Confrontation avec Richelieu von kaloubet
Durchschnittliche Wertung: 5, basierend auf 53 BewertungenKapitel Une scène dans le camp
Sie beobachteten das Lager nun schon seit gut drei Stunden. Es zog sich weit über die Ebene, Buckinghams Truppen breiteten sich nach rechts und links aus und man sah nur ihre Zelte, Feuerstellen, Kanonen, Schanzkörbe, sonstigen Belagerungsgeräte sowie Pferche mit Tieren, Marketenderkarren, Pferdeställe, und was sonst noch zu einer länger andauernden Belagerung gehörte. Das kleine Dorf St. Martin, das am Meer hinter dem Lager lag, war nicht zu sehen und auch das Fort St. Martin selbst war kaum am Horizont zu erkennen.
Der Beobachterposten der fünf Musketiere befand sich auf zwei Bäumen, die zu einem Wald gehörten, der an die rechte Seite des Lagers grenzte. Sie hatten diese Bäume schon vor einer Woche ausgewählt, da sie sehr hoch waren und die anderen, vor ihnen stehenden Bäume, die den Waldrand bildeten, überragten und da noch dazu – hier war das Glück den Königlichen hold – der Wald leicht anstieg, so dass das Lager in einer Art Senke vor ihnen lag. Trotzdem konnten sie nur das beobachten, was am Rand des Lagers vor sich ging. Alles andere war zu weit entfernt. Doch dieser Rand bot genügend Beobachtungsmöglichkeiten, denn hier verlief ein Weg, aus dem Dorf kommend, der zu dem Fort de la Prée führte. Sollte Buckingham Botschafter aussenden, so würden sie, das hofften die Beobachter zumindest, hier vorbei kommen. Bislang jedoch war die Kommunikation zwischen den Lagern unterblieben, dennoch herrschte auf dem Weg und in dem angrenzenden Waldsaum rege Betriebsamkeit. Buckingham hatte zwar Gruben ausheben lassen, aber viele Soldaten zogen es vor, sich im nahe gelegenen Wald zu erleichtern, anstelle die weiter entfernten Gruben aufzusuchen. Und nicht nur diese Art von körperlichem Bedürfnis zog die Belagerer in den Wald. Es gab genügend Frauen im Lager – Marketenderinnen, Hübschlerinnen und andere, die ihren Lebensunterhalt im Tross des Heeres verdienten – und viele dieser Frauen waren einem Schäferstündchen nicht abgeneigt, was die zuschauenden Musketiere des Öfteren von ihrem eigentlichen Beobachtungsobjekt ablenkte und Porthos zu der Bemerkung veranlasste, diese Art von Observation könne er stundenlang betreiben, auch wenn die Sitzgelegenheit nicht gerade bequem sei und er sich wie ein Huhn vorkomme, das sich auf der Hühnerleiter zu weit nach oben gewagt habe.
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