Die Saat des Bösen von AlienorDartagnan
Durchschnittliche Wertung: 5, basierend auf 54 BewertungenKapitel gemeine Lügen und Aprikosen
Die meisten Frauen und Mädchen schlafen bereits, als Claire und ich uns aus dem Dormitorium schleichen und diejenigen die nicht schlafen, sind mit anderen Dingen beschäftigt und beachten uns nicht. Wie angenehm das doch ist, endlich einmal ohne diese grässliche Nonnenhaube heraumlaufen und den Wind in den Haaren spüren zu können. Es ist eine milde Sommernacht, im Garten duftet es nach Lavendel und verschiedenen Kräutern wie Rosmarin und Basilikum. In der Dunkelheit sind die hohen Mauern kaum zu erkennen, so dass man sich vorstellen kann, man wäre irgendwo draußen in Freiheit.
Man sieht Claire ihre Aufregung förmlich an, sie zittert am ganzen Leib.
"Bist du sicher, dass die Kerne meine Krankheit heilen werden?"
"Vertrau mir, Claire, das werden sie. Ich arbeite schon seit meiner Ankunft in Templemar bei Schwester Agnes im Garten und sie hat mir das alles beigebracht. Wenn du die Kerne gegessen hast, wird alles wieder gut."
Irgendwo zirpen Grillen, der Duft von frisch gemähtem Heu steigt mir in die Nase und ich stelle mir vor wie schön es doch wäre, jetzt durch die Wiesen, Weizenfelder und Wälder, die sich rund um das Kloster meilenweit erstrecken, laufen zu können, einfach frei zu sein, weit weg von dieser abscheulichen Frömmlerin.
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