Artagnan.de - Fanfiction zu Dumas' drei Musketieren

Reviews zu «La veille de la bataille»

Rochefort schrieb am 16.10.2013 - 14:56 Uhr zu Kapitel «À Noisy»:

Lieber Aramis!

Eine interessante Idee, den Ereignissen rund um die Befreiung des Duc de Beaufort eine Geschichte zu widmen! :-)) Im Buch hätte ich immer gern mehr über das Drum-Herum dieser Unternehmung erfahren, dort bleibt aber vieles ungesagt. Die Schilderung von Aramis’ Gemach am Anfang gefällt mir besonders gut. Auch kann ich mir lebhaft vorstellen, dass Aramis einem Kardinal Mazarin so rein gar nichts abgewinnen kann. So ist auch sein Misstrauen d’Artagnan gegenüber durchaus nachvollziehbar. 20 Jahre können einen Menschen verändern; es lässt sich nicht abschätzen, wie viel d’Artagnan die Freundschaft von damals noch wert ist… Dass die vier Freunde nach 20 Jahren auf verschiedenen Seiten stehen, hat mich schon beim Lesen des Buches immer sehr beschäftigt und auch traurig gemacht - andererseits lebt die Geschichte aber gerade von diesem Spannungsfeld. In jedem Fall tut er gut daran, Athos umgehend zu warnen, damit er nicht völlig unvorbereitet ist. Aramis’ Einstellung zu Frauen hat sich nach dem Schockerlebnis mit der Chevreuse wie man sieht nicht gewandelt. ;-)) Es muss ihm schwer fallen, Madame de Longueville Interesse vorzugaukeln, doch die Politik fordert eben auch persönliche Opfer. In jedem Fall scheint aber sicher, dass Aramis sich nie wieder von einer Frau so verletzen und demütigen lassen wird wie damals; er hat wohl einen Schutzschild um sich errichtet, den zu durchdringen nicht möglich sein wird.

Liebe Grüße

Rochefort


Antwort des Autors:

Liebe Cornelia/Rochefort,
Ja, dass die 4 Freunde nun nicht mehr, wie vor zwanzig Jahren, im selben Lager vereint sind, das hat mich beim Lesen des Romans auch irgendwie berührt - es ist für mich immer traurig, zu sehen, wenn unbedingte Freundschaft und Idealismus der Jugend der “Vernunft” des Erwachsenenlebens weichen müssen -
Die Geschichte ist als Fortsetzung zu “Perte de l`innocence” und “Histoires de lettres” gedacht, und daher hab ich das Verhältnis zwischen Aramis und der Duchesse de Longueville entsprechend dieser Vorgabe ein wenig uminterpretiert.
Aramis seh ich als einen sehr feinfühligen, aber auch sehr misstrauischen Charakter, der erlittene Verletzungen auch nach Jahren nicht vergisst und diese, wenn überhaupt, nur äußerst schwer verzeihen kann. Eine typische Folge von weltfremdem, jugendlichem Idealismus, gepaart mit heftiger Sehnsucht nach Liebe, die aber auch ins Gegenteil umschlagen kann, wenn sie schwer enttäuscht wird. Sein Zimmer in Noisy ist irgendwie ein Spiegel seiner Seele: Einerseits von erlesenem, exquisitem Geschmack, andererseits aber ziemlich abgeschottet von der Außenwelt -
Nochmals vielen Dank für dein tiefgreifendes, einfühlsames Review !
Liebe Grüße
Aramis


AlienorDartagnan schrieb am 16.10.2013 - 11:36 Uhr zu Kapitel «À Noisy»:

So, hier der zweite Teil des Reviews, ich hoffe du nimmst mir diese notgedrungene Aufteilung nicht übel.
Athos empfindet ja für d´Artagnan wirklich eine große, väterliche Zuneigung und es wird ihm sicherlich nicht leichtfallen, den Freund zu hintergehen, ihn zu belügen. Aber er muss es tun, er hat ja praktisch gar keine andere Wahl. Armer Porthos..der Tod der Coquenard scheint ihn ja arg mitgenomen zu haben..wie es scheint wurde aus dieser anfänglichen Zweckgemeinschaft doch noch Liebe. Aramis könnte richtig liegen, d´Artagnans ERscheinen wird für den einsamen Porthos eine angenehme Abwechslung sein, und anscheinend rechnet ARamis auch nicht damit, dass Porthos sich dem Gascogner im Dienste Mazarins anschließt.
Auf die Chevreuse ist Aramis ja nicht gerade gut zu sprechen, was man aber gut verstehen kann, nachdem sie ihn so mies behandelt hat. Und wie es scheint weiss Aramis in dieser FF schon Bescheid, dass sie Raouls Mutter ist….ist diese Geschichte eine Fortsetzung von den beiden anderen, den Slash FFs?
Es ist jedenfalls gut, dass Aramis den wahren Charakter der Chevreuse erkannt hat,  und sich von ihr distanziert hat. Ich muss zugeben, dass mir die Chevreuse, die ihren neugeborenen  Sohn auf eine ungewisse REise zu einem französischen Priester, den sie gar nicht kannte, schickte, nicht gerade sympathisch ist. Sie konnte ja nicht wissen, ob der Priester das Kind wirklich aufnehmen würde…und dann wäre der arme Raoul vielleicht in einem Waisenhaus gelandet. So verantwortungslos kann man mit dem eigenen Kind einfach nicht umgehen. Dass Raoul bei Athos aufwachsen konnte ist nur ein glücklicher Zufall gewesen und gewiss nicth der Chevreuse zu verdanken, die ja nichteinmal wusste, wer der Vater ihres Sohnes war. Ob Aramis mit seinen Befürchtungen wohl richtig liegt..könnte die Chevreuse versuchen, an Raoul heranzukommen um das Kind für ihre Zwecke zu nutzen..könnte sie womöglich auch mit Athos Gefühlen spielen? Ich hoffe nicht, denn eine weitere Enttäuschung in der Liebe, noch einmal ein gebrochenes Herz, das könnte Athos nicht verkraften.
Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Kapitel, darauf wie du die Begegnung mit Athos und d´Artagnan beschreibst…im Roman war das eines meiner liebsten Kapitel.
Obwohl ich noch etwas müde von meinem Urlaub bin, werde ich wohl aus lauter Neugierde das Kapitel jetzt sofort lesen.

Liebe Grüsse

Alienor


Antwort des Autors:

Liebe Alienor,
Ich hoffe, du hattest einen wunderbaren Urlaub! Und vielen Dank für dein umfangreiches Review! Diese Geschichte zu schreiben, war irgendwie ein Spontanentschluss, so aus dem Bauch raus - und ja, es ist eine Fortsetzung zu “Perte de l`innocence” und “Histoires de lettres”. Anscheinend wollte da noch was raus, aus mir, diesbezüglich. Und die Chevreuse ist in den VAA ja ziemlich präsent, daher hab ich mal versucht, mir auszumalen, was ihre Rückkehr für Athos und Aramis (vor allem für den letzteren! *zwinker*) bedeuten könnte. Bei Dumas wird das ja bloß angedeutet, dort stehen andere Dinge im Vordergrund, daher hab ich versucht, mal in diese Richtung weiterzudenken.
Es tut mir leid, dass es mit deinem Internet offenbar immer noch nicht richtig klappt - vielen Dank nochmal, dass du dir trotzdem die Mühe gemacht hast, so ausführlich zu reviewen!

Liebe Grüße
Aramis

AlienorDartagnan schrieb am 16.10.2013 - 11:23 Uhr zu Kapitel «À Noisy»:

Oh wie schön..kaum bin ich aus dem Urlaub zurück, finde ich auch schon eine neue GEscichte von dir vor..herrlich, ich werde mich gleich mal ans Lesen machen :) Du hast ARamis Gefühle sehr gut beschrieben, ich konnte mich beim Lesen richtig gut in ihn hineindenken und mir richtig gut vorstellen was in ihm so vorgeht bei dieser Begegnung mit dem Gascogner. Eine heikle Situation ist das….die Freunde finden sich nun in unterschiedlichen politischen Lagern wieder….darin liegt ein hohes Konfliktpotenzial…bleibt nur zu hoffen, dass ihre Freundschaft darüber nicht kaputt geht. Ob Aramis Brief wohl noch vor d´Artagnan auf Bragélonne eintrifft? Für Athos ist das auch keine leichte Situation….er muss ja den Gascogner nun hintergehen, dieser darf ja nicht merken, dass er gegen Mazarin ist.  
Sorry, mein PC spinnt mal wieder rum, hier also erstmal der erste Teil des Reviews, der Rest folgt gleich…falls der Laptop es nicht mehr tut, gehe ich nachher ins Internetcafe und reviewe von dort aus weiter.

Liebe Grüsse

Alienor

kaloubet schrieb am 11.10.2013 - 22:08 Uhr zu Kapitel «À Noisy»:

Wie geschickte! Wie überaus fein eingefädelt! Denn es ist wahrlich nicht einfach aus dem unglücklich Verliebten einen Mann zu machen, der die Frauen abscheulich findet - es gelingt dir auf´s Beste! Aramis´ Argumente sind sehr gut nachvollziehbar, die Geschichte passt und auch seine neue Liaison mit Mme de Longueville scheint nur Schein zu sein - nun, an einer Stelle wird er intim mit ihr werden müssen, sonst klappt´s mit dem König als Paten nicht ;-). Ein nettes Geständnis, das er Athos da machen werden muss ;-). Aber ich schweife ab. D´Artagnans Besuch empfindet Aramis als bedrohlich, das ist, angesichts seiner Tätigkeiten in der Fronde, nachvollziehbar, sehr schön fand ich seinen Brief, seine Sorge um seinen Freund und die Unsicherheit, ob er nicht zu weit gegangen sei, ob er Athos´ Gefühle dem Gascogner gegenüber nicht verletzte. Ganz ehrlich? Ich glaube nicht, denn Athosselbst ist zurückhaltend genug in Bragelonne als d´Artagnan auftaucht. Er sieht den Gascogner zum einen als Freund und liebt ihn wie einst, zum anderen aber auch als ´Feind´, als Mann im gegnerischen Lager. Sehr schön auch die Frage, warum diese Krämerseele von Gascogner sich noch an diesen Mazarin bindet ;-) -  Aramis läge dergleichen wohl recht fern. Die Beschreibung seiner ´Behausung´ finde ich klasse, er erinnert mich fast ein wenig an Richelieu ... ähem, ohne ihm zu nahe treten zu wollen. Aber diese katzenhafte Eleganz ... ich bin ja sehr gespannt, wie das Ganze weitergeht, ob du Athos und Aramis dann auch aufeinandertreffen lassen wirst.

Liebe Grüße

Kalou

 


Antwort des Autors:

Liebe kaloubet,
vielen Dank für dein Review und deine freundliche Beurteilung! Es beruhigt mich sehr, dass das Ding eh nicht zu abstrus wirkt, in deinen Augen, aber ich glaub, ich werd lieber doch die ooc-Warnung dazusetzen. Ich gebs zu, das Ganze ist eine Montage aus Elementen von “Perte de l`innocence” und “Histoires de lettres”  mit gewissen Szenen aus dem 1.Teil der VAA, unterm suggestiven Einfluss von Rembrandts “Nachtwache” - das Bild hat so eine seltsam aufgeladene Stimmung drin, die hat mich immer schon frappiert. *grübel* Hoffentlich ist das jetzt nicht allzu illegitim - aber das genüssliche Herumwühlen in den emotionalen Innereien einzelner Dumas-Charaktere ist leider eine unheilbare Schwäche von mir *verschämt grins* -
Die Reminiszenz in puncto Richelieu ist durchaus gewollt, ich denke, dass er Aramis ein heimliches Vorbild ist, ganz im Gegensatz zu Mazarin. Was diesen gewissen Sohn der Madame de Longueville allerdings betrifft, so muss ich gestehen: Den hab ich ausgeblendet *hüstel*, zugunsten der intimen Beziehung zwischen Athos und Aramis. Er scheint auch bei Dumas nicht besonders wichtig zu sein, denk ich mal, sonst würde er wohl sicher im VdB irgendwo auftauchen. (Oder hab ich ihn dort übersehen??)
Nochmals vielen Dank und liebe Grüße!

Aramis
.


Angezeigt 1 bis 4 von 4