l'amour perdu von kaloubet
Durchschnittliche Wertung: 5, basierend auf 90 BewertungenKapitel Pendez les haut et court!
Pendez les haut et court!
Hängt sie!
Nachdem er zwei zufriedenstellende Stücke Ton geschliffen hatte - lang und schmal und recht schneidend - gab er eines davon Athos, nahm das andere in die Hand, und beide Freunde begannen zu warten. An der Helligkeit, die in die Zelle fiel, erkannten sie in etwa die Stunden des Tages. Fast der ganze Tag verging, ohne dass jemand in ihre Zelle gekommen, ohne dass das Wasser nachgefüllt oder Brot gebracht worden wäre. Das tote Mädchen lag immer noch zu ihren Füßen, Aramis hatte es notdürftig mit seinem Rock bedeckt, und beide hatten ein leises Gebet gesprochen. Es war noch kälter geworden, die Feuchtigkeit des Kerkers tat ein übriges, um ihnen die Bewegungen zu erschweren und ihre Glieder allmählich erstarren zu lassen. Doch die Wut darüber, dass man anscheinend gewillt war, sie in diesem Rattenloch verfaulen zu lassen, dass ihre Bewacher sich nicht um das Kind kümmerten, das schon in einem bedenklichen Zustand hierhergebracht worden war, half ihnen, nicht ganz zu erfrieren. Aramis stand gegen die Wand gelehnt, als er eine huschende Bewegung und ein leises Pfeifen neben dem Körper des toten Kindes vernahm. Schnell beugte er sich vor, und zischend schlug sein behelfsmäßiger Dolch in den Boden. Als er sich wieder aufrichtete, zeigte er Athos, der sich vor Abscheu schüttelte, die lange schmale Ratte, die er aufgespießt hatte und die sich zuckend an dem Stück Ton wand. Mit einer schnellende Handbewegung schleuderte er die Ratte in eine Ecke, in der kurz darauf lautes Pfeifen und Quietschen zu hören war. Wenige Minuten darauf war wieder alles still.
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