Reviews für "Die Gräfin de Winter" von Rochefort

duchesse · vor 8 Jahren · Kapitel 7. Heimkehr

Lieber Rochefort, lieber Armand-Jean du Plessis,

das neue Kapitel ist euch wirklich prima gelungen, besonders gut gefallen mir hier die Dialoge. Mit Hector habt ihr zudem eine sehr interessante Nebenfigur geschaffen, er ist schön charakterisiert, so dass man ihn so richtig vor sich sehen kann, wie er da hinter seinen Bücherstapeln hockt ;-) Mir scheint, er und Rochefort ergänzen sich ganz prima, was Rochefort ihm vielleicht an Intuition voraushat, macht Hector durch seine Akribie wett.

Auch Richelieu finde ich gut getroffen, die Geschichte mit Myladys Erbe weiß er sofort für seine eigenen Zwecke zu nutzen. Ich bin schon sehr gespannt auf das Zusammentreffen der beiden...

Liebe Grüße,

duchesse

Rochefort · vor 8 Jahren

Liebe Duchesse!

Herzlichen Dank, auch im Namen von Armand-Jean, für Dein nettes Review; wir freuen uns, dass Dir die Charaktere, wie wir sie schildern, gefallen. Hector ist für mich eine jener Personen, die für Männer wie Richelieu unverzichtbar waren. Sie stehen nicht im Vordergrund, doch von ihrer Arbeit hängt eine Menge ab und bei ihnen laufen viele Fäden zusammen. Dass Hector und Rochefort sich, was Akribie und Intuition betreffen, perfekt ergänzen, damit liegst Du völlig richtig. Rochefort ist auch überhaupt kein "Büromensch", er braucht bis zu einem gewissen Grad die mit dem Agentenleben verbundene "Action", liebt Herausforderungen und ist gern unterwegs. Hector hingegen kann auf derlei Abenteuer gut verzichten, das wäre ihm eindeutig zu gefährlich. Seine Stärken liegen auf anderem Gebiet.

Liebe Grüße

Rochefort

kaloubet  · vor 8 Jahren · Kapitel 7. Heimkehr

Liebe Rochefort,

das ist ein geniales Kapitel! Die Personen sind mit feinster Feder gezeichnet, psychologisch sehr gut nachvollziehbar: Zum Beispiel Hector, man meint ihn vor sich zu sehen, heute wäre er geschniegelt, gekämmt, in Maßanzüge gekleidet und grad unter der Führungsspitze der Bank ;-). Richelieu gefällt mir sehr, ein kluger Schachzug, die Schulden Myladys aufzukaufen, ein wenig zynisch, doch wo wir grad bei Banken sind ... ;-).  Fast könnte man mit ihr Mitleid bekommen. Rochefort ist irgendwo dazwischen, ein Freigeist, aber loyal und bei Bedarf durchtrieben.

Klasse geschrieben, mehr davon!

Liebe Grüße

Kalou

Rochefort · vor 8 Jahren

Liebe Kaloubet!

Vielen Dank für dieses Review - ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Dir die Schilderung der Charaktere so gut zugesagt hat. Da sich in diesem Kapitel nicht gar so viel tut, hatte ich ein wenig die Befürchtung, es könnte für die Leser unter Umständen etwas langweilig sein. Richelieu agiert in meiner Vorstellung wie ein kluger Schachspieler, immer darauf bedacht, die Züge der anderen, vor allem seiner Gegner, rechtzeitig zu erkennen und ihnen einen Schritt voraus zu sein. Mir gefällt, was Du über Rochefort schreibst: "ein Freigeist, aber loyal und bei Bedarf durchtrieben" - das passt genau! ;-))

Ich würde gern mehr und öfter schreiben, leider fehlt häufig die Zeit...jetzt bin ich gerade wieder mit der Planung unseres Barockballs beschäftigt. Aber die Geschichte wird auf jeden Fall fortgesetzt!

Liebe Grüße

Rochefort

AlienorDartagnan · vor 8 Jahren · Kapitel 7. Heimkehr

Oh, wie schön, ein neues Kapitel :)
Ob es wohl in Paris Neuigkeiten für Rochefort gibt? Was erwartet ihn dort im Palais Kardinal? Hector scheint ja ein richtiger Schreibtischhengst zu sein, ein typischer Beamter des Kardinals. Ich sehe ihn beim Lesen richtig vor mir, du hast ihn wirklich gut beschrieben. Aber seine lebhaften Augen scheinen ja zu verraten, dass er eine gute Beobachtungsgabe hat und seinem scharfen Blick nichts entgeht. Hector scheint ja da wirklich einen enormen Aufstieg hingelegt zu haben, wenn er jetzt sogar Privatsekretär des Kardinals ist und außerdem Rocheforts Stellvertreter bei der Leitung des Geheimdienstes. Eine damals im 17. Jahrhundert wirklich sehr beeindruckende Laufbahn für einen Bürgerlichen. Solche Karrieren gab es damals bestimmt nicht allzu häufig. Aber findet der Kardinal es nicht bedenklich, einem Mann, der seine Handschrift perfekt imitieren kann, so viel Vertrauen zu schenken? Oder weiß der Kardinal nichts davon?  Und sogar einen Adelstitel hat er vom Kardinal erhalten..das schafften damals sicher nur sehr wenige Bürgerliche. Ich kann verstehen, dass Hector sich manchmal diesem ganzen Druck, dieser Verantwortung nicht gewachsen fühlt, denn schließlich könnte der Kardinal ihm den Adelstitel ja auch wieder nehmen, wenn er mit ihm nicht zufrieden ist.
Untadeliger Lebenswandel? Nein, das trifft auf Mylady gewiss nicht zu...die Beschreibung passt gar nicht so richtig zu ihr, zumindest nicht in allen Punkten. Bezaubernden Charme und eine besondere Wirkung auf Männer hat sie aber, und sie weiß das auch gehörig auszunutzen, wie sich ja später bei Felton zeigen wird. Rochefort sollte die Gerüchte über das Ableben ihres Gatten, Lord Winter, sehr ernst nehmen, und sich lieber nicht mit ihr einlassen, denn sonst gerät womöglich irgendwann auch sein Leben in Gefahr. Aber wir wissen ja, dass sie später selbst für den Kardinal arbeiten wird, und dass sie und Rochefort sich doch gut verstehen werden(zumindest hatte ich im Roman den Eindruck).
Ich frage mich gerade, ob Mylady vielleicht früher eine Doppelagentin gewesen sein könnte, die für England und für Frankreich spionierte, bei ihrem Schauspieltalent und ihrer Verschlagenheit wäre ihr das durchaus zuzutrauen.  
Rochefort scheint beim Kardinal wirklich sehr angesehen zu sein, wenn er zu jeder Tages und Nachtzeit einfach so ohne Ankündigung bei ihm ins Arbeitszimmer eintreten darf, dieses Privileg hat bei Richelieu sonst sicherlich niemand.
Nun schaut sich Richelieu also die Informationen an, die die Agenten über Mylady gesammelt haben..ob er sie danach wohl in seine Dienste nehmen wird? An Pater Joseph kann ich mich noch erinnern, im Roman stand doch irgendwo, dass viele Menschen den Vertrauten von Richelieu fürchteten. Ein religiöser Eiferer ist er also..das sind meistens besonders heikle, manchmal auch gefährliche Menschen.
Für Mylady ist es natürlich ungünstig, wenn Lord Winter das Testament anfechtet, sie hätte dieses Vermögen gut brauchen können, im Moment ist sie ja noch keine Agentin des Kardinals und hat folglich auch kein anderes Einkommen als das Erbe. Und wenn Mylady über ihre Verhältnisse lebt, könnte ihr Weg, wenn ihre Schönheit dahingewelkt ist, sie rasch ins Armenhaus führen. Außer ihrer Schönheit, ihrer Raffinesse im Umgang mit Männern und ihrem Charme hat sie ja nichts zu bieten, und Raffinesse und Charme würden ihr nichts mehr Nützen, wenn ihre Schönheit dahin wäre.  
Der Kardinal will sich Mylady also näher ansehen, und außerdem dafür sorgen, dass ihre Rechnungen bezahlt werden. Also hat er vermutlich schon vor, sie in ihre Dienste zu nehmen, denn er würde sicherlich nicht aus reiner Barmherzigkeit für ihre Rechnungen aufkommen. Und in gewisser Weise hat sie ja dann SChulden bei ihm, wenn er ihre Rechnungen bezahlt, und ist somit als seine Schuldnerin gezwungen in seine Dienste zu treten..ob er sich das wohl genau so gedacht hat? Ich glaube auch nicht, dass Mylady, die stets auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist, so ein "Angebot" als Spionin in seine Dienste zu treten, ablehnen würde. Oder glaubt sie vielleicht, rasch wieder einen reichen, adeligen Mann zu finden, den sie heiraten und dann ermorden kann, um ein luxuriöses Leben als Witwe zu führen?
Ich bin schon sehr gespannt, wie diese Begegnung zwischen Mylady und dem Kardinal verlaufen wird. Ihr beide habt das wirklich gut geschrieben. Armand schreibt wirklich sehr gut, er oder sie sollte wirklich öfters mal hier schreiben, gefällt mir echt gut. Und auch deinen Schreibstil fand ich wieder einmal sehr gut. Ein sehr schönes und spannendes Kapitel, ich freue mich schon auf das nächste.

Liebe Grüße

Alienor

Rochefort · vor 8 Jahren

Liebe Alienor!

Vielen Dank für dieses ausführliche Review. Du machst Dir wirklich immer viel Arbeit damit, die Geschichten zu kommentieren. Hut ab! :-))  Dass Dir die Beschreibung von Hector gefällt, freut mich. Ich denke, so ungewöhnlich war seine Karriere gar nicht. Gerade Richelieu war bemüht, die Vormacht des Adels, der immer nur auf seine alten Privilegien und Rechte pochte, einzudämmen und vor allem in der Verwaltung statt der Adeligen viele Beamte aus bürgerlichen Schichten einzusetzen. Es gab historisch tatsächlich einen Privatsekretär, der die Handschrift des Kardinals imitieren konnte und dieser weiß auch von der Fähigkeit dieses Mannes. Die Informationen über Mylady geben natürlich genau das wieder, was Mylady ihre Umwelt glauben machen wollte - eben, dass sie eine ehrbare, untadelige Lady mit liebenswürdigem Charakter ist - und nicht ihr wahres Wesen, das sie ja sorgfältig zu verbergen versucht. Zwei erfahrene Agenten wie Rochefort und Hector lassen sich davon aber nicht so leicht täuschen. Ihre Überlegung (und auch die des Kardinals) ist, dass eine Frau, die ein so großes schauspielerisches Talent und dazu noch eine so "umwerfende" Wirkung auf Männer besitzt, eine hervorragende Spionin sein müsste. Die Tatsache, dass sich die schöne Engländerin gerade in finanziellen Nöten befindet, kommt ihren Plänen da natürlich zusätzlich zugute...

Liebe Grüße

Rochefort

Aramis  · vor 8 Jahren · Kapitel 7. Heimkehr

Lieber Rochefort & Armand-Jean du Plessis,
prima, dass ihr an dieser Geschichte weitergeschrieben habt, und dazu ein solch tolles Kapitel! Ich habe es bis zum letzten Wort mit großer Spannung gelesen, und die ganz besondere, prickelnde Atmosphäre, die darin zum Tragen kommt, hat mich sofort in ihren Bann gezogen: Richelieus und Rocheforts gemeinsamer Beschluss, Mylady nun aufgrund der erhaltenen Informationen über ihre Person in ihren Einflussbereich zu ziehen, wird ja nicht folgenlos bleiben.
 Die klasse Beschreibung von Privatsekretär Hector und seinem akribisch geordneten Büro hat mich gleich an Hercule Poirot denken lassen *kicher* - ebenfalls ein äußerst brillanter Kopf, aber ebenso pedantisch! Es ist überdies sehr interessant, an Hand dieses Kapitels zu beobachten, wie der Kardinal und Rochefort miteinander verkehren, ihre weiteren Schritte überdenken, Entscheidungen gemeinsam abwägen und bei ihrer Tätigkeit, angesichts Pater Josephs und Hectors Verdienste, offensichtlich auf bewährte und treue Mitarbeiter zurückgreifen können. Ein gutes Dienstverhältnis zwischen einem Arbeitgeber und seinen Untergebenen ist Goldes wert und sichert den Erfolg - ich bin gespannt, wie Richelieu und Rochefort nun mit ihrem Ansinnen an Mylady herantreten werden!

Liebe Grüße
Aramis

Rochefort · vor 8 Jahren

Lieber Aramis!

Vielen Dank für Dein so positives Review - ich/wir habe(n) uns sehr darüber gefreut. :-)) Besonders freut mich, dass Dir die Beschreibung von Hector und seinem "Reich" gefallen hat. Die war mir irgendwie wichtig; ich wollte einmal einen jener Charaktere "vor den Vorhang" stellen, die eher im Stillen, Verborgenen agieren, aber deren Arbeit ebenso wichtig für den Kardinal ist wie die der Leute "an der Front" (z.B. Rochefort). Hector selbst ist zwar ein erfundener Charakter, aber es gab tatsächlich einen Privatsekretär des Kardinals, der dessen Handschrift imitieren konnte. Ich stelle mir vor, dass die engen Vetrauten Seiner Eminenz ein wirklich eingespieltes Team sind, nur so können sie bei den mannigfaltigen Ränkespielen erfolgreich bestehen. Zwischen Richelieu und Rochefort besteht eine große Vertrautheit und alles, was der Graf für den Kardinal tut, tut er nicht nur für seinen Vorgesetzten, sondern für einen Freund. Und das macht den bedeutenden Unterschied! Was Mylady betrifft - Richelieu wäre nicht Richelieu, wenn er nicht das Potential erkennen würde, das in dieser Frau steckt und sich nicht gleich listig eine möglichst gute Verhandlungspostion ihr gegenüber sichern würde. ;-))

Liebe Grüße

Rochefort