Confrontation avec Richelieu von kaloubet
Durchschnittliche Wertung: 5, basierend auf 53 BewertungenKapitel Une question d´honneur
Als er aufstand, nickte der Kardinal wieder. Mit Stolz, wie es dem Musketier schien. Athos sah ihn fragend an, zu sprechen fehlte ihm die Kraft. „Ihr seid frei. Ihr könnt gehen. Wenn ich Euch brauche, werde ich Euch rufen lassen“, erklärte Richelieu, „seid gewiss, Ihr werdet nicht lange warten.“
Athos nickte, fragte dann leise: „Könnte ich ihn haben?“ Als der Kardinal ihn nur fragend ansah, fügte er hinzu, „den Brief?“
„Natürlich. Aber sagt Euch, dass Ihr das tatet, was in Eurer Macht stand, um Eurer Familie zu helfen.“ Mit diesen Worten reichte Richelieu ihm das Schreiben. Athos nahm es, grüßte und wandte sich ab, ging langsam dem Ausgang zu. Er war frei, verspürte aber keinerlei Erleichterung in sich, nur Scham. Wie hatte das passieren können? Wie würde er seinen Freunden je wieder ins Gesicht sehen können? Als er am Hoftor des Gehöfts ankam, das Richelieu zu seinem Hauptquartier auserkoren hatte, blieb er unschlüssig stehen. Wohin sollte er nun gehen? In das Zelt seiner Kameraden? Konnte er sich denn noch als Musketier betrachten? War er nicht ein Verräter der übelsten Art? Er wandte sich dem Meer zu, ging in Richtung der Dünen, ihm war so schlecht. So verdammt schlecht. Und wieder kam der Schwindel, ein Brot in vier Tagen war wohl zu wenig. Aber was machte das. Er hatte gerade sich selbst verraten. Er hatte gerade seine Freunde aufgegeben. Er hatte gerade alles das aufgegeben, was sein Leben ausgemacht hatte. Seine Ehre, seine Integrität. Wenn er zu Tode käme … zählte dazu auch das Ertrinken? Er betrachtete die Wellen, wie sie ans Ufer schwappten, gleichgültig, zeitlos.
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