Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Was im Winter geschah»

Rochefort schrieb am 05.01.2015 - 14:59 Uhr zu Kapitel «Frére Jaques»:

Liebe Alienor!

Ich wünsche Dir nachträglich viel Glück und alles Gute für 2015 und hoffe, Du hast die Weihnachtsfeiertage gut verbracht. Danke für diese nette Weihnachtsgeschichte. Das harte Leben auf der Straße hast Du sehr bildhaft und eindringlich geschildert. Wenn man dann noch dazu keine Erinnerung mehr an seine Vergangenheit besitzt und sich ständig mit Mutmaßungen quält, wer man einmal gewesen sein könnte, setzt das dem allen noch die Krone auf.

Mordaunts Zusammentreffen mit Athos und Raoul kam buchstäblich im letzten Moment - eine schicksalhafte Wendung, die Athos die Gelegenheit gibt, eine Tat wieder gut zu machen, die ihn schwer belastet, auch wenn er damals in Notwehr gehandelt hatte. Ob die beiden wirklich so agiert und Mordaunt eine gnädige Lüge aufgetischt hätten, bin auch ich mir nicht ganz sicher. Persönlich finde ich aber, dass es noch die beste der möglichen Alternativen ist. Denn wenn sie den jungen Mann mit der Wahrheit konfrontiert hätten, hätte sich die ganze Spirale von Hass und Vergeltung vielleicht erneut zu drehen begonnen. So bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, ob Mordaunt die Vergangenheit hinter sich lassen und ein völlig neues Leben führen wird, oder ob er sich eines Tages doch noch erinnert…

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

@Rochefort

Danke für dein Review. Ich wünsche dir auch nachträglich alles Gute für 2015 und hoffe, dass auch du ein schönes Weihnachtsfest hattest, meine Feiertage waren sehr schön :) Es freut mich, dass es mir gelungen ist, das Leben auf der Straße, das Mordaunt da durchmachen muss, eindringlich zu schildern. Für ihn ist das wirklich die Hölle, nicht zu wissen was für ein Mensch er war, ob er Familie hat, und sich zu fragen, wie sein altes Leben ausgesehen hat. Er hatte wirklich Glück, dass er durch einen Zufall auf Athos und Raoul traf, denn sonst hätte er auf der Straße mitten im kalten Winter sicherlich nicht mehr lange überlebt. Athos hat zwar in Notwehr gehandelt, aber sein Gewissen quält ihn natürlich trotzdem, und so will er dem jungen Mann natürlich helfen. Ich habe es in meiner Geschichte mit dieser Lüge so gemacht, weil ich mir dachte, dass Athos sich und RAoul schützen würde, denn niemand kann wissen, was geschehen würde, wenn Mordaunt sich wieder erinnert, ob er ein anderer Mensch wäre,  oder sich völlig in seinen Racheschwüren verlieren würde. Deswegen habe ich es der Fantasie des Lesers überlassen, ob er sich eines Tages erinnert oder nicht. Und ich denke auch, dass Athos und Raoul unter normalen Umständen niemals so lügen würden. Aber in diesem Fall mussten sie sich selbst schützen, um diese Spirale von Hass und Vergeltung nicht womöglich wieder in Gang zu setzen. Und MOrdaunt hat die Chance auf ein neues Leben in der neuen Welt, kann womöglich als Abbé sogar noch Gutes tun. Und für ihn bleibt zu hoffen, dass er sich niemals erinnert.

Liebe Grüße

Alienor

kaloubet schrieb am 27.12.2014 - 18:55 Uhr zu Kapitel «Frére Jaques»:

Liebe Alienor, erstmal frohe Weihnachten! Auch wenn das Fest schon vorbei ist, kam beim Lesen deiner Geschichte nochmal sehr weihnachtliche Stimmung auf :-). Du hast den Anfang sehr schön beschrieben, sehr detailliert und das Ambiente so dargestellt, dass man sich auf dem Markt wähnte. Auch Mordaunts Gedanken sind nachvollziehbar, man bekommt fast - aber nur fast - Mitleid. Wunderbar! Den zweiten Teil fand ich weniger nachvollziehbar, die beiden lügen zu gut. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie Mordaunt aus dem Stehgreif eine derart komplexe Geschichte erzählen könnten - und noch dazu ausgerechnet Athos, der eh mit dem Lügen so seine Schwierigkeiten hat. Dass er ihm Geld geben würde, wenn Mordaunt abgerissen vor ihm stünde, das finde ich allerdings wieder passend, er hätte ihn wohl kaum kurz angebunden abgefertigt. Auf jeden Fall danke für die Weihnachtsgeschichte und den Duft des Weihnachtsmarktes ;-)

Liebe Grüße

Kalou


Antwort des Autors:

@Kalou

Danke für dein Review, und ich wünsche dir nachträglich auch frohe Weihnachten. Es freut mich, dass bei dir auch nach dem Fest durch das Lesen meiner Geschichte nochmal weihnachtliche Stimmung aufgekommen ist. Und es freut mich, dass es mir gelungen ist, dass Ambiente auf dem Markt so zu schreiben, dass man sich dort wähnt. Ja…mit Mordaunt bekommt man eben immer nur fast Mitleid, weil er doch im Roman ein ziemlicher Fiesling war. Du hast schon Recht, Athos ist eigentlich kein Lügner, in den Romanen konnte er ja schon nicht lügen, ich habe mir aber gedacht, dass es ihm wichtig wäre, sich und vor allem Raoul zu schützen, denn er könnte ja befürchten, dass Mordaunt sich doch noch erinnert und dann seine Rachepläne wieder aufnimmt. Ich denke auch, dass Athos Mordaunt niemals in diesem abgerissenen Zustand einfach stehengelassen hätte. Er hätte Mordaunt in jedem Fall geholfen. Niemand kann sagen, was geschehen wäre, wenn Mordaunt sich erinnert, ob er dann ein anderer Mensch gewesen wäre, oder seine Rachepläne fortgesetzt hätte, deswegen erschien es mir die beste Lösung, dass Athos ihn weit fortschickt, um sich und seinen Sohn zu schützen. Es freut mich, dass du bei dieser Geschichte den Duft des Weihnachtsmarktes wahrgenommen hast, auch noch nach Weihnachten, mir hat das Schreiben auch sehr viel Spaß gemacht.

Liebe Grüße

Alienor

Aramis schrieb am 21.12.2014 - 11:43 Uhr zu Kapitel «Frére Jaques»:

Der arme Mordaunt! Er tut wir wahrhaftig leid, wie er hier so arm, abgerissen und von der hartherzigen Umwelt zutiefst verachtet um seinen Lebensunterhalt betteln muss! Seine Gefühle und Gedanken in dieser hoffnungslosen Situation hast du gut beschrieben, zusammen mit seinen unbestimmten, vagen Träumen von einer früheren Existenz, und auch die Überwindung, die es ihn kostet, einem anderen die Geldbörse zu stehlen - doch hier treibt ihn schlicht der Hunger, der reine Überlebenstrieb…
Hm, ob Athos, trotz seiner unwillkürlichen Betroffenheit, den jungen Mann tatsächlich im Unklaren über seine wahre Herkunft lassen würde? Dass der Comte hier richtig handelt, wage ich persönlich zu bezweifeln. Diese lügenhafte Geschichte über Mordaunts angebliche Identität als Wandermönch, der nach Amerika auswandern wollte, passt irgendwie nicht zu Athos, dafür muss er wohl über seinen Schatten springen. Und dass er den jungen Mann mit einer großen Summe Geldes abspeist, lässt auf sein schlechtes Gewissen dabei schließen. Aber wie dem auch sei, Athos` heimliche Intention funktioniert, er wird den gedächtnislosen Mordaunt mit Hilfe seiner Vorspiegelungen und mit diesem fürstlichen Geldgeschenk glücklich los, doch was, wenn dieser unverhofft sein Gedächtnis wiedererlangt? Da wäre es wohl besser gewesen, ihm gleich reinen Wein einzuschenken und eine weihnachtliche Versöhnung anzustreben…

Liebe Grüße
Aramis

 


Antwort des Autors:

@Aramis

Danke für dein Review. Es freut mich, dass es mir gelungen ist, Mordaunts Gefühle und Gedanken zu beschreiben und auch die vagen Träume über seine frühere Existenz. Ihm blieb ja leider nichts anderes mehr übrig als zu stehlen, da er genau wusste, dass er ansonsten verhungern muss. Und es ist für ihn auch schlimm, nicht zu wissen wer er ist und woher er kommt. Als ich diese Geschichte schrieb, habe ich mich auch gefragt, ob es Athos wohl zuzutrauen wäre, Mordaunt im Ungewissen über seine Herkunft zu lassen. Ich finde zwar auch, dass es nicht zu Athos passt, Mordaunt zu belügen, aber ich dachte auch daran, dass Athos, wenn er dem jungen Mann die Wahrheit sagt, auch das Risiko eingeht, dass dieser, wen Athos ihm alles erzählt, sich womöglich doch erinnert und seine alten Rachepläne wieder aufnimmt. Und in gewisser Weise will Athos nicht nur sich selbst und seinen Sohn schützen, sondern auch Mordaunt, denn wenn er diesem die Wahrheit sagt, wird Mordaunt, falls er sich tatsächlich geändert habne sollte, womöglich an seiner Schuld zerbrechen, denn es wäre für ihn nicht einfach, damit zu leben dass er einen Henker getötet, einen König enthauptet und seinen Onkel ermordet hat, und dass er ein ganzes Schiff mit mehreren Menschen in die Luft gesprengt hat um diese zu töten. Ich denke, Athos wird sich gedacht haben, dass mit dieser Gewissenslast für den jungen Mann ein Neuanfang schwer wäre, er weiß ja aus eigener Erfahrung, wie sehr schon ein Mord das Gewissen belassen und ein Leben zerstören kann. Aber ich gebe dir Recht, so wie ich es in meiner Geschichte beschrieben habe, ist es nicht typisch für den sonst immer ehrlichen Athos. Eine weihnachtliche Versöhnung wäre vielleicht möglich gewesen, falls Mordaunt sich wirklich geändert hat, aber wenn nicht hätte es gefährlich für ihn und Raoul werden können. Allerdings müssen Athos und Raoul so auch damit leben, dass Mordaunt sein Gedächtnis wiedererlangen und zurückkehren könnte um seine Rache zu vollenden. Allerdings könnte er sich auch tatsächlich verändert haben, denn es kam tatsächlich schon häufiger vor, dass Menschen die einen Gedächtnisverlust erlitten hinterher ganz andere Persönlichkeiten waren als vorher.

Liebe Grüße

Alienor


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