Kapitel Courbette
Am Morgen war die Halle meistens leer, de Gommard, ein bekennender Langschläfer, stieg erst gegen die Mittagszeit aufs Pferd. Obwohl Athos die einsamen Stunden mit den Tieren immer genossen hatte und zuerst der Gedanke, sie mit jemanden, und sei es ein Freund, zu teilen, ihm nicht behagte, merkte er bald, dass es ihm eine seltsame Freude bereitete, Aramis Unterricht zu geben. Der Freund war höchst sensibel, wusste seine Hilfen zu dosieren und mit der nötigen Spannung und Feinheit zu reiten, um zwischen ihm und Bajazet jenes feine Band zu knüpfen, ohne das keine wahre Reitkunst möglich ist. Er machte im Sattel eine wahrhaft gute Figur, und nur manchmal erlaubte sich der Hengst kleine Eigenwilligkeiten, die er bei seinem Besitzer nie gewagt hätte. Fast glaubte Athos, in den Augen des Tieres ein kleines Schmunzeln zu sehen, wenn er bei einem fliegenden Wechsel zu übereifrig sprang oder einer unschuldigen Pirouette eine nicht verlangte Croupade folgen ließ. Aramis zürnte ihm nie, und nach überaus korrekt erfüllten Lektionen der niederen Schule kam der Moment, an dem Athos seinem Freund den Steigbügel hielt und sagte: „Heute werdet Ihr mit den Sprüngen beginnen.“
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