Die falsche Gräfin von AlienorDartagnan
Durchschnittliche Wertung: 5, basierend auf 3 BewertungenKapitel Ein absurder Plan
Orleans, September 1627
Es regnete in Strömen, als Alain und ich endlich in Orleans ankamen, jene Stadt, in der die Jungfrau Johanna von Orleans vor über zweihundert Jahren auf dem Marktplatz hingerichtet worden war. Mittlerweile war mein Umhang, genau wie der Rest meiner Kleidung, völlig durchnässt, und sein Gewicht fühlte sich auf meinen Schultern wie ein nasser Sack an.
Als wir durch den Regen über den menschenleeren, von Fachwerkhäusern umgebenen Marktplatz liefen, musste ich an die Jungfrau von Orleans denken, die so mutig gewesen war, für ihren König in den Krieg zu ziehen, und Frankreich so vor einer Invasion durch die Engländer gerettet hatte.
Ich bewunderte sie sehr für ihren Mut, denn ich selbst war alles andere als tapfer. Schon oft hatte ich mir geschworen, endlich eigene Wege zu gehen, und nicht mehr zusammen mit meinem Bruder durch die Lande zu ziehen.
Als unsere Eltern vor fünfzehn Jahren gestorben waren, waren wir völig mittelose Waisen gewesen, und er hatte fortan für uns gesorgt. Da war ich gerade zehn Jahre, und Alain vierzehn gewesen. Niemand hatte ihm Arbeit geben wollen, und wir beide waren damals dem Hungertod nahe gewesen. Wir wären in den Straßen von Paris gestorben, wenn Alaine nicht Anschluss an eine Bande von Straßendieben gefunden hätte, die das Stehlen als eine Art Handwerk betrachteten und ihm alles beigebracht hatten, was ein guter Dieb können musste. Meine Aufgabe war es seitdem gewesen, die Menschen abzulenken, während er ihnen die Geldbörse von den Gürteln schnitt.
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