Novemberherausforderung 2003 von Silvia 

  Durchschnittliche Wertung: 4, basierend auf 5 Bewertungen

Kapitel Rouge von Anonymous

Rouge

Die Rue Saint-Honoré in Paris war eine sehr bekannte und belebte Straße. Es gab dort viele Läden, einen Markt und man konnte so ziemlich alles kaufen, was man brauchte. Es befand sich dort eine Schmiede neben einem Schneiderladen, auf dem Markt gab es Obst, Gemüse, Fleisch und alles andere, was das Herz begehrte. Auf der Straße drängte sich zu fast jeder Tageszeit Volk, um mit Händlern aus dem Umland oder Paris um dieses und jenes zu feilschen.
Doch wenn man die Straße verließ, um in eine kleine, vielleicht auch unauffällige Seitenstraße einzubiegen, so konnte man dort Dinge entdecken, die es auf der belebten Saint-Honoré nicht gab. Unter Umständen kam es vor, dass dort sogar einiges in besserem Zustand zu bekommen war, da es nicht durch so viele Hände ging. Dies betraf vor allem die Schneidereien. Doch natürlich war kein Schneider darüber erfreut, einen kleinen engen Laden in einer unbelebten Seitenstraße zu haben, denn nur selten verirrte sich mal jemand dorthin.
In einer Seitenstraße befand sich ein kleiner, jedoch recht heller Laden, wo man Parfum kaufen konnte und sonstige Dinge, die sich reiche Frauen am liebsten von ihren Liebhabern schenken ließen, Rouge, allerlei an Puder und weiteres.
Dieser kleine Laden gehörte Monsieur Coupe, ein Meister seines Faches, der ein jeden in der Wahl seiner Geschenke oder Einkäufe beraten konnte. Auch heute hatte er wieder einen Käufer, den er kannte, denn Monsieur Aramis, seines Zeichens Musketier Seiner Majestät, hatte schon einige Male hier eingekauft. Heute jedoch wirkte der Musketier, welchen man sonst nur sanftmütig und gelassen kannte, aufs Höchste ärgerlich. Mit ihm war nämlich sein Diener, der gute Bazin, dem der Aufenthalt in diesem Hause höchst lasterhaft erschien. Dagegen war einiges zu sagen, denn immerhin gab es hier keine zischenden und dampfenden Gerätschaften, doch Monsieur Bazin erschien schon der Umstand, dass hier Parfum hergestellt wurde, höchst teuflisch. Er war allen Mischungen höchst abgeneigt und dass sein Herr, den er lieber in einer Soutane gesehen hätte, hier in recht vertraulichem Tonfalle zu einem Mann sprach, dessen geschwungene Augenbrauen ihm ein höchst interessantes, aber auch diabolisches Aussehen gaben, war ihm überhaupt nicht angenehm.
So kam es, dass Aramis, als Bazin misstrauisch einen Flakon musterte, dessen Inhalt ihm verdächtig vorkam, seinen armen Diener ärgerlich anfuhr und dabei sogar einen Fluch über seine Lippen ließ: „Zum Teufel noch mal, Bazin, nun sei aber ruhig! Ich habe hier einige wichtige Geschäfte zu erledigen und wenn du es wagen solltest, etwas hier anzurühren…“ Aramis beendete diesen Satz nicht sondern begnügte sich damit, Bazin einen wütenden Blick zuzuwerfen. Bazin sah ihn ausdruckslos an und hoffte, dass sein Herr noch vernünftig wurde, bevor er seinen Abschied nehmen musste.
Aramis beachtete seinen Diener nicht weiter, sondern wandte sich wieder an Meister Coupe.
„Das Parfum ist also hier?“, fragte der junge Musketier.
Meister Coupe nickte. „Ich habe die Mischung so herstellen lassen, wie Ihr es gesagt habt, Monseigneur, genau so. Wenn Ihr es wünscht, werde ich sie holen. Sie befindet sich in meinen hinteren Räumen, damit sie nicht wegkommt.“
Aramis nickte mit einer herablassenden Handbewegung. „Bitte beeilt Euch aber, guter Freund, eine liebe Freundin… Ihr versteht…“
„Selbstverständlich“, mit einer Verbeugung eilte Monsieur Coupe davon und verschwand hinter einer kleinen, unauffälligen Tür.
„Liebe Freundin…“, brummte Bazin, doch offensichtlich zu laut. Sein Herr sah ihn so drohend an, dass er verstummte.
Man hörte hinter der Tür einiges Gescharre und ein Geräusch, als ob Glas an Glas stieß.
Aramis trommelte einen Marsch auf den Ladentisch. Die Tür zum hinteren Ladenteil wurde wieder aufgestoßen und Monsieur Coupe erschien, einen Flakon wie eine Kostbarkeit in beiden Händen tragend. Aramis’ Miene verriet Aufmerksamkeit und er straffte sich.
„Teufelszeug“, sprach Bazin laut.
Aramis wandte sich um, als ob man ihn angegriffen hätte und versetzte Bazin einen Fußtritt, dass dieser mit einem Heulen aus dem Laden floh.
Monsieur Coupe grinste, wurde aber sofort wieder ernst, als sich Aramis ihm wieder zuwandte.
„Also das ist-“, hub Aramis zum Sprechen an, doch er wurde unterbrochen. Die Ladentür öffnete sich und Aramis, der sich umgesehen hatte, in der Erwartung, seinen Diener wieder reinkriechen zu sehen, wandte sich rasch wieder ab. Ein Mann, mit dessen Erscheinung niemand hätte rechnen können, trat ein.
Monsieur de Rochefort, Stallmeister Seiner Eminenz, Kardinal Richelieus, warf einen kurzen Blick in den Laden und kam dann an den Ladentisch, wo Meister Coupe, den Flakon mit Parfum immer noch in der Hand, ihn anstarrte.
Rocheforts Augenbrauen wölbten sich bedenklich, so dass sich Monsieur Coupe sehr schnell wieder an seine gute Erziehung erinnerte. Da Aramis sich abwandte und interessiert an die Wand sah, wandte sich also der Ladenbesitzer an den neuen Käufer. „Ihr wünscht, Monseigneur?“
„Ich möchte“, begann Rochefort, warf aber just in diesem Moment einen Blick auf den Königlichen Musketier neben ihm. Er verstummte und errötete, es schien ihm höchst unangenehm zu sein, vor Aramis seine Wünsche auszusprechen.
„Ja?“, fragte Monsieur Coupe sanft und tat so als hätte er die Verlegenheit des Grafen nicht bemerkt.
„Ich möchte ein… ein bisschen Rouge kaufen“, sprach Rochefort durch die Zähne, als hoffte er, dass sein Wunsch dadurch für Aramis unverständlich sei.
Doch Aramis hatte ihn sehr wohl verstanden und wandte sich mit einer langsamen Bewegung zu Rochefort, der darob noch heftiger errötete.
„Ihr?“, fragte Aramis, unfähig, sich zu beherrschen, obwohl er doch sonst so überlegt und diskret war.
„Ja, ich“, fauchte Rochefort, ohne dass das Blut aus seinem Gesicht wich.
„Beeilt Euch!“, herrschte er daraufhin Monsieur Coupe an, der sofort hinter sich griff und ein Töpfchen Rouge auf den Tisch stellte.
„Ist das Rouge?“, fragte Rochefort und Aramis erlaubte sich ein unverschämtes Lächeln, welches zum Glück der Graf nicht bemerkte.
„Ja, Monseigneur, kostbares, sehr gutes Rouge. Wirklich, ein wunderbares Rouge aus Florenz. Sicherlich wisst Ihr, dass Rouge aus Florenz-“
„Ja, weiß ich“, sagte Rochefort ärgerlich. Er bezahlte hastig, nahm das Rouge an sich und verließ grußlos den Laden.
„Wartet! Ihr bekommt noch Euer Wechselgeld!“, rief Monsieur Coupe, doch leider hörte Rochefort ihn nicht mehr. Trotzdem öffnete sich die Tür, Bazin lugte hinein.
„Nun komm schon her“, sprach Aramis und winkte mit der linken Hand. Bazin schlich betreten heran. Aramis beachtete ihn nicht weiter, sondern erledigte seine Einkäufe bei Monsieur Coupe. Dieser bedankte sich anschließend überschwenglich für die Ehre, die ihm Aramis bereitet hatte, bei ihm, einem armen kleinen Händler einzukaufen und schließlich brachte Aramis es fertig, sich zu verabschieden.

Der junge Musketier ging auf geradem Wege zum Louvre, da sein Dienst bald anfing. Bazin verabschiedete er nach kurzer Zeit, da er den Diener nicht zum Wachestehen gebrauchen konnte.
Auf dem Hof vor dem Louvre herrschte die übliche Geschäftigkeit. Überall waren Kuschen zu sehen, fuhren in den Hof oder vom Hof, Diener eilten umher, suchten ihre Herren oder lieferten Botschaften ab. Außerdem gab es überall Musketiere, die zu zweien oder zu dritt da standen und so taten, als ob sie aufmerksam all jene musterten, die den Louvre betraten oder verließen.
Aramis ging zu seinen Kameraden, den Herren Porthos und d’Artagnan. Athos war nicht da, er weilte beim Hauptmann, um irgendetwas mit ihm zu besprechen. Bei d’Artagnan und Porthos stand jedoch jemand, der gewöhnlich woanders zu finden war. Monsieur Jussac, eigentlich Leibgardist Seiner Eminenz, plauderte in aller Seelenruhe mit den anderen beiden.
Aramis trat heran und sah voller Erstaunen Jussac an, nachdem er seine Freunde mit Handschlag begrüßt hatte.
„Monsieur Jussac hat heute frei“, erläuterte d’Artagnan und Jussac nickte fröhlich.
„Es ist so, dass ich einen Auftrag bekam, den ich sehr schnell erledigte, denn er war einfacher als geplant. Aus diesem Grund war ich schnell fertig, habe einige Tage frei bekommen und dachte mir, es wäre nett, mal mit ehemaligen Feinden zu plaudern.“
Aramis nickte und sah fragend Porthos und d’Artagnan an, doch da diese ihm lächelnd und beruhigend zunickten, nahm er an, dass dies in Ordnung sei.
Noch ganz in Gedanken bei seinem Einkauf vor wenigen Minuten und seiner Begegnung dort, fragte er: „Was war das denn für ein Auftrag?“
Jussac sah ihn mit offenem Mund an, überlegte kurz und sagte dann: „Nun, es ist ja nichts schlimmes oder geheimnisvolles, deshalb kann ich es wohl sagen. Ich habe eine englische… hm… Dame… abgeholt. Also, ja, ich habe sie sicher nach Paris begleitet. So war das.“
„Aha“, sagte Aramis. „Seit wann übernehmt Ihr denn solche Aufträge?“
„Ja, natürlich, gewöhnlich macht ja Graf de Rochefort dergleichen. Aber ich habe mich freiwillig gemeldet, weil es mir eine Möglichkeit gab, mal wieder nach… Calais zu kommen.“ Monsieur Jussac errötete leicht und Aramis unterließ es, ihn zu fragen, wer denn wohl in Calais wohnte.
„Da ist sie“, sagte plötzlich Jussac und wies, froh, eine Ablenkung zu haben, auf eine hübsche zierliche Dame, die mit einem Diener zum Louvre schritt. Die vier Herren blickten zu der Dame, die einigen Adligen zunickte.
„Das ist die Dame, welche ich abgeholt habe.“
„Da ist Rochefort“, sprach d’Artagnan halblaut. Und wirklich, Rochefort ging zu der Dame und küsste ihr mit einer Verbeugung die Hand.
„Rochefort hat Anweisung bekommen, die Lady… ach, schon gut…“, Jussac schien sich zu wünschen, mal den Mund halten zu können.
„Rochefort“, sagte Aramis leise und Porthos, d’Artagnan und Jussac blickten zu ihm.
„Er hat heute Rouge gekauft…“
„Was hat er?“, fragte Jussac verständnislos.
„Rouge… hat er gekauft…“
„Was? Der? Rochefort hat was?“ Monsieur Jussac sah staunend Aramis an, dann zu Rochefort, der immer noch mit der Dame sprach und erlitt daraufhin einen ganz und gar ungebührlichen Lachanfall.
„Er hat… Rouge“, prustete Jussac heraus und konnte sich kaum auf den Beinen halten, „Rou- ouge gekauft, HAHAHA!“ Jussac hielt sich an Porthos fest und begann, haltlos an dessen Schulter gelehnt, zu kichern. Worte waren kaum zu verstehen, nur immer wieder „Rouge…“, „Rochefort“ und ähnliches. Die anderen sahen sich nur stumm an.

Wenden wir uns Rochefort zu, der von Jussacs Lachanfall zum Glück nichts bemerkt hatte, genausowenig wie die Dame. Diese Dame stand in den Diensten des englischen Königs und war in Frankreich, um Seiner Majestät einige wichtige Botschaften zu überbringen. Sie hieß Lady Prescett, war vielleicht fünfundzwanzig Jahre alt und sah reizend aus mit ihren großen, haselnussbraunen Augen und ihren lockigen, dunkelblonden Haaren. Rochefort schien durchaus angetan zu sein, doch vielleicht heuchelte er ihr dies nur vor, denn seine Aufgabe war es, Lady Prescett die Informationen, die sie dem König hatte sagen sollen, schon vorher für den Kardinal zu entlocken. Nun muss gesagt werden, dass Lady Prescett schon seit zwei Tagen darauf wartete, zum König vorgelassen zu werden. Dieser hatte sich jedoch in seinem Zimmer eingeschlossen, weil eine Jagd abgesagt wurde, auf die sich Seine Majestät sehr gefreut hatte.
Lady Prescett war also zum Nichtstun verurteilt und da kam ihr der Graf de Rochefort, der anscheinend ebenso wie sie nichts zu tun hatte, gerade recht. Sie verbrachte fast den ganzen Tag mit ihm, plauderte über dieses und jenes und sie beide stellten fest, dass sie grundverschieden waren. Nichtsdestotrotz war Lady Prescett seine Gesellschaft angenehm, da er ihr immer zuhörte.
Auch heute wieder erzählte sie ihm, dass der König noch immer nicht bereit war, jemanden zu empfangen.
„Ich weiß nicht, was ich tun soll, mein Freund“, klagte sie. Rochefort hatte ihr ritterlich den Arm geboten und sie spazierten zum wer weiß wievieltem Male in den letzten Tagen auf dem Hof des Louvre herum, auf welchem sie inzwischen jeden Stein kannten.
„Seine Majestät hat mich noch immer nicht vorgelassen. Ich bin todunglücklich und ich weiß wirklich nicht, ob es gut von mir war, dass ich Euch vor einigen Tagen von meinem Auftrag erzählt habe. Jetzt wisst Ihr alles darüber. Immerhin arbeitet Ihr nicht für Seine Majestät.“ Mit diesen Worten schlug sie die Augen zu Rochefort auf, der selbstvergessen eine Hand auf seinen Degengriff gelegt hatte.
„Mylady, seid versichert, selbst wenn Seine Eminenz schon davon wüsste, er ist ebenso zum Nichtstun verurteilt wie wir beide. Seine Majestät, unser gerechter König Louis XIII. hat heute Morgen befohlen, dass nichts getan werden darf in der Politik. Also sind ihm die Hände gebunden.“
„Aber mein Gott, das ist ja entsetzlich“, sagte Lady Prescett entsetzt und schüttelte den Kopf. „Nichts tun, in diesen schlimmen Zeiten!“
„Mylady, stellt Euch doch vor, Ihr könntet etwas tun, hättet die Möglichkeit, zum König zu gehen und mit ihm zu reden… Ihr müsstet dann Frankreich schon sehr bald verlassen.“ Mit diesen Worten blieb Rochefort stehen und wandte sich zu ihr um. Sie musste zu ihm aufsehen, blickte dann jedoch auf seinen Hemdkragen. Sie war einen Kopf kleiner als er.
„Frankreich schon sehr bald wieder verlassen…“ sagte sie, tief in Gedanken versunken.
„Monsieur“, sagte sie plötzlich etwas lebhafter, „ich hatte Euch um etwas gebeten…“
„Ja, ich weiß.“ Rochefort griff in sein Wams und reichte ihr dann das Töpfchen Rouge, welches er vor kurzem bei Monsieur Coupe gekauft hatte. „Ich hoffe, es ist das richtige?“, sagte er unsicher und wieder überschattete die Röte sein Gesicht.
Sie sah sich das Töpfchen an, öffnete es und strahlte über das ganze Gesicht.
„Vielen Dank, Monsieur le comte, Ihr habt mir einen großen Wunsch erfüllt. Ich weiß gar nicht, wie ich Euch danken kann.“
„Ihr braucht mir überhaupt nicht zu danken, Mylady, ich habe es gern getan, das wisst Ihr. Bitte, steckt es weg, wenn jemand, also…“ Verlegen brach der Graf ab.
Sie lächelte und gab es ihrem Diener, der stumpfsinnig hinter ihnen hertrottete.
„Ich hoffe, es ist Euch nicht allzu schwer gefallen?“
Rochefort schüttelte den Kopf, den Blick auf den Boden gerichtet.
Ein Adliger hastete plötzlich auf sie zu. „Mylady, Lady Prescett!“, sprach er und nickte Rochefort zu, der sich schleunigst von der Lady losmachte.
„Seine Majestät ist wieder bereit, Euch zu empfangen, das heißt, er empfängt wieder jeden. Gott schütze den König! Wenn Ihr Euch beeilt, werdet Ihr gleich vorgelassen!“ Der Adlige eilte weiter, verbreitete die frohe Kunde einem jeden, den er begegnete.
Rochefort lächelte nicht und auch Lady Prescett sah nicht mehr froh aus.
Sie sahen sich kurz an und dann blickte Rochefort auf zum Louvre, wo der König hinter irgendeinem Fenster saß und in wenigen Minuten die Untergebene des englischen Königs empfangen würde.
„Mit Fechtunterricht wird es nichts mehr“, sagte sie leise und wie von allein hielt sie seine Hand.
„Nein, nicht mehr“, wiederholte Rochefort ebenso leise. „Schade, es ist wirklich nützlich, wenn auch Frauen das können.“
„Ja, ich glaube auch. Vielleicht… vielleicht sehen wir uns mal wieder?“
„Nein, ich muss, also, ich muss dann zu Seiner Eminenz. Vielleicht kommt Ihr ja noch mal nach Frankreich… oder ich nach England.“
„Es wird sicher Möglichkeiten geben…“, sagte Lady Prescett. „Bis dahin… lebt wohl.“
Rochefort sank fast auf die Knie als er ihr die Hand küsste. Ein Ring glitt von ihrem Finger in seine Hand. Rochefort erhob sich und verneigte sich dann tief.
Sie grüßte ihn mit der Hand und verschwand dann mit ihrem Diener im Louvre.
Rochefort sah ihr nur kurz hinterher und ging dann sehr rasch zum Kardinalspalais.
Natürlich wusste Richelieu schon, dass er wieder handeln konnte und empfing sofort Rochefort.
„Nun, was habt Ihr aus der Dame herausbekommen?“
„Verzeiht Eure Eminenz, dass es so lange gedauert hat. Ich habe… also… sie hat mir nicht sofort vertraut. Es dauerte eine Weile. Sie hat mir erst gerade heute gesagt, welche Informationen sie hatte.“
„Nun denn, heraus mit der Sprache“, forderte Richelieu seinen treuen Untergebenen auf.
Rochefort erstattete Bericht über das, was ihm Lady Prescett verraten hatte und Richelieu sah am Ende sehr zufrieden drein.
„Besser konnte es gar nicht kommen, mein lieber Graf. Ich bin sehr zufrieden mit Euch. Dank dieser Tatsache haben wir einen eindeutigen Vorteil. Ich denke, das können wir zu unserem Besten ausnutzen.“
Rochefort schwieg. Richelieu musterte ihn und sprach dann beinahe genüsslich: „Eine reizende Lady, wirklich. Zu schade, dass sie unsere Feindin ist.“