Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «Wiener Zuständ`»

Rochefort schrieb am 22.05.2013 - 14:31 Uhr zu Kapitel «Wiener Zuständ`»:

Lieber Aramis!

Köstlicher Lesespaß und eine wirklich originelle Idee!! Besonders gefallen mir die verschiedenen Dialekte der Protagonisten, das ist wirklich spitzenmäßig geschrieben. Auch die Namenskreationen sind außerordentlich gelungen. Vallonstein hat mich, wie auch Kaloubet schreibt, natürlich auch sofort an Wallenstein erinntert. ;-) Die charakterlichen Eigenschaften und Eigenheiten der Musketiere hast Du sehr gelungen in das Wien zur Zeit der 48er-Revolution übertragen. Aramis ist wirklich nicht zu beneiden mit seinem familiären Hintergrund - und dann muss er sich auch noch mit den Verrücktheiten der Zensur und den Attacken bissiger Kritiker herumschlagen. Die Revolution scheinen jedenfalls alle vier nicht wirklich ernst zu nehmen, obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass Herblanovsky sich auf Dauer von seinen Freunden denn doch nicht davon abhalten lassen wird, für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in die Bresche zu springen. ;-))

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Lieber Rochefort,
ich freu mich, dass Dir diese verrückte Parodie samt donaumonarchiemäßiger Namensgebung gefällt! Das Ganze hat sich irgendwie zwingend ergeben - ich glaub, meine Herzmanovsky-Orlando-Lektüre hat da einen späten Ausfluss gefunden. Ursprünglich hatte ich vor, diese Szene zur Zeit Sigmund Freuds spielen zu lassen, habs aber dann verworfen, weil mir dazu keine entsprechenden Bilder im Kopf kommen wollten, ganz im Gegensatz zur 1848er Revolution.
Ja, Aramis alias Herblanovsky ist mal wieder der vom Schicksal Gebeutelte, aber seiner typischen Wiener Mentalität ebenso ausgeliefert wie seine 3 übrigen Tarock-Kameraden *grins*! Außerdem geht`s ihm bei der ganzen Revolution ja bloß um den Aufstand gegen die Zensur, sehbehindert wie er ist -
Vielen Dank für Deine Review und liebe Grüße!!
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 13.05.2013 - 10:44 Uhr zu Kapitel «Wiener Zuständ`»:

Eine sehr interessante Idee, die Musketiere mal zu Wienern zu machen :) Mal ne ganz kurze Frage…am Anfang rührt Athos ja in seinem Einspänner…ich nehme mal an, das das ein Kaffee oder so etwas ähnliches ist, oder vielleicht Kakao? Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich auch nicht weiss, was Ottakringer ist..ich tippe mal auf Bier. Und mir gefällts auch, wie du die Namen der Musketiere ins Österreichische übertragen hast..einfach herrlich. Und Porthos scheint ja, genau wie in Frankreich, ein echter Genussmensch zu sein.  Die Lektüre dieser Geschichte macht mir gerade richtig Hunger auf ein herrlich deftiges Gulasch mit Klößen..*sabber* Und herrlich zu lesen, wie die Musketiere sich über den Klatsch und Tratsch in der Wiener zeitung unterhalten. Und Aramis zu einem Bühnenschriftsteller und Poeten zu machen ist auch eine tolle Idee, das passt prima zu dem Aramis in den drei Musketieren. :) Hat man damals eigentlich wirklich Theaterstücke wie den Werther von Goethe zensiert? Dadurch würde ja das Gesamtkunstwerk eines Stückes doch zerstört werden. Und Herbblandowski alias Aramis hat ja wirklich Pech…Schwester verrückt, Familie pleite, Mutter schwindsüchtig, schlimmer kann es gar nicht kommen. So ein tragisches Schicksal wäre durchaus auch bei Dumas Aramis möglich gewesen. Und jemandem wie Aramis gefällt es bestimmt nicht, wenn seine Stücke zensiert werden.für einen Künstler, einen Dichter und Poeten wie ihn, muss das ja wie eine Beleidigung seiner Werke sein. Ich musste grad richtig schmunzeln, als Aramis sich über das dumme Fräulein Katzberger, das bei den Proben mit dem Wanzenberger im Korb in den Graben stürzte, mockierte…..kann es sein, dass da eine gewisse, dümmliche Promifrau gleichen Namens als Inspiration diente? ;)  Die Katzenberger mag ich auch nicht…wenn ich die im Fernsehen sehe, schalte ich jedes Mal um. Schmunzeln musste ich außerdem, als Athos alias Graf Féretics sagt, dass die Franzosen ein seltsames Volk sind…einfach herrlich…und d´Artagnan alias Artagnannovic hast du auch gut getroffen. :)
Ich war leider noch nie in Wien, und deswegen sind mir manche Begriffe für die Getränke nicht geläufig…Melansch..da vermute ich mal, dass es Wiener Melange ist und ein großer Brauner wird wohl Bier sein…und der Kapuziner, ist das auch ein Bier? Ein interessanter Gedanke, dass die Musketiere als Wiener vermutlich eher Biertrinker als Weintrinker gewesen wären….in den Musketieren haben sie ja Bier eher verschmäht..aber Wiener sind ja eher Bier als Weintrinker.
Dass Aramis bei der Revulotion der Wiener Studenten am liebsten mittun will, weil er auf ein Ende der Zensur seiner Theaterstücke hofft,, das passt irgendwie total zu ihm.
Toll wie du die Namen umgesetzt hast…Kardinal Rischelinsky…Planschethofer…einfach herrlich. :)
Und schon gehts für Artagnanovic wieder in den Kampf…auch hier ist er, genau wie bei Dumas, die Pflichterfüllung in Person.
Eine herrliche humorvolle Geschichte….ich würde mich freuen, wenn du da noch weitere Kapitel schreibst. :)

Liebe Grüße

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
vielen Dank für Dein umfangreiches Review!! Also, was die Wiener Kulinarik betrifft: unter “Ottakringer” versteht man eine Wiener Biersorte, die im Bezirk Ottakring gebraut wird. Ein Seidel entspricht, glaube ich, dem deutschen “kleinen Bier”, wenn ich nicht irre.
Einspänner, Kapuziner, Großer Brauner und Melange sind typische Wiener Kaffeespezialitäten. Großer Brauner (= doppelte Portion schwarzer Kaffee mit Kaffeobers) und Melange dürften auch in Deutschland bekannt sein, denk ich mal; der Einspänner ist schwarzer Kaffee im Glas mit einer Schlagobers - äh,pardon! Schlagsahnehaube oben drauf, damit er nicht so rasch auskühlt, ein beliebtes Fiakergetränk, daher der Name. Der Kapuziner ist ein kleiner Mokka mit Schlagsahnehäubchen. Wein und Bier werden in Wien gleichermaßen gern getrunken, es gibt sowohl Brauereien als auch bekannte Weinbaugebiete in der Umgebung.
Mit der gewissen Schauspielerin liegst Du richtig, ich hab bloß ihren Namen geringfügig verändert *grins!*
Was die Zensur allerdings betrifft, so nahm die in Wien damals echt groteske Formen an: Bei der Aufführung von Carl Maria v. Webers berühmter Oper “Der Freischütz” z. B. durften die Jäger auf der Bühne keine Gewehre (weil Schusswaffen) verwenden und mussten sich mit Armbrüsten o.ä. begnügen - sehr sinnig für die dramatische Szene des Freikugelgießens in der Wolfsschlucht! Ich frag mich, ob sie dann vielleicht stattdessen teuflische Armbrustbolzen oder so geschmiedet haben?! Echt zum Schreien, diese damaligen Bürokraten! Ja, der Heine hatte total recht!
Nochmal vielen Dank fürs Lesen und liebe Grüße!
Aramis

kaloubet schrieb am 12.05.2013 - 18:12 Uhr zu Kapitel «Wiener Zuständ`»:

*kicher* - “wie soll man da tarockieren können”, “Planschethofer”, “Trevilletzky” ... allein die Namen *lach* - klasse! Gut, zugegeben, die Sprache ist gewöhnungsbedürftig, spricht man in Österreich wirklich wie in Asterix und die Briten? Ich meine damit Fèretics :-), er verdreht die Sätze wie der Cousin von Asterix ... doch die anderen klingen dermaßen echt, chapeau! Du kreierst richtig Atmosphäre durch diesen Dialekt, auch wenn ich nicht alle Ausdrücke verstanden habe. Herblanovsky ist klasse! Verbot von Schusswaffen, Werther muss sich hinter der Bühne mit einer Steinschleuder umbringen - super!! Und die Diskussion um die Weit- oder Kurzsichtigkeit ist auch prima. Also, warum gab es keine Revolution, höchstens ein Revolutiönchen in Österreich? Weil niemand sie (die Revolution) für voll nahm ... Prima geschrieben!


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,
vielen Dank für Dein wohlwollendes Verständnis!! Tja, Graf Fèretics ist waschechter Ungar (siehe Donaumonarchie), und wenn ein waschechter, heißblütiger Ungar Deutsch redet, dann klingt das halt ein bissl seltsam - zumindest in den Büchern von Fritz v. Herzmanovsky-Orlando, dessen groteske Schreibweise ich mir hier zum Vorbild genommen habe, zwecks Stilübung *zwinker* ! Herblanovsky ist eine Reminiszenz an ihn. Dass Vallonstein sehr ähnlich klingt wie Wallenstein, wird Dir sicher aufgefallen sein (oh, das reimt sich ja fast! *grins*)  und ich freu mich sehr, dass Dir die Namen gefallen! In puncto verrückter Namensgebung ist Herzmanovsky-Orlando einsame Spitze - ich liebe ihn!!
Nochmals vielen Dank für Dein Review und liebe Grüße!
Aramis
P.S. Was eventuell unverstandene österreichische Ausdrücke betrifft - ich stehe in puncto Erklärung gerne zur Verfügung! *zwinker*


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