Die Saat des Bösen von AlienorDartagnan
Durchschnittliche Wertung: 5, basierend auf 54 BewertungenKapitel Annes Rache
OT: Aprikosenkerne enthalten giftige Blausäure und können, wenn man mehrere davon ißt zum Tode führen.
Ich habe für dieses Kapitel in einem Buch über das Klosterleben im Mittelalter gelesen, die Gebetszeiten die in diesem Buch angegeben waren, waren mit Sicherheit auch im 17. Jahrhundert noch gültig.
Seit einem Monat bin ich jetzt in Templemar, und ich hasse es hier zu sein, gefangen hinter diesen hohen Mauern. Ich verabscheue die selbstgefällige, bigotte Äbtissin, die frömmlerischen Nonnen und Novizinnen, die ihr ganzes Leben damit verschwenden ein überirdisches Wesen anzubeten, für dessen Existenz es überhaupt keine Beweise gibt. Wozu soll das denn gut sein?
Das Leben hier ist sehr eintönig, eine endlose Abfolge von Tagen die immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Morgens um zwei müssen wir zum ersten Gebet des Tages, der Matutin aufstehen und vom Dormitorium in die Klosterkapelle gehen. Um drei Uhr beginnt die Laudes, bei der das Gotteslob gebetet wird. Um sechs folgt wieder ein Gebet, die Prim, und nach der Terz um neun, bei der Hymnus und Psalmen gesungen werden bekommen wir im Refektorium das Frühstück, einen matschigen Haferbrei, der nach gar nichts schmeckt, weil er weder gewürzt noch mit Honig gesüßt wird. Anschließend geht jede Frau im Kloster der ihr zugeteilten Arbeit nach. Ich wurde von der Äbtissin für die Arbeit im Klostergarten bestimmt, wo ich nun von Soeur Agnes, einer buckligen alten Frau mit traurigen Augen, alles über die Heilkräuter die die Nonnen anbauen, und auch über jene die in den Wäldern der Umgebung wachsen, lerne und ihr bei der Gartenarbeit helfe.
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