Confrontation avec Richelieu von kaloubet
Durchschnittliche Wertung: 5, basierend auf 53 BewertungenKapitel Au Fort de la Prée
Als er erwachte, wusste er nicht, wo er sich befand. Er lag in einem Bett, in einem kleinen Raum aus Stein. Außer dem Bett, in dem er lag, befanden sich nur ein kleiner Tisch und ein Stuhl darin, beides dicht an dem Bett. Auf dem Tisch stand eine Kerze, sie war heruntergebrannt, als habe jemand bei ihm gewacht. Aber jetzt war er allein. Er fuhr sich mit der Hand über die Wange, fühlte Bartwuchs von ein, zwei Tagen. Also hatten sie ihn rasiert und gewaschen, denn er trug ein Nachthemd. Und alles fühlte sich sauber an. Dann blickte er auf seine Hand. Sie war immer noch verbunden, schmerzte aber kaum. Anscheinend hatten ihre Bemühungen oder vielleicht auch die eines Arztes Erfolg gehabt. Langsam nur kam die Erinnerung wieder, lückenhaft, verschwommen. Der Strand, sie hatte seine Wunde gereinigt, danach war eine Lücke. Er wusste nicht, wie er hierher gekommen war. Wusste nicht, wo er sich befand. Verschwommen erinnerte er sich an eine Art Wachtraum, sie war an seiner Seite, flößte ihm zu trinken ein. Dann vermischte sich dieses Bild mit anderen, auf denen sie auch zu sehen war, auf denen er sie in seinen Armen hielt. Und dann ein Bild von ihr, an dem Baum, tot. Das musste er geträumt haben. Wie lange lag er schon hier? Er horchte, aber von draußen war nichts zu hören. Und wo war sie jetzt? Wo war er? Was war das hier? Unruhe ergriff ihn, und wenn sie sie festhielten? Wer auch immer diese ´sie´ sein mochten. Wenn sie ihrerseits nun krank war? Er schob die Decke zurück, versuchte, seine Beine aus dem Bett zu schwingen, aufzustehen. Und wurde sofort von einem Schwindel erfasst, der ihn zurück auf die Kissen warf. Verdammt. Er versuchte es wieder, richtete sich vorsichtig auf seinem Ellenbogen auf. Langsam kam er zum Sitzen. Es ging, aber ihm wurde gleichzeitig heiß und kalt und Schweiß rann ihm den Rücken hinunter. Herrgott, wie konnte man in so kurzer Zeit so schwach werden? Er griff nach dem Bettpfosten, hangelte sich an ihm langsam hoch. Er stand. Schwankend zwar, aber er stand. Seine Füße schmerzten, er blickte vorsichtig nach unten. Auch sie waren verbunden, er erinnerte sich: der Marsch durch die Sümpfe, die Schnitte an den Füßen. Er musste jemanden finden, er musste wissen, wo er sich befand und seit wann. Und wo sie war. Aber gehen ging nicht. Er merkte, wenn er den Pfosten los ließe, würde er fallen, seine Füße, seine Beine trugen ihn nicht. Er biss die Zähne zusammen, wankte zum Tisch, hielt sich dort fest. Dann am Stuhl. Den konnte er mitnehmen, als Krücke sozusagen. Mithilfe des Stuhls bewegte er sich langsam zur Tür, immer wieder wurde ihm schwarz vor Augen, er zitterte. Da, die Tür. Vorsichtig hielt er sich mit einer Hand am Stuhl fest und öffnete mit der anderen die Tür … während sie gleichzeitig von außen aufgemacht wurde. Das brachte ihn um den letzten Rest seines Gleichgewichts und er fiel, fühlte aber wie starke Hände ihn auffingen und stützten, so dass er wieder auf die Beine kam. „Hoppla.“, erklärte eine Stimme, die ihm nur zu bekannt vorkam.
Er sah auf und blickte entgeistert in das Gesicht Trévilles, der ihn mit einem kleinen Lächeln betrachtete. „Ich habe ja einige Erfahrung darin, Euch aufzufangen,“ sagte der Capitaine, „aber Ihr solltet noch nicht aufstehen.“
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