Kapitel Katerstimmung
„Monsieur!, monsieur!“
Er schlug die Augen auf und schloss sie sofort wieder, parbleu, war das hell. „Bist du das, Grimaud?“, murmelte er zwischen den Zähnen, obwohl er genau wusste, dass da sein Diener stand und sprach. Laut und viel zu früh. „Monsieur, pardon“, Grimaud dämpfte den Ton, „monsieur d´Artagnan ist draußen. Dringend, sagt er.“
„Warum redest du so viel?“, seufzte Athos auf, viel zu müde, um energischer zu reagieren, „lass ihn rein.“ Oh Gott, wie spät war es gewesen, gestern Abend? Oder besser heute früh? Er hatte Dienst gehabt und war dann noch ins Pomme de Pin gegangen. Und von dort ins Trois Cléfs. Und von dort? Keine Ahnung.
„Athos?“
Der junge Gascogner trat an die Schlafzimmertüre und klopfte vernehmlich. „Athos, seid Ihr wach? Bitte steht sofort auf! Monsieur de Tréville schickt mich - Ihr sollt Euch auf der Stelle bei ihm melden!“
„Herrgott, kommt rein und schreit nicht so“, murmelte Athos, doch ein neuerliches Klopfen sagte ihm, dass sein leises Murmeln nicht gehört worden war. Fluchend schwang er schließlich die Beine aus dem Bett und musste sich einen Moment abstützen, als das Zimmer um ihn zu rotieren begann. Bei allen Teufeln, so heftig hatte es ihn aber lange nicht mehr erwischt. Das musste der relativen Abstinenz geschuldet sein, in der er gelebt hatte, während Aramis noch hier war. Aramis! Beinahe hätte er sich wieder ins Bett verkrochen, denk nicht dran! Steh auf, dein Hauptmann will dich sehen. Schwankend kam er auf die Beine, was war nur passiert? Er griff nach Hemd und Hosen, warum hatten diese verflixten Kleidungsstücke aber auch nur so viele Öffnungen? Eine Hand zog daran, entwirrte einen Ärmel und half ihm hinein. Als er aufblickte, sah er direkt in d´Artagnans schreckgeweitete Augen. „Danke!“, flüsterte er, „was´n los?“
Nach der Anmeldung geht es weiter!
Dieses Kapitel und viele weitere sind verfügbar für Mitglieder. Jetzt anmelden!
Noch kein Account? Jetzt registrieren!