontanen Weihnachtsfesten kam, es gibt da auch einen sehr schönen Film drüber, dessen Titel mir grad nicht einfällt. Deine Geschichte schildert die Grausamkeit, aber auch die wenigen Momente des Friedens - in der Tat sind ja viele Männer darüber zerbrochen, so wie auch d´Artagnan arg ins Lamentieren kommt. Eine Chance, nach Hause zu kommen, hat er aber nicht, einmal in der Armee, kommt er nicht mehr raus. Es gibt da ein sehr gutes Buch, ´le feu´ von H. Barbusse, es schildert ´la Grande Guerre´ in all seinen grauenvollen Aspekten. 

Viele Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

@Kalou

Danke für dein Review. Ich dachte mir auch, dass diese Verbrüderung der Soldaten zu Weihnachten etwas Magisches hat und daher gut passen würde. Diesen Film kenne ich, den hatte ich auch vor Jahren mal gesehen, fand den auch sehr gut, aber leider weiß ich den Titel gerade auch nicht mehr. Und wenn in Verdun Ende Dezember  noch gekämpft worden wäre, hätte es vielleicht auch dort zu einer solchen Szene kommen können. Ich habe auch mal einen Film gesehen “Im Westen nichts Neues”, der in Verdun spielte und von einem Jungen handelte, einem Deutschen, der sich mit 18 Jahren freiwillig für den Krieg meldete, voller Enthusiasmus und dort zerbrach, und ein älterer Kamerad nahm sich seiner an, diese beiden dienten mir als Inspiration für Athos und d´Artagnan in dieser Geschichte, denn ich dachte mir, dass der Gascogner am Anfang sicherlich übermütig wäre und Athos sich seiner sicherlich annehmen würde. Dass damals viele Männer am Krieg zerbrochen sind ist viel verwunderlich, die meisten waren ja keine Berufssoldaten sondern wurden auf die Schlachtfelder gezwungen. Und der Gascogner hat leider wirklich keine Chance wieder heimzukommen, zumindest nicht vor Ende des Krieges, denn wer sich freiwillig meldete, durfte ja keineswegs wieder einfach so gehen. Danke für deinen Buchtipp, da ich ja eine längere FF mit den vier Musketieren im ersten Weltrkieg schreiben möchte, werde ich das auf jeden Fall lesen.

Liebe Grüße

Alienor

Aramis schrieb am 05.11.2014 - 23:20 Uhr zu Kapitel «Der Weihnachtsfrieden»:

Liebe Alienor,

eine sehr schöne Geschichte - der Gedanke des Weihnachtsfriedens zwischen den gegenerischen Fronten vor Verdun ist berührend, und die versöhnliche Szene zwischen Deutschen und Franzosen im Niemandsland mitten in der Hölle des Krieges vermittelt wahrhaftig den Geist der Weihnacht.
Eine interessante Idee, die vier Musketiere in die Zeit des Ersten Weltkriegs zu verpflanzen! Mit diesem Krieg fand ja zugleich auch ein großer politischer und kultureller Umbruch statt, und ich denke, diesen Zwiespalt zwischen althergebrachten, konservativen Elementen und modernem Fortschritt könnten diese vier Charaktere hier sehr gut zum Ausdruck bringen.

Liebe Grüße
Aramis 


Antwort des Autors:

@Aramis

Danke für dein Review, es freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat. Genauso hatte ich mir das auch gedacht, dass diese Szene des Friedens inmitten des Krieges den Geist der Weihnacht vermitteln soll, ein kleines Licht in all diesem Dunkel das die Soldaten täglich durchleben sein soll.
Es freut mich, dass dir Idee, die Musketiere in diese Zeit zu verpflanzen gefällt, ich werde dann, sobald ich eine der anderen Fanfics fertiggeschrieben habe, eine Fanfic daraus schreiben, die alle vier Jahre des ersten Weltkrieges umfasst. Und genau wie im 17. Jahrhundert fand ja zur Zeit des ersten Weltkrieges eine Art Zeitenwende statt, ein großer Umbruch, und gerade da kann ich dann den Zwiespalt zwischen der konservativen Vergangenheit und dem Fortschritt gut zur Geltung bringen. Athos wird auch in dieser Fanfic ein Mann sein, der an alten Idealen und Werten festhält und der Gascogner wird, genau wie bei Dumas in seinen Freunden seinen einzigen Halt sehen und es nach dem Krieg schwer haben, ohne die drei zurechtzukommen und seinen Platz im Leben zu finden. Porthos wird es da schon leichter haben, auf ihn wartet auch in dieser Version eine alternde Anwaltsgattin und Aramis geht zu den Jesuiten zurück. Ich freue mich schon richtig diese Fanfic zu schreiben, sie wird damit beginnen, wie Athos und Porthos sich in ihrem Regiment zu Beginn des Krieges zum ersten Mal begegnen und kurz darauf in ihr erstes Gefecht in den Schützengraben müssen.

Liebe Grüße

Alienor


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