Kapitel Kapitel 41
Nach der erfolgreichen Strumpfbandversteigerung waren die Gäste natürlich durstig, und die Diener des Hauses standen mit äußerst breitem Grinsen schon parat. Champagner, Wein, Likör und Cognac flossen in Strömen, und alle, auch die Damen, hatten nach den vorsorglich gefüllten Gläsern gegriffen als wäre soeben eine Wüste durchquert worden. Nun stimmten die Musiker schon ihre Instrumente für den nächsten Tanz, was nicht nur Adèle einen leisen Seufzer und einen diskreten Blick auf die nächste Uhr entlockte. So schön diese Hochzeit auch war, noch schöner wäre es gewesen, jetzt ins Bett gehen zu dürfen. Aber ein Blick auf ihren rotwangigen und noch ganz stolzgeschwellten Gatten ließ diese Hoffnung zerplatzen wie eine Seifenblase im Wind. Ihn hier allein lassen? Niemals! Schon dreimal nicht mit diesem verwünschten Strumpfband in den Händen, das er sich nun übergestreift hatte wie einen Armreif, und das er jedem, der es sehen oder nicht sehen wollte, unter die Nase hielt. „Seht die zarte Spitze!“, rief er soeben, und die Dame, der er es zeigte, nickte beeindruckt. Nein, da musste Adèle gegenhalten, so wahr sie hier stand! „Kommt, wir wollen tanzen!“, erklärte sie, verscheuchte die Müdigkeit aus ihren Gliedern und legte ihrem Gatten die Hand auf den Arm. Der sah sie erstaunt an, dann erhellte ein Lächeln seine Miene. „Es wirkt! Es ist magisch, es wirkt!“ Mit diesen kryptischen Worten folgte er verzückt seiner Frau, die couragiert den nächsten Tanz eröffnete, zähneknirschend, aber mit demonstrativem Lächeln. Ihnen folgten die allermeisten anderen, und im Handumdrehen fanden sich nur noch einsame Trinker an der langen Theke wieder, hinter der Laurent und Maurice standen, um die Wünsche der Gäste zu erfüllen.
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